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Oberhessischer Anzeiger.
* 114.
Beilage.
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Deutsches Reich.
Darustadt, 24. Sept. Heute fand die letzte Sitzung des Ausschusses für Vorberathung der Kirchengesetze statt. Die zweite Kammer wird
nach neuerer Bestimmung am 1. Oct. einberufen
werden.— Nachdem Hofgerichtsadvokat Jaup die Bürgermeisterstelle definitiv abgelehnt hat, wird die Stelle ausgeschrieben werden.
Mainz, 22. Sept. Gestern Nachmittag fand im Saale des„Frankfurter Hofes“ eine Versamm⸗ lung von katholischen Geistlichen und Laien aus
dem Großberzogthum statt. Wie man hört, wurde
von den mehr als 200 Anwesenden beschlossen, in
allen Gemeinden des Landes Adressen in Umlauf
dem Werthe der Leistungen möglichst gleichkommen.
zur Ausführung derselben dem von dem Land-
Der Minißer hat sich auch damit einverstanden
zu machen sind, daß bei dreimaliger fruchtloser
Oroßen und Ganzen sich eng an das preußische Hesitz über den Personenstand anschließen. Die
zu setzen, durch die S. K. Hoheit der Großherzog wegen der projectirten Kirchengesetze über die Stimmung der katholischen Bevölkerung Kenntniß erhalten solle.
Verlin. Der„Reichs anzeiger“ bringt einen Erlaß des Oberkirchenraths über die in Folge des
CLivilstandsgesetzes der Regelung bedürftigen Punkte der kirchlichen Ordnung. Die Hauptbestimmungen sind: Der kirchlichen Trauung gebt ein einmaliges Aufgebot mit Fürbitte voran, dasselbe erfolgt aber erst nach Anordnung des bürgerlichen Aufgebots.
Die kirchliche Trauung findet erst nach der bürger—
lichen Eheschließung statt, und zwar möglichst ohne dagegen gilt der Inhalt jenes Schreibens, wie es
Verzug. Die kirchliche Trauung kann im Gel— tungsbereiche der neuen Synodal- Ordnung nur nach dem in dem genannten Gesetze angeordneten
Verfahren versagt werden, bei anderen Landes— seine Haltung in der spanischen Anerkennungsfrage andere Correspondenz—
theilen bewendet es bei den Vorschriften der be— züglichen Kirchen- Ordnungen. hebung des bürgerlichen Taufzwanges wird die kirchliche Pflicht, die Kinder taufen zu lassen, nicht berührt. Die Kirchenbücher werden mit einigen Aenderungen fortgesetzt.
— 23. Sept. Heute fand im Sitzungssaale des Abgeordnetenhauses die erste Generalversamm— lung des Architektenvereins unter Anwesenheit des Kronprinzen und des Handelsministers, Dr. Achen⸗ bach, statt. Ueber 100 Personen waren anwesend. Die nächste Generalversammlung findet im Jahre 1876 in München statt.
— Das Reichskanzleramt bringt beim Bundes- rathe folgenden Gesetzeutwurf über die Natural verpflegung der Truppen im Frieden(Einquar- tierung) ein: 1) Beschränkung der Verpflegung zu Naturalleistungen auf das im Interesse der Er- haltung und kriegerischen Ausbildung der bewaff— neten Macht unerläßliche Maß; 2) Inanspruch⸗ nahme der leistenden Individuen, als verpflichteter Subjecte, und— soweit die Natur der einzelnen Leistungen es erfordert,— der Gemeinden, als vermittelnder Organe; 3) Vergütung der Leistungen nach Durchschnittssätzen, bezw. Preisen, welche
— Der Minister des Innern hat die Bezirks- regierungen veranlaßt, die Landräthe anzuweisen, solche Verhaftungen und Transporte katholischer Geistlichen, bei welchen Excesse zu befürchten stehen, entweder selbst an Ort und Stelle zu leiten oder
rathe beauftragten Bürgermeister eine genügende Anzahl von Gendarmen beizugeben, um jeden Widerstand von vornherein zurückweisen zu können.
erklärt, daß die Bürgermeister darauf aufmerksam
Aufforderung zum Auseinandergeben von der Waffe rnergischer Gebrauch zu machen sei, und daß nöthigenfalls von der nächsten Militärbehörde tele · graphisch militärische Hülfe requirirt werden könne. — Nach der„Prov.⸗Corresp.“ reist der Kaiser am 27. d. nach Baden-Baden ab, wo er am 30. den Geburtstag der Kaiserin begehen und hernach noch bis gegen Mitte October verweilen wikd. — Der Entwurf des Reichs-Civilehe-Gesetzes wird, wie dem„N. K.“ mitgetheilt wird, im
Durch die Auf— ö
Gutachten und Wünsche der einzelnen Regierungen, welche Seitens des Reichskanzleramtes aufgefordert worden, sich über den bezüglichen Entwurf auszu- sprechen, sind allseitig eingegangen. Die gesammte Vorlage wird augenblicklich unter Berücksichtigung der von den einzelnen Bundesregierungen zur Sprache gebrachten Wünsche ausgearbeitet, um, wenn irgend möglich, noch im Laufe der nächsten Session an die Reichstagsmitglieder vertheilt zu werden.
— Zbwischen dem Cultusministerium und dem evangelischen Oberkirchenrath schweben Verhand- lungen wegen eines Entwurfs zur Ausführung des §. 32 der Synodal- und Kirchengemeindeordnung (Pfarrerwahlen).
— In der„Spen. Zeitung“ lesen wir: Das Cultusministerium hat den Gesetzentwurf wegen Verwaltung des katholischen nunmehr vollendet und den übrigen betheiligten Ressortmini ern mitgetheilt. Derselbe wird also binnen Kurzem in dem Gesammtministerium be—
vorgelegt werden.
theilt, kann die Existenz eines Schreibens des Kaisers von Rußland an Don Carlos nicht bestritten werden;
der„Cuartel Real“ analisirt, in der diploma— tischen Welt für gefälscht. Uebrigens hat Ruß- land in Berlin und Wien gleichzeitig erklärt, daß
lediglich theoretischen Erwägungen entspringe und nicht die leiseste Lockerung des guten Einvernehmens der drei nordischen Mächte involvire.
Königsberg i. Pr., 23. Sept. Die Ver⸗ handlungen gegen 38 Rädelsführer bei den Ouedenauer Unruhen haben heute vor dem Schwur— gericht begonnen und dauern 4 Tage. Die übrigen Tbeilnehmer werden von dem Kreisgericht ab— geurtheilt.
Hamburg, 23. September. Gestern Abend 11% Uhr fand zu Ehren der Mitglieder der Nordpol-Expedition ein Festbanket statt. Während desselben traf ein Telegramm der Kaiserin Augusta ein, worin die Kaiserin die Nordpolfahrer zu den durch große Hingebung, Ausdauer und Entbehrung erreichten Erfolgen beglückwünschte. Nach Ver— lesung des Telegramms brachte Kirchenpauer einen Toast auf Kaiser Wilhelm aus, in welchen die Versammlung begeistert einstimmte.
— 23. Sept. In der gestrigen Sitzung
tenant Payer Bericht über die Erfolge der Ex— pedition. Dieselbe entdeckte einen 100 Meilen langen, nordwärts verlaufenden, 90 Meilen breiten Sund der die Ländermassen in 2 große Complexe theilt. Der Abschluß des Vormarsches wurde am 12. April 81 57“ nördlicher Breite gemacht, nach Norden hin aber Land bis zu 830 gesehen. Die Expedition war von der Unmöglich— keit überzeugt, auf diesen Wege wegen der Be— schaffenheit der Ländermasse den Nordpol zu er— reichen, und ferner von der Unhaltbarkeit der Theorie eines offenen Polarmeeres.
Gotha. Ein seltenes Jubiläum wird Ende d. J. im Herzogthum Coburg-Gotha gefeiert werden, und zwar ein silbernee Ministerjubiläum. Am 1. Dezember d. J. werden es 25 Jahre, daß der frühere k. sächs. Appellationsrath Frhr. Richard v. Seebach von Dresden vom Herzog Ernst II. zum Staatsminister für Coburg-Gotha ernannt wurde und diese Stelle ununterbrochen bis jetzt begleitet hat.
Stuttgart, 22. Sept. Die Generalver— sammlung des deutschen Gustav-Adolf- Vereins ist äußerst zahlreich aus allen deutschen Ländern be— sucht. Heute fand zunächst eine Sitzung des württembergischen Hauptvereins statt.
Straßburg. Die„Straßburger Zeitung.“
theilt den Wortlaut einer Adresse an den Reichs kanzler mit, welche von 75 elsaß⸗lothringischen
Kirchen vermögens
rathen und unzweifelhaft dem nächsten Landtage
— Wie die„Post“ anscheinend officibs mit
der Geographischen Gesellschaft erstattete der Lieu
Pfarrern der Kirche Augsburger Confession unter“ zeichnet ist und für die Berufung von Professoren der Theologie an die Straßburger Universität eintritt, die auf dem Bekenntniß der Augsburger Confession stehen. Zugleich bedauert die Adresse, daß die neueste Ernennung(Holtzmann's) diesem Wunsche nicht entspricht.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Der Kaiser hat mittelst Handschreiben vom 20. d. dem Ober⸗ lieutenant Paper und dem Linienschiffs⸗Lieutenant Wepprecht in Anerkennung der mit hingebungs⸗ voller Aufopferung und unter den größten Lebens- gefahren mit seltener Energie und Thatkraft im Juteresse der Wissenschaft geleisteten Dienste das Ritterkreuz des Leopold Ordens verliehen.
— Der Kaiser hat dem Reichs- Kriegs minister Koller gegenüber seine vollste Genugthunng da— rüber ausgesprochon, daß die Zustände Böhmens unter seiner ebenso klugen als energischen Leitung eine so erfreuliche Gestaltung angenommen haben.
Schweiz. Basel. Die Exkaiserin Eugenie
hat mit dem Prinzen Louis Napoleon gestern Arenenberg verlassen und ist von Konstanz nach Basel gefahren, um sich nach Chislehurst zurück zu begeben. g Bern, 23. Sept. Der Post-Congreß bat serner die Transit⸗Sätze folgendermaßen festgestellt: Briese bis 1 Kilogramm Gesamungewicht 2 Fr., Objecte bis 1 Kilogr 25 Cent. Benutzt die Transit-Linie bis 750 Kilometer, tritt 65 doppelte Taxe ein. Bezüglich des See⸗Transits genehmigte der Congreß folgende Taxe: für Briefe bis 1 Kilogramm Gesammtgewicht bei mehr als 300 Seemeilen 6 Fr. 50 Cent., für andere Correspondenz⸗Objecte 50 Cent.
Dänemark. Kopenhagen. Die Nach⸗ richten englischer Blätter, daß die diesseitige Re- gierung wegen der nordschleswig'schen Frage Schritte eingeleitet babe, scheinen ohne Anhalt zu sein, da
die hiesigen Blätter diesbezüglich keinerlei Nach⸗ richten haben. Spanien. Madrid, 22. Septbr. Die
„Gaccta“ meldet: General Pavia hat die carlist- ischen Positionen von Poblete und Cogubla in Mästrazgo genommen.— Ein Zufuhren-⸗Transport unter Bedeckung des Generals Laserna ist in Pampeluna eingetroffen.
— 23. Sept. Eine Abtheilung von 3000 Gendarmen nebst 200 Zollwächtern zersprengte bei Jativa(Provinz Valencia) ein 2000 Mann starkes Carlisten Corps, welches die Eisenbahnbrücke bei Albaida und die dortige Telegraphen Leitung zer- stört hatte. Ein Transport von Lebensmitteln ist von Tafalla in Pampeluna eingetroffen. Die Carlisten in Biecapa sind demoralisirxt. Viele suchen Amnestie nach.
Bilbao. Bei dem für die deutschen Offiziere dahier veranstalteten Banket brachte der deutsche Consul Lindau einen Toast auf Spanien aus, welches an der Zukunft nicht verzagen dürfe, da es für die Ideen der Humanität kämpfe. Der Deputirte Jose Vittoria brachte einen Toast auf den deutschen Kaiser und die befreundeten Mächte aus.— Carlistischen Meldungen zufolge weicht General Moriones vorläufig einem Zusammenstoß mit den Carlisten aus und erwartet Verstärkungen.
Rußland. Petersburg. Hr. v. Kud⸗ riawsky, ehemaliger Gesandter Rußlands in Spanien, der sich gegenwärtig in Baden befindet, wird in den ersten Tagen des Octobers nach Madrid abgehen, um dort das russische Cabinet offleibs bei der Regierung des Marschalls Serrano zu vertreten.
Amerika. Newpork. Die republikanische Convention in Alabama hat den General Diw als Gegencandidat gegen den democratischen Gou— verneur-Candidaten Tilden aufgestellt. Da in
Alabama die Unruhen zwischen Negern und Weißen fortdauern, so sind Truppen dorthin abgegangen.


