en — ie, Die ländlichen Industrieausstellungen — de Nan, in ihrer volksw. Bedeutung. * bebm Einem großen lebhaften Markte gleicht unser 5 Ie ge, jetziges industrielles Leben. Ueberall mehrt sich, 1 d in Folge der besseren Verkehrs-Mittel und Wegt bn und des fortschreitenden Wohlstandes, die Zahl eech der Kaͤufer, und, wo diese vorhanden, erscheinen Land. immer zahlreicher auch die Verkäufer, um neben-
einander ihre Waaren feil zu bieten. Kauflust und eine freie Concurrenz, ein ungebindeter Wett-
kampf, die Waaren so gut und so billig wie möglich zu liefern, sind die Elemente, die Voraus- setzungen einer gesunden Industrie. Ein tüchtiger Geschäftsmann wird indessen nicht Billigkeit oder Güte allein, sondern beide zugleich er— streben, wie es den Wünschen der Käufer ent—
spricht. Es wäre ja widersinnig und unwirth⸗ schaftlich, wenn Jemand unter gleichpreisigen
Waaren einer Art nicht die besten und bei gleich guten Waaren nicht die billigsten wahlen wollte, insofern eine Wahl überhaupt möglich. Hiernach wächst unausgesetzt die Aufgabe der Producenten, Fabrikanten und Handwerker; fort und sort zu lernen sind alle Industriellen durch die freie Con— currenz gezwungen. Eigentlich ist dieses Streben nach dem Besseren Pflicht eines jeden Menschen, sei er Angestellter, Rentier, Künstler oder Ge⸗ schäftsmann. Ein Professor oder Lebrer, der
seine Kenntnisse nicht erweitert, geht zurück, der wirthschaftet“ mit seinem geistigen Kapital gerade
braucht. Unsegens in der Volkswirthschaft. Auch viele Handwerker machen es ähnlich mit ihren Fertigkeiten und Kenntnissen, oft zu spät einsehend, daß sie steben geblieben und von Anderen Aberflügelt worden sind. Das in solchen Fällen Bersäumte läßt sich nie wieder gut machen. Stillstand ist Rückschritt! Wie richtig dieser Satz ür alles Leben und Streben, scheint nunmehr zuch bei den geringsten Handwerkern zur Ueber⸗ zeugung geworden zu sein. Ich glaube dieses dauptsächlich daraus schließen zu dürfen, daß gegen die obligatorisch werdenden Fortbildungeschulen ioch keine Stimme aus den Handwerkerkreisen sich erhoben hat. Man will hier also wirklich mehr lernen. Dies ist ein bedeutender Schritt voran. Nicht mit der Volksschule, sondern mit der Fort- vildungsschule soll fortan der Schulzwang auf— bören. Ibren Abschluß aber soll damit die jßffentliche Fürsorge für die Weiterbildung, ins— pbesondere der männlichen Jugend, nicht finden; Diese muß vielmehr unauegesetzt fortdauern, einerlei ib sie vom Staat, Kreis und Gemeinden oder
Handwe k.
geben, wie die Bequemlichkeit es oft ausspricht, ist ein Verrath an dem Fortschritte der Mensch⸗ beit; denn die persönlichen Jateressen werden tbeils übertrieben und ausbeutend wahrgenommen, theils auch versäumt.
Mit Recht wird den Handwerkern in öffent- lichen Vorträgen und Schriften empfohlen, ihre Gewerke zu Kunstgewerken auszubilden. Aber wer soll die Kunst lehren? Dieselbe Frage stellte und erörterte ein Lehrer an einer höheren Schule in einem öffentlichen Vortrage. Der Kreis von nützlichen Künsten, sagte dieser Redner, läßt sich nicht abgrenzen; all unser Thun und Lassen kann schön und unschön, woblgefällig und abstoßend sein; sogar bei dem Gehen, Stehen, Sitzen, Essen, Lesen, Schreiben, Zeichnen, überhaupt beim Ar- beiten, auch für jedes Handwerk gibt es eine Kunst, welche die Leistungen, Produkte und Fabrikate angenehmer, werthvoller macht. Aber, wer soll sie lebren, insbesondere die Handwerkerkunst?
Vorbereitend thun dieses allerdings die Schulen. Nach dem Schulbesuch jedoch geschieht in dieser Richtung nichts mehr, was einer öffentlichen Für— sorge ähnlich sähe. Und dieses ist ein Mangel, der im wirthschaftlichen Leben, namentlich auf dem Lande, wie ein Hemmschub in der Ebene, das Vorankommen erschwert, hier und da sogar unmöglich macht.
Unsere angehenden Handwerker treten gewöhn— lich bei einem ländlichen Meister in die Lehre,
so wie ein Mann, welcher, ohne neuen Erwerb, im Jünglingsalter, das bei richtiger Führung so„sichert das projektirte Unternehmen.“ das früher erworbene materielle Vermögen ver- sebr empfänglich ist für das Edle und Schöne. Sachverständige wird diesen Gedanken beistimmen Diese Aufzehrung ist die Summe alles Darum sollte und müßte bei den Jünglingen der müssen; ja es liegt auf flacher Hand, daß große
Grund gelegt werden zur Kuust, nämlich in Ge— schmacksbildung durch Anschauung schöner, voll. kommener, planmäßig durchdachter Arbeiten und in Bethätigung des Kunstsinnes durch stufenweise Uebung in schwereren und feineren Arbeiten; und wo die Kunst der Arbeit Ziel ist, da wird sie es auch bei der Erholung werden und veredelnd wirken auf alles Thun und Lassen in Freud und Leid. So sollte es sein. Wie ist es da— gegen?
Die Jungen lernen nothdürstig das rohe Fast nur rohe Arbeiten kommen auf dem Lande vor. Wer feinere Waaren kaufen will, geht, zuweilen nur von Vorurtheilen beein— flußt, in die Stadt. Wenn nun auch künstig vie Lehrlinge die Fortbildungsschule besuchen und
die bis zur Confirmation erworbenen Kenntnisse
erhalten oder gar erweitern, so sehen und hören sie doch kaum etwas von der Kunst ihres Hand— werks. So unvorbereitet kommen die jungen Handwerker in die Stadt und in große Werk— stätten, in welchen, bei Maschinenarbeit und Arbeits-
[Vollendung zum rechten Ausdruck. Nur wenige, besonders strebsame, begabte Arbeiter sind im Stande, bei mechanischen Beschäftigungen der be— zeichneten Art, den Gedanken an eine weitere Ausbildung zu erfassen und, mit Benutzung der in den Städten gebotenen Anstalten, Museen 1c., zu versolgen. Der Kunstsinn, in den Jugend- jahren leicht erweckbar, erlangt bei Menschen reiferen Alters keine produktive Kraft mehr. Die Frage, wer soll die Kunst lebren 7 wird, zu Folge vorstehender Ausführungen, für unsere angehenden Handwerker dahin zu beantworten sein, da g die Lücken daheim auf dem Lande ig Bethätigung der öffentlichen Fürsorge für die Weiterbildung der In dustriellen angemessen auszufüllen.
Hierher rechne ich vor Allem ländliche In⸗ dustrieausstellungen. Für die Wetterau findet eine solche zum erstenmale im Laufe dieses Som- mers zu Friedberg statt. Comité am Schlusse seines Programms:„Zweck „der projektirten Ausstellung ist, die Leistungs⸗ „fähigkeit der Wetterauer Industrie zu zeigen „und in das rechte Licht zu stellen, aber auch „zugleich zu gesteigertem Gewerbefleiß anzuregen, „die Industrie zu heben. Lokale Ausstellungen, „mitten im Volksleben stebend und den Freunden „der Industrie leicht zugänglich, erscheinen für „den angegebenen Zweck geeigneter als große „Ausstellungen. Diese Thatsache breinflußt und Jeder
Ausstellungen das eigentliche Volk nur in ihrer naͤchsten Nähe berühren, während die in vielen Landschaften ausgeführten lokalen Ausstellungen, da wo Ankegung und Aufmunterung fehlt und nothwendig ist, beides in hohem Maße gewähren. Es könnte entgegnet werden, daß diese Zwecke der Ausstellungen einfacher zu erreichen seien durch zeitweise Reisen der ländlichen Handwerker in die nächsten großen Städte, wozu die Eiseu⸗ bahnen billige Gelegenheiten bieten. Mir scheint indessen, als erwecke das Sehen der vielen berr— lichen Industrieerzeugnisse und der fertigen, der Industrie gewidmeten großartigen Einrichtungen und Anstalten in Handelsstädten bei dem länd— lichen Handwerker eine gewisse Entmuthigung und dieses so lange, als daheim eine jede öffentliche Theilnahme und Mitsorge fehlt und die Gesammt— heit den einzelnen Industriellen seinem Ringen und Schicksale überläßt.„Hier(daheim) ist nichts zu machen.“ Diese Worte können wir oft von ländlichen Handwerkern hören, wenn sie die städtische mit der ländlichen Industrie vergleichen;
ton der Selbsthülfe betbätigt wird. Sie ist un- theilung, die Arbeit der einzelnen Menschen wohl] und wo der hierin ausgesprochene Gedanke binfübrt, „en untbebrlich, diese dreierlei öffentliche Fürsorge. zur Fertigkeit, aber nicht zur Kunst werden kann; wissen wir aus Erfahrung: Zum wirtbschaftlichen 1. Dieselbe dem Interesse der Einzelnen anheim zu denn die Kunst gelangt erst im Ganzen, in der Siechthum und Rückschritt.(Schluß folgt.) * be- 1 21%—* f 2— 8 7* ofratts- Ben lz⸗Versteiger Bekannt F Hofraithe⸗Versteigerung. Holz ⸗Versteigerung. ekanntmachung. i 5 0 U 5 „. 1 5 eee bee 1909 Donnerstag den 25. Juni d. J., von Vormittags 1866 Durch Uebernahme des Casino's bin ich genöthigt „ e 1 des Kaufmanns Carl Bingmann 10 Uhr an, kommen aus dem Domanialwalddistrikt eine Moͤbel⸗Versteigerung auf Freitag den 28. Junt, . u.% er 8 1 Ab N Frauenwald 9 Uhr anfangend, gegen Barrzahlung hiermit anzuzeigen, „ fsehörend nochmals öffentlich meistbietend versteigert werden. 421/ Raummeter Elchen-Schälprügelholz bestehend in 8 7 9 11 1 5* 2 95 0 1 dat Fer* 1*.** 2 e 8805 Stück Eichen⸗Schalholz⸗Wellen, f 6 vollständigen Betten, rar e geh in der Stab. 85 den Späne J Sefzas 1 Seikelen, 1. Friedberg e 10. Junt 1874. zur Versteigerung. N Waschtischen, 3 Nachttischen, a Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Ober⸗Rosbach den 20. Juni 1874. 6 Tischen, Stühlen, 2 Sesseln, . n Großherzogliche Oberforsterei Ober-Rosbach. Commoden, J Kochherd, 1 0 1 Sit ria ck⸗ ö 6 frisch leer gewordenen Bordeaupfaͤssern. 1 44 d 2 5* Auch gebe ich auf Verlangen vorbenannse Gegenstände Bekanntmachung. Eine Wohuung in Bad⸗Nauheim ber ee eee n 21 1% Die unterm Heutigen in dem Gräflichen Revier 1865 wird zu miethen gesucht. Sie soll enthalten 8 51 4 3 Schott 1 1 1 Tainharbs abgehaltene Holzversteigerung ist genehmigt. 5 Piscen an Zimmern und Cabineten, Abtritt, Küche, f f 1 1 1 Der erste Fahrtag ist auf Donnerstag den 25. d. M.] Keller und Behälter zum Aufbewahren des Brennholzes; 7 N „bd das Ende des Abfuhrtermins auf den 1. August] dasselbe soll bezogen werden im Oktober oder Anfang II r er r. eggesegt. November l. J. Die Exped. d. Bl. ertheilt Auskunft. b W Wickstavt den 19. Juni 1874. 8 411 29 Gräfliche Oberföͤrsterei Assenheim. 1 5 1816 offertre 3 14 kr. per Pfund, bei Abnahme mehrerer U a Schall as. 10 ne un kle Kisten bedeutend billiger.
Schleifen
is in seidenem Bande und allen möglichen Farben,
„ it metallenen Abzeichen für Krieger-, Sängers und * arii 6 8 in Collection von mehreren Hundert Mustern *—* ert schon von 1¼' Sgr. das Stück an 4 111
L. Meyer, Wiesbaden, Fliltale der Bonner Fahnenfabrik.
18937 billigst bei M. D. Loeb.
1692 Ein reinliches braves
Mädchen,
welches noch nicht gedient zu haben braucht, wird für einen ruhigen Dienst zum 1. Jult gesucht. Naͤheres bei der Expedition d. Anz.
Ph. Dan Kümmich.
Ein möblirtes Zimmer 1911 zu vermiethen. Näheres bei der Exp. d. Anz Einen tüchtigen Arbeiter
1813 sucht Fauerbach b. Fr.
Balthaser Kropp, Schuhmacher.
Mit Recht sagt das
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