Ausgabe 
26.9.1874
 
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Generalversammlung des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen.

bereits geschieht und ist dieser Zweck durch Association und unter Mit wirkung landwirthschaftlicher Banken zu erreichen?

5) Die Frage: Auf welche Weise läßt sich der sittliche Sinn und Zustand der Knechte, Mägde und Taglöhner im landwirthschaftlichen Haus⸗ halt verbessern und erhöhen?

6) Bestimmung des nächsten Versammlungsortes.

Nach§ 33 der Statuten muß jedes Mitglied des Vereins, welches in der Versammlung einen Vortrag zu halten wünscht, diese Abficht vor Beginn derselben dem Präsidium zu erkennen geben; schriftliche Mittheil⸗ ungen müssen mindestens einige Tage vor der Versammlung bei demselben

Die diesjährige ordentliche Generalversammlung des landwirthschaft-

lichen Vereins von Oberhessen soll am

Montag den 12. October d. J., Vormittags 10½ Uhr,

zu Nidda im GasthausZum Stern abgehalten

Gegenstände der Verhandlungen werden sein:

1) Erstattung des statutenmäßigen Rechenschaftsberichtes.

2) Die Frage: Welche landwirtöschaftlichen Nebengewerbe wie z. B. Stärkemeblfabrikation, Hühner und Kaninchenzucht u. s. w. können mit Aussicht auf Erfolg in Oberhessen betrieben werden und was kann der landwirtbschaftliche Verein für Einführung derselben thun

3) Die Frage: Welche zeitgemäße Reformen in der Zoll und Steuer-Gesetzgebung ist die Landwirthschaft berechtigt zu fördern?

4) Die Frage: Ist es möglich, den Preis

Producte durch große landwirthschaftliche Genossenschaften allgemein regu⸗ liren zu lassen, wie dies von andern Genossenschaften für ihre Producte

werden.

eingereicht werden.

der landwirthschaftlichen

Der Unterzeichnete ladet die Vereinsmitglieder, sowie alle Freunde der Landwirthschaft zu dieser Versammlung hiermit ergebenst ein. Friedelhausen am 21. September 1874 Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen. Adelbert, Freiherr v. Nordeck zur Rabenau.

Aus Stadt und Land.

Rodheim v. d. H. Unsere Gemeinde, die sich bei allen öffentlichen Gelegenheilen so vortheilhaft hervorthut, bat auch jetzt wieder einen schönen Beweis ihres Gemein⸗ sinnes gegeben, indem für die neulich Abgebrannten, die leider nicht versichert waren, in biesiger Gemeinde allein 96 Maler diverse Frucht, 30 Fuder Stroh, mehrere Hundert Gebund Futter und fl. 300. an Geld gesammelt wurden. Mögen andere Gemeinden dem schönen Beispiele folgen, mögen aber auch Alle es beherzigen, die sich noch nicht versichert haben, und das Versäumte schleunigst nach⸗ holen, ehe es zu spät ist. Möge sich Keiner mit dem Gedanken trösten: bei mir breunt es nicht.

Staden, 23. Sept. Der heutige Tag ist für Staden ein Ehrentag. Obgleich in der letzten Zeit noch gegen die Wahl des seitberigen Bürgermeisters agitirt wurde, so gingen bei der heutigen Bürgermeisterwahl doch nur 2 Summen von 67 abgegebenen verloren und wurde der frühere Bürgermeisten Sauch, ein Sijähriger Greis, der schon circa 50 Jahre lang im Ortsvorstand thälig und in den letzten 16 Jabren Bürgermeister der Gemeinde war, mii 65 Stimmen wieder erwählt. Man sieht hieraus, daß Ebrenhaftigkeit, gerades Wesen, Treue und rechtlicher Sinn in jeder Beziehung ewig jung bleiben. Ebre dem Manne, dem diese deulschen Tugenden das Zutrauen seiner Gemeinde ungeschmälert erhalten! Aber auch Ehre der Gemeinde, der Bürgerschaft, die solche Tugenden zu schätzen weiß!

Nieder⸗Eschbach. Bei der am verflossenen Montag hier stattgefundenen Gemeinderathswahl, an welcher sich von 110 Stimmberechtigten 81 beibeiligten, ergab das Wahlresultar, daß von den seitherigen Gemeinderaths⸗ mitgliedern Valentin Dickhardt, Konrad Steinmetz III., Johannes Kester V., Jacob Richter II., Georg Kester und als Neuzugehende Juftus Kester III., Jacob Kester, Heinrich Gruber, Christian Fritzel gewählt worden sind. Die übrigen Stimmen zersplitterten sich auf weitere 19 Candidaten.

Kalbach. Dahier hat die Wahl des Bürgermeisters zu schweren Excessen geführt. Es hatten sich 2 Partheien gebildet. Die Eine wollte den alten Bürgermeister wieder wählen, die Andere wollte einen neuen haben. Von letzterer hat nun ein Mann einen der anderen Parthei mit der Axt erschlagen.

Offenbach, 24. Sept. Wir haben leider die be trübende Mittheilung zu machen, daß der Chef des Hauses Jacob Mönch& Comp., Herr Julius Mönch, dahier, nach längerem Leiden zu Rheinfelden in der Schweiz gestorben ist. Die Leiche kam gestern Abend hier an und wurde beute in der Frühe vom Portale des Friebhofes aus zu Grabe geleitet. Es ist bekannt, welch' große Verdienste sich der Verstorbene um Hebung der hiesigen Industrie, namentlich der Portefeuille⸗Branche erworben hat.

Mainz, 21. Sept. Wie schon öfters in den letzten Monaten, wurde auch gestern Morgen eine Razzia nach obdachlosem Gesindel veranstaltet, und es wurden in der Stadt und in der Umgegend nicht weniger als 25Herren undDamen angetroffen, die nicht angeben konnlen, wo sie ihr Haupt hinlegten. Man hat guten Grund zu ver⸗ muthen, daß nicht wenige der in Haft Genommenen mit den in jüngster Zeit stattgehabten Einbrüchen in Verbind⸗ ung zu bringen sind. Heute Morgen wurden mehrere der verhafteten Personen zu Gefängnißstrafen verurtheilt, die übrigen aber freigelassen.

Worms. Als Beweis, wie ern und wie gut es hie und da einzelne Bürger mit ihren resp. Gemeinden meinen, mag die Thatsache dienen, daß ein sehr angesehener und vermögender Bürger einer benachbarten Gemeinde für eine Wahlstimme seine hübsche Tochter geboten hat.

Planig. Dahier verbrannten am 21. d. zwei Kinder. Die Mutter hatte sich auf einige Augenblicke entfernt und die Kinder am Feuerheerde zurückgelassen.

Frankfurt, 23. Sept. Gestern Mittag ging der Uhrenhändler Eck mit seiner Frau durch die neue Kräme und ließ dieselbe, da er einem ihm begegnenden Bekannten Etwas mitzutheilen hatte, einige Schritte vorausgehen. Dies benutzte ein Börsenmann, um sich derselben, wie man sagt in unziemlicher Weise, zu nähern, bezw. sie anzureden. In diesem Moment kam der Gatte hinzu, erfuhr was vorgegangen, und nun regneie es dermaßen Prügel auf [Kopf, Gesicht und Rücken des Börsenmannes, daß dieser schließlich mit Zusammenraffen aller Kräfte die Flucht ergriff.

Frankfurt. Am Sonntag Nachmittag erfolgte die Verhaftung eines Post-Eleven Vogel aus Emmerich, der mit 4000 Thlr. von dort durchgegangen und auf dessen Habhaftwerden ein Preis von 100 Thlr. ausgesetzt war. Vogel war dahier in einem Hotel zweiten Ranges abge stiegen und befand sich gerade auf einem Spaziergange in der Niedenau, als er von einem Reisenden und einem Schneidermeister, die von dem Ausschreiben Kenntniß er halten und denen Vogel persönlich bekannt war, betroffen und angehalten wurde.

Frankfurt, 24. Sept. Heute Nachmitiag wurde in den Sälen derHarmonie die diesjährige Herbst-Aus⸗ stellung der Gartenbau-Gesellschaft eröffnet: der Besuch ist gegen ein Eintrittsgeld von 12 kr. bis zum 27. Sept. Abends festgestellt. Die Ausstellung übertrifft, was Ge müse und andere Pftinzen, namentlich was Obst betrifft, die vorjährige Ausstellung bei Weitem.

Frankfurt. Nach derN. Fr. Pr. hat die Kaiserin die Vorstände derVaterländischen Frauen-Vereine zu einer am 8. und 9. October dahjer abzubaltenden Ver⸗ sammlung einberufen. Die Königinnen von Sachsen und Württemberg, die Großherzogin von Baden und die Prin⸗ zessin Alice von Hessen hätten ihre Betheiligung beretis zugesagt. Einem Vernehmen des Fraukf. Journals aus Baden-Baden jedoch nach ist die Nachricht derNeuen Frankf. Presse dabin zu berichtigen, daß von einer per sönlichen Betheiligung der Kaiserin Augusta und der übrigen hoben Beschützerinnen an diesem Vereinstage bis⸗ her nichts bekannt ist.

Fulda, 23. Sept. Allgemeines Aufsehen erregt hier die gestern erfolgte Verhaftung des Fabrik-Besitzers Wagner, eines der geachtetsten Männer in unserer Stadt, wegen angeblicher Bücher⸗Fälschung. Die gefängliche Einziehung soll vom Reichs⸗Oberhandels-Gericht in Leipzig beantragt worden sein.

Saarbrücken⸗St. Johann, 17. Sept. Heute Nachmittag ist auf der benachbarten Kohlengrube Louisen⸗ thal einer der größten im Saarbrücker Kohlenrevier ein schreckliches Grubenunglück vorgekommen. Sechs Personen, darunter ein Berginspektor und Obersteiger, büßten in Folge schlagender Wetter das Leben ein und hinterlassen, gleich den verunglückten vier Bergleuten, beide Weib und Kinder.

Berlin. Am 7. d. ist ein in Berlin aufgegebener recommandirter Brief, welcher in einem festen Pappkarton 56 Brillanten von ½ bis 2 Karat per Stück im Gewichte enthielt, gestohlen worden und zwar aller Wahrscheinlich⸗ keit nach auf der Tour von Breslau nach Kandrzin.

Paris. In der Garnison Limoges ist der Typhus ausgebrochen. Der Kriegsminister gab sogleich Befehl, die Compagnien nach verschiedenen Nachbarstädten zu zer⸗ streuen und möglichst viele Urlaube zu bewilligen.

New⸗Mork. Zu Fall River in Massachusetts ereignete sich am 18. d. M. eine furchtbare Katastrophe. Eine Baumwoll⸗Fabrik gerieth in Brand, als 700 Menschen in derselben beschäftigt waren. Die Treppen, die zum vierten und fünften Stockwerke führten, brannten im Nu nieder, und da kein Ausweg sich bot, sprangen viele von den 140 in jenen Stockwerken Arbeitenden hinunter. Dann viel das Dach ein und 40 Personen verbrannten, während 80 erhebliche Verletzungen erlitten.

Allerlei.

Frankfurt, 23. Sept. Gestern Nacht um ½ über 11 Uher wurde der Rebacteur des hier erscheinenden Witz⸗ blattes,Die Schnacken, auf dem Wege nach seiner in der Sömmerringstraße belegenen Wohnung überfallen und mit einem Stocke mehrmals über den Kopf geschlagen. Motiv zu diesem hinterlistigen Anfall soll ein Artikel in den Schnacken vor drei Wochen gewesen sein. Die gericht⸗

liche Untersuchung ist im Gange.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 23. Sept. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 24½ fl., Nr. 2 23 fl., Nr. 3 20 fl., Nr. 4 16½ fl., Nr. 5 14¾ fl., Roggenmehl%(Berliner Marke) 16½ fl., do. II.(Berliner Marke) 12 fl. Waizen effectiv hiesiger 13½ fl., Korn 1011½ fl., Gerste 11½12½ fl. Hafer 1010½ fl., Kohlsamen 15½ fl., Erbsen 13 17 fl., Wicken 11½ fl., Linsen 1721 fl., Rüböl 37 fl. Alle Preise verstehen sich per 100 Kilo.

Frankfurt, 23. Sept. Der heutige Heu- und Stroh⸗ markt war gut befahren. Heu kostete per Cir. 2 fl kr. bis 2 fl. 50 kr., Stroh per Centner 1 fl. 12 kr. bis 1 fl. 30 kr. Butter 1. Qual. 42 kr., 2. Qual. 40 kr., 3. Qual. 37 38 kr. Eier das Hundert 3 fl. 6 kt. Karioffeln per 200 Zollpfund 2 fl. 1220 kr.

Mainz, 24. Sept. Productenmarkt. Waizen pet Nov. 12 fl. 10 kr., per März 12 fl. 3 kr., per Mai 12 fl. kr., Korn per Nov. 9 fl. 40 kr., per März 9 fl. 40 kr., per Mai 9 fl. 40 kr. Hafer per Nov. 10 fl. 25 kr., per März 10 fl. 33 kr. Rüböl per Och, 17 fl. 20 kr., per Mai 18 fl. 45 kr. Raps per Sept, 16 fl. 35 kr.

D. Frankfurt a. M., 24. September. Die Tendenz provilirte heuie wieder entschiedener 3 la hausse, doch blieb das Geschäft unter dem Einfluß des Mangels an kräftigeren Impulsen und der Näbe des Ultimo ziemlich enge beschränkt. Nur auf speculativem Gebiet waren die Umsätze etwas belebter bei steigenden Coursen. Credil avancirten von 262¾ 264; Staatsbahn wesentlich höher in Folge besserer Einnahmen und Berliner Deckungen, Sie bewegten sich von 339340. Lombarden waren wenig im Verkehr und ziemlich stabil bei 156½, In Bahnen war wenig Geschäft. Dieselben schlossen größtentheils niedriger, namentlich Galizier, weiche fl. 3. verloren. Det neueste Wochenausweis constatirt eine Mindereinnahme von fl. 48,000. Von Prioritäten Italienische beliebt, Banken waren bei wenig veränderten Coursen in geringem Verkehr. Frankfurter Baubank, Brüsseler, Bayr. Wechsler⸗ bank und Süddeutsche Bodencredit höher. Oesterreich. Nationalbank matter. Loose waren still und eher schwächer. Raab⸗Grazer begehrt. Von kleinen Loosen Genueser ge⸗ sucht und fest. Von Wechseln Amsterdam und Wien offerirter. Napoleon ½ kr. höher.

Verloosungen.

3 ½ pl. Anlehen der vormals freien Stabt Frankfuri ga. M. vom Jahre 1858. Ziehung vom 25. August 1874. Heimzahlung am 1. Dezember 1875. Nr. 62 172 214 324 429 511 706 834 864 1175 1181 1247 1268 1323 1367 1382 1436 1483 1510 15523 fl. 1000. Nr. 1663 1687 1701 1972 2084 à fl. 500. Nr. 1125 2453 2479 à fl. 300. Nr. 2504 2575 2702 d fl. 100.

3 pCt. Anlehen der vormals freien Stadt Frankfurt a. M. vom Jahre 1844. Ziehung vom 22. August 1874. Heimzahlung am 1. Dezember 1874. Nr. 62 90 94 129 137 192 215 264 341 435 446 472 480 509 761 769 776 780 840 867 869 880 882 894 à fl. 1000. Nr. 1004 1010 1021 1117 1153 1170 1226 1240 1268 1275 1354 1492 1494 1503 160 1638 1640 1664 1681 1843 1844 1891 1897 1925 à fl 500. Ni. 2023 2060 2081 2104 2161 2174 2185 2266 2274 2309 2319 2396 2508 2612 2634 2641 2700 2714 2771 2770 2794 2868 2986 2998 à fl. 300. Nr. 3021 3045 3101 3104 3212 3287 3339 3371 3381 3409 3608 3649 3671 3672 3673 3749 3852 3914 3930 3973 4041 4043 4044

4166 4210 4363 4364 4380 4456 4458 4475 4499 417 4629 4648 4891 4992 à fl. 100.

Badische fl. 35-Loose von 1845. Serien! Ziehung vom 31. August 1874. Nr. 134 192 248 209 297 346 385 407 728 772 853 860 1004 1296 11) 1416 1431 1462 1509 1722 1731 1916 2004 2104 2400 2154 2221 2543 3041 3144 3404 3488 3501 30% 3663 3700 3732 3747 3789 3967 4191 4231 4301 4416 4453 4515 4567 4632 4666 4897 4925 4975 5320 5338 5376 5477 5566 5677 5946 6031 6201 6217 6262 6465 6494 6588 6648 6874 7147 74% 7491 7503 7576 7586 7648 7779 7826 7895 797 7975. Die Gewinn⸗Ziehung findet am 30. Septembes 1874 stati. ö

Innsbrucker fl. 20-Loose vom Jahre 1871. Ziehung vom 3. September 1874. Heimzahlung am 3. März 1875. Nr. 9306 fl. 10,000. Nr. 15053 fl. 1000. Nr. 43909 fl. 400. Nr. 146 617 1488 1509 1986 2901 3570 4384 4740 5338 6208 8578 8961 9082 9625 10901 13229 13561 16195 16893 17250 20163 21954 21963 22350 24313 26064 26405 27864 0 28136 28638 30810 31353 31358 33530 36078 37734 38214 39870 41007 41013 42996 43567 44539 4513

45582 466393 fl. 30.

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