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ere, berhelsicher
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nzeiger.
Städte: oder Gemeinde Ordnung. Die Stunde der Entscheidung, ob Beibehaltung ar Landgemeindeordnung oder Avancement zur laͤdteordnung beliebt wird, rückt heran, und es zängt mich in dieser hochwichtigen Angelegenheit u Wort zu ergreifen. Ich halte mich dazu t allein berechtigt, sondern sogar verpflichtet, a des zu thun; hat man mich doch öffentlich als * lebe u erbittertsten Gegner der Städteordnung be—
lib zer, lichnet, obgleich ich öffentlich noch kein Wort ne sprochen. Mitbürger! Wenn ich Ihnen nun das len! eständniß ablege, ich bin ein entschiedener Gegner 1 Ir sofortigen Einführung der Städteordnung an 10 1 i uns, habe ich denn damit ein so großes Ver—
16* echen begangen, wenn ich meine durch reifliche
berlegung gewonnene Ueberzeugung, unbeirrt ob zu- oder Verstimmung der urtheilslosen Masse, en. halte. Stehe ich denn nicht in vollem Einklang — i sämmtlichen Stadtvorständen sämmtlicher Städte bier 10,000 Serlen unsers Landes? Oder weiß
etzren ir Jmand eine einzige Stadt anzugeben, welche mean gewagt, über Hals und Kopf die Städte— e eee enung einzuführen. Ich babe mich eingehend * t der für uns so wichtigen Frage beschaͤfligt. r pon ehe die Vorlage der Regierung an die er dt Nabe 1 5 5 8 4 2 2
an münden 1 ndstände gelangte, babe beide Entwürse wieder⸗ de at en it und gründlich geprüft, kann aber als Ver— dgeethtet un eter der Stadt im Hinblick auf unsere finanziellen,
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wie auch sonstigen Verhältnisse, deren genaue enntnisse der Beurtheilung der Frage voraus- hen müssen, zu keinem anderen Resulkate kommen, Je:„die sofortige Einführung der Städteordnung lie ich nicht für einen Fortschritt, sondern für hne Ueberstürzung, und jede Ueberstürzung schadet.“ tr. trachten Sie sich jetzt, nachdem das erste Städte— Jonungsfieber vorüber, die Sache mit kaltem lut, behandeln Sie den Gegenstand mit Ernst
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a h unbefangenem Vorurtheil. Treten Sie im 5 Fee von Freunden zusammen, lassen Sie den 217 neu die Gemeindeordnung und den Andern die et gin hädteordnung zur Hand nehmen, die einzelnen u* e-. stimmungen und Befugnisse vergleichend durch- unden daa. en une Sie werden sich verwundert ansehen *. 1 fragen: Sind das die ganzen Vorzüge und al 10 diese so unbedeutenden weitergehenden Besug—
se für unsere Stadt von so einschneidender lichtigkeit, daß man einen so kostspieligen Apparat It bureaukratischem Beigeschmack von sehr zweifel item Wertbe einführt? Es liegt nicht in meiner sicht die einzelnen Vorzüge und Nachtheile Juen vor Augen zu führen, es wird dies zu-
1— Achst die Aufgabe des demnächst zusammentreten- en ee neuen Gemeinderaths sein, genau die Vor⸗ detiche Vell ile für und wider abzuwägen, Ich möchte nur — 1 egend wirken, daß man nicht das Prüfen und 5 117 Unken Einzelnen überläßt, welche das Leben und 22. de Bedürfnisse nur von der rosigen Seit, kenn. tnt dug a n selbst und ohne Advokat wird Ihnen dann e ee, e werden, daß es eine Schwindeler ist, zu be⸗ 15 epten, Friedberg höre auf unter der Gemeinde 2 ae nung eine Stadt zu sein. Mit Entrüstung — 2 uin ud set die Hetzer zurück, welche der Regierung die ——— imme Absicht imputiren, einer Stadt, welche — Städteordnung nicht einführt, irgend welche
alt zu entzichen, oder neue zu verweigern, (welchem Grunde hätte sie denn den Gemein- die Wahl frei gestellt? Es war ja so leich! der gänzlichen Unkenntniß des Stoffs die ite gleich in der ersten Versammlung für die ldteordnung zu begeistern. Erst die Leute ein lig an der Ebre angepackt, ihrer Eitelkeit in anchem ein Bischen gefröhnt, und dann d neidlichen Paradepferdchen, die nächsten Auf⸗ ten des Sladtraths in spe vorgeführt, als da : Wiedergewinnung eines Bataillons, Ver- rung der Hilfe quellen durch neue Bahnver- ungen ic. und der Mann ist der Held des es! Wer aber nur einigermaßen sich um die en Argeltgenbeiten bekümmert, der mußte sosort enen, daß das Alles nur eine Copie war von „ was der Oemeinderath längst ale seine
Hauptaufgabe erkannte und seit Jahren unablässig bemüht war zur Ausführung zu bringen. Damals war freilich noch keine Städteordnung in Aussicht und gewisse Herren hatten damals noch keine Zeit sich um das Wohl der Stadt zu kümmern. Mir kam unwillkürlich der Gedanke, die Städteordnung ist doch ein ganz annehmbares Compensations- Objekt für die Ausfälle durch die neue Gerichts- organisation. So eine Stadtbürgermeisterstelle ist gar keine üble Versorgungsanstalt. Sapienti sat. In Offenvach ist ein früherer hannöverischer Jurist zum Bürgermeister gewählt worden. Der Mann war in den letzten 6 Jahren Bürgermeister in Münden mit einem Gehalt von 1200 Thlr. Nachdem er sich in seine neue Stellung etwas eingeschossen, was ihm nach glaubhaften Ver— sichcrungen gar nicht in den ersten Jahren so leicht gefallen sein soll, verläßt er seine Stellung zum großen Aerger seiner Mitbürger und warum? weil er in Offenbach das Doppelte wie in Münden bekommt. Für ur ie Stadt möchte ich nur aus dim Falle die Lehre notiren, daß die Städte— ordnung für kleine Städte nicht allein eine Ver— sorgungsanstalt, sondern auch eine Präpaxanten- Anstalt für die Bürgermeister größerer Städte wird. Daß, sobald man die Bürgermeisterstellen einmal als Geschäfte betrachtet, derartige Fälle öfter vorkommen werden, ist wohl keine Frage, wie man sich aber für ein derartiges Institut be— geistern und ob man im gegebenen Falle einem biesigen Bürger nicht mehr Liebe und Hingebung zu seiner Heimathsstadt zutrauen darf, bedarf wohl keiner Erörterung. Mitbürger! Als Euch in einer Versammlung vorgerechnet wurde, daß die Städte- ordnung nu 2000 fl. jährlich mehr koste als die Gemeindeordnung und dies nur sehr wenig per Kopf ausmache, war da Niemand da, der dem Rechenmeister erwiederte. Damit haben wir erst den Titel, aber wo sind die Mittel? Ich meine wir wenden in der Gemeindeordnung die Mittel erst auf, die zur Heranziehung und Gewinnung neuer Hilfsquellen nöthig sind, dann kommt der Titel der Städteordnung von selbst. Um Ihnen aber einen kleinen Begriff zu geben, welche Mittel der Gemeinderath zur Verfügung zu stellen hat, diene Ihnen Folgendes zur Notiz: Wir haben noch nachträglich die Aufbesserung der Volksschul lehrerbesoldungen von 1874 zu entrichten und kann dieser Betrag, welcher mit den Erhöhungen der verschiedenen Gemeindebeamten gar nicht un— bedeutend ist, nur durch Ueberweisung auf das nächstjährige Budget gedeckt werden. Die Nivel lirungsarbeiten und Mellorationen, Aufdeckung eines Stein'ruchs in der Töpferkart und Wegebau, welches die Stadtkasse allein zu tragen, dürften auch eine Summe von eirca 1500 fl. erfordern.! Wir haben im nächsten Jahre ein Capital von 6300 fl. als fehlend zur Erbauung des Burg— pfarrhauses aufzubringen. Wir werden in nächster Zeit zur Anlegung von Straßen nach dem neuen Bahnhofe und Beitragskosten ein Capital von 60- 80,000 fl. nothwendig haben. Wir beab- sichtigen eine zur Lebensfrage gewordene Aufgabe, die Anlegung einer laufenden Wasserleitung zu machen, welches einen Capitalaufwand von viel— leicht 120,000 fl. erfordert. Wollen Sie die Städteordnung einführen, dann müssen Sie als bald an die Gründung eines Pensionsfonds denken, der mindestens mit einigen Tausend Gulden dotirt
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bis die Leitung im Betrieb ist, verinteressiren müssen, und im Hinblick auf so große Unter- nehmungen scheint es mir denn doch geboten, alle überflüssigen Ausgaben so lange zu stistiren, wie es geht. Und zu diesen unnöthigen Ausgaben zähle ich die Einführung der Städteordnung in unserer Stadt. Ich gebe Ihnen ja gerne zu, der einzige Punkt wäre der gewesen, mich zur Städteordnung zu bekehren, wenn wir keinen ge— eigneten Bürgermeister hätten in unserer Stadt austreiben können, aber das wire doch nun nach dem bekannten Vorgang kein Mensch behaupten wollen. Daß unsere Stadt nicht zugenommen, liegt eben einfach an der Lage in der Nähe einer großen Stadt. Die Centralisationswuth hat die ganze Bevölkerung ergriffen und wird auch noch stleigen, bis mit Hülfe der Concurrenz die Wogen wieder zurückgetrieben werden. Wenn wir dann billigere Niederlassung als die große Stadt bieten können, versehen mit den nöthigsten Annehmlich⸗ keiten, welche man zum Leben braucht, dann wird es uns gewiß nicht fehlen mit Hülfe der neuen Verbindungsbahn Leate heranzuziehen, unsere Hülfs⸗ und Erwerbsquellen zu vermehren, und in Folge der vergrößerten Stadt dürfen wir dann auch an die Einführung der Städteordnung denken. Der neue Gemeinderath hat eine sehr schwere Stellung. Die großen Ausgaben stehen bevor und wenn der Erfolg nicht auf dem Fuße folgt, was ja gar nicht möglich ist, dann wird alle Schuld auf ibn und seine Städteordnung gewälzt. Die sanguinischen Hoffnungen werden getäuscht sein und der Rückschlag wird eine verderbliche Wirkung üben. Nun noch Eins Mitbürger! Die Ergänzung des Gemeindevorstandes steht bevor, laßt Euch bei dieser Ergänzungswahl nicht leiten von einseitigen Gesichtspunkten, sondern denkt ernst⸗ lich daran, daß Männer gewählt werden, wecche ein klares Verständniß mitbringen, um die wahren Interessen der Stade zu vertreten. Zersplittert Eure Kräfte nicht in kleinlichen Zänkereien, denn die großen Aufgaben, welche uns bevorstehen zu erfüllen, müssen alle Kräfte zusammen stehen.
A. St,
In der für die Schüler des verst. Lehrers A. Störger angeregten Versammlung wurde beschlosen, ein Denkmal zu errichten und zur Erreichung dieses Vorhabens werden hierdurch alle seine Schüler und Schülerinnen, welche sich an dem Unternehmen betheiligen wollen, freund— lichst ersucht, ihre Anmeldungen bei den Unter— zrichneten zu machen resp. die Beiträge, welche sie zeichnen wollen, in die Listen, welche dorten offen liegen, einzutragen. Carl Bindernagel, Georg Hanau, Ernst Windecker, J. A. Nauheim, C. C. Weiß,
Georg Steinhäußer II., Ch. Heß.
Die Christbescheerung
der Kleinkinderschule soll Sonntag den 20. Decem— ber punkt vier Uhr im Saale des Herrn Gast— wirtb Claus, vormals Simon, statthaben. Die Kinder der Kleinkinderschule sollen sich um 3½ Uhr einfinden.
Das Eintrittsgeld für Kinder 3 kr., für Er— wachsene 6 kr; dieses Entrée wird zur Beschrerung verwendet. Wer noch eine Gabe schenken will,
werden muß. Das sind Zahlen, und Zahlen sprechen mehr als in den Tag hinein gesprochene Worte. Ich habe nun keineswegs diese großen; Zahlen gewählt, um zu schwarz aufzutragen, 19 sch glaube nicht, daß sie zu hoch gegriffen sind, das hat aber auch gar Nichts zu sagen, denn das sind Nutzen bringende Anlagen, an welchen unsere Nachkommen noch tragen können, und was die Wasserleitung betrifft, so kann und wird sie so eingerichtet werden, daß der größte Theil von
wird aber bie Stadt das große Capital, so lange!
a 7 4 den Interessenten selbst verrentet wird, immerhin 45 kr. per Glas gehorsamst.
wird um baldige Ablieferung gebeten. Der Vorstand.
Accht kölnisches Wasser
von Johann Maria Farina. Meine Niederlage davon im Comptoir des Ober—
hessischen Anzeigers in Friedberg empfehle ich
u 8 fl. per Dutzend, 4 fl. per halbes Dutzend und
Johann Maria Farina in Cäln
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