Ausgabe 
5.10.1876
 
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Donnerstag den 5. October.

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1876.

berhessischer Anzeiger.

Die Petitzeil wird mit 11 Pfennig berechnet.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

begann ein neues Abonnement auf denOberhessischen Anzeiger, welcher auch ferner wöchentlich

Am 1. Octobe

Quartal 1 Mark. Postboten baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Anzeigers keine Unterbrechung eintritt und

Auswärtige Abonnenten sind gebeten,

vollzählige Exemplare geliefert werden können.

dreimal erscheinen wird. Das Abonnement beträgt bei den Poststellen vierteljährlich!! M. 25 Pf., Bei der Verlags-Expedition kostet der Anzeiger für das kommende

ihre Bestellungen bei den Poststellen oder

Die Expedition.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Die öffentliche Versteigerung verfallener und nicht renovirter Pfänder der hiesigen Pfand⸗

und Leihanstalt.

Friedberg am 2. October 1876.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Sie, insbesondere diejenigen von Ihnen, deren Angehörige ein Interesse an der Pfänderversteigerung des hiesigen Pfandhauses haben, welche von deren Verwaltung auf Donnerstag den 12. October laufenden Jahres nach dem Oberhessischen Anzeiger anberaumt worden ist, werden beauftragt,

den Versteigerungstermin in den Gemeinden veröffentlichen zu lassen. das Interesse des Pfand hauses erfordert, so erwarten wir pünktliche Befolgung auch bei späteren Versteigerungsterminen.

Da dies seither öfter zum Schaden von Betheiligten nicht geschehen ist, dies auch

*

Ter a pep.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Militärdienstnachrichten. Die Seconde⸗Lieutenants der Landwehr Infanterie Schneider, Wittich und Schmitt vom 1. Bataillon 1. Großherzoglich Hessischen Landwehr-Regiments Nr. 115 wurden zu Premier-Lieutenants der Land wehr⸗Infanterie befördert.

An die zweite Kammer war von einer Anzahl freireligiöser Gemeinden das Ersuchen ge richtet worden, dahin zu wirken, daß aus der Eidesformel jede Beziehung auf das dogmatische Bekenntniß entfernt werde, es war aber nach dem Vorschlage des Ausschusses diesem Ersuchen keine Folge zu geben beschlossen worden. Nach dem nunmehr von dem Ausschuß der ersten Kammer erstatteten Bericht wird vorgeschlagen, diesem Be schlusse beizutreten.Nachdem die Particular Gesetzgebungen so heißt es im Bericht in Principienfragen gewöhnlich Hand in Hand mit der Reichsgesetzgebung gehen, aber zur Stunde noch jegliche Gewißheit mangelt, welchen Charakter die allgemeine deutsche Legislation der Formel des Eides einverleiben werde, so kann nur empfohlen werden, den Eingaben keine Folge zu geben.

Berlin. DieN. Pr. Ztg. schreibt:Wie wir hören, dürfte der Etat der Militärverwaltung für das Vierteljahr vom 1. Januar bis zum 31. März 1877 in etwa acht Tagen an den Bun- desrath gelangen. Die Militär-Verwaltung hat ebenso, wie andere Ressorts, selbstständige Aufstell⸗ ungen gemacht, und deßhalb wird nicht rund der vierte Theil der diesjährigen Etatssumme gefordert werden, wenn auch nicht anzunehmen ist, daß die Ansätze für das nächste Jahresviertel von denen eines dreimonatlichen Betrages des laufenden Etats Jahres wesentlich abweichen werden.

Kassel. Die General-Versammlung der Münster⸗Enscheder Eisenbahn-Gesellschaft nahm den Antrag, die Bahn dem Staat zum Kauf an- zubieten, an.

Dresden. Als Tag der definitiven Amts-Niederlegung des Ministers v. Friesen wird bestimmt der 1. Novem- ber bezeichnet. An Stelle des zum Finanzminister designirten Kreis hauptmanns v. Könneritz wird der Kreishauptmann von Zwickau, Graf Münster, treten.

München. In Parkstein(Oberpfalz) wurde von der patriotischen Partei für die cassirte Sulz- bacher Wahl ein Wahlaufruf angenommen, wonach bei der Landtagswahl für Sulzbach nur solche echt katholische, echt bayerische Männer aufzustellen seien, die versprechen, der sogenannten baherisch patrio- tischen Kammerfraction fern zu bleiben.

DieDr. Nachr. theilen mit:

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 3. Oct. Der Kaiser verlieh dem General-Adjutanten des Kaisers von Rußland, Sumarokoff, das Großkreuz des Leopoldordens. Sumarokoff reiste heute früh direct nach Livadia zurück.

Wie diePol. Corresp. meldet, sind fol gende Personen zu lebenslänglichen Herrenhaus Mitgliedern ernannt: Reichs-Finanzminister Baron Hofmann, die Generale Baron von Koller und Baron Namula; der Präses des Verwaltungs- Gerichts Baron Stählin; Sectionschef Wehli; Gouverneur der Bodenereditanstalt Moser; Senats- Präsident Napadiewiez; der Prälat Karl des Stiftes Mölk; die Gutsbesitzer Baron Apfaltern, Graf Emanuel Thun-Hohenstein, Wilhelm Pace und Sectionschef Baron Vesque-Püttlingen.

Pest. DiePresse meldet: Tisza erhielt aus Wien amtliche Aufklärungen, wonach volles Ein verständniß unter den Tractatmächten besteht. Tisza beantwortete die Interpellation in diesem Sinne.

2. Oct. Der Immunitäts-Ausschuß ver⸗ handelte heute über die Affaire Milotics, nahm actenmäßige Vorlesung der Anklage vor und be schloß Gutheißung des Vorgehens des Ministeriums. Der Ausschuß erklärte, im Allgemeinen bestehe die Immunität der Deputirten auch während der Parla mentsferien, im vorliegenden Falle wird das Vor gehen der Regierung, als durch das Nothrecht indicirt, gebilligt.

Frankreich. Paris, 2. October. Heute Abend hat der Arbeiter-Congreß, dem Gesetze gegenüber in Form einerPrivat-Versammlung, in einem Local der Rue d' Arras(im lateinischen Viertel) seine Verhandlungen begonnen. Vertreten waren außer den hauptsächlichsten Pariser Arbeiter und Arbeiterinnen-Gruppen solche aus den Städten Lyon, Marseille, Bordeaux, Nantes, Lille, Saint Etienne, Le Mans, Angers, Blois, Grenoble, Limoges, Dijon, Besangon, Cette, Beziers, Rou bais, Carcassoune, Angouléme und aus den vor Paris

liegenden Ortschaften Saint-Denis, Asniéres, Puteaux und Areueil. Der erste Punkt der Tages ordnung betraf die Arbeit der Frauen. Unter

den dafür eingeschriebenen 21 Rednern befanden sich drei Arbeiterinnen.

Belgien. Brüssel. DasJournal de Bruxelles dementirt die Meldung desEtoile Belge von der bevorstehenden Demission des Ministers des Aeußern, Grafen d' Aspremont Lynden, sowie dessen Ersetzung durch Fürst Caraman-Chimay.

Dänemark. Kopenhagen, 2. Oct. Der Reichstag ist heute ohne Thronrede eröffnet wor den; die früheren Präsidenten und Vicepräsidenten wurden in beiden Kammern wiedergewählt.

Großbritannien. London. England und Italien sind gegen Serbien sehr aufgebracht wegen der Ablehnung der ferneren Waffenruhe. Der englische Consul in Belgrad sell im Namen des Lord Derby dem Ministerprästdenten Ristie erklärt haben, daß England sehr unzufrieden wit Serbien sei, weil es die Waffenruhe, die es selber nachgesucht, abgelehnt habe. Serbien dürfe in Zukunft weder auf die Unterstützung noch auf die Sympathien Englands, welche es nicht verdiene, rechnen.

3. Oct. Beim Empfang zweier Abge sandten aus Bulgarien, welche eine Denkschrist und eine an die Königin gerichtete Bittschrift überreichten, erklärte gestern Lord Derby, England nehme den regsten Antheil an dem Schicksal Bulgariens und werde Alles thun, um Garantien gegen Wiederholung der verübten Greuelthaten zu erlangen. Die Denkschrift ist auch den hiesigen Botschaftern überreicht.

Italien. Rom. Die türkische Regierung hat der päpstlichen Curie den Entwurf eines Con- cordats übersendet, dem zufolge die Differenzen bezüglich der armenischen Kirche geregelt und den römisch katholischen Unterthanen der Pforte voll ständige Freiheit garantirt würde. Die Curie hat den Entwurf im Prineipe günstig aufgenommen und befaßt sich jetzt mit der Prüfung der einzelnen Bestimmungen.

Türkei. Constantinopel. Riza Pascha ist zum Handels-Minister und Mahmud Damat Pascha zum Großzmeister der Artillerie ernannt worden. Aus Nisch wurde amtlich vom 30. Sep- tember gemeldet, daß ein neuerlicher Angriff der Serben auf die Türken bei Alexinatz zurückgewiesen ist.

2. Oct. Nachrichten von hier zufolge hätte sich der Sultan geweigert, die vom Ministerrath beschlossene Abänderung der Friedens-Vorschläge, welche seitens der Großmächte formulirt sind, zu unterzeichnen. Der britische und der österreichische Botschafter wären fortwährend für die unverän derte Annahme jener Vorschläge bemüht. Hiesige Blätter bestätigen übereinstimmend die schwere Niederlage, welche die Serben am 28. September an der Morava erlitten; letztere verloren dabei über 2000 Mann.

3. Oct. Die Berathungen des gestrigen Ministerrathes über die Seitens der Großmächte vorgeschlagenen Friedens-Bedingungen führten zu