Ausgabe 
1.4.1876
 
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ist eine Verständigung erzielt; danach werden vom 28. März inel. bis 10. April die Feindseligkeiten in der Herzegowina vollständig eingestellt. Mukhtar Hascha kehrt heute nach Trebinje zurück; Ali Pascha verlaͤßt morgen ebenfalls Ragusa.

Frankreich Versailles, 28. März Die Kammer der Deputirten bewilligte einstimmig den Credit von 1,750,000 Frs. für die Ueber- schwemmten.

Paris. Aus Tarbes wird gemeldet: Seit einiger Zeit üben sich die Truppen bei Nacht in der Verladung von Balterieen auf und von Eisen⸗ bahn Zügen. Der Staat hat zu diesem Behuf eigens einen Verladungs Quai am Eingange des Bahndofs von Tarbes anlegen koffen. Diese Uebungen haben sehr befriedigende Resultate er- geben. So ist es z. B. gelungen, eine ganze Batterie mit allem Zubehör innerhalb zwei ein halb Stunden aufzuladen. Dies geschah bei Nacht, bei Tage würde also die Operation noch rascher vor sich gehen.

29. März. In der Sitzung der Amnestie- Commission des Senats haben die Minister Ricard und Dufaure die allgemeine Amnestie bekämpft und sich mit Begnadigungen in einzelnen Fällen einverstanden erklärt.

Dänemark. Kopenhagen, 29. März. Das Folkething nahm in heutiger Sitzung die Amendements der Linken zum Wehrgesetz mit 56 gegen 39 Stimmen an. Bei der Abstimmung über die solchergestalt abgeänderte Vorlage wurde dieselbe sodann mit 47 gegen 47 Stimmen abge lehnt und der Reichstag darauf durch königliches Decret geschlossen.

Großbritannien. London, 28. März. Die Königin von England ist Nachmittags 3 Uhr in Cherbourg eingetroffen.

28. März. Das Oberhaus hat die Bill, betreffend die Erfindungs Patente, in dritter Lesung angenommen.

weiter verfolgt und die Vorlage eines Gesetzes über die Hondels⸗Marint in Aussicht gestellt.

209. März. Biancheri hat mittelst Schreiben das Präsidium der Kammer niedergelegt. Nachdem Depretis erklärt hatte, daß Blancheri das volle Vertrauen des neuen Cabinets genieße, und nach Vertrauens Kundgebungen von Seiten Minghetti's und Crispi's lebnte die Kammer einstimmig die Demission Biancheri's ab. Auf die Erklärung des Minister⸗Präsidenten Depretis, daß das Cabinet Zeit zur Prüfung der früher eingebrachten Regier⸗ ungs⸗Vortagen beanspruche, beschloß die Kammer, sich bis 25. April zu vertagen.

Türkei. Constantinopel. Die türkische Festung Niksit soll von den Insurgenten eng cernirt sein, und sollen letztere sich der sicheren Hoffnung hingeben, dieselbe durch Aushungerung, zum Falle und in ihren Besstz zu bringen. Im Interesse der Pacification wäre der Eintritt dieser Eventualität sehr zu beklagen, weil, einmal im Besitze eines so festen Platzes wie Nilsic, die Insurgenten noch intraitabler würden, als sie es schon jetzt sind.

Eine von Wassa Effendi unterzeichnete und Ragusa, 28. März, datirte Proklamation kündigt an, indem sie an den bekannten Reformerlaß an- knüpft, daß die Frist, innerbalb welcher die ver⸗ sprochene Amnestie in Kraft tritt, auf vier Wochen, vom 24. März an gerechnet, festgesetzt ist. Die binnen dieser Frist heimkehrenden und die Waffen Niederlegenden genießen außer den in dem Reform- Erlaß aufgeführten Vortheilen noch Befreiung von dem Zehnt auf ein Jahr und Befreiung von allen sonstigen gesetzlichen Steuern auf zwei Jahre. Alle Diejenigen, welche nicht zurückkehren, werden nicht nur der in dem Reformerlaß versprochenen Wohl- thaten verlustig, sondern es wird auch ihr Besitz verkauft und der Erlös unter die Heimkehrenden vertheilt.

Wie versichert wird, hat die Regierung sich principiell für die Unification der ottomanischen

Spanien. Madrid. Der Ministerprä⸗ sident Canovas del Castillo hat den Cortes als constituirender Versammlung den neuen Ver fassungs⸗ Entwurf vorgelegt und zugleich das königliche Dectet verlesen, wodurch das Ministerium ermächtigt wird, die Verfassungs⸗Frage den Cortes zu unterbreiten. Der vorgelegte Verfassungs⸗Ent⸗ wurf stimmt mit den von den Notabeln ausge- arbeiteten bezüglichen Vorlagen überein. Der Ministerprästdent wies auch darauf hin, daß die Initiative für die Einbringung einer solchen Vor lage wohl der Regierung gebühre.

Italien. Rom, 28. März. In der Kammer und im Senat gab der Minister Präfident Depretis ein Expesé des Programmes des Cabinets dahin: Reform des politischen Wahl⸗Gesetzes im Sinne wahrer Freiheit und unbestreitbarer Auf richtigkeit des nationalen Willens; Incompattbilität für die Deputirten; Verantwortlichkeit der öffent⸗ lichen Fuctionäre; Verbesserung der Lage der Beamten; unbedingte Unabhängigkeit des Richter standes. In der Kirchen Politik werde das Cabinet weder agressiv noch feindlich vorgehen, sich aber auch zu keiner Vereinbarung herbeilassen; es werde die bestehenden Gesetze strenge beobachten, hehalte sich jedoch die Einbringung von Gesetz⸗ entwürfen Betreffs aus gedehnterer Sicherung der Gewissens⸗Freibeit und Verwaltung des Kirchen- Vermögens, sowie obligatorischen Volks⸗Unterrichts vor. Bezüglich der äußeren Politik, dann der der Armee und Marine, werde die frühere Politik

Staatsschuld entschieden. Die Verhandlungen mit ven englischen und französischen Delegirten dauern fort. Die Regierung hat ferner beschlossen, die Zahlung des April⸗Coupons bis 1. Juli zu ver⸗ schieben, und sind biervon die hiesigen Botschaster heute officiell verständigt worden.

Aegypten. Alexandrien, 30. März. Der König von Abessinien, welcher den mit den ägyptischen Truppen verabredeten Waffenstillstand gebrochen hatte, hat gegen letztere eine schwere Niederlage erlitten; nachdem derselbe auf Lahlali zurückgewichen ist, hat er abermals Friedensvor⸗ schläge gemacht.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Vom 27.29. März sanden die Prüf⸗ ungen det abgehenden Seminaristen stalt. Es waren die ersten, die Herr Director Schäfer als vollständig unter seiner Leilung gebildet entlassen konnte und es ist das Lehrer wie Schüler ehrende Resultat zu verzeichnen, daß alle 31 Abiturienten gut bestanden sind. Am 29. Abends fand eine kleine Feier im Seminar statt, welcher Lehrer, Schüler und Freunde der Anstalt beiwohnten und dei welcher Reden und Toaste, Gesang und Mufik abwechselten.

Fiedberg. Wir lesen eben, daß die vielverurtheilten Wanderlager(in welchen die Käuser bekanntlich immer auf die eine oder andete Weise angeführt, aber doch nicht klug gemacht werden, trotz dem Schaden) doch ihren auien Grund haben. Dieser Gtund ist einem fliegenden Kauf mann in Schweinfurt in der Hitze des Streites mit einem ansässisen Kaufmann enisahren und lautet:Wissen Sie was? Eine Stadt hat 45,000 Einw. dapon sind 35 000 dumm und klufen bei mir, 10,000 sine gescheidt und kaufen bei Ihnen! Was das nur für eine Stadt ist?

Darmstabt, 29. März. Der gestrige A ber Riedbahn wurde bei Griesheim von einem Un tossen, Ein au

zertrümmert wur ben. diesem Zusammensloß erbeblich verletzt worden. Pie Passagiere kamen mit dem allerdings nicht geringen Schrecken davon.. i Für b i. O In der Nacht vom 5. auf den 6. wurde der Ortsbürger Adam Biisch III. von Schlierbach in der Nähe seiner Hofraithe erschlagen gefunden und wurd alsbald Untersuchung eingeleitet. Dieselbe wurde zuerst gegen einen der That verdächtigen Taglöhner von Schlierbach gerichtet; neuerdings sollen sich aber die Indicien gegen den eigenen Schwiegersohn des Crschlagenen, den Gr, Wen Schneider von Schlierbach, der mit seinem

wiegervater in Dissidien gelebt baben soll, ergeben

Es macht dieses um so mehr Aussehen, als Bürgermeisßeng Schneider ein sehr geachteter Mann ist, und hofft man, daß sich der gegen ihn gerichtete Verdacht als ein unbe⸗ gründeter erweisen wird.

Weimar. Madame Rouland d' Arenenberg oder Rouland de Cöpian, welche alsKaiserin Eugenle Thüringen und namentlich die schönere Hälfte der Be⸗ völkerung Weimars unlängst in eine so lebhaste Auf⸗ regung versetzte, it, nach der Angabe desGoth. Tagebl., eine Frau Meysr aus Mainz.

Allerlei. 50 Berlin. Zwei männliche Kanarienvögel, welche aus einem Ei ausgebrütet worden sind, zeigte ein Herr in der letzten Sitzung der ornithologischen Gesellschaft zu Berlin. Beide Vögel, zum Verwechseln änlich, zeigen in ihrer Färbung ein reines Gelb mit dunkler Kappe. Das Bor⸗ kommen von boppeldotterigen Eiern ist schon meh isach beobachtet worden, daß ader aus solchen Eiern Junge ausgekommen sind, die sich so gesund und kräftig, wie die vorgezeigten Vögel entwickelt haben, ist eine interessante Thaisache, die bisber wohl noch nicht constatirt sein düürste.

a Handel und Verkehr.

Die Gewinnliste der Frankfurter A kann auf dem Bureau der Redaction des Oberheff chen Anzeigers nachgesehen werden. 14*

Am 29. April läuft der Termin für die Ein⸗ lösung der süddeutschen Scheide Münze und der Guldenstücke ab.

Frankfurt, 29. März. Der Pferde⸗Markt hat heute Mittag sein Ende erreicht. Die Hoffnungen, welche auf denselben gesetzt waren, sind nur zu einem kleinen Theil in Erfüllung gegangen. An Käufern fetzlie es, wie die Händler selbst versichern, nicht, nur an der Geneigtheit der Verkäufer, bei einem immerhin noch ziemiich annehm⸗ baren Gebote loszuschlagen.

Frankfurt, 29. März. Der heulige Heu⸗ Stroh; marki war gut befahren und gingen die Preise etwas flauer. Heu kostete je nach Qual. per Centner Mk. 3.43 5.43. Slroh per Centner Mk. 34.40. Butter im Großbandel 1. Qual. das Pfund Mk. 1.9, 2. Qual. Mk. 0.97. 1. Qual. im Kleinhandel das Pfund M. 1.26. 2. Qual, M. 1.9. Taselbutter M. 1.26. Eier italienische, das Hundert M. 5.60 deuische M. 4.70, im Detail 6 bis 7 Pf. per Stück.

Mainz, 30. März. Producten⸗Markt. Waizen per März 21.80, per Mai 21.30, per Juli 22.05. Roggen per März 15.25, per Mar 15.25, per Juli 15.40. Haser per März 18., per Mai 17.40. Rüböl per Mai 31.60, pee October 32.15.

Mainz. Die jährliche ordentliche Generalversammlung der Ludwigseisenbahngesellschaft findet Freitag, den 28. April lan. Die Anmeldungen zur Theilnahme werden am 11. 12. und 13. April(in Mainz auf dem Secretariat des Verwaltungsraths, in Darmstadt bei der Bank füt Handel und Industrie) entgegengenommen.

Geld⸗ Cours. Frankfurt am 30. März 1876. Pidel enndnMk. 16 35 G. Holländische fl. 10-Stücke 16 65 G. Ducaten. 1 5 9 5055 Ducaten al mareo 9 57-62 20⸗Frankenstücke 16 2327 Englische Sovereigns 20 42.47 Russische Imperiales. 16 70-75 Dollars in Gold 41610

794 Mein für bevorstehende Sasson auf das Reich⸗ haltigste assortirte Lager in:

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halte ich einem geehrten Publikum angelegentlichst em⸗ pfohlen. Musterkarten stehen auf Wunsch zu Diensten. Friedberg im März 1876.

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