Aus Stadt und Land. Friedberg. Das musikliebende Publikum Fried⸗ bergs und der Umgegend machen wir darauf aufmerksam, daß der Musikverein auch in diesem Jahre ein Concert in hiesiger Stadtkirche gibt. Zur Aufführung kommen Chöre und Arien aus dem„Messias“, der„Johannes⸗ passion“ und dem„Paulus“. Die hiesige Dilettanten kapelle, durch geehrte Künstler aus Homburg und Nau⸗ heim wesentlich verstaͤrkt, übernimmt die Orchesterpartie. H. Nieder⸗Weisel, 23. März. Kaum war gestern das Dunkel der Nacht der Morgenröthe gewichen, so weckten uns auch schon die hellen Klänge der Kirchenglocken zur Feier eines Tages, den gewiß jeder echte Deuische mit fröhlichem Herzen begangen; es galt dem Geburtstag Sr. Majestät des Königs von Preußen und Kaizers von land. Gegen 8 Uhr Abends versammelten sich dann sämmtliche Mitglieder des Casinos in ihrem Saale, wohin auch die hiesigen Krieger von 1870—71 eingeladen waren und nun folgten bei Becherklang Toaste auf das Wohl und die stete Gesundheit uuseres Heldenkaisers, auf das Gedeihen und die Fortenwickelung des durch ihn begründeien deutschen Reiches, auf Sr. Königl. Hoheil den Großherzog, auf Fürst Bismarck, Graf Molkte und die anwesenden Krieger. Auf diese Weise verlebten wir einen genußteichen und vergnügten Abend und erst spät, längst nach der Mitternachtstunde trennte man sich mit dem sebnlichsten Wunsche, diesen Tag noch recht oft begehen zu können. f 5 Darmstadt, 25. März. Oefters erscheinen jetzt die Nachrichten von nächtlichen Anfällen und von öffentlichem Unfug in unserer Stadt, und es scheint keinem Zweifel zu unterliegen, daß die Sicherheit auf unseren Straßen in dedauerlichem Abnehmen begriffen ist. So bietet des Nachts z. B. die Gegend der mittleren Rhein- und der Grafen— siraße häufig genug ein Bild wüsten Tobens oder foͤrm— licher Schlägereien. Auch vom gestrigen Abend wird uns ein Beispiel berichtet. Noch in verhältnißmäßig früher Abendstunde, zwischen 9 und 10 Uhr, verfolgten zwei Individuen ohne jeden Grund einige Dienstmädchen in den Thorvogen eines Hauses in der Rheinstraße, mißhandelten die eine von ihnen und drangen, unter Geschrei und Drohungen, in das Haus bis zum zweiten Stockwerk ein. Dem Sohne des Hauseigenthümers, dem einzigen an— wesenden männlichen Bewohner, der sie von bier wegwies, setzten sie thätlichen Widerstand entgegen, und nur mit Mühe und nicht obne Gefahr für seine gesunden Glieder brachte dieser die Excedenten vor das Hofthor. Dacrmstadt, 26. März. Heute stand abermaliger Termin, der vierte, vor dem hiesigen Appellhof in der bekannten Untersuchungssache gegen Kaufmann Wachter, anberaumt, wurde jedoch abermals vertagt, da der als Zeuge geladene Graf Erbach-Erbach es vorgezogen, wie früher, ohne Enischuldigung auszubleiben. Darüber ob
derselbe jetzt gesänglich vorgeführt werden soll, wird dem-
nächst der Vorsitzende zu entscheiden haben.
Darmstadt. Bekanntlich war gegen den Oberrech— nungstath Backe wegen der in Rockenberg gehaltenen Wahlrede eine Disciplinaruntersuchung eingeleitet worden. Dieselbe soll nunmehr beendigt und Backe auf einen Monat von Dienst und Gehalt suspendirt sein.
Mainz. Während am Sonntag die große Parade auf dem Schloßplatze zu Ehren des küserlichen Geburts⸗ tages abgehalten wurde, trat ein fein gekleideies Indwiduum an einen fremden Mann heran und fragte nach der Zeit. Als nun Letzterer auf die Uhr sab, ergriff der Andere diese, riß sie dem verblüfft Dastehenden weg und nahm Reißaus. Es soll bis jetzt noch nicht gelungen sein, des Diebes havhast zu werden.
Mainz. Am Sonntag wurde ein Fremder von zwei Vestalinnen in ein Haus auf der hinteren Bleiche gelockt. Daselbst fanden sich zwei Burschen, die ihn als Eindringling zu behandeln für gut fanden, ihn gehörig durchbläutien und ihm das Geld, was er bei sich trug, abnahmen. Nach vollbrachter That warfen sie den Be⸗ raubten auf die Straße, während sie selbst und ihre Ge— fährtinnen nach verschiedenen Richtungen sich entfernten. Näheres ist über diese Sache noch nicht bekannt geworden.
Worms, 24. Mänz. Im hiesigen Hocpital starb heute ein Dienstmädchen, welches sich mit Phosphor ver— giftet hai. Als Ursache wird Liebeskummer angegeben.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 25. März. Waizen effectäv hies. 171 Korn 12¾— 13% fl., Gerste 12½— 14½ fl., A
von Deuisch⸗
Erbsen 12—14 fl.,
bis 11½ fl., Kohlsamen 16 ½ fl., Rüböl 38 fl. Alle
Wicken 10 fl., Linsen 12— 17 fl., Preise versieben sich auf 100 Kilo.
Frankfurt, 25. März. Der heutige Heu⸗ und Strobmark war gut befahren. Heu kostete per Cir. 1 fl. 35 kr. bis 2 fl. 20 kr., Stroh per Centner 1 fl. 45 kr. bis 1 fl. 55 kr., Butter 1. Qualität 42 kr. 2. Qualität 40 kr., Eier das Hundert 2 fl. 54 kr. bis 3 fl. 12 kr.
Mainz, 26. März. Productenmarkt. Waizen unver., per März 16 fl. 20 kr., per Mai 16 fl.— kr., per Juli 15 fl. 30 kr. Roggen behauptet, per März 12 fl. 20 kr., per Mai 11 fl. 50 kr., per Juli 11 fl. 15 ke. Hafer matter, per Mäcz 11 fl.— ke., per Mai 11 fl., 3 kr., per Juli 11 fl. 3 ke. Rüböl unver., per Mai 17 fl. 54 kc., per Oct. 19 fl. 6 ke.
Geld⸗Cours. Frankfurt am 26. März
1874.
Preußische Friedrichsd'or 8 fl.——
eee„ 9 34—36 Holländische fl. 10-Stücken.„ 9 45—47 Ducaten. 5 5 5 31-33 Ducaten al mareo„ 5 34—35 20-Frankenstücke.„ 9 24—25 Englische Sovereigns„ 11 50—52 Russische Imperiales.„ 9 39—41 Dollars in Gold.„ 2 25— 26
Landwirthschaftliches. Wie bei dem Getraide, so huldigt der prak— tische Landwirth auch immermehr dem Saalwechsel bei den Kartoffeln. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, daß unsere alten übercultidirten Kartoffelsorten zurückgegangen sind und nur noch geringe Erträge lieferten; daß dagegen die Ein- führung neuer, namentlich amerikanischer Kartoffelsorten, ihres kräftigen Wachsthums, ihres Stärkegebaltes und der reichlichen Ernten wegen besonders zu empfehlen sind. Von den Frübkartoffeln verdient als die vor— üglichste: Die frühe amerikanische Rosen⸗ kartoffel besonders hervorgehoben zu werden, indem sie bei äußerst angenehmem Geschmack, großem Stärkegehalt, außerordentlichem Ertrag und Frühreife bis jetzt von noch keiner andern übertreffen worden ist. Alle Barten- und Land-
2 *
—
Nach Berichten des Secretärs des Feld- und Gurtenbauvereins in Offenbach soll sie daselbst über 60 Malter per Morgen geliefert haben.
In Friedberg und Umgegend sind ebenfalls außerordentliche Erträge erzielt worden. Zum guten Gedeihen ist erforderlich, frühes Stecken und ein kräftiger nicht zu trockener Boden.
Von den späten Sorten hat sich besonders die Pfirsichblütbe durch die Dicke der Knollen, großen Stärkegehalt, Wohlgeschmack und reiche Ernte ausgezeichnet, wie ein Bericht aus Södel vom October v. J. constatirt.
Die reichen Erträge der Chardonkartoffel sind so bekannt, daß eine weitere Empfehlung nicht nöthig ist.
Alicen-Frauenperein für Krankenpflege.
Da die eine der bisher im Dienste unseres Vereins thätig gewesenen Pflegerinnen aus dem Vereinsdienste auezutreten beabsichtigt, so ist der Verein, um den fortwährend an iha ergehenden Anforderungen genügen zu können, einer weiteren Arbeitskraft benöthigt.
Wir richten deshalb an alle die Frauen und Jungfrauen unserer Stadt und Umgegend, welche
wirthschaftlichen Zeitschriften sind ihres Lobes voll.];
den Beruf und die Befähigung zum Krankenpflege⸗ dienst zu haben glauben, hiermit die Aufforderung, sich deshalb an uns zu wenden. f
Die neu zu engagirende Pflegerin würde zu⸗ nächst auf Kosten des Vereins in elner größeren
Krankenanstalt einen mehrmonatlichen Cursus zu ihrer Ausbildung für den Pflegedienst erhalten und dann sogleich unter der Leitung des Vereins ihre Thätigkeit am hiesigen Orte anzutreten haben, Sie würde ein festes Honorar von 100 fl. jähr⸗ lich und außerdem besondere Vergütungen für die geleisteten Dienste zu beziehen haben. Zusammen belief sich das Einkommen einer Pflegerin in den letzteren Jahren auf 3—400 fl.
Der Verein glaubt bisher nicht ohne Erfolg für die Aufgabe, welche er sich gestellt hat, thätit gewesen zu sein. Es kann ihm aber nur dann gelingen dieselbe vollkommen zu erfüllen und allen Wünschen und Bedürfnissen des betheiligten Publi⸗ cums gerecht zu werden, wenn tüchtige persönliche Kräfte sich ihm zur Verfügung stellen. Der Ver⸗ eine dienst gewährt denen, die in denselben eintreten, die Gelegenbeit zu einer ehrenvollen und segen⸗ bringenden Thätigkeit und sichert ihnen einen an⸗ ständigen Erwerb; er ist außerdem nicht so an⸗ gestrengt, daß nicht daneben Zeit zu anderweiter Beschäftigung bliebe. Allein stehende Frauenzimmer finden bier die Möglichkeit sich eine gesicherte Lebens stellung zu verschaffen und ibre Kräfte in dankens⸗ werthester Weise zum Besten ihrer Mitmenschen nutzbar zu machen. Wir geben uns darum der Hoffnung hin, daß die gegenwärtige Aufforderung von erwünschtem Erfolge begleitet sein wird. i
Friedberg im März 1874.
Der Vorstand des Aliten- Frauenvereins für
Krankenpflege:
Emilie Trapp. Elise Trapp.
Marie Fertsch. G. Dieffen bach.
Wagner. Anna Lorenz.
S. Weckerling. Bertha Reitz.
Emilie Huber.
Für die Familie des verungluckten Gollted Wegner in Neckarhausen sind bei der Exped. d. Bl. eingegangen von; H. Sch. 2 fl., Trapp& Münch 3 fl. 30 ke., C. Blum hof in Wohnbach 1 fl. Zabiung für ein anonym ein⸗ gesandtes Inserat, dessen Aufnahme verweigert werden mußte, 21 kr. 1
Die im Verlage von Dr. G. von Muyden in Berlin erscheinende Muster- und Modezeitung„Victoria“ bat mit dem 1. Januar wiederum ein neues Quartal bes gonnen. Die uns vorliegenden Nummern bestätigen auf's Neue, daß dies Journal ein unenbehrliches Organ für die Damenwelt geworden sein dücste, denn es bringt außer trefflich colorirten Modebildern, unzähligen Schnittmustern von großer Klarbeit in ibren Angaben und höchst ges schmackboll gezeichneten Abbildungen aus dem Gebiete der weiblichen Trachten und Handarbeiten auch einen reich ausgestatieten und sorgfältig gewählten belletristischen Anhang, zu welchem die namhaftesten Schrifisteller bei⸗ tagen. Wir können das Journal ganz besonders der Damenwelt empfehlen, gestützt auf eigene sorgsältige Prüfung und auf die Aussprüche competenter Frauen. N
Acht Rölnisches Wafer
von Johann Maria Farina. Meine Niederlage davon im Comßtoir des Ober hessischen Anzeigers in Friedberg empfehle 1 zu 8 fl. per Dutzend, 4 fl. per halbes Dutzend u 45 kr. per Glas gehorsamst. a Johann Maria Farina in Cöln.
Bei Carl Bindernagel sind
alle in den hiesigen Lehranstalten eingeführten
Schulbücher
in neuester Auflage und guten Einbänden stes vorräthig.
978 Derjenige Herr welcher am Sonntag Abend b Herrn Gastwirth Kramm zu ape 7 0 1 schwarzen Ueberzieher
75 e angezogen hat, wird hiermit auf⸗ gefordert, denselben wieder zu Bad- N i 3 gasse 183, umzutauschen. f eee
Durchsichtige Glycerinseife!
29 anerkannt bestes Mittel zur Verschön e en
Wilh. Fertsch.
Stotternde,
862 welche noch geheilt werden wollen, müssen sich bis zum 1. April e. gemeldet haben, da ich nach dieser Zeit Patienten nicht mehr annehme. Spracharzt A. E. Gerdts in Gießen.
Glacé-Mandschuhe, rauhlederne Handschuhe, f
183 billigst bei K. Friedrich neben der Po.
Tüncher und Anstreicher
968 finden bei hohem Lohn dauernde Beschäftigung bel Louis und Anton Petrie in Gießen.
—
bet K. Friedrich neben der Post.
Carl Bindernagel
sowie Militär- und Pil-d'Ecosse⸗Handschube
85
„
Lstel
% Unter 8 bunu 10 1 Van Jauit die bitt 1 Aueßelung Spalt
f ume dis pes b gesctben,
Honese kek Dit A.
lieserungstt: 541
766 Daß Ef Jus meinem geben dem E. Fabrilationse
Fritt
— Mob Di
— burden im f 1 Tische
1 Küche Einrichtt ier an W. wollent diderse! Schultag igen Baarse Friet
—
N* Die upfehlt ig
rauwact g alt gen
a
7 Ain e auf Reg Srl
luue 9 W ae
1
8
1 .
5 such
Korbwaaren Schwarze Kaiser-Cinte—
219 in schöner Auswahl und zu sehr billigen Preisen ist in Flaschen à 9 und 14 kr. siets zu haben bei r ö it N
1


