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die ägyptische Armte zu reorganisiren;
worden sei, derselbe
aber zum ägypptischen Kriegsminister sei nicht ernannt.
Spanien. Madrid, 27. Febr. Könlg Alfons ist in Beasain(Guipuzeoa) angekommen, wird demnächst noch mehrere Städte besuchen, um die Truppen zu mustern, und sodann nach Madrid zurückkehren.— Don Carlos hat die französische Grenze überschritten und ein Manisest erlassen, worin er erklärt, daß er auf die Krone Spaniens großmüthig verzichte, da das Glück des spanischen Volkes sein einziger Wunsch sei.
— 27. Februar. Die Deputirenkammer hat sich definitiv constituirt, indem sie Posada Herrera zum Präsidenten wählte; im Laufe der Sitzung protestirte Castelar gegen die Vereidigung der Deputirten, da dieselben sich durch die Annahme des Mandats bereits für die bestebende Regierung ausgesprochen bätten. Der Minister-Präsident Canovas del Castillo wies diesen Protest als inopportun zurück und die Deputirten stimmten Canovas unter deu Rufe:„Es lebe der König!“ zu.
— König Alfons hat die Entscheidung der Frage binsichtlich der Rückkehr der Königin Isabella nach Spanien lediglich dem Ermessen des Minister⸗ ratbs anheimgestellt. Letzterer hat bisher noch keinen bestimmten Entschluß darüber gefaßt.
Türkei. Konstantinopel. Hier ein⸗ laufende Nachrichten aus der Herzegowina lassen ein baldiges Aufhören der Insurection erwarten. Haidar und Wassa Effendi geben im Laufe der Woche auf ihre Posten ab, um das Irade be— züglich der den Ausgewanderten gewährten Er⸗ leichterungen zu überbringen.— Wie hier ver- sichert wird, habe der Fürst von Montenegro die an der Spitze des Aufstandes stehenden montene-⸗ grinischen Häuptlinge zurückberufen.
Rumänien. Bukarest, 29. Febr. Der Finanzminister hat von der Deputirten-Kammer die Bewilligung einer Anleihe von 30 Millionen zur Deckung des Deficits und einer desgleichen von 50 Millionen zu Eisenbahn⸗Bauten gefordert. Es ist nicht wahrscheinlich, daß die Kammer diese Forderungen bewilligen werde. Der Präsident derselben, Fürst Ghika, hat bereits erklärt, er werde die Regierung ferner nicht mehr unterstützen, und seine Demission als Präsident gegeben, welche indeß von der Kammer nicht angenommen wurde.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Berlockt durch die milde Tempecatur sind in Wald und Flur unsere beftederten Sänger unter fröblichem Zwitschern bereits beschäftigt, sich ein geeignetes lrauliches Plätzchen zur Heimfsälte für die bevorstehende Brutzeit zu suchen. Es wird wohl nur dieser Anzeige vedürfen, um die vielen Freunde der Sängerwelt zu ver⸗ anlassen, für schleunige Instandsetzung der alten und An⸗ bringung neuer Niftkaften freundliche Sorge zu tragen. Es ist solches in diesem Jahre nöthig, als der harte Winker insbesondere die Zahl det nützlichen und singenden Bögel sehr gelichtet hal.
Altenstadt, 29. Febr. Gestern kam der Postwagen, der zwischen Altenstadt und Büdingen fährt, in Lindheim ohne Postillon an; der Letztere batte sich unterwegs unter Mitnahme eines Packetes mit 3000 M. aus dem Slaube gemacht. Schon nach Verlauf von einer Stunde fand man aber den sauberen Patron in einem Steinbruche versteckt. Er halte noch nicht einmal Zeit gehabt, das gestohlene Packel zu öffnen, so rasch ereilte ibn die Nemests.
Mainz, 28. Febr. Gestern Nachmittag wurde bei Gau⸗Algesheim ein Mann von dem Zuge, unter den er sich mit der offenbaren Absicht, den Tod zu finden, bei dessen Herannahen gelegt, überfahren, so daß der Kopf vom Rumpfe getrennt wurde.
Oppenheim, 25. Febr. Die„Ldskr.“ berichtet von einer fast unglaublichen Ruchlosigkeit: Verflossene Nach! nämlich wurde zwischen dem Kornsand und Astheim der Haupidamm des Rheines an ciner Stelle zu durchstechen versucht. Glücklicherweise wurde der nichtswürdige Streich durch die Wasserwacht entdeckt und hierdurch großem Un⸗ heil vorgebeugt.
Allerlei.
Magdeburg, 28. Febr. Das Schleußenthor des Plauen'schen Canals bei Parey war trotz der Befestigungs— Arbeiten, womit Pionite unausgesetzt beschäfligt waren, sehr gefährdet. Von den beiden Dammbrüchen bei Glinde ist, der„Magdeb. Zig.“ zufolge, der eine acht Ruthen lang und bis zum Bau-Horizont vertieft, sonst aber nicht größer geworden, während der andere 40 Ruthen lang, eis Grünvruch erweitert ist. Das Petziner Schleußen— bauwerk ist stark untetwaschen und droht bei Fortdauer der Hochfluth einzustürzen. Die Arbeiten zum Schutze desselben werden ununterbrochen fortgesetzt.
um so mehr dringend
Schönebeck. Der Schaden an den Häusern, von denen noch viele einzustürzen drohen, wird auf 300,000 Thaler geschätzt. Das meiste Hausgeräth 4ist vernichtet. Von Magdeburg und der Nachbarschaft sind reichlich Lebens⸗ mittel gespendet worden, dagegen sehlt es noch sehr an Geld. Man meint, daß noch vierzehn Tage vergehen werden, bevor das Wasser völlig abgelausen ist. Obgleich dasselbe bereits 2½ Fuß gefallen ist, so ist der Beikehr in den Straßen dech nur vermittelst Kähnen möglich. Die Nachbardörfer von Schönebeck, Pömmelte und Glinde, sind von dem gleichen Unglücke heimgesucht, ebenso Barby. Die Veranlassung zu der Ueberschwemmung wird zum Theil in der trotz Anweisung zu spät erfolgten Heraus⸗ nahme der Schützen des großen Wehrs im neuen Umfluth⸗ Canal gefunden. Die Schönebecker Saline hat den Be⸗ trieb eingestellt und sind an 40,000 Cr. Salz vernichtet.
München, 28 Febr. Zwischen Staltach und Sees⸗ haupt ist gestern Abend ein Eisenbahnzug eutgleist. Die Locomolive, der Tender und der Dienstwagen stürzten über die Böschung. Die Heizer Böhm und Greimer blieben todt, Locomotivführer Horn und Conducteur Hascher wurden verletzt, die Passagiere sind unversebrt.
Berlin. Die Ausgrabungen in Olympia, welche den erfreulichsten Fortgang nehmen, werden Ende Mai eingestellt werden müssen, da um diese Zeit der Beginn des heißen, von Regen unterbrochenen Wetters den Aufenthalt in dem beutigen Olympia gesundheils gefährlich macht. Wie Prosessor Adler, der bekanntlich in Gemeinschaft mit Professor Curtius die Arbeiten von hier aus überwacht, berichtet, hofft man bis dabin die vollständige Freilegung des Zeustempels und seiner Umgebung bis auf eine Durch- schnittsdistanz von 30 Meiern zu erreichen. Nach Einstellung der Arbeiten in Olympia wird sich Dr. Hltschseld, der wissenschaftliche Leiter der Ausgrabungen, nach Pergamum in Kleinasien begeben, um dasclost die Vorbereitungen für Ausgrabungen zu treffen, welche der Sultan in liberalster Weise durch Erlaß eines Fermans gestaltet hat.
Köln, 24. Febr. Der Bremser eines Güterzuges, det vorgestern Abend zwischen 6 und 7 Uhr von hier nach Mainz abging, wurde, als der Zug Kalkscheuren eben verlassen halte, auf ein Geräusch aufmerksam, welches von einem sogenannten Coulissenwagen herkam. Sosort gab er Haltesingnale und trat an den fraglichen Wagen heran. Die verschlossen gewesene Thür desselben stlaud offen, und in dem Augenblicke, als der Beamte sich dieser näherte, sprang ein Maun in Uniform aus dem Waggon dinab ins Feld; der Bremser eilte ihm zwar nach, ver⸗ mochte aber nicht ibn einzuholen. Bei näherer Besichtigung fand man nun, das aus dem offen stehenden Waggon, welcher unter Anderm auch einen zu 3000 Thlr. declarirten Ballen enthielt, mehrere Kisten hinaus neben den Bahn— körper geworfen waren und daß es also auf eine Be⸗ raubung des Güterzuges abgeseben war. g
Posen, 28. Febr. Der Eisgang ist günstig verlaufen und bat bereits die Brücke passirt, so daß letztere für den Fußgänger⸗Verkehr wieder freigegeben ist. Das Wasser ist indeß noch fortwährend im Sieigen begriffen und steht gegenwärtig über 18 Fuß hoch; bei Neuftadt hat die Warthe die Chausse durchbrochen.
Die Pflege der Zähne und des Mundes. (Fortsetzung.)
Zucker ist in chemischer Hinsicht den Zähnen nur dann schädlich, wenn er so lange im Munde bleibt, bis er Milchsäure erzeugt. Die so häufige Verschlechterung der Zähne nach hitzigen Krankheiten erklärt sich zum Theil durch die Arzneien, zum größeren Theil aber durch den Krankheitsprozeß selbst und die in Folge desselben oft lange verhinderte Reinig⸗ ung. Tabakrauchen ist den Zähnen nicht schädlich. Es macht die Zähne zwar schwarz, jedoch nicht frank. Der sogenannte Weinstein— richtiger Speichelstein— ist ein Niederschlag der erdigen Bestandtheile des Speichels. Er setzt sich eben so, wie die Zähne selbst, aus basischen(alkalischen oder erdigen) Salzen zusammen, denen mehr oder weniger Schleim beigemengt ist. Auch in ihm findet man unter dem Mikroskop thierische und pflanzliche Schmarotzergewächse(Para- siten). Der Weinstein schadet den Zähnen hauptsächlich dadurch, daß er ein Zurückweichen des Zahnfleisches, veranlaßt und nach und nach lockert. Für das Losewerden der Zähne gibt es, außer dem Speichelstein, noch ver⸗ schiedene andere Ursachen. Bei einigen derselben vermag die Kunst so gut wie gar nichts gegen das Uebel. Der Weinstein soll nur durch Instru⸗ mente und nur durch Sachverständige, nie durch Anwendung von Säuren entfernt werden. Mittel, die den Weinstein auflösen, lösen auch selbst die Zähne auf. Der grüne Ansatz, den man so oft an der Außenseite der obern Johne bemerkt, ist kein Weinstein, indeß den Zähnen viel gefährlicher als dieser.
Universalmittel gegen Zahnschmerzen—
welche hochklingenden Namen ihre sogenannten Erfinder ihnen auch beilegen mögen— dienen
vollständig,
einer Behandlung unterworfen wird.
ausgezogen
lediglich der Spekulation auf den Geldbeutel
eines leichtgläubigen Publikums. Die einzi vernünftige Behandlung von Zahnschmerzen 10
diejenige, welche auf die Ursachen derselben
zurückgeht, denn eben so verschieden, wie diese, sind auch die Mittel und Wege, welche zur Beseitigung des Uebels angewandt werden müssen. Der Patient selbst(wer er immer sei!) kann nie mit Sicherheit angeben, von welchem Zahn der Schmerz ausgeht, da das Gefühl zu leicht täuscht. Demnach ist es pflicht des Zahnarztes, durch eigene Unter⸗ suchung zunächst den Sitz des Schmerzes zu
ermitteln. Das sogenannte Nerventödten, wozu
man früher das Glüheisen brauchte, geschieht jetzt allgemein durch eine Aezpaste, die indeß nur vom Zahnarzt, nie vom Patienten selbst eingelegt werden kann. Sie verursacht in
D. 8 AFlesse 55 pmdarden.
einzelnen Fällen vorübergehenden Schmerz, der ei
von selbst schwindet, sobald das Mittel genügend
gewirkt hat. Zuweilen ist, um den Erfolg zu sichern, wiederholte Anwendung nöthig. Fast in allen Fällen von sogenanntem nervösen Zahn⸗
oder Gesichtsschmerz, Zahnreißen, Ohrenreißen, 1
Kopfrheumatismus, und wie man immer das Uebel nennen mag, ist irgend ein kranker Zahn die Ursache des Leidens. Dies verschwindet sobald der Zahn ausgezogen oder in anderer, dem Befunde entsprechender Weise Hier ist jedesmal eine recht genaue Untersuchung der Zähne das erste Erforderniß.
Die Angst vor dem Ausziehen der soge⸗
nannten Augenzähne,„weil das Auge dadurch
beschädigt werden könnte“, ist durchaus unbe— gründet, da diese Zähne mit dem Auge in keiner näheren Verbindung stehen, als jeder andere Zahn. Die Bildung von Zahnfisteln,
die ihren Ursprung nicht allein in den unteren,
sondern auch in den oberen Zähnen haben, kann durch rechtzeitiges, kunstgerechtes Ein— schreiten ganz sicher verhütet werden, dagegen
ist dauernde Heilung einer Zahnfistel durchaus
unmöglich, so lange nicht der sie veranlassende
Zahn(oder die Wurzel,„Stubben“ genannt),
wenn auch bei noch bestehender Geschwulst, en wird. Einen Zahn, dessen Eut— fernung überhaupt geboten ist, beseitige man
stets je eher, je lieber, mag sich Geschulst ein⸗ gestellt haben oder nicht.
Um die Zähue gesund zu erhalten, sind erstens die vorbezeichneten prädisponirenden Ursachen soviel als thunlich zu vermeiden, man sorge stets für die gründlichste Reinlichkeit des Mundes und bediene sich zu diesem Zwecke solcher Mittel, welche Säuren unschädlich machen(Alkalien, z. B. gebrangte und präpa⸗ rirte Austernschaalen). Kinder gewöhne man schon früh an den Gebrauch der Zahnbürste, und soll das Bürsten nicht quer über die Zähne weg, sondern von oben nach unten geschehen,
deßgleichen begnüge man sich nicht nur die
Außenseite der Zähne zu reinigen; den Kau⸗ flächen und der inneren, dem Munde zugekehrten Seite der Zähne gebührt dieselbe Aufmerksamkeit. Ebenso wichtig wie die Procedur nach dem Aufstehen ist dieselbe vor dem Schlafengehen; auch nach der Mittags mahlzeit gebrauche man, wenn Zeit und Gelegenheit zum Bürsten fehlt, wenigstens den Zahnstocher und spüle den Mund gründlich aus.
Als Zahnreinigungsmittel ist jede reine Seife zu empfehlen; z. B. die„medicinische Seife“, die jede Apotheke unter diesem Namen verkauft. Den verschiedenen, als Zahnseifen und Zahnpasten empfohlenen Präparaten sind zur Verbesserung des Geschmacks gewöhnlich ätherische Oele beigemischt, die indeß im Ueb⸗ rigen keinen Werth besitzen.(Schluß folgt)
Handel und Verkehr.
Friedberg, 29. Febr. Waizen M. 21.50.—70. Koi M. 18.—. Gerste M. 17.14. Hafer M. 16.20. Alle Preise werstehen sich auf 100 Kild= 200 Zollpfund.
Frankfurt, 28. Februar.(Viehmarkt.) Der heutige
Markt war seit einiger Zeit wieder einmal gut befahren. Angesrieben waren: 490 Ochsen, 300 Kühe, 380 Kälber
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