Ausgabe 
1.7.1876
 
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die Gesindeordnung in erster Berathung entsprechend den Anträgen des Ausschusses. Sodann gelangte die Vorstellung mehrerer Einwohner zu Langenbrom⸗ bach wegen Uebertragung des Ortsgerichtsvorsteher⸗ Amtes an den dermaligen Bürgermeister zur Berathung und werde gemäß dem Antrag des Ausschusses, das Ersuchen an die Regierung zu richten, die Trennung des Buürgermeister Amts vom Ortsgerichtsvorsteher⸗ Amt thunlichst zu ver meiden, nach lebhafter Debatte für erledigt erklärt.

29. Juni. Erzherzog Albrecht dinirte gestern auf seiner Durchreise, von Coblenz kommend, auf Schloß Heiligenberg und setzte Abends seine Reise nach Wien fort.

Die Regierung hat die Proposition wegen Erhöhung der Apanage des Prinzen Ludwig formell zurückgezogen.

Berlin, 27. Juni. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) Bei Berathung des von dem Herrenhause abgeänderten Competenz: Gesetzes, dessen Zustandekommen die Redner aller Fractionen als wünschenswerth bezeichnen, werden zahlreiche von der national liberalen und der Fortschritts- Partei gestellte Compromiß-Anträge fast durchweg angenommen. Der Entwurf über Errichtung von Rathsstellen bei dem Oberverwaltungs Gerichte wird mit mehreren Zusatz⸗Anträgen in erster und zweiter Lesung genehmigt. Das Herrenhaus erledigte heute nur Petitionen. 28. Juni. Das Abgeordnetenhaus nahm in dritter Berathung unver- ändert die Gesetz⸗Vorlagen über die Besetzung der Raths⸗Stellen beim Ober⸗Verwaltungsgericht, über die Erhöhung der Veteranen-Unterstützungen und über den an das Kron-Fidei⸗Commiß zu leistenden Ersatz für die Einnahmen aus der Herrschaft Schwedt an. 29. Juni. Das Herrenhaus genehmigte die Gesetzentwürfe über die Erhöhung der Unter- stützungen der Veteranen aus den Feldzügen von 1813-1815, über den Ersatz an das Kronfidei- Commiß aus den Einnahmen der Herrschaft Schwedt, in der vom Abgeordnetenhause ange- nommenen Fassung und stellte gegenüber den Be schlüssen des Abgeordnetenhauses die eigenen Be schlüsse in Betreff der Gesetzvorlagen über die Befähigung zum höheren Verwaltungsdienste, über die Umzugskosten der Staats- Beamten und über die Städte ⸗Verfassung wieder her. Das Com- petenz⸗Gesetz wurde auf Antrag Baumstarks en bloc angenommen, und zwar in der vom Abgeordneten hause angenommenen Fassung. Das Gesetz über die Raths⸗Stellen beim Ober⸗Verwaltungsgerichte wurde ebenfalls in der Fassung des Abgeordneten⸗ hauses angenommen. N

Der Kaiser wird sich am 6. Juli von Ems zunächst auf einige Tage nach Coblenz, dann nach Homburg und hierauf über Karlsruhe nach der Mainau begeben, von wo in der dritten Woche des Juli die Reise nach Gastein angetreten werden soll. N

28. Juni. Der Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten erkannte heute gegen den Erz bischof Melchers von Köln auf Absetzung vom Amte, weil sein Verhalten mit der öffentlichen Ordnung unverträglich sei. f

28. Juni. In den hiesigen Zeitungs- Druckereien haben die dem Verbande angehörigen Setzer in Folge von Differenzen über den revidirten Tarif heute Vormittag die Arbeit niedergelegt, nur von den außerhalb des Verbandes stehenden Setzern wird vorläufig in beschränkterem Maße die Arbeit fortgesetzt. Das gesammte Setzer- und Maschinisten⸗Personal desReichs⸗Anzeigers hat ebenfalls die Arbeit eingestellt. Nach Mittheilung desReichs⸗Anzeigers ist sein heutiges Erscheinen in beschränktem Umfange durch das Entgegen kommen der Setzerinnen⸗Schule des Lette-Vereins ermöglicht; auch seien Vorbereitungen getroffen, daß das Blatt schon nächster Tage wieder in gewöhnlichem Umfange erscheine.

29. Juni. Die heutigen Morgenblätter sind sämmtlich erschienen, einzelne in beschränktem Umfange. Bei derVossischen Zeitung und dem Berliner Tagblatte, welche heute noch voll

ständig erschienen sind, haben die Setzer die Arbeit heute früh ebenfalls eingestellt. Die Zahl

der strikenden Setzer wird auf etwa 1500 geschätzt.

München, 28. Juni. Bei Berathung des Wahlgesetz⸗Entwurfes in der heutigen Sitzung der Abgeordneten- Kammer begründete Abgeordneter Schels das Bedürfniß der Revision des jetzigen Wahlgesetzes auf Grundlage directer Wahlen. Abgeordneter v. Schauß nebst 71 Partei-Genossen brachten einen Antrag auf Uebergang zur moti⸗ virten Tages⸗Ordnung ein. Nachdem dieser An- trag abgelehnt worden war, nahm die Kammer bei namentlicher Abstimmung den Artikel 1 des Entwurfes mit 75 gegen 72 Stimmen an. Auf die Weiterberathung wurde jedoch, da die noth wendige Majorität von zwei Dritteln nicht er⸗ reicht war, verzichtet, und ist demnach der Jörg'sche Antrag auf Wahl- Resorm beseitigt.

Straßburg. Der Oberpräsident ist durch den Reichskanzler ermächtigt worden, falls es an⸗ gemessen erscheinen sollte, bis zu 50,000 M. aus dem Hauptextraordinarium für die Ueberschwemmten zu verwenden. Der Kaiser hat 10,000 Mark aus seiner Privatkasse verwilligt.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Pest. Hiesige Blätter bringen die Nachricht, daß mehrere Re⸗ gimenter Infanterie, ferner eine Halb Brigade Honvéds in den Süden Ungarns beordert worden seien. Nach in Wien verbreiteten Versionen wären die Truppen, mit Ausschluß der Honvéds, von deren Absendung nichts bekannt ist, zur schärferen Bewachung der südöstlichen Grenzen bestimmt.

Schweiz. Bern. Der Niederlassungs- Vertrag mit dem deutschen Reich ist vom National- rath und vom Ständerath genehmigt worden.

Frankreich. Paris. DasJouraal officiell veröffentlicht ein Deeret des Präsidenten Mae Mahon, wonach 87 Mitglieder der Commune begnadigt sind. Der Zuschrift des Präsidenten zufolge soll wegen Theilnahme an dem Aufstande serner keine gerichtliche Verfolgung eintreten, außer in Ausnahmsfällen gegen in eontumaciam Verurtheilte,

Der Kriegsminister, meldet dieDöfense sociale, hat an alle Corps-Führer, deren Regi- menter in Grenz- Städten liegen, die bestimmte Weisung erlassen, ihren Offizieren keinen Urlaub zu bewilligen.Wir glauben nicht fügt die Döéfense hinzu, daß dieser Befehl irgend eine beunruhigende Bedeutung hat; er erklärt sich vielmehr zur Genüge aus den Anforderungen, welche der Dienst zu dieser Jahreszeit an die Offiziere stellt.

Großbritannien. London, 27. Juni. Im Unterhause erklärte der Schatzsecretär North- cote auf eine Frage Oreilly's: die Nachricht, daß ein britisches Schiff in Klek Lebensmittel, Waffen und Geld für die Türken gelandet, sei durchaus unbegründet. England habe weder direct noch indirett Waffen oder Geld an die türkischen Streitkräfte in der Herzegowina geliefert. Es halte vielmehr strengste Neutralität aufrecht und er⸗ warte ein Gleiches von den andern Mächten.

Türkei. Constantinopel 27. Juni. Die türkischen Truppen an der serbischen Grenze und die Donau Flottille haben Besehl erhalten, sich beim ersten Signal für den Beginn der Feind seligkeiten bereit zu halten. Das Commando der Truppen an der serbischen Grenze wird der Kriegs⸗Minister Abdul Kerim Pascha übernehmen.

Montenegro. Cettinje. Man schreibt von London aus: Die Nachrichten auswärtiger Zeitungen über ein angebliches Entgegenkommen Montenegro's gegenüber der Pforte erscheinen nach Informationen aus der Türkei als unbegründet; die Haltung Montenegro's lasse vielmehr den An schluß desselben an die von Serbien beabsichtigte Bewegung annehmen, und habe die Türkei auch Montenegro gegenüber die nöthigen Sicherheits- maßregeln getroffen. Aus Ragusa wird ge meldet: Eine Versammlung der herzegowinischen Insurgenten proclamirte gestern den Fürsten Nikita von Montenegro zum Fürsten der Herzegowina.

15,000 Montenegriner sind an der nordbst lichen Grenze in der Nahia(Kreis) von Vasovejici, concentrirt. Die Flüchtlings-Familien werden in der Nahia von Cettinje internirt. Die Delegirten Mon⸗

tenegros und Serbiens sind im Lager von Banjani

eingetroffen, um den Feldzugsplan mitzutheilen.

Belgrad. Am 30. Juni soll

Serbien. das Kriegs⸗Manifest erscheinen und am 1. Juli für ganz Serbien der Belagerungs⸗Zustand verkündigt

werden. Aus Cettinje berichtet dieselbe Correspon⸗ denz die Einberufung aller Montenegriner vom 17. bis zum 60. Lebensjahre und die bevorstehende Uebernahme der Regierung durch den Senat im Namen des Fürsten bis zur Beendigung des Krieges.

Serbien hat die Mission des Senators Christic nach Konstantinopel auf sich beruhen lassen, weil die Pforte erklärte, den Gegenstand der Mission der ihr vorher vertraulich mitgetheilt worden nicht entgegennehmen zu können. Obwohl die eigentlichen militärischen Operationen erst gegen den 4. Juli beginnen sollen, so haben gleichwohl einzelne Freicorps an der Drina und bei Uziza die Grenze bereits überschritten.

29. Juni. Unter Kanonendonner und dem Zurufe der Bevölkerung ist Fürst Milan heute Morgen nach der Grenze abgereist, von den Ministern bis Semendria begleitet. Der Fürst wird an der Grenze eine Proclamation erlassen. Der Metropolit und die Bischöfe sind gestern abgereist, um die Armee zu segnen.

Amerika. New⸗Zork, 27. Juni. Die demokratische Convention hat sich heute in St. Louis versammelt und constituirt und wählte zum Prä⸗ sidentschafts⸗-Candidaten den General Maclerband.

29. Juni. Die demokratische Convention in St. Louis hat beim zweiten Wahlgange den Gouverneur Tilden von New⸗Nork zum Candidaten für die Präsidenten⸗Würde gewählt.

Philadelphia. Am 21. Juni hatte der General Crook, welcher eine der Abtheilungen der Expedition gegen die Sioux-Indianer befehligt, einen scharfen Kampf mit 1200 Mann gegen 2500 Angehörige des genannten Stammes zu bestehen. Die Sioux behaupteten das Feld so lange bis sie ihr Lager verlegt hatten und suchten dann schleunigst das Weite.

Afrika. Marokko. DieAgence Havas meldet von hier: Am 5. Juni lief ein Muselmann durch das Juden-Viertel von Al⸗Kazar in Marokko, mit dem Dolche in der Hand und ausrufend: O, Muselmänner! rächen wir uns an unsern Feinden! Er stach 11 Juden, von denen zwei sofort todt waren und mehrere tödtlich verwundet wurden. Die Vice⸗Consuln von Amerika, Italien, England und Spanien haben Garantien für Leben und Eigenthum der Europäer verlangt und werfen dem Pascha vor, es an der nöthigen Wachsamkeit fehlen gelassen zu haben.

Aus Stadt und Land.

r. Friedberg. Sonntag den 25. Juni fand in Nieder⸗Weisel eine zahlreich besuchte landw. Besprechung statt. Gegenstand der Verhandlung war die beste Gewinnung und Aufbewahrung des Stalldüngers. Herr Dr. Heuser aus Friedberg wies in seinem Vortrage zunächst darauf hin, daß der Dünger ein gewichtiges Glied im Kreislaufe der Stoffe sei, ging alsdann auf die chemische Zusammensetzung des Stalldüngers ein, wobei ganz besonders darauf aufmerk sam gemacht wurde, daß der Harn vorzugsweise lösliche, die festen Excremente vorwiegend noch unzersetzte Nähr⸗ floffe enthalten, daß ferner der Harn der Wiederkäuer be⸗ sonders reich an Stickstoffverbindungen und alkalischen Salzen, dagegen frei von phosphorsauren Salzen sei, während letztere sich in groͤßerer Menge in den festen Ausscheidungen der Wiederkäuer fänden und gründete hierauf die Behauptung, man müsse unter allen Umständen darauf bedacht sein, die Jauche so viel als irgend thunlich mit den festen Excrementen zu vereinigen, da nur in diesem Falle eine ausgiebige Nutzung erwartet werden könne. Hieran anschließend kam Redner darauf zu sprechen, wie verschiedenarsig die chemische Zusammensetzung des Stalldüngers je nach der Qualität des Rauffutters und besonders nach Beschaffenheit und Menge des verabreichten Betsutters(Oelkuchen, Kleie, Biertreber ꝛc.) sein könne. Jedes Futtermittel habe neben dem Futterwerih noch einen Düngerwerth, der grade bei den Kraftsuttermitteln ganz besonders in die Waagschale falle. Beim Stoffwechsel werde stets ein beträchtlicher Theil der chemischen Bestand⸗ theile des Futters durch den Harn wieder ausgeschieden, während der unverdauliche Theil des Futters als Koth nach Außen trete. Die angemessen gehaltreichste Fülter⸗ ung erweise sich hiernach immer als die billigste, einmal, weil alsdann thierische Eczeugnisse in größerer Quantität und besserer Qualität producirt würden, dann auch, weil nebenbei der gehaltreichste Dünger gewonnen werde. An diese Erörterungen reihte sich eine Betrachtung über die wichtigsten physikalischen und chemischen Eigenschasten des

Stalldüngers, welche denselben als einen Universaldünger

erscheinen ließen(der übrigens die Verwendung von künst⸗

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