Als amtliche Instruction ist Ihnen vorerst nur die des Großherzoglichen Ministeriums der Justiz vom 3. December v. J. gegeben,. Sie haben darum nur diese Ihrer amtlichen Thätigkeit zu Grunde zu legen ung obige Schrift nur als Leitfaden zu betrachten, der Ihnen angibt, an welcher Stelle Sie die gerade in Frage stehende Vorschrift finden können. or. 1
die sich die Ihnen mitgetheilten Ministerial-Ausschreiben anreihen.
Friedberg den 1. April 1876.
Pist
Deutsches Reich.
Berlin, 31. März. Das Abgeordnetenhaus verwies nach längerer Debatte den Gesetzentwurf, betreffend die Uebernahme der staatlichen Zins- Garantie für die Prioritäten der Halle-Sorau- Gubener Bahn und resp. den Ankauf und Ausbau der Bahnstrecken Halle Kassel und Nordhausen— Nixei an die Budget- Commission. Der Handels- Minister empfahl die Commissions-Berathung beider Vorlagen entgegen den Aeußerungen mehrerer Redner, welche gegen die erste Vorlage und für deren Berathung im Plenum sich aussprachen, und sagte: Die Regierung hoffe die wenigen Be- denken gegen Uebernahme der Zinsgarantie zu beseitigen; man habe nur die Interessen des Landes im Auge. Ein Vergleich mit der Nord- bahn treffe nicht zu. Man möge den Fall eines Concurses der Bahn nicht zu gering taxiren und Bedenken, daß eine schwere Schädigung wichtiger Interessen des Landes dabei unausbleiblich wäre. Es handle sich um eine gesunde, gute Gründung. Mit der Strecke Halle-Kassel schaffe man eine der ergiebigsten Bahnlinien, welche dem Staate nach jeder Richtung hin Vortheil bringe. Die Re- gierung wolle nicht Staatsbahnen um jeden Preis, sondern nur da, wo der Staat sich wirklich Nutzen davon verspreche.
31. März. Das Hülfs⸗Cassen⸗Gesetz wurde nach den Beschlüssen des Reichstages vom Bundesrathe angenommen.
Stuttgart, 30. März. Ständekammer. Der von der Kammer in einer Abendsitzung an- genommene Antrag Schmidt, bezüglich der Reichs- eisenbahnfrage lautet: Die Abhülfe der Mißstände der Eisenbahn⸗Verhältnisse im deutschen Reich sei durch Erlaß eines Reichseisenbahn⸗Gesetzes anzu- streben, nicht aber durch Erwerbung deutscher Eisen⸗ Bahnen für das Reich; die Regierung möge solchem Erwerb und solchen Maßnahmen die Zustimmung versagen, welche die württem⸗ bergischen Eisenbahnen in die Hände des deutschen Reiches bringen würden.
— 1. April. Die Kammer der Standes- herren nahm heute mit allen anwesenden Stimmen folgenden Antrag an: 1) die Kammer der Standes- herren wolle Angesichts des Gesetzentwurss, be— treffend die Uebernahme der preußischen Staats bahnen durch das Reich, der k. Regierung gegenüber die Erwartung aussprechen, dieselbe werde ihre eifrigsten Bemühungen darauf richten, das Zu— standekommen eines Reichs Eisenbahn⸗Gesetzes in Ausführung der Bestimmungen der Reichsverfassung (Art. 4 Ziffer 8 und Cap. 7) zu bewirken; dieselbe wolle jedoch der Uebernahme von Bahnen einzelner deutscher Staaten durch das Reich in keiner Weise zustimmen; 2) im Hinblick auf die officielle diesbezügliche Aeußerung des Ministers im andern Hause von einer weiteren Interpellation an dieselbe Umgang nehmen.
Ausland.
Oesterreich Ungarn. Wie n. Die „Wiener Zeitung“ veröffentlicht das Gesetz, be— treffend die Errichtung des Verwaltungs-⸗Gerichts⸗ hofes in Budapest.— Eine Pester Correspondenz meldet, daß die Optionsfrist für die Gruppe Rothschild⸗Creditanstalt auf die zweite Hälfte der ungarischen Renten Anleihe um 30 Tage ver- längert ist.
Ragusa, 30. März. Die Conferenz zwischen dem Feldzeugmeister Rodich und Mukhtar Pascha ist ohne Betheiligung der Insurgenten verlaufen. Bei der Abreise schlug Mukhtar Pascha dem Feld⸗ zeugmeister Ro dich vor, daß er sich auf die De— sensive beschränken wolle, wenn er dafür Ver- proviantirung aller Forts in der Herzegowina, desgleichen von Niksic, bis zum 10. April über Montenegro beziehen könne. Rodich wird diesen Vorschlag an Montenegro übermitteln.
Frank reich. Paris, 1. April. In der heutigen Sitzung der Deputirten-Kammer stellte
Tirard(von der Linken) den Antrag, die Ge⸗
sandtschaft bei dem Papste aufzuheben.
Dänemark. Kopenhagen, 30. März. Das Folkething ist heute durch Deeret des Königs aufgelöst worden. Letzteres besagt, der König erachte es für unzulässig, die Ergreifung der er forderlichen Vertheidigungsmaßregeln länger hin— auszuschieben, weil eine Verständigung zwischen Regierung und Folkething nicht habe erzielt werden können, indem das Folkething nicht nur die dringendsten Maßregeln verworfen, sondern auch die unnöthige und auf den Gegenstand gar keinen Bezug habende Bedingung der Einkommensteuer gestellt habe.
Großbritannien. London, 30. März.
Im Oberhause beantragt der Herzog v. Richmond
die zweite Lesung der Titelbill. Der Staats- Seeretär für Indien, Marquis Salisbury, ver- theidigt die Vorlage, und nachdem Lord Cairns erklärt halte, der Titel„Kaiserin“ bleibe auf Indien beschränkt, wird die Vorlage schließlich in zweiter Lesung angenommen.
Spanien. Madrid. Der Senat hat dem König als Erwiederung auf die Thronrede eine Adresse überreicht. Die Regierung hat von
Neuem die Bestimmung erlassen, daß alle Schiffe,
welche in einen anderen spanischen Hafen, als den ihres Bestimmungsortes, einlaufen, einer Unter—
suchung unterworfen werden sollen, außer wenn M
sie darthun, daß sie durch unabwendbare Umstände gezwungen waren, in einen andern Hafen einzu: laufen.
— Aus Tolosa wird vom 30. d. gemeldet, daß der Generalcapitän der baskischen Provinzen, Castro, eine Verordnung erlassen hat, welche den Bürgermeistern anbefiehlt, innerhalb 14 Tagen alle von den Carlisten auf dem Gebiete der be— treffenden Ortschaften errichteten Befestigungswerke zu zerstören, soweit dieselben nicht durch königliche Truppen besitzt sind. Nichtbefolgung dieser Ver— ordnung wird kriegsgerichtlich bestraft werden.
In der Provinz Biscapya sollen sich einzelne Banden Aufständischer gezeigt haben. Rußland. Petersburg. Von maß ⸗
gebender Seite wird mitgetheilt, daß die Corre— spondenz- Meldungen süddeutscher Blätter über angebliche Abdankungsgelüste des Kaisers Alexander vollständig aus der Luft gegriffen seien. Die Leichtgläubigkeit, womit die deutsche und öster— reichische Presse diese Melgungen aufgenommen und besprochen, erregte in den hiesigen politischen Kreisen Aufsehen. Eine Urlaubsreise des Grafen Schuwaloff sei lediglich durch Privat- Angelegen— heiten herbeigeführt.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 3 April. Schullehrerseminar die Aufnahmeprüfungen. Einzutreten beabfichtigen 106 Präparanden, eine bis jetzt u noch nicht dagewesene Anzahl; 22 derselben besuchten die Präparanden⸗ anstalt zu Lindenfels, 12 die Licher; 72 vaben sich zur Prüfung gemeldet, von letzteren 2 zur I., 23 zur II. Klasse. Früher konnte immer nur eine beschränkte Anzahl, circa 30-40, angenommen werden, diesmal werden jedoch alle Bestehenden Aufnahme finden. Es hätte dies zunächst zur Folge, daß dann das Exlernat erweitert werden müßte und nicht nur auf die J. Klasse beschränkt bliebe, denn um alle sich gemeldet Habenden in das Internat aufzu⸗ nehmen, dazu reichen die Räumlichkeiten nicht aus. Werden alle zur II. Klasse angenommen, die sich hierzu meldeten, so wird eine Parallelklasse zur seirherigen II. Klasse gebildet werden. Diejenigen, welche zur III. Klasse be⸗ stehen, wird das Bensheimer Seminar übernehmen, zu welchem ohnedies bereits 12 der Aufnahmesuchenden frei⸗ willig hatten gehen wollen.
Gießen. Die Sitzungen des Schwurgerichts vom 2. Quartal l. J. werden Montag den 3. April, Vormittags 9 Uhr ihren Anfang nehmen und während derselben nach— bemerkte Anklagesachen zur Verhandlung bezw. Aburtheilung
kommen: Den 3. April, Vormittags 9 Uhr, gegen Karoline
Heusohn von Wenings, wegen Doppelebe; Ver th. Advocal Kraft. Denselben, Nachmittags 3 Uhr, gegen Ferdinand Wahls Ehefrau von Ilbenstadt, wegen Urkundenfälschung; Vertheid. Abvocat Weidig. Den 4. April, Morgens 8 Uhr, gegen Heincich Scheuermann von Ober-Seemen, wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg; Vertheid. Advocat Kraft. Den 5. April, Morgens 8 Uhr, gegen Maria
Heute beginnen am biesigen
Vertheid. Advocat Dr. Ditmar. Den 6. April, mittags 8 Uhr, gegen Johannes Becker IV. von Tra a. d. Lumda, wegen Vergehen im Amte und Verleitung um Meineid; Vertheid. Advocat Dr. Gutfleisch. D . April, Morgens 8 Uhr, gegen Lademeister Kaus zu Gießen, wegen Verbrechen im Amte; Berth. Ad voecl Diery. Denselben, Nachmittags 3 Uhr, gegen Forsiwa Chriskau von Echzell, wegen Diebstahls und Verbrechen
Girhard von Birklar, wegen Kindesmords und 1 0
hausen, wegen Diebstabls;(Verth. noch nicht bestimm
Allerlei.
Frankfurt. Bei dem neulichen Gewitter(am. März) sind in unserer Nähe zwei Menschen vom Biß erschlagen worden; einer in Kloppenheim(Nassau) un! einer in der Igslabter Gematkung. In Casiel schlug ber Blitz in den Kirchthurm.
Handel und Verkehr.
Grünberg, 1. April. Die Preise auf unserem beuligen Fruchtmarkte beiragen: Waizen(50 Kilo) 11 M. 6 Pf.;3 Korn(50 Kilo) 9 M.— Pf.; Gerste(50 Kilo) 8 M. 60 Pf.; Hafer(50 Kilo) 8 M. 64 Pf.; Molle! (50 Kilo)— M.— Pj.; Erbsen(50 Kilo) 10 M. 21 Pf.; einen(50 Kilo) 9 M. 80 Pf.; Samen(50 Kilo) 14 M. 50 Pf.; Kartoffeln(50 Kild) 2 M. 56 Pf.
Frankfurt, 30. März Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 41., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 20 Nr. 5 M. 23., Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 20, do. II.(Berlinet Matke) M. 22., Waizenschalen M. 9.40 Waizen eff. hies. M. 24, bayer. M.—. Roggen M. 17.50, Gerste M. 1721, Hafer M. 17.50— 18, Kohlsamen
. Erbsen M. 21—24, Wicken M. 23—2ʃ. usen M. 21—30, Rübzl M. 74 im Detail. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zoll⸗Gewicht + 100 Kilo.
Frankfurt, 1. April. Der heutige Heu- und Stoh⸗ markt war gun befahren. Heu kostete je nach Qual. per Centner: Mk. 3.40— 5.36. Stroh per Centner Mk. 3— 4.40, Butler im Großbandel 1. Qual. das Pfund Mk. 1.9, 2. Qual. Mk. 1.3, 1. Qual. im Kleinhandel das Pfund M. 1.26, 2. Qual. M. 1.14 Tafelbutter M. 1.37. Clien: das Hundert M. 4.80— 5.80, im Detail 56 Pf. per Stück.
Mainz, 1. April. Producten⸗Marki. Watzen per Mil 21.35, per Mai—.—, per Juli 22.10. Roggen pin Mai 15.30, per Mai—.—, per Juli 15.50. Hafer pet Mai 17.40, per Juli 17.60. Rüböl per Mai 32.—, pes Oclober 32.55.
Für die Ueberschwemmten in Schönebeck sim, ferner eingegangen von: Assenheim 1 M., Steinfurth 3 M., Frau Pfarrer Decker 1 M., Oberförster Weigandt im Steinfurih 2 M., Bürgermeister Best in Bruchenbrücken: 3 M., Ungenannt von Ossenheim 2 M., Taubstummen⸗ lehrer Rühl 2 M. Die Exped. des Oberbess. Anzeigers.
Für die Verunglückten in Caub sind bei der Expeduion des Anzeigers eingegangen von: Ungenann in Ossenheim 2 M., aus dem Pfarrhause zu M. in der Wetterau 4 M., Decan Görtz in Nieder⸗Florstadt 3 M, Taudstummenlehrer Rühl 2 M., durch Herrn Lehrer Rückert in Kloppenheim von den dortigen Schulkindern gesammelt 8 M., von ihm selbst 2 M. Zur Annahme von weiteren Gaben sind wir gern bereit.
Die Expedition des Oberhess. Anzeigers.
Auszug aus dem Civilstands⸗Register der Stadt Friedberg.
Getraut: 28. März. Philipp Karl Schutt von hier mit Louise Maria Katharina Weber von Cöln.
Geboren: 22. März. Dem Zimmermeister Joseph Bender II. eine Tochter. 29.„ Dem Taglöbner Peter Bindewald eine Tochler, 30.„ Dem Bäcker Chrifloph Trumpfheller eine Tochler, 1. April. Dem Scribenten Heinrich Pelrie ein Sohn. Gestorben: 25. März. Anna Hengst Tochter des Bäckers Anton Heng, 2 Jahre alt.
25.„ Johann Kaspar Schneider, Schuhmachergesellt aus Södel, 20 Jahre alt.
26.„ Matie Ernst, geb. Fertig, Ehefrau des Tag, löhners Konrad Ernst, 41 Jahre alt.
28. Marie Katharine Spitzfaden, Rentnerin, 75 Jahre alt.
1. April. Karl Goitl. Schmidt, Braumeister, 30 Jahre alt, 833
Fraulfurt a. M. Tapeten und Vorden
in reicher geschmackvoller Auswahl von den billigsten bis zu den feinsten.(H. 6626.)
F. W. Pfähler, Nothnagel's Nachfolger, Roßmarkt 8 an der Hauptwache. 5
im Amte; Vertheid. Advocat Thorwart. Den 8. Upfis, Vormittags 8 Uhr, gegen Johannes Siebert von Rommel,
—
.—
18, verste D
ung
5
—. ᷑ p
1100 Nosba Jusam daher! des tei Alt den Inll angeseh
Fri
—
N
Nah
Hübenen


