Ausgabe 
15.1.1874
 
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und nach welcher der Papst eigenmächtig Aende rungen der früheren Bestimmungen vorgenommen babe), an irgendwen gezahlt babe, eine gleich große Summe als Beitrag zum Peterspfennig an den Caplan Majunke zu entrichten.

Kassel. Ueber den Ausfall der Reichstags⸗ Wahlen in Kurhessen liegen erst vereinzelte Mit⸗ theilungen vor. Im Wahlkreise Kassel⸗Melsungen ist die Wahl Bähr's(national-liberal) noch nicht ganz gesichert, da die Agitation der Sotial⸗Demo⸗ kraten ansehnliche Früchte getragen hat. In Hers⸗ feld und Gelnhausen find die mit den Ultramon- tanen und Conservativen verbündeten Agrarier glänzend durchgefallen, während sie im Kreise Hünfeld eine ansehnliche Stimmenzahl erhielten.

Fulda. Das freisprechende Urtheil des hie⸗ sigen Amtsgerichts über die Priester Helferich und Weber ist vom Kreisgericht verworfen worden.

Kaiserslautern, 11. Januar. Gewählt: Landau ⸗Neustadt: Gutsbesitzer Jordan(liberal), Homberg⸗Kusel: Dr. Buhl(liberal).

Aschaffenburg, 11. Jan. Im Wahlkreise Lohr⸗Gemünden⸗Hammelburg(Unterfranken) wurde Freiherr v. Frankenstein(ultramontan) gewählt.

Stuttgart, 11. Jan. Gewählt: Bezirk Stuttgart: Müller, national- liberal; Böblingen; Leonberg: Elben, national- liberal.

Karlsruhe, 11. Jan. Gewählt: Constanz: Koder(nat.-lib.), Waldshut: Faller(nat. lib.), Karlsruhe: Prinz Wilhelm von Baden, Lörrach: Pflüger(nat. lib.), Offenburg: Bär(nat.-lib.), Breiten: Grimm(nat. lib.), Baden ⸗Rastatt: Lender(Centrum).

Wie man vom Bodensee vernimmt, wird die Exkaiserin Eugenie nächsten Mai ihre neu eingerichtete Besitzung Arenenberg beziehen, das Schloß daselbst sei etwas erweitert und wahrhaft fürstlich eingerichtet worden. Vor etwa 3 Wochen trafen nach 17tägiger Fahrt von Paris 3 Möbel⸗ wagen mit kostbaren Gegenständen in A. ein.

Metz, 12. Jan. Der gestern zusammenge⸗ tretene Lothringer Bezirkstag erwies sich als be schlußfähig, nachdem 18 Mitglieder den Eid geleistet hatten. Alterspräsident ist Vautrain. Die erste Sitzung ist auf heute anberaumt.

Ausland.

Schweiz. Bern, 12. Jan. Da gestern wieder im Jura Unordnungen vorgekommen sind, worüber indessen noch Detail- Angaben fehlen, so ist ein Bataillon Scharfschützen dorthin abgegangen.

Frankreich. Paris, 11. Jan. Gestern

Abend hieß es, der deutsche Botschafter habe neue Instructionen hinsichtlich der Hirtenbriefe der fran⸗ zösischen Bischöfe erhalten; vor der Beendigung der Ministerkrisis wird der Graf v. Arnim wohl nicht Gelegenheit haben, von diesen neuen In- structionen Gebrauch zu machen. 13. Jan. Eine Note desJournal officiel sagt: In Folge der gestrigen Sitzung und auf Verlangen Mac Mahon's haben alle Minister ihre Demission zurückgezogen.

10. Jan. In der gestrigen Sitzung der hiefigen geographischen Gesellschaft wollte man eben zur Verlesung der letzten Briefe des fran⸗ zösischen Orient⸗Reisenden, Francis Garnier, über seine Forschungs-Reise auf dem Blauen Fluß (Yang⸗tse⸗Kiang) schreiten, als der Admiral La Roncière Le Noury eintrat und ein im Laufe des gestrigen Tages auf dem Marine⸗Ministerium ein gelaufenes, aus Saigon datirtes Telegramm des Admiral Dupré mittheilte, nach welchem Garnier am 7. September 1873 von den Rebellen von Tonkin getödtet worden ist.

Versailles, 12. Jan. Auf die Inter- pellation Kerdrels über den Rücktritt des Mini- steriums antwortete Broglie:Da das Cabinet fich mit der Majorität nicht in Uebereinstimmung

ordnung. Die Linke verlangt geheime Abstimmung mit Namens- Aufruf. Die Regierung weist die einfache Tagesordnung zurück, welche darauf mit 355 gegen 316 Stimmen verworfen wird. Das Vertrauensvotum wird sodann mit 379 gegen 321 Stimmen angenommen. Delsol(von der Rechten) verlangt, daß das Maires-Gesetz wieder auf die Tagesordnung gesetzt werde. Die Linke trägt ihrerseits auf Vertagung an. Nach einer längeren Discussion über verschiedene Punkte des Reglements wird das Maires-Gesetz auf die morgige Tages- ordnung gesetzt.

Holland. Haag, 12. Januar. Amtlich wird gemeldet, daß die holländischen Truppen die Moschee von Atschin nach verzweifelter Gegenwehr der feindlichen Truppen im Sturm genommen haben. Die Verluste betrugen 17 Todte 197 Verwundete. Die Belagerungstruppen haben die Sappe bis zum Kraton fast vollendet und errichten die Breschebatterien. Der Gesundheitszustand der Truppen ist besser.

Spanien. Madrid, 11. Jan. Das Fort Atalaga bei Cartagena ist von den Regierungs- truppen genommen. General Dominguez bewilligte den Insurgenten in Cartagena eine 24stündige Frist für die Uebergabe.

12. Jan., Abends. Cartagena ist ge nommen. Die InsurgentenfregatteNumancia, auf der sich die Junta befindet, ist mit der Flottille des Admirals Chicarro im Kampf.

13. Jan. Ein Telegramm des Gouver- neurs von Murcia von gestern Abend 8 Uhr 33 Minuten meldet: Eine Fregatte der Insur genten, mit der Junta und den Galeerensclaven an Bord, hat Cartagena verlassen. Die Regie rungeflottille und die InsurgentenfregatteNuman- cia sind im Gefecht. Cartagena ist genommen.

13. Jan. Eine Proclamation des General- Capitäns Pavia ordnet die Ablieferung der Waffen Seitens der Freiwilligen an und überweist die Zuwiderhandelnden vor das Kriegsgericht. Die Durchsuchung der Häuser nach den Waffen be ginnt morgen.

Barcelona, 8. Jan. Der Aufstand begann heute Morgen durch Ansammlung zahlreicher Trupps von föderalistischen Arbeitern auf den öffentlichen Plätzen. Die Truppen trieben die Arbeiter in die Vorstädte zurück. Nachmittags begann der Bau von Barrikaden, die von den Truppen mit der Artillerie genommen wurden. Auf beiden Seiten große Verluste. Der Wieder beginn des Kampfes wird morgen erwartet. Es heißt, der Ausstand werde von der Internationale geleitet.

Figueras, 12 Jan. In Barcelona dauert der Kampf in den Vorstädten fort.

Amerika. Rio de Janeiro. Meldungen von hier zufolge erkannte das Obergericht den Bischof von Pernambuco der Verstoßung gegen gewisse Artikel der Verfassung schuldig. Der Bischof sollte bei Beendigung des gegen ihn an hängigen Verfahrens in Haft genommen werden.

Asien. Penang, 10. Jan. Die Holländer setzen das Bombardemen: auf den Kraton fort. Die Moschee von Atschin wurde eingenommen. Die Uebergabe der Stadt wird täglich erwartet. Der Gesundheitszustand der Truppen hat sich gebessert.

Privat-Nachrichten von hier zufolge waren die Holländer vor der Einnahme der Moschee zweimal mit einem Verlust von 240 Mann, worunter 12 Offiziere, zurückgeschlagen worden,

Aus Stadt und Land.

Gießen. Nach dem amtlichen Personalbestande hat sich die Frequenz der Zuhörer an der hiesigen Universität im laufenden Semester gehoben bis auf 365, wovon 27 als Personen reiferen Alters ohne Immatriculation die

über das Maires⸗Gesetz, welches es als dringlich Vorlesungen besuchen. Von den Immatticulirten widmen

und unerläßlich betrachtet, befand, so glaubte es,

Die

seine Würde erfordere, zu demissioniren.

sich der Theoligie 11, Jurisprudenz 73, Medicin 74, Thier⸗ arzneikunde 12, Cameral-Wissenschaften 5, Architectur 7, Forst⸗Wissenschaft 21, Mathemathik 18, Philosophie und

hierauf von Mitgliedern der Rechten beantragte Philologie 61, Pharmacte und Chemie 56.

Tagesordnung besagt einsach:Die Nationalver-

sammlung, in Erwägung, daß das Cabinet nicht 16 9 2 7

ihr Vertrauen verloren hat, geht zur Tages⸗ ordnung über.

Offenbach. Wenn Johannes Stürtz, der bekannte socialdemokratische Reichstagscandidat im großherzoglich Hessischen Wahlkreise Dieburg⸗Offenbach, in den Reichs tag kommt, so schreibt derOdenwälder Bote will er

Picard beantragt einfache Tages- ein Gesetz machen, wonach die Orthographie abgeschafft

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wird und jeder in Zukunft so viel beware et machen darf, als er will, ohne daß er ausgelacht werben darf. Ehe dieses Stürtzgesetz durchgegangen ist, theilen wir zur Erheiterung und Erbauung unserer Leser folgende getreue Abschrift eines Stürtzenbrieses mit(das Original kann vorgezeigt werden):Herrn* in 1 Hier zu den Guthabende Miethebedrach von 2 Fl. 24 Kr. Was beträff der Weisbinderarbeit so halte ich das nicht vor meine Verflügtung, und überlasse das ihrem Bebengken. Offenbach, 9/9. 73. Johs. Stürtz.

Mainz. Wie dieB. B. C. meldet, sollen für Berlin, Köln, Mainz und StraßburgMilitärbahnhöse in der Größe in Aussicht genommen sein, daß eine ganze Division gleichzeitig oder kurz hintereinander eingeschifft werden kann.

Allerlei.

Rom. Die Seene spielt hier im versammelten Pro⸗

vinzialratbe. Ein Mitglied des Rathes erhebt fich und interpellirt den Vorstand über die Ausräucherung des Bahnhofes und der Post. Er spricht über alle möglichen Dinge, und dann ruft er plötzlich aus:Ich bin um so eher berechtigt, mich gegen die Aufrechterhaltung dieser schädlichen Maßregel zu erheben, da sie ohne Verstand an⸗ gewendet wird. Während beispielsweise die Briese aus Neapel an zwei oder drei Stellen durchlöchert werden, bleiben die aus derselben Stadt einlangenden tele⸗ graphischen Depeschen intact.(Lärm, Unterbrechung, Heiterkeit.)Lachen Sie nicht, meine Herren, erwiderte der Redner, mit Heftigkeit auf seine Rocktasche klopfend, ich habe hier den Beweis, daß das, was ich anstrebe, richtig ist, und ich vermag meine Unterbrecher augenblick⸗ lich davon zu überzeugen...

Maine(Amerika). Ein Professor von hier hat ein großes Gemälde,Durchgang der Israeliten durch das rothe Meer, ausgestellt, zu dessen Empfehlung er die Noliz beigefügt hat, daß die Bildnisse der einzelnen Juden direct nach der Natur photographirt worden seien.

Literarisches.

Die Maul- oder Klauenseuche, gemeinverständ⸗ lich dargestellt von Prof. Dr. Pütz, Director an der Thierarzneischule in Bern. Gekrönte Preisschrift. Ver⸗ lag Dalp in Bern.

In der Schweiz hat die Maul- und Klauenseuche seit den letzten Jahren den Wirtyschaftabetrieb so empfindlich geschädigt, daß die Berner Regierung für die beste Schrift über Maul- und Klauenseuche, deren Natur; Verbreitung, Behandlung und über die Schutzmaßregeln, gegen dieselbe als passende Belehrung für alle Viehbesitzer einen Preis ausgesetzt hat, der dem Verfasser obigen Werkchens zuer⸗ kannt wurde.

Der Verfasser hat auch seine Aufgabe in trefflicher Weise gelöst; er hat es verstanden, eine Arbeit wissen⸗ schaftlichen Geistes zu schaffen, die dem hier interessirten Gesammt Publikum als unentbehrlichesVademecum dienen aber auch bei den Fachgenossen ihres wissen⸗ schaftlichen Werihes wegen hohe Würdigung finden wird. Nicht die Alltags-, nicht die sogenannte sondern die wirkliche klinische, reiche Erfahrung und der wissenschaft⸗ liche Standpunkt des Verfafsers lassen seine Arbeit nicht durch das Aushängeschild des populären Exterieurs ohne Gehalt, sondern durch die innere Wahrheit dem Zwecke entsprechen; das ist der höͤchste Preis, den er dabei ettungen!

Die specielle Recension überlasse ich dem Leser; nur einen Punkt, der die Sanitäts-Pflege im Allgemeinen berührt, glaube ich hervorheben zu müssen; bezüglich dessen empfiehlt der Verfasser die Belehrung in der Schule mit Recht; denn wie so oft im Leben Erscheinungen durch ihr häufiges Wiederkehren mit dem einmal gefaßten Vorurtheile behandelt und weiter gleichgültig angesehen werden, so auch das Wesen und die Natur der anstecken⸗ den Krankheiten, sowie die Bedeutung und der relative Werth der Schutzmaßregeln gegen dieselben.

Frankfurt a. M. den 1. Januar 1874.

Prof. Dr. Leonhard.

Am 29. November v. J. ist der Fahrknecht Wiegand Agel von Steinfurth in seinem Dienste auf der Straße plötzlich todt zusammengebrochen und bat eine schwache Wittwe mit drei kleinen Kindlein in größter Noth hinterlassen. Nachdem zur Unterstützung derselben in Steinfurth die Summe von 33 fl. 18 kr. gesammelt worden war, haben theilnehmende Bewohner von Bad-Nauheim die Wittwe durch eine Weihnachtsgabe von 29 fl. 6 kr. hocherfreut. Vielleicht findet sich auch in

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Hand für diesen guten Zweck. Den gütigen Gebern wird hierdurch der herzlichste Dank aus gesprochen. Die Expedition d. Anzeigers ist gerne bereit Gaben in Empfang zu nehmen.

Für W. Agel's Familie sind weiter eingegangen: Bei der Exped. d. Anz. von J. Nauheim 1 fl.; H. M. 3 fl.; Rendant Bitsch 1 fl. Bei Herrn Pfarrer Ebel in Steinfurth von S.(Postzeichen Altenstadt) 1 fl. 45 kr.; Ungenannt 1 fl.