Ausgabe 
29.10.1874
 
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Betreffend: Die Besorgung niederer Kirchendienste von

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Seiten der Schullehrer.

Friedberg am 26. Oetober 1874.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Kirchenvorstände des Kreises.

Wir sehen Ihrer sofortigen Vorlage entgegen, ob und in welcher Weise definitive Abtrennung der Glöckner und sonstigen niederer Kirchen⸗ dienste(der Dienst eines Cantors, Organisten oder Vorlesers ist hiermit nicht gemeint) von den Schulstellen stattgefunden hat und wo dies noch nicht

der Fall ist, warum nicht.

Liegen Anstände vor, dann sind dieselben anzugeben.

Gleichzeitig ist von denjenigen Vorständen beizufügen, wo die

Trennung vollzogen ist, welchen Gehalt der nach§ 47 sub 8 des Edikts, die Versassung der evangelischen Kirche des Großherzogthums betreffend,

bestellte Glöckner und Kirchendiener beziebt.

Ter a p p.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Das Großberzogliche Regier- ungsblatt Nr. 51 enthält:

I. Polizei u. Gebührenordnung für den Hafen zu Bingen.

II. Ordensverleihung.

III. Namensveränderung.

IV. Eriheilung von Erfindungspatenten..

V. Dieustnachtichten. Seine Königliche Hoheit der Großberzog haben Allergnädigst geruht: am 28. Sept. dem Hofgarten⸗Canzlisten Ludwig Appel gleichzeitig die Stelle eines Rechners der Hofgarten ⸗Casse zu übertragen; am 7. Oct. den Lehrer an der Realschule zu Mainz, Dr. Moritz Munier, zum Lehrer an dem Eymnasium zu Mainz zu ernennen und am 8. Oct. dem Schulamts Aspiransen Heinrich Luft aus Aulen-Diebach die 5. evang. Schulstelle zu Mainz zu überttagen. Am 1. Oc. wurde dem Pfarrverwalter Bernbard Lesker die katholische Pfarr⸗ stelle zu Zellbausen übertragen. a

VI. Dienstenllassung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 7. Oct. den Lehrer an der 1. evang. Schule zu Schwabsburg, Samuel Leibnick, auf sein Nachsuchen von seinem Dienste zu eutlassen.

VII. Versetzung in den Ruhestand.

VIII. Concurrenz e röffnungen. Eiledigt ist: die evang. Pfarrstelle zu Woljsbeim mit dem davon abhängenden Gehalte von jährlich 874 fl.; die 1. evang. Knabenschul⸗ stelle zu Langen mit einem jährlichen Gehalte von 800 fl.; die erste evang. Schulstelle zu Wallertheim mit einem Ge⸗ galte von 500 fl.: die evang. Schulstelle zu Heimersbeim mit einem Gebalte von 500 fl.; die zweite evang. Schul⸗ stelle zu Wölfersheim mit einem Gehalt von 450 fl.; die 1. evang. Schulstelle zu Ober-Obmen mit einem Gehalte von 450 fl.

Darmstadt, 26. Oet.(Militärnachrichten.) Nach demReichsanzeiger wurden Otto, Hauptm. und Platzmajor in Darmstadt, die Genehmigung zum Tragen der Unif. des 3. Großh. Inf.-(Leib-) Regts. Nr. 117, unter Stellung à la suite dieses Regts. ertheilt., v. Esebeck, Port.-Fähnr. vom 1. Großh. Inf.(Leibgarde-) Regt. Nr. 115, zum Sec. Lt., Plagge, Limann, Unteroff. von demf. Regt., zu Port.⸗Fähnrs., Müller, Seitz, v. Rode, Port.⸗Fähnrs. vom 2. Großh. Inf.-Regt.(Groß- herzog) Nr. 116, Hoffmann, Schraub, Friedrich, Port.⸗Fähnrs. vom 4. Großh. Inf.-Regt.(Prinz Karl) Nr. 118, zu Sec. Lts. befördert. Sar- torius, Pr.⸗Lt. vom 3. Großh. Juf.(Leib) Regt. Nr. 117 zum Hauptm. und Comp. Cbef befördert, Gervais, Pr ⸗Et., bisher im See-Bat., in das- selbe Regt. versetzt. Der außeretatsmäßige Sec. Lt. Baltz vom Großh. Feld-Art. Regt. Nr. 25, zum Artillerieofficier ernannt. Lubbers, Hauptm, vom 4. Großh. Inf.⸗Regt.(Prinz Karl) Nr. 118 von seinem Commando als Adzut. der 61. Inf. Brigade entbunden. Bertram, Hauptm. und Comp. Chef im Inf.⸗Regt. Nr. 68, als ältester Hauptm. in das 2. Großh. Inf.-Regt.(Großherzog) Nr. 116 versetzt. Vetter, Vice-Feldw. vom 1. Bat. Ldw.⸗Regts. 118, zum Scc. Lt. der Res. dee Feld⸗Art.⸗Regts. befördert.

Ueber die mehrfach auch in der Presse be sprochene Vorlage des Ministeriums des Innern in Bezug auf den Neubau eines Gymnasiums zu Gießen liegt jetzt der Bericht des Finanz- Aus- schusses der zweiten Kammer vor. Danach bean- tagt dieser Ausschuß, die Forderung von 175,000 fl. zwar abzulehnen, jedoch die Bereitwilligkiit auszu sprechen, für Herstellung sämmtlicher in der ge nannten Vorlage speciell aufgeführter Anlagen und Gelände eine Summe bis zu höchstens 150,000 fl. zu bewilligen, wenn der Kammer vorher Pläne und detaillirte Ueberschläge vorgelegt werden. Die Angelegenheit kommt jedenfalls bei der nahe bevor stehenden Session der zweiten Kammer zur Ver- handlung.

27. Oct. Die Hoftheater-Baucommission wurde gestern wieder zusammenberufen, um nunmehr über einen zweckmäßigen Plan für den Theaterbau in möglichst kurzer Zeit schlüssig zu werden.

Aus Nassau wird der Fall berichtet, daß

der Zeit, daß die hessischen Geistlichen, deren Wittwen trotz des durch lange Vacanzen gesammelten großen Fonds kaum 200 Thlr. erhalten, mit aller Energie darauf hinwirkten, in gleichgünstige Pensions⸗ verhältnisse zu kommen.

Mainz, 26. Oct. Heute gingen im Anschluß an die Protest-Versammlung der vorigen Woche Adressen an die erste und zweite Kammer ab, welche(wie dasM. J. mittheilt) aufs Ent⸗ schiedenste gegeg den Friedensbruch und die Rechts verletzung protestiren, von denen die katholische Bevölkerung und das ganze Volk des Großherzog thums bedroht ist. Die erste Adresse zählt gegen 1700, die letztere gegen 1500 Unterschriften. Auch Nicht⸗Katholiken sollen sich betheiligt haben.

Berlin. Der dem Bundesrathe vorgelegte Marine-Ctat für 1875 beläuft sich an ordentlichen Ausgaben auf 18,995,248 Mark, also 4,976,476 Mark mehr als im Jahre 1874, an außtrordent lichen Ausgaben auf 11,138,302 Mark, also 28,396,208 Mark weniger als 1874. Aus den außerordentlichen Ausgaben sollen die Mittel zur Ausrüstung der Marine-⸗Mannschaft mit dem neuen Zündnadelgewehr bestritten werden.

DerReichsanzeiger publicirt eine Ver ordnung des Reichskanzleramtes vom 16. d. M., durch welche der Umlauf gewisser finnischer Silber münzen, der Zweimarkka-, der Einmarkka-, der Fünfzigpennige- und der Fünfundzwanzigpenniae⸗ Stücke, verboten wird.

27. Oct. Fürst Bismarck traf heute Abend um 6 Uhr hier ein.

In unseren juristischen Kreisen findet der Bescheid des Obertribunals auf das Arnim'sche Haft⸗Entlassungs Gesuch Beachtung. Seine Rechts- Deductionen bewegen sich durchweg in einer dem An geschuldigten günstigen Richtung, und unzweifel haft dürfte Graf Arnim entlassen werden, sobald die Voruntersuchung abgeschlossen ist. Er wird vielleicht auch schon früher entlassen, denn wie er⸗ zählt wurde, hat seine Krankheit der Art zuge nommen, daß sein weiteres Verbleiben in der Haft zu ernsten Besorgnissen Anlaß gäbe.

Barmen. DerElberf. Ztg. zufolge fand bier am 18. d., dem Geburtstage des deutschen Kronprinzen, eine große Versammlung von Frei maurern aus Rheinland und Westfalen etwa 300 Personen statl. Die Anwesenden waren darin einig, daß es Pflicht eines jeden Freimaurers sei, in dem jetzt heiß entbrannten Kampfe des Staates gegen die widerstrebenden Kirchenmächte treu zu Kaiser und Reich zu stehen und mit allen ehrlichen Mitteln thatkräftig die Regierung zu unterstützen.

München. Der Staatsminister v. Pfretzschner hat die königliche Ermächtigung erhalten, mit der Ostbahn-Berwaltung Unterbandlungen wegen An kaufs der Ostbahnen einzuleiten.

Würzburg. Man schreibt derN. sr. Pr.: In der Anklage gegen Kullman hat es dessen Vertheidiger, Advocat Gerhard, für nöthig be funden, zur Verhandlung Behufs Begutachtung des geistigen Zustandes des Angeklagten einen Sachverständigen beizuziehen. Seiner an den Universitäts-Professor Hofrath Dr. v. Rienecker dahier(derselbe ist Vorstand der Irren-Abtheilung im hiesigen Julius-Hospital und anerkannte Autori tät in der Psychiatrie) gerichtete Bitte um Ueber nahme der Function eines Sachverständigen wurde willfahrt. Durch das Schwurgerichts-Präsidsum wird nunmehr die Ladung des Professors Dr. v.

Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Der König Georg von Hannover, der sich während der letzten Zeit in Biarritz aufhielt, soll sehr leidend sein, und man will bezweifeln, daß er in die Nähe von Wien, wo ihm das Klima nicht zusagen soll, zurückkehren werde,

21. October davon, daß es mit den Donau⸗ fürstenthümern commercielle Uebereinkommen ab⸗ schließen werde und den bierauf bezüglichen Zwischenfall als geschlossen betrachte. Deutschland und Rußland erklärten gleichzeitig, daß sie die Anschauung Oesterreichs billigen, ohne zu sagen daß sie ähnliche Uebereinkommen schließen werden.

DiePresse meldet, daß ihr Redacteur der RubrikAusland, Dr. Lauser, auf Requisition des Berliner Stadt Gerichts zur Ablegung einer Zeugen-Aussage in der Untersuchungs Sache gegen den Grafen Arnim, unter Mitbringung eines Exemplars derPresse vom 2. April, worin diplomatische Enthüllungen betreffs des preußischen Kirchenstreits veröffentlicht sind, für den 27. Oct, vor das hiesige Landesgericht geladen ist.

Frankreich. Paris, 27. Oct. Ein den Journalen zugegangenes Communiqué dementirt alle beunruhigenden Gerüchte, welche an der gestrigen Börse verbreitet waren. Zwischen Frankreich und Italien beständen keine Schwils rigkeiten. Das spanische Memorandum habe mehr die Vergangen heit als die Gegenwart im Auge. In der Haltung keiner Großmacht liege irgend etwas, was zu Beuaruhigungen Veranlassung gäbe, zu denen das Memorandum den Vorwand bilde.

Bayonne. Der hiesige spanische Consul reclamirt kraft des Auslieferungs-Vertrages vom Jahre 1862 die Matrosen derViève als Deser⸗ teure. DasJournal de Paris hält die Recla⸗ mation dem Geiste des Vertrages von 1862 für widersprechend, da die Matrosen von Spanien als politische Verbrecher behandelt werden würden, und hebt hervor, im gleichen Falle würden alle europäischen Mächte, Spanien eingeschlossen, die Auslieferung verweigern.

Grosßibritannien. London. DerPa- riser Moniteur meldet: Der spanische Gesandte in London babe an den Minister des Auswärtigen, Lord Derby, das Ersuchen gerichtet, zu veran- lassen, daß die englischen Häfen überwacht würden, um den Abgang von Waffen für die Carlisten zu verhindern. Lord Derbh habe erwiedert, daß, wenn der Bürgerkrieg in Spanien sich verewige, es in der spanischen Nation irgendwo an Patrio⸗ tismus oder Energie fehlen müsse.

Der Strike in Northumberland ist durch eine Uebereinkunft zwischen Arbeitgebern und Arbeit⸗ nehmern beseitigt, in Folge deren statt der 20. procentigen eine 10procentige Lohnreduction eintritt.

DemGlobe zufolge erhoben die britischen Unterthauen der Sulu-Inseln bei der britischen Regierung Beschwerde über Bedrückungen, die sie zu leiden hätten, seitdem die spanische Regierung sich die Souveränetät über die Inseln angeeignet. Die britische Regierung habe daher ein Kriegsschiff nach den Sulu-Inseln gesandt, um die Beschwerden zu untersuchen und an die Regierung Bericht zu erstatten.

Spanien. Madrid. DerCorrespon- dencia zufolge passirte Don Alsonso mit etwa 400 Mann den Ebro, in der Absicht, sich von Don Carlos zu trennen und Spanien zu verlassen. Die Bedeckungs⸗Mannschaft Don Alsonso's hatte bei der Ueberschreitung des Ebro einige Todte und Verwundete.

Rienecker veranlaßt werden. Die Zahl der Zeugen

und Sachverständigen erhöht sich somit auf 31.] Donaufürstenthümer. Cattaro, 26. Oct. Dr. Rittler, Redacteur des klerikalenFränk.

Die Pforte hat die von Montenegro verlangte

dort die Wittwe eines Pfarrers 1347 fl. Pension Volksblattes, wurde wegen eines aufreizenden Beiziehung der in Scutan residirenden Consuln pro anno bezieht und gaher sorgenlos mit ihren Artikels gegen die Juden vom Schwurgerichte zu der Großmächte zu der Euquste über die Vorgänge

Kindern leben kann.

Es wäre in der That an einmonatlichem Gefänguiß verurtheilt.

in Podgoricza definitiv abgelehnt.

Oesterreich verständigte die Pforte unterm

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