Das Wahlresultat
bach, 10. Jan. Orte 2036,
in unserer Stadt ist: Dernburg erhielt Stürtz 1402, Racke 264 Stimmen.
Berlin, 8. Jan. Der Bundesrath beschloß beute, den bayerischen Ministerialrath Hocheder als Victpräsidenten und den Ober- Tribunalrath Langerbans, sowie den Rechtsanwalt Wiener (Berlin) als Räthe des Reichs-Oberhandelsge— richts dem Kaiser vorzuschlagen.
— Die Gesammt-Einnahmen und Ausgaben der preußischen Universitäten und der Akademie Münster, sowie des Lyceums zu Braunsberg er- reichen die Summe von 1,772,797 Thlr., darunter Königsberg 179,467 Thlr., Berlin 336,141 Thlr., Greifswald 118,420 Thlr., Breslau 172,670 Tblr., Halle 190,298 Thlr., Kiel 141,888 Thlr., Göt⸗ tingen 228,755 Thlr., Marburg 135.050 Thlr., Bonn 218,085 Thlr., Münster 41,760 Thlr. und Braunsberg 10,963 Thlr., zusammen 1,772,797 Thlr.
— Die„Nordd. Allgem. Ztg.“ berichtigt die Meldungen mehrerer Zeitungen, wonach die Vor⸗ legung der Ergänzungsgesetze zu den Kirchenge: setzen an den Kaiser bereits erfolgt ware, dahin, daß das Staatsministerium die Beratbung be— gonnen, aber noch nicht abgeschlossen hat. Der „Nationalzeitung“ zufolge, hätte das Staats- ministerium eine anderweite Redaction der Gesetze und die Zusammenfassung der mehreren Gesetze in zwei Gesetzentwürfe beschlossen.
Posen, 8. Jan.„Kuryer“ meldet: Auf Requisition des Kirchen⸗Gerichtshofes ist der Erz— bischof Ledochows'i heute vom hiesigen Appell— gericht auf den 14. Januar Behufs vorläufiger Vernehmung vorgeladen.
Kassel, 10. Jan. Das Consistorium hat abermals eine große Anzahl renitenter Pastoren
Schweiz. Bern, 10. Januar. Gestern Nachmittag wurde Bonfol im Jura wegen Her— ausforderung der liberalen Katholiken durch Fana⸗ tiker von einer Infanterie- Compagnie besetzt. Die Anstifter sind verhaftet.
Genf. Dem„Genfer Journal“ zufolge wird der Prälat Dominique de Panelli, bisher Bischof in partibus von Lydda und lange Zeit päpstlicher Vertreter in Jerusalem, die bischöflichen Functionen in Genf bis zur definitiven Regelung der Bischofs- Frage in der Schweiz ausüben.
Frankreich. Paris, 8. Jan. Heute wurden große Feierlichkeiten bei Gelegenheit der Ueber— reichung des Cardinalhutes durch Mac Mahon an den Cardinal-Erzbischof von Paris entfaltet. Das „Univers“ zollt Mac Mahon deßhalb große Lob: sprüche. Er habe die vom Papst ihm gewordene Mission würdig erfüllt,
— 9. Jan. Das„Journ. ofsieiel“ schreibt: In Folge der gestrigen Sitzung der Nationalver— sammlung haben die Minister dem Präsidenten ver Republik ihre Demission eingereicht. Derselbe wird sie für jetzt nicht annehmen, sich vorbe— haltend, die Angelegenheit in Erwägung zu ziehen. Die Minister behalten die Leitung ihrer betreffen den Departements, bis der Marschall eine Ent— scheidung trifft.
Die Marschallin
Bazaine hat die Er— und Dienerschaft in einem mit dem Marschall ge— meinsam zu bewohnenden Pavillon des Forts der Margarethen-Insel einzurichten.
Versailles, 9. Jan. Da bei der gestrigen Abstimmung viele Deputirte fehlten, so glaubt man, daß Mac Mahon nicht früher eine Ent— scheidung auf die angebotene Demission des Cabi— nets treffen wird, als bis die Nationalversammlung
suspendirt und das Absetzungs-Verfahren einge— leitet.(Die Pfarrer Pfeiffer und Wetzel sind
noch nicht abgesetzt.)— Heute Morgen fand im
biesigen Bahnhöfe ein Zusammenstoß zwischen einem Rangirzug und einer Maschine statt.
Frankfurt, 10. Jan. Die Betheiligung an der gestrigen Reichstagswahl war eine unge— heure. Von ca. 17,000 Wöhler erschienen 12,087 an der Wahlurne. Sonnemann erhielt: 5016, Dr. Lasfer 4353, Schmidt 2368, Dr. Ebner 285 und Bebel 63 Stimmen. Zwischen beiden ersten kommt es zur Stichwahl.
Rudolstadt. Die aus dem Rudolstädter Landtag ausgeschiedenen Abgeordneten erlassen jetzt eine„Erklärung“, in welcher sie den Sachverhalt und ihren Antrag auf Erhöbung der fürstlichen Civilliste rechtfertigen; ob sie durch Wiederwahl Indemnität Seitens ihrer Wähler erlangen, ist noch fraglich.
Stuttgart, 9. Jan. Der König empfing heute den Afrikareisenden Mauch, welcher dem- nächst eine Rrise um die Welt antreten wird.
Straßburg. Der Candidat der Gemäßigten, Herr Bergmann, tritt zurück. Die Franzosenpartei hat über die„Elsässer“ gesiegt.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 8. Jan Die Abendblätter melden: Die Abreise des Kaisers Franz Joseph nach Petersburg ist auf den 9. Febr. festgesetzt. Die Abwesenheit desselben von den österreichischen Staaten wird voraussichtlich vier— zehn Tage dauern. Der Minister des Aeußern, Graf And rassy, und Sections Chef Frhr. v. Hof— mann begleiten den Kaiser.
— Nach einer Angabe soll die Berliner Re⸗
gierung nicht ohne Sorge sein in Betreff des Fürstbischofs von Breslau, falls sich derselbe ent— schließen sollte, in dem österreichischen Theil seiner Dröcese sich der Strenge der preußischen Gesetze entziehen
zu 5 oder gar, nach dem Beispiele Mer millod„ von Johannisberg aus das Bis— thum Schlesien zu regieren. Dieser Tage sei
Graf Andrassh vertraulich sondirt worden über die Absichten der hiesigen Regierung, falls die angedeutete Eventualität eintreten sollte. Graf Andrassy habe versprochen, mit dem österreichischen Cultus minister ins Benehmen zu treten. N
durch eine neue Abstimmung ihren souveränen Willen klar manifestirt hat.
— 9. Jan. Nationalversammlung. Bensoist dA konstatirt als Berichterstatter der Budget— commission, daß die Discussion der neuen Steuern noch nicht genügend vorbereitet ist. Der Finanz— minister Magne erklärt, daß er in Folge der gestrigen Ereignisse sich an der Discussion nur als einfacher Deputirter betheiligen könne. Die Ver— sammlung vertagt sich bis Montag. Die Minist rkrisis hat noch keine Lösung gefunden.
N— Die der Mehrheit von Versailles nahe— stebende„Assemblse Nationale“ äußert sich sehr feindselig gegen die neue Regierung von Spanien, und dringt darauf, daß die Regierung des Mar— schalls Mae Mahon, wenn sie Karl VII. noch nicht als König anerkennen wolle, ihm doch nige die Rechte der Kriegführenden zugestehe und in einen amtlichen Verkehr mit ihm trete.
— 10. Januar. Die Rechte und das rechte Centrum haben beschlossen, in der am Montag statlfindenden Sitzung des Ministeriums über die gegenwärtige Keisis zu interpelliren und auf diese Weise ein Vertrauens vofum herbeizuführen, sodann zu verlangen, daß das Mairesgesetz auf die Tages- ordnung gestellt werde. Unter den Fractionen der Rechten herrscht vollständige Einigkeit.
Belgien. Brüssel. Die„Independance“ hat ein Telegramm aus St. Jean de Luz erhalten, welchem zufolge Moriones Verstärkungen an Ar— tillerie erbalten hat. Don Carlos und Elio sind mit 25,000 Mann und 8 Kanonen nach Santona abgerückt. Bilbao ist von den Carlisten vollständig blokirt. Der Angriff der Carlisten gegen Portu— galete wird verbeteitet.
Holland. Haag. Officiell wird aus Singkel vom 6. d. M. gemeldet, daß seit dem 26. Der kein neues Gefecht mit den Alchinesen vorgekommen list. Der Artilleriepark ist ausgeschifft und die erste Parallele gegen den Kraton eröffnet. Die Experition nach Pedir zerstörte das Fort Kampug— Pedir und kehrte nach Atchin zurück. Die Hollän⸗ der hatten bei der Expedition einen Verlust von 2 Todten und 90 Verwundeten. Der Radjab- Gigben hat sich unterworfen und angeboten, eine Vermittelung mit dem Sultan herbeizuführen. Die von englischer Scite gebrachte Nachricht von [Krankheiten, die unter den holländischen Truppen
ö
laubniß erhalten, sich mit ihrer ganzen Familie
berrschen sollten, wird durch die Nachricht der Regierung nicht bestätigt.
Großbritannien. Laut gestrigen officiellen gramms ist der Nothstand in Behar unverändert. Die Ausdehnung hängt vom Wetter der nächsten 14 Tage ab. Ueberseeisches Getreide fließt in Menge zu. Die Transportmittel sind in der Aus- bildung begriffen und die Hülfscomites organi- siren sich.— Wegen der in Newport ankernden französischen Brigg„Malfilatre“, welche eine große Menge theilweis englische Waffen und Munition
London,
dem Kanzleigerichte anhängig gemacht worden. Spanien Madrid. Dem Vernehmen nach ist folgende Neubesetzung der Gesandtschaftsposten
Rascon in Berlin, Mazo in Wien, Paxot in Brüssel, Fernando Nunez oder Ulloa in Parts, Polo de Bernabe bleibt in Washington—
Cartagena. Um Cartagena wurde in den letzten Tagen heißer gekämpft als jemals zuvor. „Ein schreckliches Geschützfeuer“— telegraphirt man z. B. unterm 5. d.—„wird von allen Batterien unterhalten. Die Belagerer haben eine Batterie von sechs Kanonen in der Vorstadt San Antonio aufgestellt, und richten von dieser aus ringsum trostlose Verwüstungen an. Die Insur⸗ genten haben Ausfälle auf dem rechten und dem linken Flügel unternommen, aber überall erfolglos. Auf dem Fort Galleras weht eine riesige schwarze Flagge.“ Auch am§. wurde auf allen Seiten gefochten. Die Belagerer hielten sich in der Vor- stadt San Antonio; auch den Calvarienberg ist nach neueren Nachrichten noch in ihrem Besitz, Das Feuer der Insurgenten wird als nachlassend geschildert, während andererseits die Regierungs- truppen durch den Madrider Staatsstreich sollen aufgemuntert worden sein. Ein allgemeiner An⸗ griff auf Cartagena wird nun abermals„für die nächste Zeit“ in Aussicht gestellt.
Figueras. In Barcelona ist am 8. d. M. Nachmtitags ein Aufstand ausgebrochen. In den Vorstädten sind Barrikaden gebaut. Die Stadt wird vom Fort Monjuich aus beschossen.
Italien. Rom. In gut unterrichteten Kreisen wird versichert, der König von Italien habe darum gewußt, daß der„Gothaische Hof-Kalender“ seiner morganatischen Ehe mit Frau Rosine Gräfin Mira- fiori erwähnen werde, und daß dies in der Ab⸗ sicht geschehen, die öffentliche Meinung auf die bevorstehende civilrechtliche Verheirathung des Königs mit seiner morganatischen Gemablin vor— zubereiten, ein Act, über dessen Vollziehung mit dem Bürgermeister von Rom bereits alles Nölhige verabredet worden sei.
Türkei. Konstantinopel, 8. Jan. Die
Regierung hat gestern ein Vorschuß-Geschäft über eine Million, welche nach einem halben Jahre
zurückgezahlt und mit 18 pCt. verzinst werden soll, abgeschlossen. Die Summe ist zur Deckung der Januar-Verbindlichkeiten bestimmt.
Persien. Teheran. Die Ingenieure des Baron Reuter haben bereits die Aufnahmen von 80 Kilometern oder eines Drittels der zwischen Rescht und Teheran projectirten Eisenbahn be⸗ endigt. Die weitere Ausführung des Terrasse— ments geschieht in der Richtung auf Kustamabad. Die Erdaufschüttungen und die Uebergänge sind zum Theil bereits hergestellt. Die erste Ladung Eisenbahnschienen ist in Baku am Caspischen Meer angekommen. Für die Anlegung eines Bahnhofes ist Enzelli bei Rescht in's Auge gefaßt worden. Der österreichische Geologe Doctor Tietze, welcher von Baron Reuter abgeschickt wer, meldet
der Nähe von Casvin.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 9. Januar. In den letzten Tagen sind hier einige falsche badische Zehn-Gulden- Banknoten aus gegeben worden. Die Polizei forschte nach einer neuen
hatte(was ihm eine 3jährige Zuchthausstrafe eingetragen) und daß die jetzt abermals verbreiteten falschen Banknoten
9. Jan. indischen Wochentele—
für die Carlisten geladen hat, ist ein Prozeß bei
beschlossen: Rantes wird Gesandter in London,
die Entdeckung von ausgedehnten Kohlenfeldern in
Falschmönzer-Bande, wurde aber bald gewahr, daß es von 6 den Banknoten waren, welche der hier wohnhaft gewesene. Photograph Perger aus Elberfeld im Jahre 1870 gefertigt
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