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Seimischungen
Anker liegt, nur den Seewind kennt, so
Ueber die Leistungen des Theaters, worin omische Opern, Dramen, Sing- und Lustspiele
on den Mitgliedern der Dessauer Hofbühne auf-
0 efübrt werden, kann ich nicht urtheilen, da ich s nicht besuchte; als„Landratte“ zog ich Zer— reuungen, Schauspiele in der Natur, welche das
Festland nicht kennt, besonders den Aufenthalt im
reien der Seeluft balber vor. Zum Schlusse ieser Epistel erlaube ich mir zu Nutz und Frommen
erer, welchen der Besuch eines Seebades beson⸗
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ers wegen der Luft empfoblen wird, aus der roschüre:„Die sanitären Zustände Helgolands mit detieller Berücksichtigung des Ozongehalts der zuft von Dr. Zimmermann in Helgoland“ folgende Stelle anzuführen: Frage, daß die kleine rothe Felseninsel weit vom Neer umflossen, zu keiner Zeit, von welcher Rich— Ang her auch der Wind stehen mag, von einer anderen Laft, als von der reinsten, von fremden freien Seeluft beherrscht werden Wie das Schiff, das auf hoher See vor ist es enau mit Helgoland. Es gleicht einem großen zor Anker liegenden Schiffe. Ich betone vor llem die Richtung des Windes. Wir wollen leich seben, warum? Nehmen wir an, wir haben Ost-, Süd- Ost⸗ oder Südwind und wir befinden us dabei auf Föhr, in Cuxhafen, in Norderney der in irgend einem anderen Nordseebade. Für en einen Ort mehr, für anderen etwas dzniger bringen die genannten Winde Landluft. es liegt in der Natur der Sache, daß wir dann Hen nur Landluft genießen. Weht dagegen der Dind vom Meere her, so bestereite ich in keiner Diise, daß man in den genannten Orten einen Genuß der stärkenden, belebenden Seeluft haber bird; aber ich bezweifele, ob derselbe auch dann 5 rein sein wird wie auf Helgoland. Es dürfte sywer werden gegen das Gewicht der Thatsache, daß man auf der kleinen Felseuinsel beständig in tem ftellsten Genusse der reinen Seeluft schwelgt, enen begründeten Einwand zu erheben.
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Landwirthschaftliches. Fülterung von Palmkuchen. neuerer Zeit aufgenommenen und mit Erfolg verwendeten Futtermitteln geböcen wohl in erster Linie die Palmkuchen. Wo man das Oel nicht ducch Pressen, sondern durch Extraction mit Schwefelkohlenstoff gewinnt, kommt das sog. Palmmehl in den Handel. Von ersteren unterscheidet sich dieses dadurch, daß es viel weniger Felt(1½ gegen 15%), dagegen mehr Proternstoffe(20 gegen 15% enthält. Da die Palmkuchen bis jetzt in ihrem Preise meistens bedeutend billiger waren, als ähnliche im Nahrungswerthe gleichstehende Futtermütel, so verdienen sie wohl dieß be— sondere Aufmerksamkeit des Landwirth's. Nach überein— stimmenden Berichten haben sie sich sowohl bei Milch- als auch bei Mastvieh sehr gut bewährt. Bei ersterem ist man pro Tag und Kopf bis auf 4 Pund und noch weiter gegangen; 2 bis 4 Pfund ääglich, je nach der Art des
man sie, nach sorgfältiger Zerkleinerung, in Form von Tränke,(die man auch der Milchsäuerung unterwerfen kann) odec aber trocken, allein oder mit anderem Kraft— sutter vermischt. Außer der Quantität ist es nun ganz besonders die Qualität der Milch, welche durch dieses Futtermittel ganz bedeutend erhöht wird. Beinahe überall hat man eine Vermehrung der Buttermenge um 7— 75 beobachtet und außerdem war sie schöner und wohlschmecken— der. Beü stark stickstoffhalligem Funer, wie z. B. Boynen⸗ oder Wickenschrot, haben die Palmkuchen bei Milch⸗ und Mastvieh eine weit größere Wirkung gezeigt, als eine gleiche Gewichtsmenge Schrot oder Kleie. Sonst setzt man sie im Werthe ungefähr den Repskuchen gleich.
ö Um gelbe gewordene Obstbäume wieder grün zu macheu, wurde vom Pomologischen Congreß in Wien die Anwendung von Eisenvitriollösung empfohlen. Wie ein anwesender Pomologe mittheilte, war es ihm gelungen, schon ganz gelb gewordenen Bäumen durch dieses Mittel wieder aufzuhelfen, so daß sie nach Verlauf von 8 Tagen ihre srische grüne Farbe wieder erlangt hatten. Selbst⸗ verständlich darf die Lösung nicht zu concenttirt sein; Sprozentige hat mas als hinreichend stark vefunden, also 5 Kilogr. Eisenvitriol auf 95 oder auch 100 Liter Wasser. Sclost bei dieser Verdünnung aber wird man da, wo zartere, flacher wurzelnde Pflanzen sich unter den Bäumen befinden, vorsichtig sein müssen, da Eisenvitriollösungen deu feinen Pflanzenwurzeln äußerst nachtbeilig sind.
Handel und Verkehr. Grünberg, 12. September. Die Preise auf unserem heutigen Fruchtmarkte betragen: Waizen(100 Kilo) 12 fl. 13 ke.; Korn(90 Kilo) 9 fl.— kr.; Gerste(80 Kilo) 7 fl. 54 kr.; Hafer(60 Kilo) 5 fl. 20 kr.; Molter (90 Kilo)— fl.— kr.; Erbsen(110 Kilo) 11 fl.— kr.;
Zu den erst in
„Es unterliegt wohl keiner üdrigen Futters, dürsten jedoch genügen. Entweder gibt
Linsen(100 Kilo)— fl.— kr.; Samen(90 Kilo) 12 fl. 48 kr.; Kartoffeln(100 Kilo)— fl.— kr.
Frankfurt, 12. Sept, Der heutige Heu- und Strob⸗ markt war ziemlich gut befahren. Heu kostete per Ctr. 2 fl. — kr. bis 2 fl. 50 kr., Stroh per Centner 1 fl. 24 kr. bis 1 fl. 36 kr. Butter 1. Qual. 42—46 kr., 2. Qual. 38 kr. Eier das Hundert 3 fl. 12 kr. Kartoffeln per 200 Zoll⸗ pfund 2 fl. 18-24 kr.
Marnz, 12. Sep. Productenmarkt. Waizen per Nov. 11 fl. 50 kr., per März 11 fl. 48 kr., per Mai II üfl. 48 kr. Korn per Nov. 9 fl. 20 kr., per März 9 fl. 20 kr., per Mai 9 fl. 20 kr. Hafer per Nov. 9 fl. 57 kr., per März 10 fl. 12 kr., per Mai— fl.— kr. Rüböl per Oct. 17½ fl., per Mai 18 fl. 12 kr. Raps per Sept. 16 fl. 30 kr.
Washington, 12. Sept. Der Bericht des land⸗ wirthschaftlichen Departements für Sept. constatirt, daß die Aussichten auf die Baumwollenernte in Folge der Trockenheit und Hitze sehr verringert und um 20 Prozent schlechter als im August sind. Die Ernie werde höchstens zwei Drittel einer Mittelernte betragen.
Geld⸗Cours.
Frankfurt am 12. September 1874. Pistolen.„ fl. 9 40—42 Holländische fl. 10⸗Stücke..„ 9 4850 Düeggeenn 8„ 5 37—39 Ducaten al marco„, 5 394 20-⸗Frankenstücke F Englische Sovereigns„„„ Russische Imperiales.*„ 9 48—50 Dollars in Gold. 1, 2 26½%½ 27
Für die Hinterbliebenen des Raimond Dirion in Alberschweiler gingen ein: von Frau Bittong, Nauheim, 1 fl. von N. N. 35 kr., von Candidat Friisch 1 fl., von Adolf und Hans 2 fl., von Frau Aschrott in Nauheim 1 fl. 45 kr. Der Betrag von fl. 6. 20 ke. wurde unterm Heu⸗ tigen an Herrn Obersörster Eichhoff in Saarburg i. L. abgesandt.— Friedberg am 9. Sepiember 1874.
Die Expedition.
Accht kölnisches Wasser
von Johann Maria Farina.
Meine Niederlage davon im Comptoir des Ober— hessischen Anzeigers in Friedberg empfehle ich zu 8 fl. per Dutzend, 4 fl. per halbes Dutzend und 45 kr. per Glas gehorsamst.
Johann Maria Farina in Cöln.
Obligations-⸗Verloosung. 20 Bei der heute stattgehabten Obligations-Ver— osung wurden die Nr. 51 zu 200 fl. und Nr. 94 zu 10 fl. von den Partial- Obligationen der Gemeinde Tber⸗Erlenbach zur Rückzahlung gezogen. Die Jahaber eser Obligationen werden hiermit aufgefordert, gegen Juckgabe derselben und der nicht fälligen Zinscoupons e Beträge bis zum 1. November 1874 bei hiesiger emeindekasse in Empfang zu nehmen, indem von diesem ge an die Verzinsung aufhört. Ober⸗Erlenbach am 30. Juli 1874. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Erlenbach. Möglich.
Aepfel ⸗Versteigerung.
715 Freitag den 18. d. M., des Vormittags um
Apfel, circa 80 bis 90 Malter, sowie einige Malter Irnen an Ort und Stelle, malterweis in mehreren
Utheilungen öffentlich meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist in loco Ostheim. Ostheim den 12. September 1874. n
Großherzogliche Bürgermeisterei Ostheim. J. V. d 5
Gaßert Gemeinderathsmitglied.
Bekanntmachung.
Den Inhabern der Partial⸗Obligationen der Ge— tende Eichloch diene hiermit zur Nachricht, daß dieselben siumtlich zur Rückzahlung berufen sind.
ung nicht mehr besorgt, so kann der Betrag der L—. als auch der am 1. Januar 1875 ligen Zinscoupons im Monat Dezember l. J. bei Gemeinde⸗Einnehmerei Eichloch in Empfang genommen ben. Auf Verlangen wird, bei deutlicher Namensunter⸗ lift und portofreier Einsendung der Obligationen, nebst noch nicht fälligen Zinsabschnitten, den Inhabern der Merag auch portofrei übersandt werden. Vom 1. Januar 175 ab bort die Verzinsung der Obligationen auf und wen bei der einen oder anderen noch nicht fällige Zins— enpons fehlen, so wird bei Uebersendung des Betrags elbe um so viel gekürzt, als die fehlenden Coupons machen. f 7 1.(Post Wörrstadt) den 11. Sept. 1874.
Großherzogliche Bürgermeisterei Eichloch. e
Uhr anfangend, sollen die der Gemeinde zustehenden
Da daß Handlungshaus Lindheimer die Ein⸗
Ni e ee er ng
2660 Mittwoch den 16. September d. J., Vormittags 10 Uhr, werden dahier zur alsbaldigen Lieferung öffent— lich versteigert:
1) 750 Malter Kartoffeln und
2) 8 Eentner Zwiebeln; sodann werden Mittwoch den 23. September d. J., Vormittags 10 Uhr, für 1875 zur Lieferung im Sou— missionswege vergeben:
1) circa 60 Centner Bohnen,
0 Linen,
5„ Erbsen,
33 0 dle
5)„ 50 Hectolitre Petroleum,
6)„ 16 Centiner Kernseife, weiche, J. Qualität,
(sind Proben einzusenden),
1 2 Centner Schmierseife,
8 1 Hectolitre Leinöl,
9„ 1 0 Rüböl,
13 1 5 Hellthran,
11)„ 12 Centner Kaffee, n n F geschälte Gerste, eee„ Nudeln, D„—gedörrte Zwetschen, 16)„ 10 Heectolitre Essig. ö Die unter pos. 1, 2, 3, 4 und 5 auffgeführten andere Gegenstände.
Gegenstände werden einzeln, diejenigen unter 6 und 7,
unter 8, 9 und 10 und unter 11 bis 16 aber zusammen
vergeben.
Bedingungen und Proben sind täglich von 8 bis 12 Uhr Vormittags und 2 bis 6 Uhr Nachmittags auf dem Büreau der unterzeichneten Direkton einzusehen und müssen die Soumessionen bis zum 23. d. M., Vormittags 10 Uhr, in den vor diesem Büreau aufgehängten Soumisstonskasten verschlossen eingelegt werden.
Marienschloß den 7. September 1874.
Großherzogliche Landeszuchthaus-Direktion. A e
DN. Fri bel.
Ein braver Junge
2652 kann unter günstigen Bedingungen das Schuh— macher-Haͤndwerk erlernen bei
(U. 62599.) Gustav Aderhold,
.
Arbeits-Versteigerung. 2720 Freitag den 18. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem Rathhause zu Melbach die bei Aus- führung der Felddrainirung in den Fluren 1. und II., Gemarkung Melbach, vorkommenden Arbeiten, bestehend in Anfertigung der projeetirten Grabenarbeit, dem Röhrenlegen und Wiederzufüllen der Draingräben, ver— anschlagt zu 773 fl. 44 kr., an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden und sind Lusttragende hierzu eingeladen. Friedberg am 14. September 1874. Greb, Wiesenbaumeister.
Bekanntmachung.
2713 Auf der Hainamühle bei Assenheim kommen Montag den 21. d. M., Morgens 10 Uhr nachfolgende Gegenstände zur Versteigerung: 3 noch brauchbare Wasser— wellen in Längen von 5,25 4,80 und 7,50 Meter, 3 Eisenstege,! Wasserrad, eirea 5 Meter hoch, vollkommener Cylinder mit Schnecke, Ueberzug und Trieb, 2 noch gut erhaltene Kammräder, 1 vollständiger Beutelkasten, ver— schiedene Kasten, Trichter mit Trichtergestell, Zargen zc., 2 runde und( glattes Muͤhleisen, verschiedene Mühl⸗ steine, darunter auch französische Champagner, Oelgeschirr mit Presse und den dazu gehoͤrigen Rädern, Stirn und Seitenräder, 2 Oehlmühlsteine mit Herd und verschiedene
Ortenberg am 10. September 1874. Inncker, Gemeindebaumeister
Arbeits- Versteigerung. 2712 Donnerstag den 17. d. M., Mittags um 1 Uhr, sollen in der Wissischen Wirthschaft zu Bodenrod nachstehende An beiten in Accord gegeben werden:
Pflasterarbeit, lt. Kostenüberschlag 23 fl. 20 kr. Steinhauerarbeit 18—„ Liefern von Pflastersteinen 5„ Liefern von Kies 9„— Butzbach den 8. September 1874
Metzger,
Bezirks-Bauaufseher. Wollene und baumwollene
Unterjacken e Unterhosen
Neue Rothhofstraße 18, Frankfurt a. M.
418 zu billigen Preisen bein K. Friedrich.
Briesconverte in großer Auswahl bei Carl Binderuagel.
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