1 o glet N
lr N
gettin
1 rin
1874.
Jamstag den 25. Juli.
87.
Oberhessischer Anzeiger.
Die Petitzeile wird mit 4 Kreuzern berechnet.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag
Amtlicher Theil.
Belreffend: Die Wahlen der Gemeinderäthe in den Landgemeinden.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.
Wir eröffnen Ihnen auf die von einzelnen Bürgermeistereien bei uns gestellten Anfrage, daß der Behuf der Protokollführung bei der Gemeinde rathswahl eventuell zuzuziehende Aktuar(§. 30 der Wablanleitung) unmittelbar vor der Wahlhandlung von demjenigen zu verslichten ist, welcher dit Wahl leitet,— nach Art. 19 der Landgemeindeordnung also von Ihnen oder dem von Ihnen ernannten Stellvertreter.
Die Verpflichtung ist sachgemäß in Gegenwart der zwei Beisitzer vorzunehmen.
Friedberg am 23. Juli 1874.
8.. Haas, Kreis- Assessor.
L. Haustt
-Gllel
d. Bern beck
erte
.
von 2 bis
ahen.“
— 8
——
Friedberg am 22. Juli 1874.
r Die Forst⸗ und Feldstrafen von der III. Periode 1874 können an den bestimmien Zahltagen, Dienstags und Donnersiags, Morgens von 8 bis 12 und Mittags 5 Uhr, vom 1. dis 15. nächsten Monats an das unterzeichnete Rentamt ohne Mahnung bezablt werden. 5 a Als besonderen Erhebungstag für den Landgerichtsbezuk Bubtzich bestimmen wir Samsiag den 1. August d. J., Morgens von 8 bis 10 Uhr im Gasthaus zum Stern zu Butzbach— und für den Landgerichtsbezirk Vildel Mitwoch den 5. August d. J., Morgens von 9 bis 11 Uhr, bei Herrn Gastwirth Fink zu Vilbel. Wir ersuchen die Großberzoglichen Bürgermeistertien, dieses im Interesse ihrer Ortsangehörigen alsbald bekannt machen zu lassen.
u
n
g.
Großherzogliches Rentamt Friedberg. Ne: Roth, Finanz⸗Accessisi.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Das Großberzogliche Regie- ungsblatt Nr. 37 enthält:
I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Droßberzoglichen Hauses und des Aeußern, die Abänderung ver Polizei und Gebübren⸗Ordnung für den Hafen zu Worms betreffend.
II. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums ves Innern, die Organisation der Ersatzbehörden beireffend.
III. Summatische Uebersicht der Rechnung Großber⸗ loglicher Landes- Waisen⸗Anstalt zu Darmstadt für 1873.
Die ordentliche Einnahme betrug 66.918 fl. 15 ½ ke., vie außerordentliche Einnabme 27,854 fl. 2½ kr.: Summe
uller Einnahmen 94772 fl. 18 kr. Die Kosten für die Srziehung und Verpflegung der Waisen betrugen 58,965 fl. 10 kr., die ganze ordentliche Ausgabe 62,892 fl. 43 kt.,
vie außerordentliche Ausgabe 29,781 fl. 15 kc., Summe bvller Ausgaben 92,673 fl. 58 kr.
Die Gesammt-Ein⸗ zahme beträgt 94772 fl. 18 kr., ab die Gesammt-Ausgabe, leib Rest 2098 fl. 20 kr und dieser besteht: a) in liqui⸗ rien Ausständen 1508 fl. 10 kr., d) in baarem Vorrath, um Kapitalvermögen angebörend 590 fl. 10 kr. Am
es Jahres 1873 wurden aufgenemmen: 382; mühin wurden in 1873 zusammen verpflegt 1798. Durden 362. Am Schlusse des Jahres 1873 blieben mithin in Verpflegung 1436.
IV. Bekanntmachung Großberzogl. Kreisamts Scholten, ie Umlagen der israclitischen Religionsgemeinde zu Boben⸗ ausen für 1874 betreffend. Vi. Ordens verleihungen.
VI. Eimächligungen zur Annahme und zum Tragen temder Orden.
VII. Namens veränderung.
VIII. Erihalung von Erfindungspatenten.
IX. Dienfinachrichien. Seine Königliche Hoheit der
—
Schullehrer an der evang. Schule zu Gelnhaar, Georg Jammer, die evang. Schulstelle zu Albach zu übertragen; ern 29. Juni den Schulamisaspiranten Heinrich Kolb
46 Pfaffen⸗ Schwabenheim in der Cigenschaft als Volks⸗ Hullehrer, zum Lehrer an der Rcolschule zu Alzey und ern 1. Juli den Sergeanten in der Reserve, Adam Götz
das Laudenau zum 2. Kanzleidiener bei der Direction bet Main Neckar⸗Eisenbahn zu ernennen; am 4. Juli dem Lchulamisaspiranten Philipp Friedrich Walther aus Langen⸗ bergheim die evang. Schulstelle zu Hoch⸗Weisel zu über⸗ tagen; am 7. Juli den Telegrophisten bei der Main⸗ Ackar⸗Eisenbahn, Georg Philipp Hauser, zum Expeditor bei der Station Darmstadt dieser Cisenbahn und den Jortier auf der Station Darmstadt der Main-Neckar⸗ asenbahn, Conrad Walther, zum Telegraphisten bei dieser (asenbahn zu ernennen.
X. Chatakierertheilungen.
XI. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die 2. dung. Schulstelle zu Holzbeim, im Kr. Gießen, mit einem hrl. Gehalte von 450 fl.; bie 1. kath. Schulsielle zu bber⸗Wöllstabt, im Kr. Friedberg, mit einem jährl. Ge— Nein von 400 fl.; der kath. Pfarrer und der Gemeinde— unh zu Ober⸗Wbllstabt haben für dicemal auf Ausübung d ihnen zuflehenden Präsentationsrechts verzichtet.
XII Sterbsälle. Gestorben sind: am 20. Mai der pens. kchullehrer Georg Ludwig Fischer zu Roßdorf; am 7, Junk n Sqhullehter Heinrich Peppler zu Gleimenhain.
Friedberg, 23. Juli. Heute Vormittag traff S. K. H. der Großherzog zu längerem
Aufenthalt dahier ein.
Darmstadt, 22. Juli. Die Kaiserin von Rußland rciste heute Nachmittag von Jugenheim ab.
— Am 23. Juli wurde Mock, Sec.-Lt. vom 1. Großh. Inf.(Leibgarde-) Regt. Nr. 115, dessen Commando zur Dienstleistung beim Eisen⸗ bahn Bat., vom 1. August d. J. ab ein Jahr verlängert.
Erbach. Endlich ist von dem Verwaltungs- rathe der Hessischen Ludwigs- Bahn definitiver Beschluß bezüglich der Odenwald Bahn gefaßt worden, nachdem eine Deputation von Beerfelder Einwohnern noch einen letzten, aber fruchtlosen Versuch bei demselben gemacht, die Bahn näher an ihre Stadt gelegt zu erhalten. Sie wird
Enuassen
Hroßherzog haben allergnädigst geruyt: am 25. Juni dem
durch das Schöllenbacher Thal geführt, alsbald
1
Schlusse des Jab res 1873 blieben 1410 Waisen. Während in Angriff genommen und in vier Jahren vollendet.
Berlin, 21. Juli. Gestern hat sich, einer Privatnachricht zufolge, der deutsche Botschafter Generallieutenant von Schweinitz in New Rork tingeschifft, um auf seinen Wiener Posten zurück— zukehren. Der genannte Diplomat wird in den ersten August- Tagen in Wien eintreffen, recht zeitig genug, um sich in Gastein dem Kaiser Wilhelm noch vor dessen Abreise vorstellen zu können.
— 23. Juli. Die„Nordd. Allg. Zeitung“ bespricht die Ermordung eines Hauptmannes a. D. Schmidt, welcher sich als Zeitungekorrespondent bei der republikanischen Armee befand und den die Carlisten gefangen nahmen, durch die Letzteren und schreibt: Es bedurfte des Vorfalls nicht, um das Urtheil Deutschlands über die Carlisten und deren Kriegführung festzustellen. Die auf rohen Fanatismus gestützte, nur in ultramontanen Ver— schwörungen und Complotten ihren eigentlichen Verbündeten suchende Bewegung konnte in Deutsch- land keine Sympathie finden. Nach dem em- pörenden Vorfall sei die Frage berechtigt, ob wir für den Mord Genugthuung erhalten. Einer die civilisirten Grundsätze des Völkerrechts anerken- nenden Armee gegenüber wäre dieses leicht, nicht aber den Carlisten gegenüber, die in unzugäng— lichen Gebirgen, abgeschnitten vom Meer, eher als Banden, denn als Armeen zu betrachten seien. Trotzdem sei es unzweifelhaft, daß die Reichs- regierung im Interesse des empörten National- gefühls und der gesammten europäischen Civili- sation Mittel suchen und finden werde, den car—
listischen Banden begreiflich zu machen, daß die
Hinrichtung eines gefangenen Deutschen nicht un- bestraft bleibt.
Burgsteinfurt, 20. Juli. Vor den Schranken des hiesigen Gerichts standen heute jene 35 hochadeligen Damen, welche bekanntlich wegen der Ueberreichung einer Adresse an den Bischof von Münster unter Anklage gestellt wor⸗ den waren. In der erwähnten Adresse, die an⸗ läßlich einer bei dem Bischof vorgenommenen ge⸗ richtlichen Pfändung von einigen fünfzig, zumeist zu Münster domicilirten Damen erlassen und von sehr vielen derselben in der Wohnung des Bi— schoͤss diesem zunächst mündlich vorgetragen, als- dann schriftlich mit mehr als fünfzig Unterschriften überreicht und schließlich durch den Druck ver⸗ öffentlicht werden, war u. A. auch von„verblen⸗ deten Machthabern“ die Rede, die gegen das Vermögen dee Bischofs einen Raub begangen, und diese werden schließlich mit den„feilen Schergen und Henkersknechten“ verglichen, die Jesum Christum ans Kreuz genagelt ic. Da nun das Kreisgericht zu Münster Pfändung an dem Bischof vorgenommen, so hat es dieserhalb gegen die Angeklagten wegen Beleidigung den Straf- Antrag gestellt. Die„Westf. Prov. Zeitung“ meldet: Die Gräfin Therese Droste-Vischering v. NesselrodeReichenstein, geb. Gräfin Asseburg, wurde verurtheilt zu 200 Thlr. Geldbuße, bezw. 6 Wochen Gefängniß; freigesprochen wurden Frl. von Grävenitz, Frau von Kalkstein, Frau von Ascheberg und Gräfin Rump. Die Uebrigen wur⸗ den zu 100 Thlr. Geldbuße, bezw. 3 Wochen Gefängniß verurtheilt.
Limburg. In der Pfarrei Haintchen nimmt die maigesetzliche„Sperre“ ihren Anfang. Bereits ist dem Organisten das Orgelspiel, dem Küster das Läuten, dem Pfarr-Verwalter die Ertheilung des Religions-Unterrichts nicht nur in den Schulen, sondern auch in den Privathäusern untersagt, dem Letzteren bereits wegen seiner Anstellung amtliche Verwarnung ertheilt und die weiteren Maßregeln sind in Aussicht gestellt. Auch die staatliche Be- schlagnahme des Pfarr- und Kirchenvermögens ist bereits eingeleitet.
Kissingen. Fürst Bismarck hat die Be— gleitung berittener Gendarmen bei seinen Aus- fahrten dem Vernehmen nach abgelehnt.
Ausland. Oesterreich- Ungarn Wien. Der
„Wiener Abendpost“ zusolge ist die Behauptung einiger Blätter, daß der Capitän des egyptischen
7


