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rt. a.
zu richten.
1874.
Dienstag den 21. April.
M47.
Oberhessischer Anzeiger.
Die Petitzeile wird mit 4 Kreuzern berechnet.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Nr. 11. Impfgesetz. Seite 31.
Amtlicher Theil.
Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatte des Deutschen Reichs publicirt worden:
8 Nr. 10. Gesetz, wegen Einschränkung der Gerichtsbarkeit der deutschen Consuln in Egypten. Seite 23.— Gesetz, wegen Erwerbung eines Grundstücks für die Kaiserliche Botschaft in Wien. Seite 24.— Gesetz, wegen Abänderung des Gesetzes über die Pensionirung der Militairpersonen. Seite 25.
soweit erforderlich, hiermit eröffnet.
der auf die evangelischen Kirchen- und milden
Kirche zu Assenbeim 1 fl. 34 kr.— Kirche zu Bönstadt 2 fl. 20 ke.— Kirche zu Bruchenbrücken 1 fl. 7 kr.— Kirche zu Butzbach 54 kr.— Kugelbaussonds zu Buß bach 1274 fl. 6 kr.— Kirche zu Dorheim 34 kr.— Kirche zu Fauerbach b. Fr. 2 fl. 4 kr.— Kirche zu Fauerbach v. d. Höhe 14 f. 9 kr.— Kirche zu Flotstaht 478 fl. 36 kr.— Stadtkirche zu Friedberg 2 fl. 4 kr.— Burgkirche zu Friedberg 1 fl. 29 kr.— Pia corpora zu Friedberg 404 fl. 10 kr.— Kirche zu Griedel 2 fl. 56 kr.— Kirche zu Hoch ⸗Weisel 2 fl. 1 kr. 18 fl. 30 kr.— Kirche zu Melbach 6 fl. 22 kr.— Kirche zu Münster 2 fl. 10 kr.
Betreffend: Den Vorcanschlag des allgemeinen evangelischen Kirchenfonds für 1874.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die evangelischen Kir ehenvorstände des Kreises.
Den in Abdruck nachstehenden Auszug über die repartirten Gelder für 1874 theilen wir Ihnen unter der Auflage mit, die einzelnen Beträge zur Zahlung an die einschlägigen Großherzoglichen Districtseinnehmereien den betreffenden Kirchenrechnern in Ausgabe zu detretiren; Credit wird,
Auszug aus der Zusammenstellung Stiftungsfonds für das
— Kirche zu Langenhain Weckesheim 7 fl. 31 fl.—
Friedberg den 19. April 1874.
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Jahr 1874 ausgeschlagenen Beiträge für kirchliche und geistliche Zwecke. — Kitche zu Münzenberg 4 fl. 8 kr.— Kirche zu Nauheim 4 fl. 57 kr.— Kirche zu Nicder-Rosbach 46 kr.— Kirche zu Nicter⸗Weisel 18 fl. 17 kr.— Küche zu Nieder⸗Wöllstadt 1 fl. 53 kr.— Kirche zu Ober Rosbach 33 fl. 39 kr.— Kirche zu Ossenbeim 1 fl. 48 kr.— Kirche zu Ostheim 7 fl. 35 kr.— Kirche zu Pohl⸗Göus 54 ke.— Kirche zu Reiche 9 kr.— Kirche zu Södel 1 fl. 35 kr.— Kirche zu Siaden 126 fl. 30 kr.— Kicche zu Steinfurth 1 fl. 2 ke.— Kirche zu Trais⸗Münzenberg 15 fl. 12 kr.— Kirche zu
lobeim 114 fl. 14 ke.— Kirche zu Schwalheim 143 fl.
Kirche zu Wohnbach 151 fl. 42.
1 Deutsches Reich.
Darmstadt, 15. April. Heute wurde unter dem Vorsitz des Hrn. Obersteuer-Director Hügel a. D. tine Versammlung in Ruhestand versetzter Civil- Beamten abgehalten und in derselben beschlossen, behufs Erhöhung ihrer Pensionen eine Eingabe an den Großherzog und an die zweite Kammer
In diesem Schriststücke soll nachge⸗
Commissions Anträgen angenommen. Bei F. 42 (Heranziebung der Militärpersonen zu den Com- munalabgaben) forderte Benda auf, die Regierungs- votlage, wie die Commissions-Anträge, abzulebnen, da die Regierung die weitere Regelung der Frage sich vorbehalte. Die Commissions-Anträge wurden hierauf mit allen gegen die Stimmen der Fort— schrittspartei, der Polen und eines Theils des
wiesen werden, daß dieselben Gründe, welche für Centrums, die Regierungsvorlage mit allen gegen
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die bereits erfolgte Erhöhung der Besoldungen der activen Beamten sprechen, als fortwährende Steigerung aller Lebensbedürfnisse, Folgen der
1 18 des neuen Münzfußes u. s. w., auch auf die in Ruhestand versetzten Staatsdiener in gleichem Maße Anwendung finden, und daß eine
Erhohung der Pensionen ein im Staats- Interesse liegender Act der Billigkeit und Gerechtigkeit sei. Den auswärtlgen Pensionären wird Gelegenheit gegeben werden, diese Bestrebungen zu unterstützen.
— Aus der am 13. d. Mts. zwischen dem Finanz⸗Ausschuß und dem Ministerium abgehal- tenen gemeinschaftlichen Sitzung verlautet rück— sichtlich des„Nachtrags⸗Budgets“, daß die großh. Regierung sich den von den Referenten des Aus- schusses schon für den Rest der gegenwärtigen Jinanzperiode erstrebten Reformen gegenüber im Wesentlichen ablehnend ausgesprochen hat.
— Der Gesetzgebungs⸗Ausschuß der zweiten Kammer wird nach längerer Pause am 21. d. M. eine Arbeiten wieder aufnehmen. Die betreffenden Einladungen sind bereits ergangen.
Berlin, 16. April. Der Reichstag nahm n der heute fortgesetzten zweiten Lesung des Militär- zesetzes die 58. 9 bis 30A theils nach den Vor- agen der Regierung, theils nach den Anträgen der Commission an. Ein zu§. 11 vom Abg. Weber gestelltes Amendement, wonach Ausgewan- derte, gleichviel in welchem Lebensjahre sie aus- vanderten, bis zum 31. Lebensjahre zur Heeres Dienslleistung herangezogen werden können, wurde nit 178 gegen 155 Stimmen angenommen. Ein 1 von Hauck zu F. 20 gestellter Antrag betreffs wesjähriger Zurückstellung, eventuell Ueberweisung zur Ersatzreserve von Candidaten der Theologie ind die Rabbinats wurde abgelehnt.
„117. April. Der Reichstag sitzte heute die
welle Lesung dis Militär- Gesetzes fort. Die 356. 31— 41 wurden meist unverändert nach den
einige conservative Stimmen abgelehnt, so daß das bisherige Verhältniß bestehen und die Frage künftiger Regelung vorbehalten bleibt. Hierauf wurden die übrigen Paragraphen bis zum Schluß angenommen.
J 18. April. Der Reichstag nahm in dritter Lesung den Gesetzentwurf über Abänderung des Artikels 15 des Münggesetzes betreffs Fortdauer der Gültigkeit der österreichischen Thaler an und genehmigte in zweiter Lesung den vorgelegten Nachtragsetat, wobei die Abgeordneten Mosle und Kapp den Kulihandel zur Sprache brachten. Präsident Delbrück erklärte, ein Handelshaus in Hongkong habe den Kulihandel betrieben, der Fall unterliege aber der englischen Jurisdiction und stehe der Gewalt der deutschen Regierung durchaus fern; den deutschen Consulaten sei die strengste Ueberwachung des Transportes von Kulis aufge—
setzentwurfs über die Ausgabe von Reichskassen- scheinen. Im Laufe der Debatte tritt Finanzminister Camphausen für die Vorlage der Regierung ein. Derselbe führt aus, das Verhältniß des Noten- umlaufs zu dem Metallvorrath sei in allen deutschen Staaten wesentlich gleich. Die Bundesregierungen wollten eine unrerzinsliche Staatsschuld creiren, die nach gleichmäßigen Grundsätzen gleichmäßig vertheilt werde. Das Gesammtreich sei nicht ver— pflichtet, die ungeveckte Notenschuld der Einzel— staaten zu tragen. Die angebliche Bevorzugung einzelner Staaten gegenüber anderen sei eine irrige und durch die Verhältnisse widerlegte Behauptung. Nach längerer Debatte wurde§. 1 mit der Be— stimmung angenommen, daß, dem Antrage Bam— berger's entsprechend, nur Apoints zu 5, 20 und 50 Mark ausgegeben werden. Die§§. 2 und 4 bis 8 des Reichskassenschein-Gesetzes werden unverändert,§. 3 mit einem Antrage v. Benda's
bezüglich der Art der Vertheilung angenommen.
geben. Hierauf folgt die zweite Lesung des Ge-
Das Haus vertagt sich darauf, nachdem ein don Windthorst eingebrachter Antrag, Montag die dritte Lesung des Preßgesetzes vorzunehmen, abgelehnt und beschlossen worden ist, Montag das Militär- gesetz in dritter Lesung zu berathen.
— Der Wiener„Volksfreund“ vernimmt, daß Seitens der römischen Curie ein energischer Protest gegen die durch die preußische Regierung verfügte Absetzung des Erzbischofs Ledochoweki bevorstehe.
— In der letzten Sitzung des Central- Aus- schusses der„Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung“ wurde nach Erledigung einiger geschästlichen Angelegenheiten beschlossen, mit Rück- sicht auf die gegenwärtige im Rbeinlande herr- schende außerordentliche Thätigkeit in der Gründung von Bildungsvereinen der von Bonn, dem Vorort des rheinisch-westsälischen Verbandes, ergangenen Einladung zur Abhaltung der diesjähren Gencral⸗ versammlung in Bonn zu folgen und für das nächste Jahr Heidelberg ins Auge zu fassen, falls die zur Zeit in Baden begonnene Bewegung, welche die Ausbreitung der Gesellschaft daseldst bezweckt, einen entsprechenden Fortgang nimmt. Die Bestimmung der Zeit und der Tagesordnung im Allgemeinen wird der nächsten Sitzung vor— behalten. Weiter wird der Beschluß gefaßt, daß die Wanderlehrer der Gesellschaft in bisheriger
Weise fortfahren sollen, Aufklärung über wirth⸗ schaftliche Fragen zu verbreiten und daß in Zukunft fortlaufende Flugschriften berauszugeben find, welche die soziale Frage in belehrender Form behandeln, dagegen wird die Herausgabe einer autodio— graphischen Correspondenz mit polemischer Tendenz abgelehnt.
— Der Abg. Liebknecht(Stollberg Schnee- berg) wird nach Verbüßung der am 17. April 1872 begennenen zweijährigen Festungsbaft aus Huberts⸗ burg entlassen und demnach morgen oder spätestens Montag in den Reichstag eintreten.
Breslau, 15. April. Die Rubestörungen in Laurahütte, über welche wir bereits berichteten, baben sich in verstärktem Maße wiederholt. Die Untersuchung ist in vollem Gange. Ein Theil des in Laurahütte angekommenen Militärs mußte sofort nach Schoppinitz weiter gesandt werden, da auf einer dortigen Grube ebenfalls Rubestörungen de⸗ fürchtet wurden.


