Ausgabe 
8.8.1876
 
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mehrermale zu wiederholen, auch auf jede etwaige Anzeige don Seilen der Feldschützen, oder irgend welcher anderer Personen von dem Vor⸗ kommen der Kleeseide Untersuchung der betreffenden Stellen eintreten u lassen.

N 1 wie die Felder sind die Wiesen, Raine, Gräben, Bösch⸗ ungen 1c. von der Commsssion zu besichtigen, da die Kleeseide hier häufig auf den verschiedenen Kleearten, auf Ginster, Quendel, Heidekraut, Wicken ꝛc. vorkommt. Ueber den Rundgang der Commission in der Ge⸗ markung ist ein Protokoll von derselben aufzunehmen.

4. Ist dem Bürgermeister von der Commission bas Vorhandensein von Kleeseide auf irgend einer Stelle der Gemarkung angezeigt, so gibt derselbe sofort dem Naturalbesitzer der Fläche auf, die von der Commission in Vorschlag gebrachten Maßregeln zur Einschränkung resp. Ausrottung der Kleeseide spätestens innerhalb 6 Tagen in Anwendung zu bringen und führt dieselben, falls nicht innerhalb der sestgesetzten Zeit Seitens des Naturalbesitzers der Verfügung entsprochen worden ist, mit öffentlichen Mitteln auf Kosten des Betreffenden aus. Die Commission wacht darüber, daß die von ihr vorgeschlagenen Maßregeln richtig und ordnungsmäßig befolgt werden.

Außerdem macht der Bürgermeister von dem Auftreten der Klee⸗ seide in der Gemarküng dem Kreisamt Anzeige, welches im Laufe des Herbstes oder Frühjahrs die von dem Kreis⸗Ausschuß für diesen Zweck zu erwählende Commission nach den von der Kleeseide heimgesuchten Di stricten sendet, damit sich dieselbe von den zur Vertilgung der Kleeseide angewendeten Maßregeln überzeugen kann.

5. Die Maßregeln zur Einschränkung resp. Ausrottung der Klee⸗ seide sind folgende: Zeigt sich die Kleeseide nur an einer oder an einzelnen kleinen nicht über ein Meter im Durchmesser betragenden Stellen und in einer durchschnittlichen Entfernung derselben von mindestens 15 bis 20 Metern, so werden die betreffenden Stellen in einem etwas größeren Umkreise auf etwa 2025 Centimeter tief(je nach Beschaffenheit des Bodens) sorgfältig umgegraben, so daß nirgends eine Spur von Klee sichtbar bleibt. Finden sich im weiteren Verlaufe nach Ausführung dieser Maßregel wieder neue Stellen mit Kleeseide oder zeigt sich letztere überhaupt bald in größerer Ausdehnung und Menge als eben angeführt, so daß eine Einschränkung derselben durch bloses Umgraben der betreffen⸗ den Stellen von sehr zweifelhaftem Erfolge zu bleiben verspricht, so ist das ganze Feld in einer Tiefe von mindestens 1215 Centim. umzupflügen.

Es bleibt der Commission überlassen, an Stelle des Umgrabens auch das Verbrennen der betreffenden Kleeseidesiellen mit Stroh, welches zur Beschleunigung und sichereren Wirkung des Verfahrens vorher mit Petroleum getränkt wird, als Vertilgungsmittel anzuordnen.

Unter allen Umständen ist aber die Vertilgung der Kleeseide vor deren Blüthe bezw. Samenbildung vorzunehmen.

6. Gegenwärtiges Reglement wird innerhalb des Monats Juli jeden Jahres, nach welchem die Kleeseide in der Gemarkung aufgetreten ist, in der Gemeinde öffentlich bekannt gemacht und so lange aufrecht er⸗ halten, bis nachweislich jede Spur von Kleeseide der Gemarkung ver- schwunden ist. N

Friedberg, den 6. August 1876.

Dem Kreisamte ist über das Resultat der der letztgedachten Commission Bericht zu erstatten.

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Großherzogliches Kreisamt Friedberg.

Trapp.

Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Jakob Greb von Wohnbach wurde als Polizeidiener der Gemeinde Wohnbach verpflichtet.

Deutsches Reich.

Darmstadt! Das Großherzogliche Regier⸗ ungsblatt Nr. 38 enthält:

I. Verordnung, das Reichsgesetz über die eingeschriebenen Hülfskassen betreffend.

II. Verzeichniß der Vorlesungen, welche auf der Uni⸗ versilät zu Gießen im Winterhalbjahr 1876/77 gehalten werden und die am 30. October ihren Anfang nehmen.

Darmstadt. Am 27. Juli wurde der Steuercontroleur zu Alzey, Bechtold, zum Steuer commissär in Fürth ernannt, an demselben Tage dem Rentamtmann zu Friedberg, Steuerrath Stoltz, der Charakter alsDomänenrath verliehen.

Berlin. Der Setzer-Strike ist beendet und zwar zum Nachtheil der Gehülfen. Von Leipzig ist die Weisung gekommen, sich wieder nach Con- dition umzuthun.

Posen, 2. Aug. Die staatsfreundlichen Geistlichen der Erzdiöcesen Gnesen-Posen haben, wie dieSchles. Presse erfährt, von dem Car- dinal Ledochowski dirett aus Rom mit der Post Admonitions⸗Schreiben erhalten, worin dieselben aufgefordert werden, innerhalb 90 Tagen das gegebene Aergerniß öffentlich zu widerrufen, widrigenfalls die Suspension und der große Kirchenbann über sie verhängt werden würden.

München, 4. Aug. Die beiden brasiliani⸗ schen Majestäten, Dom Petro II. und seine Gemahlin Kaiserin Therese, sind gestern Abend hier eingetroffen und unter dem Incognito Graf und Gräfin von Alcantara imBayer. Hofe abgestiegen. Heute Morgen besuchten die Herr

schaften einige Sehenswürdigkeiten der Stadt, so

die Pinakothek ꝛc.

5. Aug. Der König ist heute nach Bayreuth abgereist.

Ausland.

Oesterreich⸗Ugarn. Wien, 1. August. Das siegreiche Montenegro liefert heute oder Morgen die bei Vrbica gefangenen 300 Türken an Oesterreich aus. Oesterreichische Behörden werden an der Grenze von der montenegrinischen Escorte die Gefangenen übernehmen und dieselben dann im Innern des Reiches interniren lassen.

DiePol. Corr. dementirt die Nachricht von der angeblichen Bildung einer österreichischen Freiwilligen⸗Legion in Belgrad und einer ungarischen Legion in Constantinopel. Dasselbe Organ widerspricht der Meldung, daß die rumänische Regierung beschlossen habe, der Pforte für Er- ledigung ihrer Forderungen einen Termin zu stellen.

Das Consulat⸗Wesen beschäftigt augen-

züge der Consuln im Allgemeinen vermindern. In Darmstadt, wo früher eine Gesandtschaft be stand, jetzt aber nicht einmal ein Consulat vor- handen ist, soll ein solches errichtet werden. In Mainz und in Worms dürften die Consulate nicht mehr lange belassen werden.

Entgegen allen Dementis und Beschwichtig ungen der Officiösen wird von ausgezeicheneter Seite mitgetheilt, daß in Süd⸗Ungarn eine sehr ernste Bewegung herrsche, wenn sich auch die dortigen Serben vorerst mit der größten Vorsicht benehmen und sich keine Blöße geben. Neusatz, Pancsova und Semlin beherbergen in der That geheime Verbindungen, deren eigentliche Leiter indeß keines wegs die von der ungarischen Regierung verhafteten Agitatoren seien.

Die Wojwodina und die ungarische Militär- grenze billigen ruhig starke omladistische Kundge bungen. Die Regierung hat mehrere Verhaftungen angeordnet und die Verhafteten wegen Hochverrath angeklagt.

5. Aug. Erzherzog Albrecht, der sich auf einer Inspectionsreise in Prag befand, reiste plötz- lich ab. DiePol. Corr. meldet nun: Die schnelle Abreise sei lediglich durch ein von der großen Hitze hervorgerufenes Unwohlsein und durch den ärztlichen Rath, die Inspicirung vorerst auf zugeben, veranlaßt worden. Das Uebelsein ist seitdem im Schwinden.

Innsbruck. Heute, am 1. August, trifft hier der erste protestantische Pfarrer der Inns⸗ brucker Protestanten-Gemeinde und überhaupt der erste im glaubenseinheitlichen Tyrol, ein. Pfarrer Engerzinger, ein noch junger Mann mit moderner Welt- Anschauung, ist Riederbsterreichet von Geburt und hat in Wien seine Studien gemacht.

Frankreich. Paris, 2. August. Der Senat hat ohne Debatte einen Post-Vertrag mit Peru und eine mit den Niederlanden abgeschlossene Convention zum Austausch von Post Mandaten genehmigt.

Versailles, 4. Aug. Die Deputirtenkammer hat das Budget der Einnahmen angenommen. Bei Fortsetzung der Berathung des Kriegs-Budgets wurde ein Credit von 260 Millionen Francs auf Liquidations-Conto bewilligt. Mehrere Amende⸗ ments, welche von der Budget⸗Commission ab- gelehnte Ausgabesorderungen wieder auf den Etat zu bringen bezweckten, wurden von der Kammer verworfen.

5. August. Die Kammer der Deputirten

blicklich, wie ein Pester Blatt meldet, lebhaft unser setzte heute die Berathung des Kriegsbudgets fort.

auswärtiges Amt. Consuls⸗Wesens durchführen, und beisplelzweise im

Man will eine Reform des Es wurden alle auf Wiederherstellung der von der Budget ⸗Commission gestrichenen Forderungen ge⸗

Orient die Consulate vermehren, dagegen die Be- richteten Amendements abgelehnt; dagegen wurden

die Aufhebung der Militär-Almoseniere und die von der Budget: Commission beantragte Reduction des Ansatzes für die Verpflegung um 5 Millionen Francs genehmigt.

Großbritannien. London. Aus Madeira geht die Meldung ein, daß die Blokade von Dahomey aufgehoben ist.

Spanien. Madrid. Die Unterhandlungen

wegen Conversion der schwebenden Schuld, sowohl der innern wie der äußern, haben zu einem be⸗ friedigenden Ergebniß geführt.

Italien. Rom, 4. Aug. Am Dienstag kündigte der Papst den Cardinälen, welche er zur Berathung berufen hatte, den Erlaß einer an sämmtliche Bischöse zu richtenden Encyclica an behufs Hintanhaltung der Ketzerei, die man unter den Katholiken zu verbreiten suche.

Türkei. Constantinopel, 3. August. Vom Kriegsschauplatze wird folgende Meldung veröffentlicht: Die Türken griffen die serbischen Befestigungen bei Gurgussowatz an und nahmen serbische Redouten. Die Serben erlitten große Verluste, die Türken geringe. General Tschernajeff soll in Saitschar sein.

4. Aug. Die Regierung bat ihren Ver⸗ tretern bei den auswärtigen Mächten mittheilen lassen, die Gerüchte über den Gesundheits-⸗Zustand des Sultans seien grundlos, sein Befinden bessere sich von Tag zu Tag.

4. Aug. Nach den Berichten der Zeitungen hätten die Türken die serbischen Positionen bei Knjasevatz nach einer unweit des Timok ausge- fochtenen Schlacht eingenommen. Die Serben sind auf der ganzen Linie zurückgedrängt und die beiden Armken stehen sich jetzt am Timok gegenüber; man könne nunmehr annehmen, daß der Krieg in ein sehr vorgerücktes Stadium ge⸗ treten sei, in Belgrad herrsche große Aufregung.

5. Aug. Die türkischen Truppen haben gestern Abend die Baracken bei Klek eingeäschert und sich sodann auf dem Kriegs⸗DampferFoethie eingeschifft. Der Ort Utovo wurde von den Türken gleichfalls eingeäschert und verlassen.

5. Aug. Die Insurgenten haben die Be⸗ lagerung von Trebinje begonnen. Die Straße von Ragusa nach Trebinje ist von Insurgenten besetzt. Auf den Bergen wehen dreifarbige Fahnen. Mukhtar Pascha wagt nicht, die Belagerer an⸗ zugreifen. Derwisch Pascha, von Novibazar kommend, soll versuchen, Mukhtar Pascha Luft zu machen.

5. Aug. DiePol. Corr. veröffentlicht folgenden telegraphischen Bericht von hier: Das Leiden des Sultan stellt sich als ein chronisches heraus. Die Gefahr einer Katastrophe scheint

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