Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Bundesrath hat in seiner 12. Sitzung d. d. Berlin den 24. März l. J. bezüglich der Behandlung beschädigter und un⸗ brauchbar gewordener Reichskassenscheine beschlossen, daß sämmtliche Reichs- und Landeskassen die ihnen bei Zahlungen angebotenen beschädigten oder un- brauchbar gewordenen(einschließlich der geklebten und der beschmutzten) Reichskassenscheine, deren Umtauschfähigkeit(vergl.§ 6 Abth. 2 des Ge setzes, betreffend die Ausgabe von Reichskassen⸗ scheinen vom 30. April 1874, Reichsgesetzblatt S. 40) zweifellos ist, anzunehmen, aber nicht wieder auszugeben, sondern an bestimmte Sammel: stellen abzuführen haben. Solche Reichskassenscheine sind von der Reichsbauptkasse gegen umlaufsfähige Reichskassenscheine oder baares Geld umzutauschen. Vorstehender Beschluß wird zur Kenntniß des in⸗ ländischen Publikums unter dem Bemerken gebracht, daß als Sammelstellen für das Großherzogthum die Hauptstaatskasse und die Staatsschuldentilgungs- kasse bestellt worden sind.
— Den„N. H. V.-Bl.“ wird von angeblich sonst gut unterrichteter Mainzer Seite mitgetheilt, für den erledigt werdenden Posten eines Minister⸗ Präsidenten sei insbesondere auch Provinzial⸗Director Goldmann dahier in Aussicht genommen. Dies ist jedoch nicht der Fall, sondern Frhr. v. Stark wird wohl an Stelle Hoffmann's, dessen Ernennung bereits vom Kaiser vollzogen sein soll, treten.
— In landwirthschaftlichen Kreisen wird leb— haft für eine den nunmehr gänzlich veränderten Zeit- und Werthverhältnissen entsprechende Revision unseres Feldpolizeistrafgesetzes agitirt.
— Die diesjährige öffentliche Sitzung des Provinzial ⸗Tagts für Starkenburg findet am 6. Mai in Darmstadt statt.
Berlin, 2. Mai. Sitzung des Abgeordneten— bauses. Nach Vereidigung mehrerer neu einge⸗ tretener Mitglieder, wobei der Deputirte Lassen den Eid verweigerte und sein Mandat niederlegte, folgt die dritte Berathung der Eisenbahn Vorlage. sprechen Windhorst(Bielefeld) gegen, Lasker für die Vorlage und für die von ihm beantragte Resolution, die Regierung aufzufordern, mit Ueber- tragung der preußischen Bahnen an das Reich auch alle Bahn- Aufsichtsrechte an das Reich zu übertragen. Der Handels Minister Achenbach erklärt sich mit der Resolution einverstanden. Bei der Abstimmung wurde§. 1 unter der von Lasker beantragten Streichung der Worte:„sei es, daß
—
Kaiser vom dortigen Bürgermeister Bericht über den gestrigen Unglücksfall entgegen, welcher sich als sehr bedeutend herausstellt; die Zahl der Todten beläuft sich auf mindestens 25, meistens Personen aus Rüdesheim, Bingen und Geisenheim; auch ein Fräulein Rachelsky aus Ostpreußen besindet sich unter den Todten.
— 2. Mai. Bei der gestrigen Gala- Tasel zu Ehren des Königs und der Königin der Belgier nahmen 24 fürstliche Personen Theil. Dieselben besuchten nachher das Theater. Der Kaiser hat für Caub nochmals 1000, für Rüdesheim 500 M. gespendet. Die hiesigen Wohlthätigkeits⸗Anstalten liefern reichliche Unterstützungen.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Das „Telegraphen ⸗Corresp.⸗ Büreau“ meldet: Graf Andrassy reist anläßlich der bevorstehenden An- wesenheit des Kaisers von Rußland und des Fürsten Gortschakoff in Berlin auf besondere Ein⸗ ladung im Laufe der nächsten Woche für einige Tage nach Berlin, um mit Bismarck und Gort⸗ schakoff zu conferiren. Hofrath Teschenberg be⸗ gleitet ihn.
— 2. Mai. In dem heute unter dem Vor sitze des Kaisers abgehaltenen Minister Nathe wurde in allen die Erneuerung des Ausgleiches betreffenden Punkten, einschließlich der Ouotenfrage, vollständige Einigung erzielt. Vorlagen werden gleichzeitig vor die Vertretungs- körper der beiden Reichshälften gebracht werden und haben sich beide Regierungen zur Vertretung und Durchführung dieser Vorlagen solidarisch ver- bindlich gemacht.
Frankreich. Paris. Benazidi ist vollständig bewältigt. und die Scheiks sind gefangen.
Der Aufstand der Der Marabout Die angesehensten
nordschlesische
Persönlichkeiten sind Geiseln.
Holland. Haag. Tage eine Hiobs Post angelangt. Danach haben die Atschinesen einen der äußersten Vorposten, der
In der Speeial⸗Debatte von einem Hauptmann besehligt wurde, überrascht und 67 Mann mit allen Offizieren niedergemacht.
Leichen der Offiziere
Die gräßlich verstümmelten Atschinesen ihre
und Soldaten, an denen die
Wuth ausgelassen haben, wurden gefunden und Der den Posten besehligende Offizier zum Präsidenten gewählt und sich damit constituirt. Acht Senatoren, beanstandet war, wurden von der Theilnahme an der Wahl des
beerdigt.
hieß von Swieten und ist ein Sohn des bekannten [Generals von Swieten, des Eroberers des Kraton.
Auffallender Weise ist dies innerhalb Jahresfrist
das zweite Mal, daß den Atschinesen ein derartiger
die Befugnisse des Staates auf Gesetz, Concesston Ueberfall gelang.
oder Vertrag beruhen“, Resolution(siehe oben) angenommen und das ganze Gesetz in namentlicher Abstimmung mit 216 gegen 160 Stimmen genehmigt.
Berlin, 1. Mai. Die Budget⸗Commission hat die Volage in Betreff des Ankaufs der Bahnen Halle⸗Nixai, Halle⸗Kassel und Halle ⸗Sorau-Guben mit großer Mehrheit angenommen.
— Ein Lehrer H. J. Lentzen in Köln hat dieser Tage, wie die„Köln Z.“ mittheilt, seine Ernennung zum Leiter der sämmtlichen Brieftauben Stationen des deutschen Reiches erhalten. Derselbe wird die Stelle am 1. Mai provisorisch auf ein Jahr antreten und seinen Wohnsitz in Berlin nehmen.
Paderborn. In Folge der amtlichen Schriite zur Ermittelung des Geheim- Delegaten für die Diöcese Paderborn befinden sich, wie die „Post“ mittheilt, im Kreise Worbis auf dem Eichsselde bereits neun katholische Geistliche im Gefängnisse, die übrigen sind in Untersuchung
Wiesbaden, 1. Mai. Heute Vormittag um 11 Uhr ist die belgische Kögigs⸗Familie hier angeiommen und am Bahnhofe von sämmtlichen bier anwesenden Fürstlichkeiten empfangen worden. Heute Abend findet großes Diner zu Ehren der belgischen Majestäten statt. Nach der Ankunft des Königs der Belgier begab sich der Kaiser in Begleitung des Großherzogs und der Großherzogin von Baden nach Caub; dieselben werden mit der Kaiserin zusammentreffen und gemeinschaftlich in Lorch diniren, worauf die Kaiserin nach Coblenz und die andern Herrschaften nach Wiesbaden zurück- kehren. Auf dem Bahnhof zu Rüdesheim nahm der
sowie die Las ker'sche
Großbritannien. London. Das Handels- amt hat die vor mehreren Wochen angeordnett
aufgehoben. — Von Cape Coast Castle, meldet man unterm
Die betreffenden
handels amtliche Untersuchung über den Zusammenstoß des„Strathclyde“ mit der„Franconia“ wieder verlangte von
Morgenstunde eine der beiden Insurgenten-Abtheil ungen mit Uebermacht an. Nach mehrstündigem Kampfe waren die Insurgenten bis zur Ver⸗ nichtung geschlagen, und die Trümmer derselben flohen nach allen Richtungen auseinander. Die Türken besetzten mit einem Theile ihrer Colonne Ruditza und entsendeten den stärkeren Rest, um die zweite Insurgenten Schaar aufzusuchen und anzugreifen.
— 28. April. Eine kleine türkische Truppen⸗ Abtheilung ist bei Gradac, oberhalb Kleck von einer Insurgentenschaar überfallen worden und hat dabei 50 Militärpferde und 370 Stück Horuvieh, die von den Insurgenten erbeutet wurden, eingebüßt.
— Man meldet aus Serajevo: Die christ⸗ lichen Bewohner der Umgebung von Petrovatz haben sich unterworfen und sind nach Hause zurück⸗ gekehrt. Die Behörden gaben ihnen die versprochene Hülfe an Lebensmitteln und Baumaterialien.
— 1. Mai. Der General-Director der Posten und Telegraphen, Naver Pascha, reist morgen nach Rom, Paris und Wien ab, Behufs Abschlusses von Post Conventionen.— Die Pforte erhielt aus Ragusa vom 30. April eine Depesche, wonach 600 Flüchtlings⸗Familien in die Heimath zurück⸗ kehren wollen. Es sind die entsprechenden Maß⸗ regeln getroffen worden.
— Seitens der Regierung wird nachfolgendes Telegramm Achmet Mukhtar Pascha's über die Besetzung Niksie's vom 28. April veröffentlicht: Wir verließen gestern Gaczko und kämpfen heute mit einer großen Anzahl Insurgenten; letztere wurden in Unordnung zurückgeworfen und ihre Verschanzungen von den Truppen genommen, welche hierauf siegreich den Proviant Transport nach Niksic geleiteten; ich bringe die bevorstehende Nacht in Niksie zu.
— 2 Mai. Amtlicher Meldung zufolge ist
Mukhtar Pascha wieder in Gacko eingetroffen, Aus Aischin ist dieser nachdem er ganzen tretende Insurgentenschaaren vollständig geschlagen hatte.
Nicsie verproviantirt und auf seinem Marsche zahlreiche, ihm in den Weg
Mukhtar bezeichnet die von ihm errungenen Siege als glänzende.
Rumänien. Bukarest, 1. Mai. Die
Kammer ertheilte dem Ministerium heute ein Ver⸗ trauensvosum.
— 2. April. Der Senat hat den Metropoliten deren Wahl in den Sectionen
Büreaus ausgeschlossen, obwohl
die Unrechtmäßigkeit ihrer Mandate noch nicht festgestellt war; in Folge dessen ist die Opposition in der Majorität.
Rußland. Petersburg. Die Pforte den Mächten deren moralische,
nicht bewaffnete Mitwirkung, um die Unterstützung der Aufftändischen durch die Nachbarn zu ver⸗
12. April: Der König von Dahomey weigert hindern.
sich, die ihm auferlegte Strafe zu zahlen und bat den Commodore nach seiner Besitzung Abomp einge- April ist di
laden— dort werde er mit Pulver und Blei gaben in die Stacteschuld um 2, 8,000 bon. Es wird also an England die Nothwendigkeit sich 77,605,000 Dol. in Gold und 5,161,000 Der Minister 58 in Papiergeld.
Innern hat sich gegenüber mehreren Deputirten 8 f 5 5 5 Welt ⸗Ausstellung macht ciell bekannt, daß die dahin geäußert, das Ministerium werde aus der Eröffnung fin 10 15 2 Ne
Annahme des vom Finanzminister Salaverria a 5
eines neuen afrikanischen Krieges herantreten. Spanien. Madrid.
gerückt Steweic, Ristic und Gruie wegen des Ministeriums.
Türkei. Constantinopel.
Türken zurückgedrängt wurden.
surgenten damit, neue Dispositionen zu
theilungen.
Türken zogen beträchtliche Verstärkungen an sich Befürchtungen und griffen, 0
vorgelegten Budgets eine Cabinetsfrage machen. Serbien. Belgrad, 1. Mai. Die Mi-
nister⸗Krisis ist abermals in ein acutes Stadium 5e Der Fürst verhandelt seit gestern mit 29. April in der.Reichskrone unter dem Vorsitze des Uebernahme Herrn Carl Scriba ftatifand, ging nach erstattetem Berichte
luͤver den Kassenstand und die im vorigen Jahre entwickelte Der heutige Tag war ein verhängnißvoller für die Insurgenten. ExIxapost von Friedberg aus fahren zu wollen ist seit Bei Ruditza, unweit von Majdan in der Krajna, dem 1. Januar 1876 ein Ding der Unmöglichkeit, Bei⸗ kam es gestern zu einem Treffen, in welchem die Durch diesen Erfolg sorglos gemacht, beschäftigten sich die In—
einer historischen Erinnerung. Zeuabschnitie Niemand, der Lust hätte, der Reichs⸗Fabrpost Pferde und Leute für die Fahrten der Personen⸗Posten treffen, nach Homburg, Nidda, Ortenberg zu stellen. Ovenerwähnte Uebelflände und andere sind die Folge hiervon; vom 1. Juli ab soll die Fahrpost nach Hungen ganz eingehen und in Berstadt ihre Endstation erreichen.
und theilten sich zu diesem Behufe in zwei Ab⸗ Die Tags zuvor zurückgedrängten
Amerika. New Aork. Im Monat
geringer geworden. Im Staatsschatze befinden
Philadelphia. Der General-Director der
Aus Stadt und Land.
H.-V. Friedberg. Die, wie gewöhnlich dünn uchte Versammlung des Handelsvereins, welche am
Thäliykeit zur Besprechung der lokalen Verhälinisse im Post und Eisenbahn⸗Personen⸗ Verkehre über. Mit
wagen haben für uns am Plate nur noch den Werth Friedberg hat seit erwähntem
Daraus hergeleitete daß überhaupt unseren Personen⸗Posten
von Hassan Bei geführt, in früher seitens der Ober- Post⸗ Direction in Darmfiadt kein beson⸗
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