proteslirte bisher vergebens gegen fernere Ausheb⸗ ungen für die europalsche Armee der Türkei.
Rumänien. Bukarest. Die Positlon der Minister erscheint durch die Haltung des Senats erschüttert, doch verlautet von der Demission des Ministeriums bisher noch nichts.
Rußland. Petersburg. Die Mittheil⸗ ungen über den dem Marquis Salisbury in Berlin und Wien gewordenen Empfang hat man hier mit großem Interesse verfolgt. Die Besprechungen, welche der Marquis hatte, werden ihm die Ge⸗ wißheit gegeben haben, daß in den intimen Be⸗ ziehungen zwischen den Drei-Kaiser⸗Höfen keine Aenderung eingetreten ist. Rußland hat nicht als Hauptforderung„Occupatzon“ auf der Conferenz u vertreten, aber bestimmt zu erklären, daß die türkische Verfassung undiseutirbar sei, daß die Autonomie sichergestellt werden müsse, daß für diese Sicherung als Mittel zum Zweck die Occupation erforderlich erscheine. Wollen sich andere Mächte hieran betheiligen, so wänscht Rußland auch jetzt noch nichts Besseres; wenn nicht, so muß Ruß⸗ land zur Erreichung derselben Zwecke, welche im Berliner Memorandum gebilligt sind, seinerseits executorisch vorgehen.
— Gutem Vernehmen nach ist dem Fürsten Milan gegenüber von hier aus mehrfach darauf verwiesen worden, daß, wie die Dinge sich auch gestalten mögen, Rußland nicht daran denke, den Plänen gewisser panslavistischen Agitatoren Vorschub zu leisten. Wolle Serbien unter dem Schutze Rußlands seine berechtigten Ansprüche geltend machen, so stehe ihm dieser Schutz zur Seite, aber weder serbische Königskronen noch wüste Agitationen, die alle factischen Verhältnisse und Beziehungen außer Acht lassen, hälte etwas mit Dem zu thun, was Rußland vertrete. Der serbische Präsident Marinovies überbringt die Versicherung des Fürsten Milan, daß Serbien sich der russischen Anschauung unterordnen werde.
Warschau. Die biesige Einwohnerschaft hat an den Kaiser eine Adresse fast gleichlautend mit den von Petersburg, Moskau, Tambow überreich⸗ ten abgesandt. Die Stimmung ist überall russen⸗ freundlich und für die Slaven Sache.— Sierock wird befestigt.
Amerika. New⸗Aork, 28. November. Als heute die Legislatur von Süd Carolina versammelt war, besetzten Bundes ⸗ Truppen den Gesetzgebungs⸗Palast. Man verweigerte den ge— wählten Demokraten Edgefield und Laurens den Zutritt, da ibre Wahl wegen vorgekommenen Betrugs nicht gültig erklärt worden war. Hierauf zogen sich alle Demokraten zurück, verlasen vor der Menge draußen einen Protest, indem sie sagten, sie würden an das Land appelliren. Inzwischen würden sie sich anderswo versammeln. Die Re⸗ publikaner, aus 5 Weißen und 54 Negern be⸗
stehend, constituirten sich als Legislatur.
— 29. Nov. Die öffentliche Ruhe in Süd⸗ Carolina ist bisher noch nicht gestört. Sämmtliche demokratische Abgeordnete nebst zwei von ihren republikanischen Collegen sind in einem öffentlichen Local der Stadt Columbia zusammengetreten und haben sich als legale legislative Versammlung con- stituirt, deren Anerkennung sie fordern.
— 30. Nov. Die Mitglieder des Senats von Süd Carolina, welche der demokratischen Partei angehören, haben gegen die Legalität der durch die Republikaner dieses Staates constituirten Repräsentantenkammer Verwahrung erhoben.
Aus Stadt und Land. Friedberg, 1. Dec. Gestern Nachmittag fand hier
in der Burg eine Probe mit Zuber's Exlinkteur statt. Ein Haufen Holz wurde mit Theer und anderen leicht brennenden Stoffen getränkt und angezündet. Nachdem er recht im Brennen war, wurde er sodann in 22 Se⸗ kunden mittelst des Exlinkteurs gelöscht. Eine hiesige Firma bestellte sofort ein Exemplar und auch die Stadt beabsichtigt den Ankauf von mehreren Exemplaren. Friedberg, 1. Dec. Gestern Nacht um 11 Uhr
Fuhrwerk überfahren und war sosort todt.
Allem An⸗ scheine nach hat derselbe auf seinem Wagen geschlafen, wobei er herunterfiel und ihn das Schicksal erreichte. Darmstadt. Nach einem amtlichen Verzeichniß der Victualienpreise vom 18. Juli 1768 kostete in Darmstadt damals z. B. 1 Pfund Ochsenfleisch 6 Kr., 1 Pfd. Rind⸗ und Kalbfleisch 5½ Kr., 1 Pfd. Bratwurst 10 Kr., Leber⸗ und Blutwurst 6 Kr. ꝛc. Das Malter Korn kostete 3 fl., Waizen 5 fl., Hafer 1 fl. 52 Ke, 1 Kumpf Erbsen 20 Kr., 1 Kumpf Linsen 24 Kr., 1 Pfd. frische Butter 11 Kr., 1 Pfd. Handkäs der besten 5 Kr., die übrigen Handkäse 5 Stück 4 Kr., 1 Maas Bier 2½ Kr., 1 Maas Kuh⸗ oder Geismilch 4 Kr.
Darmstadt. Im Großbherzogthum Hessen betrug die Zahl der frei practicirenden Aerzte am 1. April d. J. 323(wozu noch 38 Militärärzte kommen). Von obiger Zahl kommen auf Starkenburg 125, auf Oberhessen 88 und auf Rheinhessen 110 Aerzte. Wundärzte gab es an gedachten Tage 14, Zahnärzte ebenfalls 14, Veterinärärzte einschließlich der(13) Militär ⸗Roßärzte 63. Apotheken besteben im Lande zur Zeit 107.
Darmstadt. In welch erfreulicher Weise die hiesige polyiechnische Hochschule prosyerirt, mag aus der Thatsache erhellen, daß sich die Zahl der außerordentlichen Studiren⸗ den(Nicht⸗Hoepitanten) gegen das vorige Winter⸗Semester um mehr als ein Sechstheil gehoben hat. Während da⸗ mals 151 die Anstalt besuchten, sind es jetzt 175. Gegen das vorige Sommer⸗Semester, das regelmäßig ein stärkeres Contingent als das Winter-Semester bringt, ist gleichwohl ein Wachsthum von mehr als einem Elftheil zu constatiren. Darmstadt. Nachdem der erste Darmstäd ter Fohlen⸗ und Pferdemarkt am 17. October d.* einen, wenigstens im Verhältniß zu den diesem ersten Ver⸗ such entgegenstehenden Schwierigkeiten, durchaus günstig zu nennenden Etsolg gehabt hat, wurde in der am Abend des Marktes folgenden Versammlung beschlossen, den Markt im Frühjahr und Herbst des nächsten Jahres, also 1877, zu wiederholen. Der Zweck des Markies ist, wie schon früher hervorgehoben wurde, zunächst und vornehm⸗ lich die Hebung der Hessischen Landespferdezucht, daher auch gleichzeinig die Vocbereitungen zur Gründung eines Landespferdezuchsvereins getroffen sind.
Allerlei.
Bockenheim. Die Nachrichten über die Tödtung des Postbeamten G., welche bis jetzt in das Publikum gedrungen, sind untichtig. Der in der großen Sand- gasse dahier wohnhafte Postassistent G. ist Sonntag Nacht gegen 1 Uhr mit einem anderen bier wohnenden Post⸗ beamten von Frankfurt hierhergegangen. An der hiesigen Warte bemerkten sie ein Mädchen, das sich mit zwei Burschen stritt und schließlich weinte. Postassistent G. wollte sich seiner annehmen, trat zu ihm und führte es die Schöne Aussicht entlang. Die beiden Burschen folgten in einiger Entfernung, wollten ihm dann das Mädchen entreißen und entspann sich hierüber der so schrecklich endende Kampf. Der Postbeamte, der sich mit seinem Hausschlüssel vertheidigt zu haben scheint, auch einen der Angreifer verwundet hat, wurde mil Messerstichen so schwer vrrwundet, daß er nach wenigen Minuten verstarb, Die beiden Burschen, ein in Franksurt in Arbeit stehender Bierbrauer und ein hier in Arbeit stehender Bürsten⸗ binder, waren mit dem Mädchen, das mit ersterem schon seit längerer Zeit bekannt ist, bier zuvor in einem Tanz; lokal gewesen. Es war zu Eifersuchtsscenen gekommen, die dann den Streit an der Warte hervorgerufen hallen. Das Mädchen hat nie hier und mit dem Postbeam ten in einem Hause gewohnt, ihr war derselbe so un⸗ bekannt, wie sie wohl ihm. Der traurige Vorgang ver⸗ lief so rasch und ohne Straßenlärm, daß die innerhalb der Hofthüre liegende Leiche wohl erst am Morgen ge⸗ funden worden wäre, wenn die That nicht zufällig einen Zeugen gehabt hätte. Wie festgestellt worden, besand sich ein Nachlwächter ganz nahe an dem Thatort, doch war der Hergang so geräuschlos, daß er erst durch den Zeugen davon Nachricht bekam und alsbald zur Stelle war. Ein Aki der Rache, wie seither angenommen worden, lieg! sonach nicht vor, eben so wenig sind die Thäter so⸗ genannte Louis.
Frankfurt, 29. Nov. Gestern fand die Legal⸗ Section des in Bockenheim erwordeten Post⸗Beamten Günzler statt. Auf dem Schädel fanden sich sieben
Such⸗Wunden, über dem Auge eine durch einen Todt⸗ schläger hervorgerufene Quelsch⸗Wunde, stark mit Blut unterlaufen, auf beiden Seiten des Oberkörpers je zwei etwa 4 Zoll lange, von oben nach unten geführte Slich⸗ Wunden, ferner ein Sich vom Genick nach dem vorderen Theil des Halses, diesen weithin öffnend. Der absolut tödtliche Stich fuhr vom Ohre herunter, trennte den Kinnbacken vom Kopf und suhr bis an die Wirbel⸗Säule, die Aorta burchschneidend. Außerdem trug die Hand eine Schniti⸗Wunde. Der Mörder schützte in Gegenwart der Leiche totale Trunkenheit vor, gestand aber schließlich, den Unglücklichen gestochen zu haben; doch gab er nur zwei Sliche zu.
Köln, 28. Nov. Nachdem seit gestern noch einige Abänderungen an der Kaiser⸗Glocke vorgenommen worden, schritt man heute Mittag zu einem weiteren Probe-Läuten,
wurde in der Usavorstadt ein Dieb durch den Polizei⸗ Der Dieb stellte sich energisch versuchte auch mit einer Pistole den Polizei⸗ Die Pistole wurde ihm jedoch ab⸗
diener Fourier verhaftet. zur Wehre, diener zu erschießen, genommen und er in Nummer Sicher gebracht.
Darmstadt, 29. Nov.
Heute Nacht wurde auf der
wobei es sich denn herausstellte, daß das schwere Problem als gelöst zu betrachten i. Der Riesen⸗löppel schlug längere Zeit abwechselnd an die westliche und östliche Seite
Arheilger Chaussee ein Bauersmann aus Wixhausen, der eine Dunggrube in der Stadt entleert hatte, von seinem
des Glocken⸗Ringes, hier jedoch noch etwas schwächer als dort. Allerdings versagte von Zeit zu Zeit der Auschlag; doch ist das nicht von Bedeutung, da auch bei unverhäliniß⸗ mäßig kleineren Glocken hin und wieder ein Anschlag aus⸗
Berlin. Der Straf⸗Senat des k. Obertribunals hat das verurtheilende Erkenntniß des Appellations⸗ Gerichts zu Magdeburg gegen die Gründer der Ludenburger Ma⸗ schinen⸗Fabrik wegen eines vorgekommenen Formfehlers vernichtet und die Sache zur anderweitigen Enischeidung an das Appellations⸗Gericht zu Halberstadt verwiesen. London. Einer Times Depesche aus Argos vom 24. November zufolge hat Schliemann in dem großen Kreise paralleler Steinplatten unter den archaischen Grab⸗ steinen, die von Pausanias nach der Ueberlieferung als die Gräber von Atreus, Agamemnon, Cassandra, Euryme⸗ don u. A. betrachtet wurden, ausgedehnte Gräber mit Edelgestein entdeckt. Er fand in einem Grabe menschliche Gebeine, männliche und weibliche, Geschirr, reines achai⸗ sches Gold im Gewichte von 5 Kilogramm, zwei Scepter mit Krystallköpfen und ciselirte Gegenstände in Silber und Bronce. Es ist unmöglich, die reiche Mannigfaltigkeit des Schatzes zu beschreiben.
Handel und Verkehr. Gießen. Auf dem am 28. und 29. November dahier stattgehabten Viebmerkle waren aufgetrieben: 185 Schweine und 486 Stück Nindvieh. Frankfurt, 29. Nov. Der heutige Heu- und Stroh⸗ markt war gut befahren. Heu kostete per Ceniner je nach Qualität M. 4.50—6.40., Stroh per Centiner M. 4.50. bis 5.20. Butter 1. Oualität im Großhandel das Pfund M. 0.90, 2. Qual. M. 0.70—80., im Kleinhandel 1. Qual. M. 1.10—1.15., 2. Qual. M. 1. Eier das Hunderk M. 6. Kartoffeln per 200 Zollpfund M. 5. Weißkraut das Hundert M. 12—15. Mainz, 29. Nov. Producten-Markt. Nov. 22.60 per März 23.40. Korn per Nov. März 17.85. Hater per Nov. 17.75, per März Rüböl per Mai 39.—.
Ueber Spielwerkt.
3834 Im Inseralentheile unseres Blattes finden unsere verehrten Leser und schönen Leserinnen wiederum, wie alljährlich, die Empfeblungen der weltberühmten Spiel⸗ werke von Herrn J. H. Heller in Bern. Derselbe liefert diese so allgemein beliebten Werke in einer geradezu staunenerregenden Vollkommenheit, wir können daher Jedem, der nur ein wenig Freude an Musik hat, nicht warm genug empfehlen, sich ein Spielwerk anzuschaffen, und bieter die bevorstehende Weihnachtszeit die schönste Gelegenheit hierzu, auch kann kein Gegenstand, noch so kostbar, ein solches Werk ersetzen.
Was kaun wohl der Gatte der Galtin, der Bräutigam der Braut, der Freund dem Freunde Schöneres und Will⸗ kommeneres schenken?— Dem Leidenden, dem Kranken gewährt es die größte und angenehmste Zerstreuung, ver⸗ gegenwärtigt glücklich verlebte Zeiten; dem Einsamen ist es ein treuer Gesellschaster, es erhöht die Gemüthlichkeit der langen Winterabende im häuslichen Kreise u. s. w. Hervorheben möchten wir noch ganz besonders die nur zu lobende Idee vieler der Herren Wirthe, die sich ein solches Werk zur Unterhallung ihrer Gäste angeschafft. Die gemachte Ausgabe hat dieselben, wie uns von mehreren Seiten bestätigt wird, nicht gereut; es er⸗ weist sich somit auch deren praktischer Nutzen auf's Evidenteste und möchten wir allen Herren Wirthen, die es bis dahin unterließen, anrathen, sich ohne Säumen ein Spielwerk anzuschaffen.
Wir bemerken noch, daß die Wahl der einzelnen Stücke eine ganz sein durchdachte ist; die neuesten, sowie die be⸗ liebtesten älteren Opern, Operetten, Tänze und Lieder beiteren und ernsten Geures finden sich in den Heller' schen Werken auf das Schönste vereinigt. Kurz, wir können keinen aufrichtigeren und wohlmeinenderen Wunsch an die geneigten Leser und Leserinnen unseres Blattes aussprechen, als den, sich recht bald in den Besitz eines solchen Spielwerkes zu setzen; reichhaltige illustrirte Preis⸗ Courante werden Jedermann franco zugesandt. Auch ist direkter Bezug schon deßhalb zu empfehlen, da vieler⸗ orts Werke für Heller'sche ausgegeben werden, die es nicht find.
(Eingesandt.) Unter den körperlichen Gebrechen, die unter Umständen sehr gefährlich werden können und bei Groß und Klein sogar häufig vorkommen, stehen in vorderer Reihe die Unterleibsbrüche. Als ein vielfach mit außerordentlich günstigem Erfolg begleitetes, ganz und gar unschädliches Mittel dagegen wird die Bruchsalbe von Gottlieb Sturzenegger in Herisau, Kan⸗ tons Appenzell, Schweiz, bestens empfohlen. 3552
Die„Berliner Volkszeitung“ berichtet in der Nummer vom 26. November das Folgende: 5
Vor ungefähr 8 Jahren brannte in Kroppensledt bei Aschersheben eine Mühle ab. Auf das Zeugniß eines Lehr⸗ burschen Günther wurde ein früherer Mühlknappe Schrader vor das Schwurgericht zu Halbersiadt gestellt und trotz Be⸗ theuerung seiner Unschuld zu fünfzehn Jahren Zucht haus verurtheilt. Seitdem hat sich der Günther sieben Jahre in der Welt herumgetrieben, und ist von Stufe zu Stufe gesunken. Endlich hat er sich selbst den Händen der Gerechtigkeit überliefert und eingestanden, daß er die Mühle selbst angesteckt habe, um wiederholte Korndiebstähle zu verdecken. Am 17. November ist darauf der Knappe Schrader aus dem Zuchthause zu Halle ent⸗ lassen worden, nachdem er länger als steben Jahre unschuldig gelitten hal. Sein verkauft, seine Familie zerstreutz entblößt
Waizen per 17.40, per 18.35.
bleibt, indem die Zugkraft sich nicht gleichbleiben kann.
von Allem istser auf das Mitleid wohlthätiget
Besitzthum ist
küteles 5 geschehen, lorenen elner neue Die ung, die
3811 werder Basalt


