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1874. Dienstag den 15. September. 109.
Oberhessischer Anzeiger.
Die Petitzeile 4 1 5 wird mit 4. berechne Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
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Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag
und in zu beauftragen, den Bew lichen Empfang und die ihm erwiesene Aufmerksamkeit
Se. Majestät der deutsche Kaiser
haben allergnädigst geruht den Unterzeichneten nach Schluß der am 11. Abends stattgehabten Serenade zu sich bescheiden zu lassen ohnern der Stadt Friedberg seinen allerhöchsten Dank auszusprechen für den ihm gewordenen freund—
Der Unterzeichnete bringt diesen unsere Stadt so sehr ehrenden allerhöchsten Auftrag hiermit zur Kenntniß der hiesigen Ein— wohner und spricht letzteren zugleich Namens des Stadtvorstandes den verbindlichsten Dank für ihre freudige Mitwirkung beim
Empfang unseres hohen Gastes aus.
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Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg.
. Steinhäußer, Beigeordneter
Lekanntmachung.
Se. Königliche Hoheit der Großherzog haben zu befehlen geruht, daß die Ludwigsstraße vom 11. d. Mts. an zu Chren des deutschen Kaisers den Namen„Kaiseistraße“ und die Haagkstraße den Namen„Bahnhofstraße“ führen sollen.
Friedberg den 14. September 1874
Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg.
J. B...: Steinhäußer, Beigeordneter.
Amtlicher Theil.
net in Betreffend: Die im Jahre 187 ttfindender n hier Abschätz dabei vor⸗ a S— 5 8— e e een Friedberg am 11. September 1874. 82. ö Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien und Gr. Polizei-Commissär zu Wickstadt. a 1 Unter Bezugnahme auf unsere Verfügungen vom 16. Juli Nr. 84 und 7. d. Mts. Nr. 107 des Kreisblatts tragen wir Ihnen auf, zu est beröffentlichen, daß alle Flurbeschädigungen, für welche Enlschädigung beansprucht werden kann und wird, sofort bei Ihnen anzumelden seien und daß auf spätere Anmeldungen Vergütung nicht zu erwarten sei. Alle bei Ihnen angesprochen werdende Vergütung haben Sie nach Maßgabe der Ihnen Hurt 4. R., don dem früber bestellt gewesenen Commissät Großberzoglichen Kreisassessor jetzigen Polizeiradth Haas unterm 16. Juli d. J. zugegangenen Mit- Sete heilung zusammen gestellt längstens bis zum 17. d. Mts. Morgens nöthigenfalls durch expresse Boten bei dem jetzigen Commissär Großherzog — lichen Kreisassessor Klietsch dahier auf unserem Bureau abzugeben, da auf spätere Ansprüche Vergütung nicht zu erwarten ist. Trapp. 27 meeschirrt Deutsches Reich. höchsten und allerh. Herrschaften bei dem Großherzoge denn dadurch, daß sie den Kaiser ehrte, ehrte 3 Friedberg, 13. Sept. Vorgestern-Abend den Thee. Um 8 Uhr bewegte sich ein imposanter sie sich selbst. Sto del b Uhr 35 traf Kaiser Wilhelm mit großem Gefolge Lapionzug, bestehend aus der Kapelle Schellhaas, Mainz. Das„Mainzer Journal“ leitartikelt — lahier ein. Unser Großherzog, der Kronprinz, dem Stadtvorstande, dem Kriegerverein, den beiden in einer Sprache, die an Dreistigkeit und Deut— der Prinz von Wales, die Prinzen Ludwig und Feuerwehren und den beiden Gesangvereinen nach lichkeit nichts zu wünschen übrig läßt, gegen die 10„ Wilhelm von Hessen, der Erbgroßherzog und Prinz dem Schloßbofe, woselbst dem Kaiser ein Ständchen hessischen Kirchengesetze. Der Artikel, dem der r bermann von Sachsen-Weimar, General v. Bose, gebracht wurde. Der Kaiser ließ den ersten Bei- streitbare Herr v. Ketteler schwerlich ferne steht, in Nai ter Stadtvorstand, die Spitzen der Behörden und geordneten, der des erkrankten Bürgermeisters Stelle zu dessen Veröffentlichung er jedenfalls seine 122 ine unabsehbare Menschenmenge hatten sich zum vertrat, zu sich bescheiden und sprach demselben
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Empfange desselben im Bahnhofe eingefunden. seinen Dank für den festlichen, Empfang aus. Nach kurzer Begrüßung Seitens der Fürstlichkeiten Gestern Morgen begaben sich die höchsten Herr—
id dee Stadtvorstandes fuhr der Kaiser im schasten sodann zu den Manövern, die auf der
offenen Wagen mit dem Großherzog unter dem Oberwöllstädter Höhe, dem Wartfeld und Galgen-
1 Geläute aller Glocken und begrüßt mit endlosen feld ihren Abschluß um 1 Uhr fanden. Nach auf
enthusiastischen Hochrusen der überall Spalier bil- der Warte eingenommenem Frühstück fand der
denden Bevölkerung durch die Straßen der Stadt. Vorbeimarsch vor dem Kaiser, dem Großherzoge In der Burg angelangt fuhr der Wagen im und den hohen Herrschaften statt und nahm der⸗ Schritt durch die Reihe der Festjungfrauen, die selbe bei der ungeheuren Truppenmasse nabezu zen hohen Gast mit einem Blumenregen über- 2 Stunden in Anspruch. Um 5 Uhr fand große scütteten bis zum Eingänge des Schlossts. Hier Hofstasel bei dem Großherzoge statt und Abends angelangt verließen der Kaiser und der Großherzog. 9 Uhr brachte eine der hier liegenden Militär-
bischöfliche Sanction ertheilt hat, gipfelt in dem Satze:„Solchen Gesetzen werden wir uns niemals unterwerfen, weil wir uns ihnen nicht unterwerfen können und nicht unterwerfen dürfen!“
Berlin. Der„Reichs- Anzeiger“ veröffentlicht einen Dankerkaß des Kaisers füt die im Laufe des Sommers, namentlich anläßlich des deutschen Festes, der Sedanfeier, durch Telegramme und Zuruse entgegengebrachten Ausmerksamkeiten. Der Erlaß betont besonders die wohlthuende Empfin— dung, welche die in den Adressen ausgesprochene, sestgegründete Befriedigung über die an die Waffen⸗ thaten des vereinten deutschen Heeres sich knüpfen—
un Wagen und mußten sich zunächst wahrhaft kapellen dem Kaiser ein Ständchen, während die den nattonalen Errungenschaften in dem Kaiser
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Hahn brechen durch die sie freudig umdrängende, ganze Stadt auf das Prachtvolsste illuminirt hatte erweckt und demselben besonders den 2. September er aufgestellte Schuljugend und das anwesende und unzählige Menschen in gehobenster Stimmung zu einem so freudig weihevollen Tage gestaltet
Publikum, immer aufs Neue von Hochrufen be- durch die Straßen sich bewegten. Heute Morgen habe. Der Kaiser beauftragt den Reichskanzler,
güßt. Der Kaiser nahm dann die Parade der 9 Uhr 30 reiste der Kaiser, zum Bahnhofe be⸗ Hibcompagnie des 115. Regiments ab, an deren gleitet von dem Großherzoge und den höchsten
den Erlaß zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.
— Die preußische Regierung hat sich, wie
ucht lügel sämmtliche Stabsoffiziere der 21., Herrschaften, wieder ab. Der Kaiser, sah sebr hiesige Blätter erfahren, bis ect noch nicht über 5 25. 1 12 15 denen der wohl aus und fiel allgemein die Elasticität und die Frage wegen dauernder Verlegung des Etats-
Kelser alle einzeln die Hand gab und an deren
binden dankte. Um halb acht Uhr nahmen die jet in noch erhöhterem Maaße der Fall sein,
die stramme Haltung des verehrten Gastes 1 schlüssig gemacht. Dieselde erstrebt, daß je f se richtete, worauf er Die Friedberger aber werden noch lange an dlese eine erlegung des Etatsjahres in Preußen mit 14 2 3 Schloß hoses mittler- Ehrentage zurückdenken, und galt Friedberg bisher einem gleichmäßigen Arrangement im Reiche Hand .. Festjungstauen für die Blumen- schon als eine patriotische Stadt, so wird dies in Hand gehen müsse. Sie will zunächst Gewiß⸗
heit darüber haben, ob sich gegen eine Einberufung
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