Ausgabe 
19.2.1874
 
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zur Tafel geladen, zu welcher insbesondere auch die Mitglieder des Bundesraths Einladungen er⸗ balten batten. Hier erschien der Kaiser aber nicht, sondern die Kaiserin empfing die Gäste.

Haunover, 14. Febr. Im 18. Wahlbez. der Provinz Hannover(Stade, Bremervörde): von 8066 abgegebenen Stimmen erhielt Ober- gerichtsanwalt Laporte(nat.- lib.) 5144. Die übrigen dertbeilten sich auf Dr. Bärens in Han- nover(Partikularist) mit 892, auf Jork in Ham- burg(Sociald.) mit 1100, auf Tecklenburg (nat. lib.) mit 668, auf Stürcke in Neuschönebeck (nat. lib.) mit 259 Stimmen.

Braunschweig. Der Landesversammlung ist ein Rescript des Staatsministeriums betreffs anderweiter Regelung der Regentschaftefrage zuge⸗ gangen. Durch den Inhalt desselben wird be⸗ stätigt, daß der Kaiser eine Garantie des Regent; schaftsgesetzes abgelehnt hatte, weil dem deutschen Reiche die demselben zustehende Prüfung der Legiti mation der Bundes Mitglieder nicht entzogen werden könne, einer solchen Prüfung aber durch Uebernahme einer Garantie für den vorgelegten Gesetzentwurf vorgegriffen werden würde. Das herzogliche Staatsministerium ist nun der Ansicht, daß ein die Anordnung einer interimistischen Re; gentschaft bezweckendes Gesetz auch ohne die Gorantie des Kaisers erlassen werden könne, weil die Selbst ständigkeit und verfassungsmäßige Verwaltung des Landes durch die Reichsverfassung verbürgt sti. Desselbe stellt daher der Landes versammlung anheim, ob dieselbe in weitere Verhandlungen über den Erlaß eines derartigen interimistischen Regent- schaftsgesetzes eintreten, oder die Ausführung des schon vereinbarten Regentschaftsgesetzes für jetzt ganz auf sich beruhen lassen wolle. Die Verhand- lungen darüber sollen in geheimer Sitzung der Landesversammlung geführt werden.

Karlsruhe. Ueber das Ergänzungsgesetz zum Kirchengesetze von 1860, das die erste Kammer mit einigen Modißcationen angenommen hatte, ist nunmehr zwischen beiden Kammern vollständiges Einverständniß erzielt.

16. Febr. Die Abgeordnetenkammer hat in ihrer heutigen Sitzung das Finanzgesetz mit Einstimmigkeit genehmigt; dieselbe wurde bierauf bis nach Ostern beurlaubt.

Saarbrücken. Dahier hat sich eine alt⸗ katholische Gemeinde gebildet, welche bereits an 200 selbstständige männliche Mitglieder zählt. Die Versammlung richtete ein Schreiben an den römisch⸗ katholischen Pfarrer von St. Johann, worin sie um Mitbenützung der dortigen katholischen Kirche fur die Altkatholiken bat, zugleich aber, da dies Ersuchen vorausfichtlich erfolglos ist, die Bitte an das protestantische Presbyterium um Gestattung der Mitbenützung der Schloßkirche richtete.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 16. Febr. Die Berathung der confesstonellen Vorlagen ist aus den Subcomite's bereits in den confesstonellen Ausschuß vorgerückt. Am Freitag und am Samstag berieth der Ansschuß über das von dem Siebener⸗ Comit⸗ vorgelegte Elaborat, betreffend die äußeren Rechtsverhältnisse der katholischen Kirche, und hat etwa die Hälfte des Gesetzes der Prüfung unterzogen.

Frankreich. Paris, 13. Febr. Wie heute verlautet, dürfte die Nationalversammlung nach Erledigung der neuen Stenern und des Patent⸗Gesetzes sich zweimonatliche Ferien gönnen. Der Dreißiger ⸗Ausschuß hat mit 19 gegen 5 Stimmen Batbie zum Referenten gewählt und ihm Dufaure, Combier und Meaux als Gehülfen für die Ausarbeitung seines Berichts an die Seite gestellt. Zum Chef des großen französischen Generalstabes, welcher nach dem Muster des preußischen eingerichtet werden soll, ist der Gene⸗ ral Borel ausersehen.

Versailles. Die Regierung hat in der

Kammer den Antrag auf einen Nachtrags Credit mit ihren Schrecken ist bereits von 400,000 Fr. eingebracht, um den in Algerien Neueste Telegramme erzählen von halb verhungerten Kindern, die im Missions-Waisenhause zu Alla

internirten spanischen Flüchtlingen(von Cartagena) eine vorübergehende Unterstützung von 50 bis 75 Cent, auf den Mann und Tag gewähren zu können.

Großbritannien. London, 17. Febr. DieTimes bespricht den Toast des Kaisers von

Rußland auf den Kaiser von Oesterreich und erklärt sich mit der darin angedeuteten Quadrupel- allianz in dem Sinne einverstanden, daß sich England bestreben werde, den ftiedlichen Ausgleich der Differenzen der continentalen Staaten herbei⸗ zuführen. Jede andere Auffassung der Allianz, insbesondere die Voraussetzung, England werde eine antagonistische Haltung gegen Frankreich ein- nehmen, würde allen bisherigen Grundsätzen der englischen Politik widersprechen. Einem Tele gramm desselben Blattes aus Petersburg zufolge wird der Czar England wahrscheinlich am 1. Mai besuchen.

17. Febr. Das Ministerium hat gestern beschlossen, seine Demission zu geben. Gladstone hat sich heute nach Windsor begeben, um der Königin das Demissions-Gesuch zu unterbreiten. Die Königin wird Disraeli mit der Neubildung des Cabinets beauftragen.

Die Admiralität hat eine amtliche De pesche von der Goldküste empfangen, die bis zum 26. Januar reicht. Die Engländer schlugen bei Fommanah die Atschanti's zurück, indem sie ihnen

unbedeutende Verluste zufügten. Wolseley schickte die Abgesandten der Atschanti's zurück. Die An- kunft der befreiten Missinare wird bestätigt. Wegen Munitionsmangels verfertigten die Atschanti's Stein- geschosse. Der Einmarsch in Kumasi wurde am 29. Jan., der Schluß des Krieges am 7. Febr. erwartet.

Holland. Hang. Nach einem officiellen Telegramm aus Atschin vom 10. d. mehren sich die Anzeigen, daß die Bevölkerung des Krieges müde ist. Die Häuptlinge der Eingeborenen sind jedoch bemüht, dieselbe von Kundgebung friedlicher Gesinnungen zurückzubalten. Die Wahl eines neuen Sultans hat sich nicht bestätigt. DemStaats- courant zufolge bezieht sich die Depesche aus penang vom 10. d. M. über eine angeblich von den Holländern erlittene Schlappe keineswegs auf einen Zusammenstoß mit den Atschinesen, sondern ist nur als eine unrichtige Darstellung des bereits am 29. Januar stattgehabten Kampses anzusehen.

Italien. Rom. Cardinal Antonelli hat nunmehr die Papstwahl⸗Bulle derK. Ztg. in einem an die Nuntien gerichteten Rundschreiben alsdurchaus apokryph dementirt. Sowohl die Officibsen als dieGermania lassen sich aber bei der Uebersetzung des Antonelli'schenin tutto apocrifo tendentiöse Ungenauigkeiten zu Schulden kommen. DieGermania übersetzt es schlank⸗ weg mitdurchaus gefälscht, während die Off cibsen, um die Echtheit des Textes zu retten, das apocrifo auf den Mangel formeller amtlicher Ausfertigung deuten wollen.Apocrifo heißt und bedeutet aber in der That nichts Anderes, alsganz und gar unbeglaubigt, uad bezieht sich sowohl auf den Inhalt als auf die Form.

Donaufürstenthümer. Bakarest, 14. Febr. Bei der gestrigen Berathung des neuen Communalgesetzes durch die Deputirtenkammer wurde von der Opposition die Streichung eines Artikels biantragt, der den im Lande geborenen Juden unter gewissen Beschränkungen commun ale Rechte verleiht. Der Antrag aber wurde von der Ma- jorität abgelehnt.

Nußland. Petersburg, 16. Febr. Bei dem gestrigen Galadiner brachte der Czar einen Toast auf den Kaiser Franz Joseph aus, hinzu- fügend, daß die beiderseitige Freundschaft mit Kaiser Wilhelm und der Königin Victoria die beste Garantie des europäischen Friedens sei.

Amerika. Havanna, 14. Febr. Gestern hatte sich ein großer Volkshaufen vor der Wohnung des Generalcapitäns Jovellar angesammelt und verlangte, daß alle Freiwilligen zum Kampfe gegen

Pence das Pfund gestiegen, und da der Tagelohn

die Insurgenten abgesendet würden. Die Polizei trieb schließlich die Volksmenge auseinander.

Asien. Singapore. Die Hungersnoth hereingebrochen.

habad um Nahrung betteln; Reis ist auf zwei

ebenfalls zwei Pence beträgt, begnügen die Arbeiter

leider zu spät ärziliche Hülfe gerufen wurde, doch

im Tage. Wenn solche Noth jetzt schon aufteltt, während man sie erst im März erwartet hatte, wie wird es erst dann werden? Mit Schaudern muß man an die nächsten Wochen und an dit vielen Milllonen Mitmenschen denken, die hohl⸗ äugig dem drohenden Hunger⸗Tode entgegenstarren, ohne daß sie die Mittel besäßen, ihn abzuwehren.

Aus Stadt und Land.

Fried berg. Am 14. d. M. erstattete der Abge⸗ orbnete für den Wahlbezirk Friedberg Nauheim, Herr R. Schaum von Herrenhaag, in einer sehr zahlreich be⸗ suchten öffentlichen Versammlung Bericht über seine eit herige landständische Thällgkeit. In einem nahezu zwei⸗ flündigen Vortrag verbreitete sich derselbe über die wichtig⸗ sten, von den Ständen des Großherzogthums berathenen Gesetzvorlagen, wie Gemeindeordnung, Kreis und Pro⸗ vinzialverfassung, Schulgesetz ꝛc. Mit vielem Geschick hoh er die Vorzüge dieser Gesetze hervor und wies auf dit wohlthätigen Einflüsse hin, welche dieselben auf die fernen Enlwickelung unseres öffentlichen Lebens ausüben müß len, Ueberall gab er den sachkundigen, mit den Volksinteresseß vertrauten Volkstribun zu erkennen, der gewohnt ist, nut seinor Ueberzeugung zu folgen. Auch über die noch rüch⸗ sländigen Vorlagen, das Kirchengesetz, das Gesetz über de Civilehe ꝛc. theilte Herr Schaum seine Ansichten mit ung gab die am Schlusse seiner Rede ihm von den Anwesen⸗ den gebrachte Ovation deutlich zu erkennen, daß Heir Schaum sich im vollen Einverständniß mit seinen Wählern befindet. Der Wablkreis Friedberg Nauheim darf sit Glück wünschen, Herrn Schaum in den Landtag entsendel zu haben.

Darmstadt. Das Gewicht fämmtlicher Schienen, geleise der Odenwaldbahn, die eine Länge von etws 80 000 Meter haben, beläuft sich auf die Kleinigkeit von ungefähr 350,000 Centnern.

Allerlei.

Meiningen. Von hier wird telegraphisch gemeldel, daß der Oberst⸗Lleutenant von Engel vom Kreisgerich wegen Wechselfälschung zu vier Jahren Zuchthaus ve urtheilt worden ist. Derselbe wird der Civilhehörde über⸗ wiesen.

Jserlohn. Am 7. d. wurde hier ein schauderhaftes Verdtechen verübt. In der Mittagsstunde, wo sich i. der Gasfabrik noch vier Arbeiter befanden, kommt plöt lich einer derselben taumelnd auf den Hof gestürzt un bricht dann lodt zusammen. Ein in der untern Halt gegend in die Brust eingedrungener Messerstich hatte ein große Schlagader durchbohrt und in wenigen Minute den Tod durch Verblutung herbeigeführt. Die andern drei im Innern des Gebäudes beschäfligt gewesenen Ar beiter hatten sich inzwischen entfernt, wurden aber als ball verhaftet, unter diesen der Thäter, der bereits in einen Wirihshaus angelangt war. Kurtz vor dem er gesaß wurde, hatte er sein blutiges Messer im Hauptgange vir sich geworfen, das aber sogleich gesunden wurde. Uebel das Motiv der schrecklichen Thal hört man, daß as ftühen Morgen ein kleiner Wortwechsel Statt gefunden Als nun der Ermordete, ein älterer braver Arbeiter ber Fabrik, zu besagter Tageszeit ruhig sein Mittagsbrod ver zehrte, ist ihm von dem ruchlosen Kametaden meuchlings die Todeswunde versetzt worden.

Berlin. Die Ehefrau des Antiquitätenhändlers 3. eine junge blühende Frau, Mutter zweier Kinder, halt die Angewohnheit, sich ihre Nagelwurzeln auszuziehen Vor eiwa 11 Tagen wollte sie ein Streichholz anzündes und hierbei sprang ein Stückchen Phosphor ad, das del unglücklichen Frau gerade an die wunde Stelle der eben frisch ausgerissenen Nagelwurzel traf. Ein geringes Brennn und ein kleiner Schmerz wurden nicht beachtet, bis er

lebensluͤstige Frau gab nach drei Tagen, trotz aller ange wandten Mittel, in Folge einer Blutvergiftung ihrn Geist auf.

Berlin. Der Kaiser hat genehmigt, daß die d dem verstorbenen Dr. Wolsgang Menzel in Stutigm nachgelassene, aus etwa 18 400 Bäuden bestehende Bible thek aus einem bei der Reichohaupikasse zur Dispostichh stehenden Fonds für die Universtiäls⸗ und Landes biblio ie in Straßburg angekauft werde.

Michigan. Bekanntlich hatte der Minister Bei jür jeden Tag im Jihre einen besonderen Anzug. J. Amerika gibt es jetzt einige Personen, welche mit den selben an Reichhalligkeit der Garderobe fast wettelseh! könnten. In Michigan hat im letzlen Herbste ein Wa brand statigefunden, der verschiedene Zeitungen veranlaßl

für die dadurch obdachlos gewordenen Farmer un 1 0. 1

lungen an Kleidungsstücken zu veranstalten. Nach endigung dieser Sammlungen stellie sich heraus, daß fünf Menschen obdachlos geworden waren. Dieselben hielten pro Kopf: 248 alte Westen, 187 Paar alte Sliese 202 Paar alte Hosen und 43 alte Ueberzieher aufe anderen Kleinigkeiten.

Marktberichte.

Friedberg, 18. Febr. 14 Kl. kr.; Gerste 12 fl. 40 kr.; Hafer 9 fl. 30. Alle Preise verstehen sich per 100 Kilo.

Frankfurt, 16. Febr. Waizen effecuiv hies. 17½ corn 12/1 13% fl., Gerse 12¼14 fl., Hate, ia bis 11 fl., Kohlsamen 16½ fl., Ervlen 12 14 10 Wicken 10 fl., Linsen 1217 fl., Rübdöl 39 fl. Alle Bien

in Murschidabad sich mit einem einzigen Mahle

verstehen sich auf 100 Kilo.

Walzen 16 fl. 40 kr.; K

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