An die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises Friedberg.
Wir ersuchen Sie, diejenigen Ihrer Ortsangebörigen, welchen Pfleglinge unserer Stiftung anvertraut sind, gefälligst zu benachrichtigen, daß unser Rechner, Herr Stadtrechner Vogt dahier, die Pfleggelder für das 1. Semester 1874, Freitag den 3. Juli 1874 nur gegen Beibringung der
vorschriftsmäßigen Bescheinigungen auszahlen wird.
stimmenden Locale.
Für den Vorstand der Malhildenstiftung: Meyer.
Progr a m m für die XIII. Wanderversammlung des Oberhessischen Bienenzüchter-Vereins zu Butzbach am 15. Juli 1874. J. Am 14. Juli, Abends 8— 10 Uhr, vorberathende Sitzung des Aus- schusses und des Local-Comité's in einem von dem letzteren zu be—
II. Am 15. Juli, Vormittags 8—10 Ubr, Besichtigung der Ausstellung
und Vornahme praktischer Demonstrationen an Bienen u. s. w. III. Verhandlungen, von 10 Uhr an beginnend:
Stöcken mit lebenden
a. Einleitende Berichterstattung des Vorsitzenden;
b. Rechnungsablage;
c. Wahl der Commissionen für die Prämiirung, Verloosung und zum
Ankauf der zu verloosenden Gegenstände; d. Specielle Gegenstände der Discussion:
1) Wissenschaftlicher Vortrag des Herrn Professor Dr. Schneider
von Gießen(Thema noch unbestimmt, muthmaßlich„die Entstehung des Honigthau's durch die Aphiden— Blattläuse—);
2) Ueber Bienenhalten und Bienenzüchten. prediger Luft zu Butzbach;
Referent: Herr Mit-
3) Welchen Werth und Bedeatung haben die künstlichen Mittel-
wände für die rationelle Bienenzucht.
Referent: Freiherr
Adolf von Nordeck zur Rabenau von Friedelhausen;
4) Wie sind die Bienen im Frübling zu behandeln, um den Züchter nach sonst günstiger Ueberwinterung da noch vor Verluste und bei unterbrochener Frühlingstracht vor Schwächung seiner Völker zu bewahren? Referent: Hr. Pfarrer Weber zu Allendorf a. d. L.;
5) Das Vereinsblatt„die Biene.“ IV. Wahl des nächstjährigen Versammlungsortes.
Auf Ansuchen des engeren Vorstandes vom Oberhess. Bienenzüchter— Verein find Seitens der Stadt Butzbach mit dem Unterzeichneten folgende Herren zu einem Local-Comité zusammengetreten,— nämlich die Herren: Bahnhofsvorsteher Böhm, Buchbinder Forbach, Gemeinderath Häuser, Steuercommissär Hechler, Bäcker Heil, Bauaufseher Hölzer, Bürgermeister Küchel, Collector Kubl, Lieutenant Volprecht Freihert Riedesel zu Eisen— bach, Beigeordnete L. Vogt, Apotheker Vogt, Gemeinderath Weidmann,
Spengler Karl Wenzel, Kaufmann Jacob Wießler.
Bezugnehmend auf obiges Programm laden dieselben zu recht zabl— reicher Betheiligung an der angekündigten Wanderversammlung ein, die sich des freundlichsten Entgegenkommens zur Erreichung ihrer Zwecke von Seiten der Stadt Butzbach versichert halten darf und bringen zu diesem
Behufe noch Folgendes zur allgemeinen Kenntniß:
1) Die Wanderversammlung nebst Ausstellung und
Honigmarkt wird im
Joutz'schen Gartensaale, resp. Garten(„Hessischen Hof“ in nächster Nähe des Bahnhofs) abgehalten werden. Die zum rechtzeitigen Ein— tressen in Butzbach dienenden Bahnzüge sind: a) der von Frankfurt Morgens um 6 Uhr 42 M. abgehende und in Butzbach 8 Uhr 8 M. ankommende Zug XIII der Main- Weser- Bahn, b) in der Richtung von Kassel⸗Gießen die Züge II und XX, wovon der erstere(Schnell- zug) um 8 U. 41 M., der letztere 7 U. 31 M. in Butzbach eintrifft.
2) Alle Gegenstände für die Ausstellung und den Honigmarkt sind unter
der Adresse des Hrn. Spenglermeisters Karl Wenzel zu Butzbach franco aufzugeben. Dieselben müssen mit einer Etiquette versehen sein, welche den Namen des betreffenden Herrn Ausstellers und die Preis angabe
V. Preiswürdige Ausstellungsgegenstände werden vrämiirt, sofern dieselben
VI. Zur Verloosung kommen Stöcke mit und ohne Bienen,
Gegenstände von denselben Ausstellern nicht schon bei früheren Aus⸗ stellungen Prämien erhalten haben, und findet die Verkündigung der Prämien nach aufgebobener Mittagstasel statt.
und zwar diesmal, außer guten Bienenschriften und Bienengeräthschaften, wie seither, der in Wien von Herrn Orgelbauer Förster zu Lich aus⸗ gestellt gewesene Pavillon im Werth von 100 Thlr. nebst Honig- schleuder von demselben im Werth von 14 Thlr., Gutbefinden der Generalversammlung auch noch Krainer Königinnen, sofern der für Verloosungezwecke disponible Fond ausreicht.
VII. Es soll auch für diesmal mit der Wanderversammlung ein Honigmarkt
verbunden werden, welcher von 4 Uhr an eröffnet wird, und es
werden deshalb alle Vereinsmitglieder gebeten, denselben recht reichlich
zu beschicken, besonders mit Scheiben-, geseimtem Honig in Gläsern und schön ausgebauten Glasglocken.
Das Nähere ist in dem untenstehenden Programm des Local-Comité's
enthalten.
Alle Mitglieder des engeren Vereins, wie des weiteren von Hessen,
Kurhessen und Nassau, insbesodere auch alle Freunde und Gönner der
Bienenzucht und des Vereins laden
wir hierdurch freundlichst zu recht
zahlreichem Besuche der Versammlung ein.
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Butzbach den 11. Mai 1874. Für den Vorstand des Oberhessischen Bienenzüchter Vereins. Deichert, Präsident.
Freien Zutritt zu der Ausstellung und den Verbandlungen baben alle Mitglieder des Vereins, jedoch nur gegen Vorzeigung ihrer Aufnahme karte, unter gleicher Voraussetzung die Mitglieder der mitverbundenen Vereine Starkenburg, Rheinhessen, Kurhessen und Nassau. Alle Uebrigen, die Mitglieder des Local-Comité's und deren Familien- glieder ausgenommen, bezahlen ein Eintrittsgeld von 18 kr. und erhalten am Eingange zur ihrer Legitimation Eintrittskarte nebst Schleife in den Landesfarben. Des Honigsmarkts wegen ist der Zutritt von 4 Uhr Nachmittags an frei. Am Vorabend, den 14. Juli, von 810 Uhr, Empfang der Abends schon eintreffenden Gäste von Seiten des Local-Comité's, gesellige Vercinigung im„Hessischen Hofe“ und ebendatelbst Vorberathung des Local Comité's mit dem Ausschusse des Vereins. Nach den Verhandlungen am 15. Juli findet Nachmittags um 2 Uhr im Joutz'schen Hotel das Mittagemahl statt, das Gedeck f 30 kr., inel. 1 Schoppen Wein. Diejenigen, welche an demselben Theil zu nehmen beabsichtigen, werden gebeten, gleich bei ihrer An— meldung ihre Namen in eine aufgelegte Tafelliste einzeichnen zu lassen. Schluß der Ausstellung und des Honigmarkts präcis 5 Uhr; Abends wieder gesellige Vereinigung auf dem Melchior'schen Felsenkeller, Für die mit der Wanderversammlung verbundene Verloosung der oben im Hauptprogramm schon bezeichneten Gegenstände sind Loose, zu 12 kr. das Stück, bei sämmtlichen Sectionsvorstehern und Mitgliedern des Local— Comité's, vornehmlich bei Hrn. Buchbinder Forbach dahier zu haben. Butzbach den 11. Mai 1874.
enthält.
Im
Auftrag: Luft, Mitprediger.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Das Frankfurter Journal enthält nach⸗ stehende Notiz, welche für unsere Stadt von größter Wichtigkeit ist: In Eisenbahn⸗Kreisen circulict die Nachricht, der preußische Staat beabsichtige die Homburger Bahn anzukaufen und von Homburg aus nach Friedberg zum Anschlusse an die Main⸗Weserbahn weiter zu bauen. Die Direction der letzteren Bahn würde dann den Betrieb übernehmen. Die Bestäligung bleibt noch abzuwarten.
Gießen. Am Sonntag Abend wurde ein Schreiner geselle von hier bei Rodheim von zwei Kerlen angefallen und derart zusammengehauen, daß er für todt auf dem Platze liegen blieb. Später zum Bewußtsein gelangt, schlepple sich der Mißhandelte nach Rodheim und machte Anzeige. Die dorlige Polizei entdeckte bald die Uebelthäter und inhaftirte dieselben sofort.
Gießen, 25. Juni. Zwei Brüder mähten gestern in der Wiesecker Aue Heugras. Dem einen enwischte die Sense und fuhr dem nebenstehenden Bruder derart in die Beine, daß derselbe schwer verletzt zusammensank. Der Verwundete wurbe nach Wieseck gebracht und dort verbunden.
Darmstadt. Der Hessische Landeslehrerverein hält seine diesjährige Generalversammlung in Oberingelheim am 30. dieses Monats ab.
Darmstadt, 24. Juni. Gestern Nachmittag erschoß sich in der Tanne der frübere Gastwirth M. auf dem heiligen Kreuze. Ein Proceß, welchen er verloren, zer— rlitete zuerst seine Geisteskräfle und drückte ihm schließlich die mörderische Waffe in die Hand.
Mainz, 23. Juni. Gestern fand man in der„Neuen Anlage“ die Leiche eines erschossenen Mannes. Anzug wie Aussehen des Erschossenen geben der Vermuthung Raum, daß man bier die Leiche eines vor mehreren Tagen aus dem hiesigen Rochusspitale entlassenen Krankenwärters gefunden habe und wären dann die Motive in zerrütteten Ver— bältnissen zu suchen. Der fragliche Krankenwärter war seither beschäftigungslos.
Mainz, 23. Juni. Gestern Abend wurde ein an— ständig gekleideter zur Serie der Kümmelblätichen gehöriger Herr arretirt. Die Ursache zur Arrestation war eine Eskamotage, welche er zur Abwechslung des Geschäfts versuchte. Am Dampfboote wollte er nämlich einen hiesigen Bürger von den Sorgen befreien, welche ihm der Besitz einer Uhr und Kette machte; allein die wohlthätige Absicht wurde vereitelt und das Kümmelblältchen verfolgt. Unter— wegs warf er die Uhr fort, wurde aber schließlich einge— holt und inhaftirt.
Allerlei.
Frankfurt. Zwei geriebene Gauner, ber eine im Alter von ca. 40, der andere von ca. 50 Jahren, die sich beide als Engländer gerirten, haben Ende der vorigen Woche auf einen gefälschten Creditbrief des Hauses Baring in London 16,000 fl. in preußischen Banknoten bei einem hiesigen Geschäfte ausgeschwindelt und sind am Samstag Vormittag zwischen 10—11 Uhr mit ihrer Beute von hier abgereist. Der Telegraph spielte nach allen Seiten. Da mit dem Namen Baring vielleicht weiterer Schwindel
.
versucht werden könnte, so ist eine desfallsige Warnung wohl am Platze.
Hanau. Nur noch kurze Zeit und Hanau prangt im Festgewande. wird in den Räumen des Alißädter Schloßhofes dahier das 8. Mainthal⸗Sängersest abgebalten, und sind die Vorbereitungen hierzu in vollem Gange. Schon einmal
(im Jahre 1865) war Hanau gerüstet, zu srohem Fesle
die auswärtigen, zum Mainthal⸗Bunde gehörenden Sänger und sonstige Festgenossen in seinen Mauern willkommen zu heißen, als ein Verbot der vorherigen Regierung, beim Feste mit der schwarz⸗roth goldnen Fahne zu flaggen, das
Vorhaben in zwölfter Stunde scheitern machte, um so
freudiger wollen wir diesmal die Festtage begehen.
Würzburg, 25. Juni. Heute Nacht ist die große Möbel-Fabrik der Gebrüder Billingheimer dahier total abgebrannt.
Rom. Ganz Rom ist in Aufregung über einen Raub⸗ Anfall. Vor ein paar Tagen wurde ein Schäfer dicht vor der Porta S. Paolo bei hellem Tage erschossen. Im selben Augenblicke rollte ein Wagen heran, und die beiden Strolche konnten die Leiche nicht mehr plündern. Nun scheint es gewiß, daß die Mörder ein Polizei⸗ Corporal und ein Polizei-Soldat sind. Wenigstens hat man sie als der That verdächtig verhastet.
Brüssel. Der„Nat.⸗ Ztg.“ schreibt man von hier: So eben kam mir eine höchst gelungene Parodie eines französischen Fünf⸗Francsstückes zu Gesicht. Das Bild des Marschall-Präsidenten mit der Umschrift„Mae Mahon
An den Tagen des 5. und 6. Juli cr.
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