Ausgabe 
8.1.1876
 
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Beilage.

Hberhessischer Anzeiger.

4.

Fortbildungsschule zu Friedberg

Der Unterricht an der Fortbildungsschule dahier wird Montag, 10. Januar, seinen Anfang nehmen. Jedem einzelnen der in hiesiger Stadt sich auf daltenden, aus der Schule entlassenen Knaben, welche nach Maßgabe des Schulgesetzes und auf Grund des Erlasses Großherzoglichen Ministeriums des Innern, Abtheilung für Schulangelegenbeiten, vom 13 Juli 1875 aufgestellten und von Groß- herzoglicher Kreisschulcommission genehmigten Ver- zeichnisses zum Besuch der Fortbildungsschule ver pflichtet sind, sowie deren Eltern oder Dienstherren wird zwar besondere Mittheilung zugehen; die Wichtigkeit der Sache veranlaßt uns aber, hiermit auch öffentlich die Aufforderung an erstere zu richten, an dem genannten Tage Abends um ½8 Uhr mit einem Schreibheft versehen im nörd lichen Saale des mittleren Stockes im Schul gebäude der Musterschule sich einzufinben. Der Unterricht wird an drei Wochenabenden, Montags, Dienstags und Donnerstags, von ½8 ½ 10 Uhr stattfinden. An dem Verhältniß der Handwerker

schüler zu der von ihnen besuchten Schule wird wie des Lebene der menschlichen Gesellschaft, auf

durch die Einrichtung der Fortbildungsschule nichts geändert; nur ist zu bemerken, daß dieselben den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend ins Ber zrichniß der Fortbildungsschüler eingetragen werden müssen, sobald sie etwa aus der Handwerkerschule austreten. Beide Anstalten werden übrigens für die meisten Unterrichtsgegenstände in innige Ver bindung treten.

Indem wir auf Art. 17 der Instruction für die Schulvorstände vom 21. September 1874 und auf Ar. 25 des Schulgesetzes vom 16. Juni 1874 binweisen, wonach die Eltern oder deren Stellvertreter für jede unerlaubte Versäumniß des Fortbildungsunterrichtes in eine Strafe von 20 Pf., im Wicderbolungsfalle von 40 Pf. zu nehmen

sind, Lehrberren, Dienstherrschasten oder Arbeit

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geber, die ihren Lehrlingen, Dienern oder Ar beitern die zum Besuch der Fortbildungsschule nöthige Zeit nicht einräumen, eine Polizeistrafe von 2 30 Mark treffen soll, glauben wir die zuversichilsche Erwartung eussprechen zu dürfen, daß alle Einwohner unserer Stadt wie den In teressen unstrer Schulen überhaupt, so inebesondere

demjenigen der Fortbildungsschule, wie und wo sich ihnen Gelegenheit dazu bictet, ihre moralische Unterstützung zuwenden, und daß namentlich die Eltern oder Dienstherren unserer Fortbildungs schüler es als ihre ernste Verpflichtung erkennen werden, die Zwecke der Fortbildungsschule mit dem ganzen Einfluß, der ihnen zu Gebote steht, fördern zu helfen. Sie werden dies in der Ueber- zeugung thun, daß es nur dann und nur so lange wohl mit unserm Volke stehen wird, als die heranwachsende Jugend erzogen wird zu in telligenten, strebsamen, rechtschaffenen und braven

Menschen. Dazu nun soll und will die Fort bildungsschule mithelfen. Sie soll die Fäden wieder aufnehmen, welche die Kinderschule hat

müssen fallen lassen, und die bereits erwerbenen Kenntnisse befestigen, erweitern und vervollständigen. 745 soll mehr noch thun. Ihre Zwecke sind ge

wofür nun bei dem Schüler die günstigste Zeit gekommen, auf Anbahnung des rechten Verständ nisses für die Verbältnisse und Pflichten des eigenen

Erzeugung guter Grundsaͤtze und Befestigung einer edlen Gesinnung, auf Bekämpfung der Zerfahren- beit, Energiclosigkeit, der Robhbeit und Lüdeilich keit, die sich vielfach dei unserer Jugend breit machen möchte. Das Verhalten der heranreifen- den Jugend ist ein Maßstab dafür, was für die künftigen Geschicke unseres Volkes zu hoffen und zu fürchten steht. Daber das Wohlgefallen, womit der Menschensreund auf einen gutgearteten Jüng ling sicht, daher auch der Abscheu und die Be kümmerniß, womit ihn der Anblick einer zucht losen, entarteten Jugend erfüllt

Was aber der Mensch werden soll, dazu muß er erzogen werden, und dazu dedarf ser der plan- mäßigen Unterwtisung, Belehrung, Zurechtweisung, Warnung, der geistigen Erhebung, die ein guter Unterricht gewährt, namentlich in den Jahren, wo es in der jungen Brust zu gähren und zu drängen ansängt und der Unverstaud und die ZJügellosig keit die Alleinherrschaft über das noch willens- schwache Menschenkind an sich reißen möchte. mancher junge Mensch ist ein faules Glied der

Gesellschaft geworden nur darum, weil in der!

richtet auf Entwickelung der Denk- und Thatkraft,

Wie

gefäbrlichsten Periode seiner Entwicklung sich Nie mand um ihn gekümmert hat. Die alten Formen des socialen Lebens sind zertrümmert, das Zunft wesen z. B. mit seiner festen Gliederung und seinem Halt und seiner Zucht für den gewerbs beflissenen jungen Menschen hatte sich überlebt und mußte beseitigt werden; ein genügender Ersatz für seine Formen ist aber noch nicht allenthalben gefunden, und die Entwickelung eines Theiles uuserer Jugend hat untet diesem Mangel zu leiden. Alle Einsichtigen und Wohlmeinenden haben darum die gtsetzliche Einrichtung det Fertbildungs schule als eine nothwendige Ergänzung der Volks schule und eine Wohlthat für die derselben ent wachsene Jugend mit Freuden begrüßt, und es ist gewiß ein beredtes Zeichen, daß ein guter Geist in einer Gemeinde herrscht, wenn Zucht und Eifer zum Lernen bei ihrer Jugend in der Fortbildungsschule zu finden ist, während anderer seits det Schluß nur allzu nahe liegt, daß Lüder lichkeit und Zerrüttung die Obersand haben da, wo die Jugend lieber auf der Straße lungern oder in den Wirthehäusern liegen möchte, als einige Stunden in nützlichen Keuntaissen sich zu üben, um geschickt und tüchtig für den Lebens- beruf zu werden.

Daß die hiesige Fortbildungsschule jetzt erst eröffnet werden kann, bat seinen Grund in Sachen, nicht in Personen. Ist sie aber auch die letzte im Kreise Friedberg, die ihre Wirksamkeit beginnt, so wird sie hoffentlich nicht die letzte sein biusicht⸗ lich des Guten, das sie ttiften wird. Daß dies aber geschehe, dazu reicht nicht die Tüchtigkeit und der Fleiß dern Lehrer, nicht die Wachsamkeit des Vorstandes aue; das bängt ab von dem Eifer und der Empfänglichkelt, womit die Fortbildungs- schüler dem Unterricht entgegenkommen. Ditse Empfänglichktit aber wird gedeihen oder verküm-

mern je nach dem Werth, der in der Familie derselben auf derle' Dinge gelegt wire, nach dem, was die Erwachsenen darüber äußern. Wir

wenden uns darum an die Einsicht und den ge sunden Sinn Aller, die es angeht: Helfe Jeder, daß aus den Knaben Männer werden, die etwas taugen. Für den Schulvorstand der Fortbildungsschule: Ad. Steinhäußer. Zitsch, Oberlehrer.

Hofraithe-Versteigerung. 12 Mittwoch den 12. Januar 1876, Vormittags 1 Uhr, soll in hiesigem Rathhause die Hofraithe der Jean Peter Hilbrechts Erben, in welcher schon seit Jahren ein frequentes Geschäft betrieben worden ist, nochmals öffent lich an den Meistbietenden versteigert werden. Friedberg den 28. Dezember 1870. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Saane,

Mobiliar-Versteigerung.

11 Donnerstag den 13. Januar 1876, Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen in der Behausung des Metzger meisters Heinrich Gerth dahier folgende Moblliar gegenstände gegen gleich baare Zahlung versteigert werden, als: Wirthstische, Bänke, Stühle, 1 Büffet, Bettstellen Kleiderschränke, Commoden, I Wanduhr, Spiegel Kleider, Weißzeug, Küchengeräthschaften, Metzger handwerksgeschirr u. s. w. Friedberg den 28. Dezember 1875. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. es.

Arbeits⸗Versteigerung. 50 Die zur Wiederherstellung resp. Wölbung der Brücke über den Wetterfluß bel Bauernheim erforderlichen Ar beiten und Lieferungen sollen Montag den 10. Januar 1876, Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhause zu Bauern- heim einer öffentlichen Vergebung ausgesetzt werden

Der Kostenanschlag enthalt: M. Pf. Maurerarbeit 713 73 Steinhauerarbeit 820 37 Zimmerarbeit 403 9 Materlallieferung 1129 25

Plan spezleller Kostenanschlag und Bedingungen liegen bel dem Unterzeichneten zur Einsicht offen. Assenheim den 30. Dezember 1875. Wenck, Bezirks bauaufseher.

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eee Der Maurermeister Wilhelm Altvater zu Bruch⸗ hat bei Gericht angezeigt, daß er zur Befriedigung seinex Gläubiger außer Stande set. Zur Abwendung des förmlichen Coneurses und zum Versuch der Güte wird Termin auf den 0 28. Januar 1876, Vormittags 9 10 Uhr, in das Local des unterzeichneten Gerichts(Bangert 2) anberaumt, wozu die Gläubiger des zꝛc. Altvater unter dem Rechtsnachtheil, daß die Nichterscheinenden als dem Beschluß der Mehrheit beitretend anzusehen find, ein geladen werden. Ein etwaiger Vergleichsbescheid wird nur durch An schlag am Gerichtsbrett bekannt gemacht. Hanau, 24. Dezember 875. Koͤnigliches Amtsgericht, Abtheilung II. nnn dt

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Dünger ⸗Versteigerung. 121 Dienstag den 11. Januar d. J., Nachialttags 2 Uhr, soll eine Parthie Dung aus dem städlischen Faselstall im hiesigen Versorgungshaus öffentlich meist bletend versteigert werden.

Friedberg den 6. Januar 1876.

Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Fou ar.

Holz- Versteigerung. 119 Mittwoch den 12. d. M., Vormittags um 10 Uhr anfangend, soll in dem Oppershoser Gemeindewald nach benanntes Holz meistbietend versteigert werden: 8 Raummeter Klefern-Stockholz, 125 Wellen Kiefern Reis holz, 9 Kiefern Stämme Bau- und Werkholz, 7,19 Kubik meter haltend, 17 Kiefern⸗Stangen, 2,17 Kubikmeter haltend. Die Zusammenkunft ist auf der Ruhstadt. Oppershofen am 6. Januar 1876.

Großherzogliche Bürgermeisteret Oppershofen. Schmid t.

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Heu⸗-Lieferung. 108 Dienstag den 11. Januar d. J., Vormittags 11 Uhr, soll die Lieferung von 3040 Centner Heu für ven städtischen Faselstoll auf hiesigem Rathhaus an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden. Friedberg den 6. Januar 1876.

Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg.

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* Versteigerung. 122 Freitag den 14. Januar l. J., Nachmittags 2 Ubr, sollen in hiesigem Ralhhause verschiedene Gegenstände als:

1 Brandkiste mit Aufsätzen, 3 Bettstellen, ver⸗ schiedenes Bettwerk und 2 Pferdegeschirre an den Meistbietenden gegen Baarzahlung versteigert

werden. Friedberg den 6 Januar 1876. Großherzegliches Ortsgericht Friedberg. Ni u d

* Versteigerung. 80 Montag den 10. d. Mts., Morgens um 9 Uhr anfangend, wollen die Erben des Georg Höres von Boͤnstadt nachfolgende Gegenstaͤnde freiwillig versteigern lassen: 1 Pferd(5 Jahre alt), 6 Stück trächtige und 2 einjährige Rinder, J trächtige Mutterschweine, 11 Stück Läufer, 7 Stück fette Schweine, eine große Parthie Heu, Stroh, Grummet und Spreu, ungefähr 200 Malter Kartoffeln, 5 600 Centner Dickwurz, eine Schrotmühle und sonstige Haus geräthscha uten. Bemerkt wird noch, daß mit dem Vieh der Anfang gemacht mird.

und Oekonomie