Ausgabe 
20.1.1874
 
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D. Frankfurt a. M., 17. Januar.(Vom 10. bis 16. Jastuat.) Die abgelaufene Woche verkehrte bei im Ganzen schwacher geschäftlicher Thätigkeit am Speculations⸗ markte zu Ansang der Woche in sester Haltung, welche undeß nach der Liquidation einer Ermattung Platz machte. Als Vorwand für letztere mußte ein Artikel der Nordd. Allg. Zeitung, welcher die Beziehungen Frankreichs zu Deutschland desprach, dienen, als eigentliches Flaubeits- moliv darf jedoch eher die Deroute der preußischen Bahn⸗ ictien an der Berliner Börse betrachtet werden, welche dort eine sehr ungünstige Nachwirkung auch auf die übrigen Berkehrsgebiete hatte. Anderseits dot aber der Anlage markt, dem sich hauptsächlich das sehr subtil gewordene Privalpublikum zuwendete, ein erfreuliches Bild sester und deigender Tendenz und sieter Geschäftsentwicklung. Die Speculation selbst, von Privalkäufern wenig unterstützt, otwahrte ihre seitberige Reserve, da weder für die Hausse zoch für die Baissepartei gegenwärtig die Chancen günstig iegen. Die Medioliquldation begegnete, dei dem äußerst iüssigen Geldstand, geringen Schwierigkeiten. Von den Spcculationseffecten hielten sich Creditactien relativ noch am segeflen. Sie bewegten sich zwischen 248½49¾ 17¼51 und 47½. Staatsbahnactien, deren Einnabmen ituerdings nicht befriedigen, waren viel für ftanzösische Rech nung am Markt. Sie gingen nach und nach von 3521 8 cuf 344½ herab. Lombarden zwischen 16070 und 67½ vartiirend, waren vernachlässigt. Die anderen zsterreichischen Zahnen find bei stillem Geschäft größtentheils matter. Zuschtiehrader Lit. B. waren mit 144 offeritt. Auch tutsche Bahnen erlitten mit geringen Ausnahmen mehr der weniger TCourseindußen. Banken zeigten sich unbelebt »ti wenig veränderten Coursen, nur Oesterr. Nationalbank

war mehrfach in Begehr. Handelsgesellschaft, deutsche Essektenbank sest. Hingegen entwickelte sich ein ziemlich reges* in Anlagepapieren, die durchgehends in fesier Haltung verkehrten. Oesterr. und Ungarische Fonds höher und gefragt, namentlich fanden lebbafte Umsätze in neuen ungarischen Schatzanweisungen zu 87 ¼ statt. Auch neueste Russen waren zu 92½ gesucht. Ebenso wurden österr. Prio⸗ ritäten anhaltend zu besseren Coursen am Markt genommen. Höber find vorzugsweise Ungarische Ost, Livorneser und Toskaner. Pfandbriefe fanden gute Käufer in Kapitalisten⸗ kreisen, besonders Russischer Bodencrebit, Oesterr. Staats- domainen und Oesterr. Bodencredit. Für Looseeffecten ist die Nachfrage im Steigen begriffen. Von amerikanischen Werthen Oswego, Midland, Central-Pacific und Buffalo zu besserer Nolirung im Verkehr. Das Oregon-Comité bat mit Holladay, dem Director der Oregon-Bahn ein Abkommen getroffen, welches nicht ungünstig erscheint, be⸗ sonders in Hinblick auf die Schwierigkeiten, welche die directe Uebernahme der Bahn seitens der Bondsobesitzer, die ein kaum besseres Resultat in Aussicht zu stellen ge⸗ neigt war, mit sich geführt hätten. Wichtig ist die Stipu⸗ lation, daß die Bahn wieder in den Besitz ihrer Ländereien tritt und die Bonds bei Käufen von Land an Zahlungs- statt gegeben werden können. Devisen still. Wien und London angeboten.

Marktberichte.

Grünberg, 17. Januar. Die Preise auf unserem beutigen Fruchtmarkte betragen: Waizen(100 Kilo) 16 fl. 54 kr.; Korn(90 Kilo) 12 fl. 54 kr.; Gerste(80 Kilo)

9 fl. 30 kr.; Hafer(60 Kilo) 5 fl. 44 f..; Mollet (90 Kilo) 12 fl. 30 kr. Erbsen(110 Kilo) 11 fl. 45 kr. Linsen(100 Kilo) 11 fl. kr.; Saamen(90 Kilo) 13 fl. 50 kr.; Kartoffeln(100 Kilo) fl. kr.

Mainz, 17. Januar. Zu notiren ist: Walzen unver⸗ ändert, per März 16 fl. 57 kr., pet Mal 16 fl. 35 kr.; Korn, per Jun. 12 fl. 35 kr., per März 12 fl. 24 kr. per Mai 12 fl. 24 ke.; Hafer per Jan. fl. kr., per März 10 fl. 25 kt., per Mai 10 fl. 33 kr.; Nübel per Mai 19 fl. 30 kr., per Oct. 20 fl. 3 kr.

Offene Anfrage.

Nachdem der altkatholische Bischof Reinkens von der Großherzoglichen Regierung anerkannt worden ist, steht der Bildung altkatholischer Gemeinden in Hessen nichts im Wege.

Wäre es demnach nicht möglich in unserem Kreise eine solche zu gründen.

Alle jene, die gleicher Ansicht sind, wollen ihre Namen unter Couvert A. G. der Expedition des Anzeigers zusenden, worauf das Nöthige veranlaßt wird.

Friedberg. Ein Katholik.

Bekanntmachung.

34 Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, das neu ertichtete Grundbuch der Gemarkung Nieder Nörlen mit den dazu gehörigen Parzellenkarten auf dem Ortsgerichtsburcau zu Nieder⸗Mörlen zur Einsicht offen gelegt worden ist. a Die Betheiligten sind befugt, dasselbe während der Zeit er Offenlegung in diesem Locale einzusehen, auch gegen zie Gebühr von dem Großherzoglichen Ortsgerichts⸗Vor⸗ eher der Gemeinde Nieder-Mörlen Grundbuchs-Auszüge Geschosse) zu verlangen. Auch werden sie durch Letzteren zuf die von den Feldgeschworenen entdeckt werdenden, fie etreffenden Fehler aufmerksam gemacht werden. Allen Denjenigen, welche sich bei den Angaben des Grundbuchs rückfichtlich des Besitzstandes und der Größen⸗ ingabe für beschwert erachten, sieht es frei, binnen einer znerstrecklichen Frist von sechs Monaten ihre Unstände entweder auf gütlichem Wee bei dem Ortsge nichts⸗Vorsiehet der Gemeinde, vor welchen sie ihre etwaigen Legner vorladen lassen können, zu beseitigen und, insoferne

fieses nicht von Erfolg ist, ihre Ansprüche dei dem für

Zefitzstreitigkeiten zuftändigen Gerichte geltend zu machen. Is dieses Gericht ein anderes, als das unterzeichnete, so aben sie davon, daß Letzterts geschehen, binnen eben dieser Ftist die Anzeige zu machen. Dieselbe Anzeige liegt ihnen innen derselden Frist alsdann ob, wenn sie ver Offen⸗ ugung des Grundbuchs gegen den daselbst eingetragenen Stfitzer eine Besitzklage angestellt halten. N

Nach Ablauf dieser Frist wird der Besitz, wie ihn das Stundduch angibt, in Bezug auf die Personen der Befitzer and die Größenangaben in allen den Fällen für richtig eingenommen, in welchen weder eine gütliche Beseitigung ei dem Ortsgerichte⸗Vorsteher zu Protocoll gegeben, noch ene gerichtliche Klage desbalb erhoben und erforderlichen zalls bei dem unterzeichneten Gericht zur Anzeige gebracht v orden ist. 3 35 3 Zugleich werden Diejenigen, welche die in Gemäßheit des Art. 30 des Gesetzes vom 21. Februar 1852, die krwerbung des Grundeigenthums betr. beigefügten Er⸗

Bab⸗Naubeim am 15. Januar 1874. f Großherzogliches Landgericht Bad⸗Nauheim. Ulrich, Landrichser.

Lerdltitel berichtigt zu sehen wünschen, aufgefordert, die 1 4 9 ih Bitigen Anträge binnen der festgesetzten Frist von sechs die Nonaten bei dem zuständigen Gerichte zu stellen und 7 2. 2% v»enn dieses ein anderes, als das unterzeichnete ist, bei l. b.* besem die Anzeige zu machen. 5 1 0 6 in Die unerstreckliche Frist von sechs Monaten geht mit * m 31. Juli 1. J. zu Ende. 4

Schnittspahn, Landacrichte⸗Assessor.

Oeffentliche Aufforderung, 25 Forderungen und Ansprüche jeder Art an den Nach laß des Karl Wilhelm Weitz, ledig, von Reichelsheim id binnen 14 Tagen bei Meidung der Nichtberücksich gung hier anzumelden Friedberg den 12. Januar 1874. Großherzogliches Landgericht Friedberg. Reiß, Zimmermann, Landrichter. Landgerichts- Assessor.

Mobiliar-Versteigerung.

16 Donnerstag den 22. d. Mts., Morgens 10 Uhr,

7 7 0 lat die Wittwe des Kaspar Moͤrschel von hier ihre 2* Ummtlichen Schäfereigerathe, Hunde, Haus- und Küchen 1% Präthe, sowie einen Ofen und Waschkessel öffentlich n Kursteigern. 28 13 Weckesheim am 16. Januar 1874. 1 Kr. 5 N In Auftrag: 10* 3. Oroßherzogliches Ortsgericht Weckeshelm. ** A*. Sil: 2 4

Main⸗-Weser-Bal ain⸗Weser-Bahn. 232 Es soll die Herstellung von 3 Brunnen auf den Stationen Marburg, Bußbach und Friedberg einschlleß⸗ lich der Lieferung aller Materialien, im Ganzen oder in 3 Loosen getrennt im Wege öffentlicher Submission ver⸗ geben werden. Die Offerten sind portofrei und ver⸗ flegelt mit der AufschriftSurmission auf Herstellung von Brunnen auf den Stationen Marburg, Butzbach und Friedberg bis zum Submissionstermin, Montag den 2. Februar l. J., Vormittags 11 Uhr, bei der unter⸗ zeichneten Betriebs-Inspection zu Frankfurt a. M. ein⸗ zureichen, woselbst auch die Anschläge und Bedingungen eingesehen und Submissionsformulare in Empfang ge nommen werden können.

Frankfurt a. M. den 17. Januar 1874.

Königliche Betriebs-Inspeknon. Hey l.

Eichen⸗ und Kiefern⸗Stamm⸗ und Breunholz⸗Versteigerung

in der Oberförsterei Nidda. 223 Montag den 26. und Dienstag den N. d. M. sollen in den Distrikten Kaff und Söderecke, un⸗ mittelbar an dem Vieinalwege von Nidda nach Rodheim, versteigert werden: 10 Naummeter Sichen⸗Rundscheitholz,

8 5 Kiefern⸗ 5 98 5 Eichen⸗Prügelholz, 22 5 Klefern⸗ und Fichten⸗Prügelholz, 32 1 Eichen⸗Stockholz, 32 2 Kiefern⸗ 184 1 Eichen⸗Reisholz, 58 Nadel⸗

* 184 Eichen⸗Staͤmme von 1639 Centimeter mittlerem Durchmesser und bis zu 18WMeter Länge 55,95, Kubikmeter enthaltend, 186 Kiefern- und Fichten⸗Stämme von 1563 Centi⸗ meter Durchmesser und bis zu 17 Meter Länge, 109 24 Kubikmeter enthaltend, 20 Eichen⸗ Stangen, zu Deichseln zc. geeignet, 1,47 Kubikmeter enthaltend Am ersten Tage kommt sämmtliches Fichten-Stamm⸗ holz, das im Distrikt Kaff zerstreut liegende Eichen- und Kiefern-Stamm- und Stangenholz und das Fichten⸗ Prügel⸗ und Reisholz, am zweiten Tage daß auf dem sogenannten breiten Kaffwege liegende Kiefern- und Eichen⸗ Stammholz und das Brennholz im Distrikt Kaff zum Ausg bot.

Zusammenkunft am ersten Tage auf dem Nidda Noheimer Vielnalweg auf dem Wege von Borsdorf nach Ulfa und am zweiten Tage im Distrikt Kaff, jedesmal (A0

rgens 9 Uhr.

Nidda am 12. Januar 1874. Großherzogliche Oberfoͤrsterei Nidda.

Rohr.

H 0 l 3 Ver ste lige

rung. 22⁰

Stämme von 22 70 Centimeter Durchmesser und 12 Meter Lange versteigert werden. Trais⸗Münzenberg den 15. Januar 1874. Großherzogliche Bürgermeisterei Trais-Münzenberg. Gorr.

Bekanntmachung.

161 In Bad- Nauheim ist ein dreistoͤckiges Wohn

Bekanntmachung.

236 Balthasar Geisel III. in Ziegenberg be⸗ absichtigt die Anlage einer Feldbacksteinbrennerei auf seinen Orundstücken Flur XII. Nr. 25, 26 und 7 im Siederloch, Gemarkung Langenhain. Pläne und Beschreibuang über das Project können innerhalb 14 Tagen von etwalgen Interessenten in unserer Registrutur eingesehen werden und sind Einwendungen gegen die Anlage binnen gleicher Frist bei Meidung des Ausschlusses bei uns vorzubringen. Friedberg den 12. Januar 1874. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Trap p.

Gelände Verpachtung.

240 Dienstag den 27. Januar, Vormittags 11 Uhr,

soll auf hiesigem Rathhaus die dem vereinigten Armen⸗

fond Friedberg gehörigen, in der Gemarkung Ossenbeim

gelegenen Ländereien, bestehend in 6 Morgen, 3 Bth.

14 Klafter Ackerland, auf 12 Jahre verpachtet werden. Friedderg den 17. Januar 1874.

Oroßherzogliche Bürgermeisterei Friedberg.

Foucar.

Versteigerung von Eschbäumen. 24 Die auf der Staatsstraße Nieder⸗Wöllstadt⸗OHanau (Abtheilung 162) bei Nieder⸗Wöͤllstadt befindlichen 14 Stück Eschbaͤume, welche sich für Arbeitsholz, vorzüglich für Wagnerarbeiten eignen, sollen Montag den 26. d. Mts., Morgens 10 Uhr, an Ort und Stelle an die Weist⸗ bietenden versteigert werden.

Friedberg den 17. Januar 1874.

Großherzogliches Kreisdauamt Friedberg. Re u ß.

Holz- Versteigerung.

199 Mittwoch den 21. Januar I. J., Vormittags 10 Uhr, kommt in den diesigen Gräflichen Waldungen folgendes Geboͤlz zur Versteigerung:

2 Naummeter Buchen Prügelbolz,

* 7 Stockholz, 10 5 Eichen⸗Prügelholz, 7 5 Aspen⸗. 700 Stück Buchen⸗Wellen, B00 ZLichen⸗ 1400 Aspen und Saalweiden⸗Wellen, 125 Erlen⸗Wellen.

Der Anfang der Versteigerung ist in der Eicherecke an der Altenstädter Straße. Schloß Ilbenstadt den 14. Januar 1874. Gräflich Leiningen⸗Westerburgische Rentet. Biera u.

Faselochs- Versteigerung.

haut mit gesammtem Inventar preiswürdig zu verkaufen. Auskunft ertheilt Bürgermeister Schutt.

238 Donnerstag den 22. d. M., Vormittags 11 Uhr, soll ein zur Zucht untauglich gewordener Faselochse, über

Freitag den 28. Januar, Morgens 10 Uhr, sollen 800 Pfund schwer und fett, auf hiesiger Bürgermeisteret im hiesigen Markwalde 72 Eichen-Bau- und Werkholz⸗ versteigert werden.

Rockenberg den 17. Januar 1874. Großherzogliche Bürgermeisterei Rockenberg. Krämer.

8 222 2 kräftige Jungen erhalten gegen guten Lohn dauernde Beschaͤftigung H. Neisel.

202 Ein Theil meines neu erbauten M vermiethen.

216 bei

agazins ist zu

K. Fritz.