Ausgabe 
14.7.1874
 
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Bekanntmachung,

die nachträgliche Einlösung der Grund rentenscheine betreffend.

Auf Antrag der Stände haben Seine Königliche Hoheit der Groß berzog zu genehmigen geruht, daß zur Einlösung der Grundrentenscheine bei Großherzoglicher Staatsschulden-Tilgungskasse, welche nach Ablauf der in der Bekanntmachung vom 10. November 1871 verlängerten Prä- clusivfrist, gemäß Art. 4 des Gesetzes vom 26. April 1864, die Ein- ziehung der Grundrentenscheine und die Ausgabe eines neuen Staats-

papiergeldes betreffend, seit dem letzten Februar finden konnte, abermals eine Frist eröffnet werde.

Die Großherzogliche Staatsschulden-⸗Tilgungskasse ist demgemäß er- mächtigt und beauftragt worden, Großherzoglich Hessische Grundrenten⸗

1872 nicht mehr statt⸗

scheine, welche bis zum 31. December 1875 bei ihr präsentirt werden, nachträglich einzulösen, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Vom 1. Januar 1876 an hört diese Ermächtigung auf und ver⸗ bleibt es bei der Bestimuung des gedachten Gesetzes, wonach eine Ein⸗ lösung jener werthlos gewordenen Scheine nicht mehr zulässig ist. ö Darmstadt den 27. Juni 1874. Aus Allerhöchstem Auftrage: Großherzogliches Ministerium der Finanzen.

Schleiermacher. 5 Hahn.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 8. Juli. Post-Personalnach⸗ richten. Angenommen wurden: als Postgehülfen: Martin Ad. Wolf in Sprendlingen in Rheinb. und Johann Heinrich Klein in Babenhausen; als Postagent: der Stationsverwalter Rayß in Leng- feld i. O. Angestellt wurde: der Postamtsassistent Lang als Kanzlist bei der Kaiserlichen Ober-Post⸗ direction in Darmstadt, der Militär-Invalide Ha mann als Post⸗Packetträger in Offenbach a. M. und der Privatpostunterbeamte Stumpf als Land- briefträger in Hungen. Versetzt sind: der Post⸗

director Reiß von Bingen nach Offenbach a. M.

und der Postsecretär Amelung von Offenbach a. M. nach Bingen. Freiwillig sind ausgeschieden: der Postgehülfe Scheuermann in Mainz und der Post- agent Schaffner in Lengfeld i. O. Entlassen wurde: der Postschaffner Friedrich Hartmann in

Mainz. Gestorben ist: der Briefträger Scherf in Mainz. Gießen. Es ist nunmehr entschieden, daß

die Berlin Wetzlarer Bahn vom sog. Ebsdorfer Grunde direct an Fronhausen vorbei auf Krof dorf und Garbenheim zugeht. Wie man hört, soll der seitherige Bahnhof der Main ⸗Weserbahn zu Fronhausen etwas mehr südlich nach Schloß Friedelhausen verlegt, und beide Bahnhöfe dann in der Nähe der Bahn zusammengelegt werden. Im Laufe des Sommers und Herbstes wird über den Ankauf der Ländereien unterhandelt, und danach der Bau der Bahn begonnen werden.

Königsberg. Aus den nun vorliegenden ausführlichen Berichten über die Arbeiterrevolten in der Provinz Preußen scheint sich zu ergeben, daß die Annahme, es möchten social⸗demokratische Aufreizungen die Ursache derselben sein, eine salsche gewesen ist. Es scheinen vielmehr die in hoch conservativen Kreisen, weltlichen und geistlichen, gegen die neue Kreisordnung, namentlich die Uebernahme der Amtsvorsteherschaft, und gegen das Civilehegesetz bekanntlich in Srene gesetzten Agitationen zu den Irreleitungen in den Arbeiter kreisen geführt zu haben.

Wiesbaden. Der Cultusminister hat die Errichtung eines neuen Schaͤllehrer⸗Seminars für die Provinz Hessen⸗Nassau angeordnet. Dasselbe wird seinen Sitz in der Stadt Dillenburg haben, und seine Eröffnung soll Anfangs August dieses Jahres stattfinden.

München, 11. Juli. Die Abgeordneten⸗ kammer erledigte heute das Finanzgesetz und nahm dasselbe mit 121 gegen 6 Stimmen an. Nach demselben ist die von der Regierung geforderte Budgetsumme von 120,878,892 fl. auf 123,696,923 fl. erfolgt. Montag wird über den Ankauf der Ostbahnen berathen werden.

Stuttgart. DerSchwäbische Merkur erfährt aus Baden, daß daselbst die Einführung der Reichswährung zu Neujahr bestimmt in Aus- sicht genommen sei.

DerSchwäbische Merkur erfährt aus Heidelberg, daß der Gehelmerath Bluntschli, Pro fessor Holtzmann und Stadtpfarrer König ihre leitende Stellung im Potestantenverein niedergelegt hätten, was die Verlegung der Central-Leitung von Heidelberg an einen andern Ort zur Folge haben werde.

Constanz, 10. Juli. Der von unserer Be völkerung allverehrte Kaiser Wilhelm hat gestern Abend auf der Durchreise nach der Mainau die Stadt Constanz passirt, wo ihn außer der Groß- herzoglichen Familie eine Menschenmenge erwartete

und während der Fahrt vom Bahnhof nach der Schiffslände mit enthustastischen Hochrufen be grüßte. Man fand allgemein das Aussehen des

Heldengreises ausnehmend günstig und bemerkte:

sehr die Spannkraft, mit welcher der alte Herr die Treppe auf das Salonverdeck erstieg.

Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien. Kaiser Wilhelm trifft in Biessenhofen mit dem von Hohen schwangau kommenden König von Bayern zu sammen. Beide Fürsten reisen gemeinschaftlich nach München. Graf Chambord soll nicht unbe

denklich zu Frohsdorf erkrankt sein. In diplo⸗ matischen Kreisen verlautet, General Ignatieff solle

im nächsten November nach London versetzt, Baron Brunnow pensionirt werden.

Frankreich. Versailles, 9. Juli. In der Nationalversammlung kam cine Botschaft Mac

Mahons zur Verlesung, worin derselbe darauf

hinweist, daß seine Amtsgewalt unwiderruflich sei und deren Dauer nicht verkürzt werden könne, und constatirt, daß es die Nationalversammlung selbst gewesen sei die in solcher Art ihre Souveränetät habe fesseln wollen; das Gesetz vom 20. Nov. v. J. müsse jedoch vervollständigt werden. Mac Mahon erianert deßhalb die Versammlung dringlich an ihre Verpflichtung, seine Gewalten zu organistren. Die Minister würden der constitutionellen Com- mission die Punkte mittheilen, auf welche Mac Mabon bestehen zu müssen glaube. Die Botschast, welche einen großen Eindruck hervorbrachte, wurde von der Rechten und dem rechten Cenirum applau dirt. Raoul Duval verlas einen Antrag, welcher die Auflösung der Nationalversammlung und die Anordnung von Neuwahlen für den October sor derte, und verlangte die Drirglichkeit hierfür, die indeß abgelehnt wurde.

Paris, 10. Juli. In der Nationalversamm lung verlangt Berthault von der Linken, die Re gietung über die Botschaft des Präsidenten zu interpelliren; er erachtet die Rechte der National- versammlung durch dieselbe verletzt. Die Inter pellation, deren Verhandlung der Interpellant für den nächsten Montag beantragt, wird auf den Antrag des Minister⸗ Präsidenten Cissey bis zur Discussion der constitutionellen Gesetze ausgesetzt.

Die Mittheilungen mehrerer Zeitungen über Einschreiten der Gerichte gegen hervorragende Mitglieder des bonapartistischen Centralcomites werden durch dieGazette des Tribunaux als übertrieben und ungenau bezeichnet.

Großbritannien. London. Der Strike in den Eisengruben Schottlands ist beendigt, da die Arbeiter die Bedingungen der Arbeitgeber an genommen haben.

Ryde, 8. Juli. Der Kronprinz des deutschen Reichs und von Preußen und die Kronprinzessin werden sich morgen nach Gosport begeben und von dort aus der Königin Victoria in Windsor einen Besuch abstatten.

Spanien. Madrid. Ein Manifest des Carlistenchefs Dorregarayan die civilisirten Na tionen sagt, daß Dorregaray sich durch die Auf: führung der Regierungsarmee gezwungen gesehen babe, die Art der Kriegführung zu ändern; die Erschießung von 15 Gefangenen wird zugestanden. Der Erklärung Dorregaray's widerspricht der letzte Tagesbefebl des Generals Concha, worin dieser sagt, daß er den Feind besiegen, nicht ermorden wolle.

Amerika. Newyork., Von hier wird tele graphirt, daß die Truppen der Vereinigten Staaten

Städichen und dessen Umgegend.

in dem Territorium Wyoming vor einigen Tagen ein Gefecht mit dem indianischen Stamme der Sionx gehabt haben. und Verwundete, während der Verlust der Truppen in nur drei Todten bestand.

Aus Stadt und Land.

Bilbel. DerVilb. Anz. sch reibt: Von Freunden und Bekannten des nach Friedberg versetzten Kreisveterinär⸗ arztes Pr. Gebb wurde am Dienstag Abend im Simon'schen Garten ein Abschiedsmahl veranstactet. Es liefert dies den Beweis, welche Liebe und Achtung sich Gebb während seines noch nicht langen Hierseins erworben hat. Hert Dr. Gebb zieht nur für seine Person über, seine Familit vleibt vorläufig noch in seinem erst vor zwei Jahren er; kauften Hause wohnen.

Gedern, 8. Jull. Heute Morgen zwischen 4 und 5 Uhr entlud sich ein sehr heftiges Geweller über unser Der Blitz schlug in die mittlere von drei abseits bei einander stehenden Scheuern.

Dieselbe brannie sammi einem Stalle ganz darnieder, ohne

daß die andern beiden beschädigt wurden.

Gießen, 11. Juli. Der Schwurgerichtshof dieser Provinz hat in den nachbemerkien Anklagesachen erkannt; Den 6. Juli, gegen Georg Gerbig von Lauterbach, wegen! Diebstayls, Gefängniß von 1 Jahr und 4 Tage, sowie Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer vou 2 Jahren. Den 7. Juli, gegen Wiltzelm Schmidt von

Nieder-Bessingen, wegen Verbrechens gegen die Sutlich-

keit, Zuchthaus von 1 Jahr. Denselben, gegen Franz Gräcmann von Nidda, wegen einfachen Diebstahls, Ge fängniß von 14 Tagen unter Aufrechnung der erlittenen Untersuchungshaft. Den 8. Juli, gegen Philipp Bierau von Daubringen, wegen Verbrechens gegen die Siulichken, Zuchthaus von 1 Jahr 2 Monaten, an welcher die er⸗ lüiene 2 monatliche Untersuchungshaft in Abzug kommt. Denselden, gegen Joh. Heinrich Roth von Frischborn,

wegen schweren und einfachen Diebstahls und Urkunden sälschung, Zuchthaue von 2 Jahren 8 Monaten, unern Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechie auf die Dauer

von 3 Jahren. Den 9. Juli, gegen Heintich Schäfer von Wieseck, wegen Hausstiedensbruchs und Körperver⸗ letzung, Gesängniß von 8 Wochen. Bezüglich der auf Dubfstahl gerichteten Anklage wurde der desfallsige Straf⸗ anirag Seitens der Bestohlenen zurückgenommen. Den 10. Juli, 1) gegen Katharina Lipp, Ehefrau des Johannes Lipp von Lindheim, wegen angeklagten schweren und einfachen Diebstahls, in welcher Beziehung von den Ge schwornen einNichtschuldig ausgesprochen wurde auf Freisprechung; dagegen wurde erkannt: 2) gegen Heinrich Kaiser von da, wegen gleichen Verbrechens, mit Einrech⸗ nung der früher wegen falscher Anzeige gegen denselben ausgesprochenen Sitafe, Gefängniß von 6 Monaten. Den. 11. Juli, gegen Conrad Freiensehner von Ulrichstein, wegen schweren Diebstahls, Zuchthaus von 2 Jahren unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf diel Dauer von 3 Jahren.

Während der nächsten Woche werden vor dem Schwur gerichtshof weiler folgende Anklagesachen verhandelt wer⸗ den: Den 13. Juli, Vormintags 9 Uhr gegen Georg Gruner von Heldenbergen, wegen Urkundenfälschungß Vertheid.: Großh. Hofger.⸗Advokat Dr. Ditimar. Den. 14. Juli, Vormutags 8 Uhr, gegen Regina Rhein von Allendorf im Königreich Preußen, wegen Kindesmordsz Vertheid.: Großh. Hofger.⸗Advokat Dr. Guffleisch. Den. 15. Juli, Vormintags 8 Uhr, gegen Georg Wilhelm Weil von Echzell, wegen Meineids; Vertheid.: Großh. Hofger⸗ Advokat Dr. Eckstein. Denselben, Nachmiitags 3 Uhr, gegen Adam von der Lahr von Ballmuth, wegen Ver

brechens gegen die Siulichkeit: Vertheid.: Großh. Hofger⸗

Advokat Diery. Den 16. Juli, Vormittags 8 Uhr, gegeh Conrad Müller von Obertemp, im Königreich Preußen wegen Versuchs der Verleitung zum Meineid; Verih. Großh. Hofger.⸗Advokal Dornseiff. Den 17. und 18. Juli,

Vormittags 8 Uhr, gegen Andreas Simon und Consorlen von Lautervach, wegen Meineids; Veriheid.: die Großb⸗ Hofger.⸗Advokaten Dr. Guffleisch, Dr. Schüler und Dr. Muhl⸗

Darmstadt, 11. Juli. Gestern wurde dahier eine Persönlichkeit zur Haft gebracht, die durch großartige Geld⸗ verschwendungen die Aufmerksamkeit der Polizeibehörden auf sich gelenkt. Mehrfache Umstände deuten darauf hin,

daß der Betreffende an auswärtigen Orten diese Summen

auf eine höchst schmutzige Wüiseerworben hat.

Mainz. Die Eröffnung derIndustrie-Ausstellung 1

in der Fruchthalle soll am 12. August 1. J. staltfinden.

Mainz. Der Bierstrike vollzieht sich in aller Ruhe 1 Die Zäpfereien der Actienbrauerei stehen J

aber sicher.

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