1869/71 und 1872 betreffend batte der Ausschuß Billigung beantragt. Dieser Antrag wurde von der Kammer einstimmig angenommen. Bewilligt wurde einstimmig: die Forderung des Finanz- Ministeriums, die Erhöhung des Baufonds der Main⸗Weser⸗Bahn, ferner die Vorlage, die Ueber bauung der Wartesäle des Stationsgebäudes der Main-Neckar⸗Eisenbahn Darmstadt betr. Bezüg⸗ lich des Antrags des Abg. Hirschhorn, Erlaß eines Gesetzes über die besondere Besteuerung des Ge⸗ werbebetriebs im Umherziehen betr. machte Ministe⸗ rial-Präsident Schleiermacher die Mittheilung, daß die Regierung demnächst einen diesbezüglichen Gesetzentwurf einbringen würde.
Jugenheim, 1. Juli. Der Großherzog von Weimar ist heute zum Besuche auf Schloß Heiligenberg eingetroffen.
— 2. Juli. Kaiser Wilhelm stattete heute dem Kaiser von Rußland einen Besuch auf Schloß Heiligenberg ab. Kaiser Wilhelm wurde von dem Kaiser von Rußland, und den Prinzen Alexander und Ludwig, in Bickenbach empfangen. Nach dem Diner, zu welchem sich auch unser Großherzog eingefunden hatte, kehrte der Kaiser wieder nach Ems zurück. Heute Abend verläßt die Königin von Württemberg den Heiligenberg.
Mainz. Bezüglich der Präparanden-Anstalt für unsere Provinz steht die Entscheidung noch immer aus, da sich nunmehr nebst Wörrstabt und Flonheim noch vier weitere große Gemeinden unter Anerbieten von besonderen Leistungen um bie An— stalt bewerben.
Berlin. Dem„Reichs- Anzeiger“ zufolge ist dem auswärtigen Amte die amtliche Meldung zu⸗ gegangen, daß die chinesische Regierung von der für das von Piraten geplünderte deutsche Schiff „Anna“ geforderten Entschädigung auch denjenigen Theil, dessen Zahlung bis jetzt nur zugesagt war, inzwischen hat auszahlen lassen. Indem der „Reichs ⸗Anzeiger“ nähere Mittheilungen vorbehält, constatirt er den vollständigen Erfolg des von der deutschen Regierung hinsichtlich jenes Schiffes eingeschlagenen Verfahrens und spricht die Hoff nung aus, dieses Resultat des solidarischen Auf. tretens der Vertragsmächte werde auch die über die Revision der Freundschafts⸗ und Schifffahrts Ver- träge mit China eröffneten Verhandlungen fördern.
— Von unterrichteter Seite wird die Ver⸗ setzung des hiesigen türkischen Botschafters Edhem Pascha nach Petersburg und die Rückberufung Aristarchi's auf den hiesigen türkischen Botschafter⸗ Posten gemeldet.
Bonn. Die Mittheilung, Bischof Dr. Reinkens habe seinen Karlsruher Freunden gegenüber ge— äußert, daß er in Folge des Verlaufs der letzten altkatholischen Synode auf sein bischöfliches Amt zu verzichten gedenke, wird von wohlunterrichteter Seite als unbegründet bezeichnet. Reinkens hielt letzten Sonnabend im großen Rathhaus⸗Saale in Karlsruhe vor einer ungemein zahlreichen Zuhörer schaft einen geistvollen Vortrag über die katholische Reform⸗Bewegung.
Dessau, 26. Juli. Die außerordentliche Landtags⸗Sitzung wurde heute durch den Staats- Minister v. Krosigk eröffnet. Die Veranlassung zur Einberufung des Landtags haben zunächst einige wichtige Finanz- Vorlagen gegeben, welche einen Aufschub bis zum Winter nicht gestatteten,
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Sicherem Vernehmen nach werden Graf Andrassy und Fürst Gortschakoff der Zusammenkunft der Kaiser von Oesterreich und Rußland in Reichstadt beiwohnen.
— 4. Juli. Wie die„Pol. Cor.“ aus ver⸗ läßlicher Quelle erfahren haben will, erhielten die Donau- Monitors„Leitha“ und„Varos“ den Befehl, nach Semlin abzusegeln, um sich dort zum Schutze der österreichisch-ungarischen Staats- Angehörigen dem General Consul Fürst Wrede zur Verfügung zu stellen. Außerdem solle der Grenz⸗Cordon durch eine bei Schabatz aufzustellende Armee ⸗Division verstärkt werden.
Frankreich. Paris. Der„Agence Havas“ zufolge verließ das Mittelmeer Geschwader am 4. Juli Toulon.
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daß der„Kleber“, das letzte französische Schiff, welches dem Papst in den Gewässern von Corsica zur Verfügung gehalten wurde, auf Veranlassung des Herzogs Decazes abberufen und beauftragt worden ist, die Fischerei längs der Küsten von den Hyerischen Inseln bis Mentone zu bewachen.
— Der Präsident der Republik hat, wie das „Journal officiel“ anzeigt, durch Deerete vom 27. Juni neuerdings 125 Commune⸗Verurtheilten im Gnaden Wege ihre Strafen theils ganz er- lassen, theils umgewandelt oder herabgesetzt.
Dänemark. Kopenhagen. Das griechische Königs Paar tritt am 5. Juli seine Reise nach Paris und London an und wird nach einigen Wochen wieder hierher zurückkehren.
Großbritannien. London. Der „Observer“ erfährt, daß der Botschafter Lord Odo Russell in Berlin, der zur Zeit hierher beur- laubt ist, wegen der Lage der Dinge im Orient demnächst nach Berlin zurückkehren würde.
— In den„Times“ wird der Wortlaut des Berliner Memorandums veröffentlicht; dasselbe stimmt im Ganzen mit den bereits bekannten An⸗ gaben überein. In einer Zuschrift Lord Russell's wird auf den von England, Rußland und Frank⸗ reich am 6. Juli 1827 abgeschlossenen Vertrag zum Schutze der Unabhängigkeit Griechenlands aufmerksam gemacht und die Vereinbarung eines ähnlichen Vertrages zum Schutze der Unabhängig keit Serbiens empfohlen.
Spanien. Madrid. Die Anwesenheit des Don Carlos in Mexico ist neuerdings officiell constatirt worden.
Türkei. Constantinopel. Schon am 29. Juni hatte der serbische Abgesandte dem Groß vezier ein Schreiben seines Fürsten überreicht, worin
die Vereinigung Bosniens und der Herzegowina
mit Serbien unter der Oberherrschaft der Pforte gefordert wird; letztere betrachtete wie gemeldet diesen Anspruch als unzulässig.
— 3. Juli. Der Minister des Aus wärtigen hat an die Vertreter der Pforte im Auslande folgendes Telegramm abgesendet: Nachrichten über Bedrohung hiesiger Vertreter des Auslandes und Mord eines Fremden unbegründet, Ew. Excellenz wollen dieselben formell dementiren, nur wahr, daß Fremder durch Unglücksfall um's Leben kam.
— Nach einem Telegramm der„Nat.⸗Ztg.“ aus Paris wäre General Klapka in türkische Dienste getreten und bereits uach dem Kriegs- schauplatze unterwegs.
— Von hier wird telegraphisch gemeldet, die Pforte habe in Folge des serbischen Ullimatums eine Circular-Note an die Pariser Signatax-Mächte
gerichtet, welche besage, daß die Pforte sich im
Falle eines serbischen Angriffes gegenüber Serbien jeder Beengung für entbunden erachte und von dem Rechte der Vertheidigung auch über die serbische Grenze hinaus Gebrauch machen werde, Wie amtlich verlaute, sei von mehreren Seiten, namentlich auch von England, bereits billigende Antwort auf jene Circular-Note eingetroffen und sei auch aus Petersburg eine zustimmende Er- wiederung Rußlands angekündigt.
— 4. Juli. Eine Depesche der„Turquie“ aus Widdin meldet: Die Serben griffen die türkischen Truppen an. Nach lebhaftem Kampfe wurden die Serben zurückgeworfen. Die Türken drangen am 2. Juli Abends in Serbien ein und rückten siegreich bis Zajecar(Zaicar, Saitschar) vor, indem sie alle umliegenden Positionen der Serben besetzten. Die Serben wurden in die Flucht gejagt. Sie verloren 2000 Mann. Der Verlust der Türken ist verhältnißmäßig gering.— Der diplo⸗ matische Agent Serbiens wird am 6. Juli Konstantinopel verlassen. Auch die Montenegriner verlassen Konstantinopel.
Montenegro. Cettinje, 2. Juli. Nach Abhaltung einer kirchlichen Feier vor der Residenz des Fürsten wurde heute dem versammelten Volke verkündet, daß der Krieg an die Türkei er⸗ klärt sei. Hierauf wurden mit einer Ansprache vom Fürsten an das in Schlachtordnung aufge- stellte Heer die Fahnen übergeben; sodann trat das Heer unter Führung des Fürsten den Marsch
— Südfranzösische klerikale Blätter melden,
gegen die Grenze der Herzegowina an.
— 2. Juli. Die Nachricht, daß der Fürst
von Montenegro von den Insurgenten zum Fürsten
der Herzegowina proclamirt sei, wird als unrichtig bezeichnet; vielmehr haben die versammelten In⸗ surgenten- Führer nur eidlich gelobt, die türkische Regierung nicht mehr anzuerkennen und im Falle einer Occupation der Herzegowina durch den Fürsten von Montenegro diesem keinen Wider⸗ stand entgegenzustellen. Die bisher längs der Grenze zerstreuten Insurgenten sammeln sich bei Banjani zur Bildung eines Corps, dessen Stärke sich auf 7000 Mann belaufen foll.
— Der russische General- Consul Jonin ist nach sechs wöchentlicher Abwesenheit nach Ragusa zurückgekehrt und geht morgen in das Haupt- quartier des Fürsten von Montenegro. In der Nacht vom 28. zum 29. v. M. ist trotz der von den Türken getroffenen Vorsichts Maßregeln eine für die Insurgenten bestimmte, von Corsu kommende Gebirgs⸗Batterie nebst Munition zwischen Spitza und Antivari gelandet worden. Der montene⸗ grinische Minister des Innern ist nach Serbien abgereist.
— 3. Juli. Der montenegrinischen Kriegs- Proclamation ging die Organisirung eines Corps von Insurgenten der Herzegowina voraus. Nach- dem sich letztere bei Grahovo, Banjani, Grebcei, Zubci und anderen Punkten gesammelt hatten, erfolgte die Concentrirung bei Banjani. Bereits gestern befanden sich Montenegriner bei Grahovo; heute überschreiten sie die Grenze.
Serbien. Belgrad, 2. Juli. Die Kriegs- Proclamation des Fürsten ist heute erschienen und der Kriegs-Zustand publicirt.
— 2. Juli. Die Hauptstadt von Bosnien, Serajewo, wird von den Türken eiligst befestigt. Mit der serbischen Drina-Armee gehen Beamte aller Geschäftszweige nach Bosnien zur eventuellen Organisirung der dortigen Verwaltung.
— 3. Juli. eine Recognoseirung längs der südöstlichen Grenze unternommen, hierbei fanden Scharmützel ohne Bedeutung statt; doch sollen einige wichtige stra⸗ tegische Positionen auf türkischem Gebiete einge⸗ nommen worden sein.
— 3. Juli.(Amtlich). An der Südost⸗ Grenze haben mehrere ernste Gefechte stattgefunden; nach dreistündigem Kampfe erstürmte General Tschernajeff das von mehreren türkischen Bataillonen vertheidigte befestigte Lager bei Babina Glawa; die Türken wurden in die Flucht geschlagen und verloren Pferde und Gepäck. Ranko Alimpics kämpft heute vor Bellina.
Rumänien. Bukarest, 2. Juli. Heute wurde die außerordentliche Session der Kammern durch den Fürsten in Person eröffnet. Derselbe richtete in seiner Thronrede mit dem Hinblick auf die beunruhigte Situation einen warmen Apell an den Patriotismus und die Mäßigung der Senatoren und Deputirten. Die durch den Pariser Tractat für Rumänien geschaffene Lage garantire demselben die Wohlthaten der Neutralität.„So- lange— fuhr der Fürst fort— es diese Neu⸗ tralität beobachtet und Europa ein Volk zeigt, welches an seinen Reformen und inneren Verbesser⸗ ungen arbeitet, haben wir das Recht, zu hoffen, daß die von auswärts drohenden Gefahren an unserer Grenze Halt machen.“ Als Regierungs- Vorlage für die Session wurde ein Gesetzentwurf, betr. die Einschränkung des Budgets, angekündigt.
Amerika. Washington. Die Staats- schuld hat sich im Monat Juni um 3,881,000 Doll. vermindert. Im Staats Schatze befinden sich 73,625,000 Doll. in Gold und 13,004,000 Doll.
in Papier.
Aus Stadt und Land.
Groß⸗Karben, 4. Juli. Gestern in aller Frühe hat sich ein noch junger Mann von hier in der Nidda er⸗ tränkt. Derselbe soll zeitweise an Geistesstörung gelitten haben.
Schotten, 2. Juli. Gestern zog ein Gewitter über unsere Gegend hin, das an zwei verschiedenen Orten ein⸗ schlug. In dem nahen Eschenrod schlug der Blitz in eine Scheuer, jedoch ohne zu zünden, tödtete aber ein Huhn. In dem weiter entfernten Sellnrod erschlug der Blitz ein Kind.
Gießen. Während der mit dem 3. Juli l. J. be⸗ ginnenden Schwurgerichts Sitzungen werden nachbemerkte
Gestern hat die serbische Armee
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