1 1 f 28 1876
Donnerstag den 2. März.
M. 27.
Sberhessischer Anzeiger.
ert dertsch 8 Die Petitzeile g 5 g f Erscheint jeden *— en wird mit 11 Pfennig berechnet. Kreisblatt für den Areis Friedberg. Dienstag, Donnerstag und Samstag. n tu r 1
t Pferde. Seite 18.— Nr. 4.
Amtlicher Theil.
Seite 15.
Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Deutschen Reiches publicirt worden:
Nr. 3. Gesetz, betreffend die weliere geschäftliche Behandlung der Justiz⸗Gesetzentwürse. Verordnung, betreffend dis Aufhebung des Verbots der Ausfuhr
Oesetz, betreffend die Fefistellung eines Rachtrags zum Reichshaushalts-Elat für 1876. Seite 17.
Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Johannes Fischer III. und Martin Jung von Bönstadt wurden als Feldschützen der Gemarkung Bönstadt ernannt und verpflichtet.
Deutsches Reich. Darmstadt. Das Großherzogliche Regler geblatt Nr. 11 enthält: 1. Bekauntmachung, die Steuervergütung bei der Aus— von Bier betteffend. II. Gerzeichniß der Vorlesungen, welche auf der Uni⸗ stät zu Gießen im Sommethalbjahte 1876 gehalten d am 27. April ibren Anfang nehmen werden. III. Concurrenz- Eröffnung. Erledigt sind: die Schul le zu Haibach, Gehalt 685 M. 71 Pf.; die 4. Schul⸗ e zu Biblis, Gehalt 942 M. 86 Pf.; die 1. evang. ulstelle zu Bechtheim, Gehalt 857 M. 14 Pf. die Ich. Schulstelle zu Dalheim, Gebalt 685 M. 71 Pf.; * 0 2. evang. Pfarrsielle zu Babenbausen, Gehalt 2504 M.; 3. evang. Schulsielle zu Groß ⸗ Zimmern, Gehalt 14 M. 29 Pf.; die Schulstelle zu Klein-Gumpen, galt 685 M. 71 Pf.; dem Gtafen zu Etbach-Erbach t das Präseniationsrecht zuz die Schulstelle zu Hausen, galt 728 M. 57 Pf.; dem Fürsten zu Solms Lich
2 80 * Ul, ten das Präsentatlonsrecht zu; die 2. Schulstelle zu
S del, Gehalt 771 M. 43 Pf. die 1. Schulslelle zu 1 Sadecken, Gebalt 857 M. 14 Pf.; die 2. Schulsielle zu I., Mag u Dosbach, Gehalt 685 M. 71.
Friedr. Darmstadt. Militär-Nachricht. Mertens,
S c.⸗-Lt. vom Feld⸗Artillerie-Regiement Nr. 20, len
wer Versetzung zum Großh. Feld- Art. Regt. . 25, zum Pr. Lt. befördert. Koch Port.“ Iihnr. vom Großh. Feld Art. Regt. Nr. 25, I außeretatem. Sec.-Lt. befördert. Grodhaus, St. ⸗Lt. vom Großh. Feld Art. Regt. Nr. 25 usgeschieden und zu den Offizieren der Landw. Fld⸗Art. übergetreten.
— Am 19. Febr. wurde dem Privatdocenten n ussistenten am chemischen Laboratorium zu
lin ießen, Dr. Laubenheimer, der Charakter als I Aßerordentlicher Professor“ ertheilt. g Mainz. Mit Ostern laufenden Jahres müssen n bischöflichen Knaben Seminare zu Dieburg nud hier nach der Bestimmung des Art. 3 des setzes vom 23. April 1875 und dem aus- Mtenden Beschluß des Ministeriums geschlossen derden. Zu derselben Zeit wird hier ein mit en Gymnasium verbundenes staatliches Pensionat auswärtige Schüler errichtet, mit dessen Ver- tung und Ueberwachung der Professor der Aetur- Wissenschaften am Gymnafium beauftragt den ist.
— 28. Febr. Nicol. Racke ist wegen der te, die er bei der Katholiken-Versammlung in gesbaden im Römer-Saal gehalten, von der haskammer daselbst zu drei Monaten Gefängniß Kurtheilt worden.
Berlin, 28. Febr. Das Abgeordnetenhaus nach fünsstündiger Debatte die erste Lesung Gesetzentwurses über die evangelische Kirchen— lefassung beendigt und Verweisung desselben an
lh Commission von 21 Mitgliedern beschlossen.
dernage
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*— 29. Febr. Das Abgeordnetenhaus erledigte * ue die zweite Berathung des Etats des Handels- 15 Ma be ssteriums. Die Position für die Dockanlagen
der Insel Wangeroge wurde an die Budget— umission verwiesen. Der Etat des Finanzministers 1 zu der Position„Ueberschuß aus dem vor- gen kurhessischen Hausschatze“ wurde genehmigt;
wegen Theilhaberschaft an dem Familiensideicommiß, sür welche Windhorst(Meppen) eintrat, beschloß das Haus, zut Tagesordnung überzugehen.
— Der„Gerwania“ zufolge hat der Ober— präfident der Provinz Posen den Weihbischof Janiszewski aufgefordert, sein Amt niederzulegen.
— Wie die„N. Preuß. Ztg.“ hört, ist nun- mehr die Ernennung des kaiserl. deutschen Ge- sandten am königl. italienischen Hofe, Geh. Lega tionsraths v. Keudell zum kaiserlichen Botschafter erfolgt.
Magdeburg, 29. Febr. Der„Magdeb. Zeitung“ zufolge trifft die Kaiserin morgen hier ein, um das schwer heimgesuchte Schönebeck zu besuchen.
Münster, 23. Febr. Der„Westf. Merk.“ schreibt:„Heute Morgen wurde unser verantwort— licher Redacteur Grochtmann, von dem Unter— suchungs-Richter über die abwehrende Erklärung vernommen, welche der Bischof von Mainz gegen Hrn. v. Kühlwetter in Nr. 20 unseres Blattes veröffentlicht hat.“
Oldenburg. Es ist ein Conflict zwischen der Regierung und dem Landtage ausgebrochen, in Folge dessen der letztere aufgelöst worden ist. Den Grund scheint die Weigerung des Landtags, eine neue Ordnung der Beamtengehalte zu be— willigen, abgegeben zu haben.
Wiesbaden. In Folge des vielfach ver⸗ breiteten Gerüchts, daß sich der kotholische Pfarrer Locher zu Schlangenbad der altkatholischen Be— wegung angeschlossen habe, veröffentlicht derselbe in dem Mainzer„Katholischen Vollsblatt“ eine Erklärung, worin er dieses Gerücht als eine ehr— lose Verläumdung bezeichnet.
Ausland.
Oesterreich Ungarn. Wien. Der „N. Fr. Pr.“ wird von competenter Seite ver— sichert, daß zwischen den Vertretern der österreichisch— ungarischen und der italienischen Regierung über den Vertrag betreffs der Südbahn eine Einigung erzielt wurde. Danach wäre die Frage der Trennung der verschiedenen Netze, soweit es sich um die Zustimmung der drei Regierungen handelt, gelöst; der Vertrag würde nunmehr der am 28. Februar in Paris stattfindenden General— Versammlung der Actionäre der Südbahn vorge— legt, um, nachdem er von dieser genehmigt sei, noch der Zustimmung der gesetzgebenden Factoren in Wien, Pest und Rom unterbreitet zu werden.
— 28. Febr. Das Abgeordnetenhaus hat die General- Debatte über den Handelsvertrag mit Rumänien beendigt, Der Antrag der Mino— rität des Ausschusses auf Vertagung wurde in namentlicher Abstimmung mit 167 gegen 83
wurde der Vertrag wit der italienischen Regierung ohne Discussion genehmigt; danach wird die italienische Regierung der Gesellschaft 613 Mill. in 92 Annuitäten, 119 Mill. in Renten-Titeln zahlen und am 1. Juli von den ihr verkauften Eisenbahnen Besitz ergreifen.
— 29. Febr. Im Abgeordnetenbause inter- pelliren die Abgeordneten Paulinovit und Genossen den Minister des Innern, ob die Regierung mit der ungarischen Regierung sich bezüglich der Be⸗ handlung der bosnischen und herzegowinischen Flüchtlinge ins Einvernehmen gesetzt habe und wie die Regierung in dieser Hinsicht vorzugehen gedenke. Es wurde sodann die Cotirungs⸗Steuer angenommen und der mit Harvai abgeschlossene Handels-, Schifffahrts⸗ und Freundschafts⸗Vertrag genehmigt.
Frankreich. Paris. Das„Journal officiel“ veröffentlicht das zwischen Frankreich,
Belgien, Griechenland, Italien und der Schweiz, den Ländern der sogenannten Lateinischen Münz⸗ Union, zu Paris unter dem 3. Februar d. J. vereinbarte Pratokoll, in welchem die genannten Regierungen verabreden, im Jabre 1876 Fünf— Franken Stücke nur im Gesammt- Betrage von höchstens 120 Millionen Francs zu prägen, wo⸗ von auf Belgien 10,800,000, auf Frankreich 54 Millionen, auf Italien 36 Millionen, auf die Schweiz 7,200,000 und auf Griechenland(für dieses Jahr auenahmsweise behufs Einlösung älterer Münzen) 20 Mill. Francs entfallen sollen.
— 28. Febr. Don Carlos ist, wie der „Moniteur“ meldet, heute früh 9 Uhr bei Arnegny nach Frankreich übergetreten, nachdem er vorher den an der Grenze commandirenden französischen General davon hatte benachrichtigen lassen, daß er durch die Nothwenkigkeit der Lage veranlaßt sei, die Gastfreundschaft Frankreichs in Anspruch zu nehmen. Don Carlos ist dann in Begleitung des Grafen Caserta Abends 7 Uhr in Mauleon angekommen und nach Pau weitergereist. Es ver— lautet, er werde sich nach England begeben.
Holland. Haag. Nach einem hier ein- gegangenen Telegramm aus Atchin vom 21. d. haben die holländischen Truppen den Destrict Moekim von Neuem angegriffen. Der Radja Pedir hat seine Unterwerfung angeboten. Der Gesundbeitszustand der holländischen Truppen ist sehr befriedigend.
Großbritannien. London. Die Königin reist am 25. März direet nach Baden Baden; bei ihrer Rückkehr trifft sie in Windsor mit dem Prinzen von Wales zusammen. Zum festlichen Empfange des Prinzen haben die Vorbereitungen schon begonnen.
— 28. Febr. Im Unterbause erklärte der
Stimmen abgelebnt und sodann dem Antrage der Majorität gemäß die Conventlon mit 145 gegen 73 Stimmen angenommen.
— 28. Febr. In der beutigen Generalver-
die Petitionen des Landgrafen von Hessen( sammlung der österreichischen Südbahn-Gesellschast(nehmigung der russischen Regierung aufgesorvert
Unterstaats- Steretär Bourke auf eine Anfrage Gordon's, die Regierung habe auf bezügliche In— formation erfahren, daß der russische General Fadijeff von dem Khedive vorbehaltlich der Ge—


