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Rübl'schen Gesangvereins.
0 Abends an den Kämmerer'schen Briefträgers-Eheleuten verübten Doppelmordes, welcher ganz München in Be⸗
und die angedeuteten Umstände über das Verhältniß des—
fehlt, die aufgeregten Gemüther zu beruhigen.
Hofralthe nebst
2.
vorgefsern Nachmittag seinen gewöhnlichen Spaziergong nach Traysg, welchen Ort er nach 5 Uhr verließ. Seit⸗ dem i die Spur verschollen. Polizellich vetanstallete Nachforschungen im Wald blieben ohne Erfolg..
Darmstadt, 6. November. Heule Morgen um 9 Uhr wurde die Leiche des seit vorgestern verschwundenen Bürgers Hen. Reniners Brückner, in einer Vertiefung im Tannenschlag nach der Klipsteinseiche zu, aufgefunden. Da äußere Verletzungen nicht vorhanden, auch von dessen Effecten, Uhr, Geld ꝛc. Nichts vermißt wird, scheint ein Schlaganfall denselben überrascht zu haben oder er ge— stürzt zu sein.
Allerlei.
Frankfurt, 5. Nov. In verflossener Nacht siarb im 58. Jahre seines Alters Musik-Director Fr. Wilh. Rühl, Begründer des in der beslen Blüthe siehenden
München, 5.
Nov. Der Urheber des vorgestern
stürzung und Aufregung versetzt hat, ist der 24 Jahre alte Tischlergeselle Thomas Humer, ein Sohn des Bruders der ermordeten Frau. Derselbe ist in der vergangenen Nach! in Augsburg verhaftet worden und der Untbat bereits geständig. Der Verbrecher hatte den Kämmerer'schen Ehe⸗ leuten öfters Besuche, die auf Erlangung von Geld ge— richtet waren und namentlich von der Frau Kämmerer Außerst ungern gesehen wurden, erstatter, bis vorgestern Abends die Blulthat die Befürchtungen und unheimlichen Ahnungen derselben in so entsetzlicher Weise rechtfertigte. Die bereits heute Morgen durch die Stadt eilende Kunde über die tasche Entdeckung und Verhafiung des Verbrechers
selben zu den Kämmerer'schen Eheleuten haben nicht ver—
Wien, 2. Nov. Das Curatorium des isr. Blinden- Instiiuts auf der hoben Warte dei Wien von dem ihm falutengemäß zuftehenden Rechte Gebrauch machend, bat— den nachstehend Genannten wegen ihrer hervor⸗ ragenden Verdienste um das Blinden⸗Erzieh ungs⸗Wesen das Diplom eines Ehren-Mitglieds votirt und in sehr kunstvoller Ausferligung zugestellt: 1. dem Reichsgrafen Moritz Bertheim⸗Tecklen burg als Gründer des Blinden⸗Instituis in Würzburt, 2. dem Dr. Malthias in Friedberg, Redacteur des Organs für Blinden- und Taubstummen-Anstaltien und 3. dem Superintendenten des Blinden- Instituss zu Baltimore, Frederik D. Norisson.
Volkswirthschaftliche Mittheilungen (zusammengestellt von dem Friedberger Handelsverein).
Versicherungswesen. Trotz der ungünstigen allge⸗ meinen wirihschafilichen Verhälinisse und trotz der an. dauernden Theuerung aller Lebensbedürfnisse haben die
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deutschen Lebens versicherungs⸗Gesellschaften 1873 einen so reichen Zugang von Versicherungen erzielt, wie in keinem früheren Jahre, ein Beweis für die energische Arbeit der Gesellschaften und zugleich für das wachsende Ver⸗ fländniß der wohlthäligen Folgen der Lebensversicherung im Publikum. 5
Der neue Zugang von Versicherungen belief sich 1873 dei 51 Gesellschaften(darumer sind 31 Actien Gesellschaften und 20 Gegenseitiakeils⸗Gesellschaften) auf 98.692 Per⸗ sonen mit Thlr. 104,052,295 versichertem Kapital.
Für die eigentliche Lebensversicherung blieb Ende 1873
folgender Netto Versicherungs⸗Bestand: 645,989 Personen mit Thlr. 611,468,147 Kapital.
Die beiden größten Gesellschaften bes deutschen Reichs (Gothaer Lebens- Versicherungs-Bank und Germania in Stettin) batten allein einen Versicherungs⸗Bestand von zu⸗ sammen 131,087 Personen mit Thlr. 141,574,516 Ver⸗ sicherungskapital. Von 1854/62 vermehrten sich die Ver⸗ sicherungs ⸗Gesellschasten um 14. die versicherten Personen um 144 799, das Versicherungskapital um Thlr. 142.053.091; dagegen sand in der Periode von 1864/73 eine Vermehrung der Gesellschaften um 24, der versicherten Personen um 451,171 und des Versicherungskapitals um Thlr. 408,16 1.386 statt. Diese Zahlen liefern den erfreulichen Beweis für die von Jahr zu Jahr wachsende Ausdebnung des deutschen Lebensversicherungswesens; dieses wichtigen Zweiges des wirihschaftlichen Lebens unseres Volks. D. H. Bl.
Handel und Verkehr.
Grünberg, 7. November. Die Preise auf unserem heutigen Fruchtmarkte betragen: Waizen(100 Kilo) 12 fl. 1 kr.; Korn(90 Kilo) 9 fl. 14 kr.; Gerste(80 Kilo) 7 fl. 41 kr.; Hafer(60 Kilo) 6 fl. 12 kr.; Molter (90 Kilo) 8 fl. 30 kr.; Erbsen(110 Kilo) 12 fl. 25 kr.; Linsen(100 Kilo) 12 fl.— kr.; Samen(90 Kilo) 13 fl. 28 kr.; Kartoffeln(100 Kilo)— fl.— kr.
Frankfurt, 7. Nov. Der heutige Heu- und Streb⸗
markt war gut besahren. Heu kostete per Cir. 2 fl. 12 kr. bis 3 fl. 20 kr. Stroh per Ceuiner 1 fl. 30 kr. bis 1 fl. 40 kr. Butter 1. Qual. 44 kr., 2. Qual. 42 kr., Eier das Hundert 4 fl. 24 kr., Kartoffeln 2 fl. 20—36 k.. per 200 Zollpfund.
Marnz, 7. Nov. Productenmarkt. Waizen per Nov. 11 fl. 45 kr., per März 19 M. 30., per Mai 19 M. 35. Korn per Nov. 10 fl. 3 kr., per März 16 M.—., per Mai 15 M. 75. Hafer per Nov. 10 fl. 50 kr., per März 18 M. 65, per Mai 18 M. 60. Rüböl per Nov.— fl. — kr., per Mai 31 M. 15. Raps per April 29 M. 15.
Marburg, 7. Nov. Wochenmarkt. Butter koflete 1 Pfd. 12— 13 Sgr. Eier 1 St. 8—9 Hle. Käse pr. Stück 10— 12 Hlr. Kartoffeln 2 Liter 15— 16 Hlr. do. 170 Pfd. 25—32 Sgr. Tauben das Paar 4½ bis 5 Sgr. Hahne 1 St. 12— 15 Sgr. Hübner 1 St. 7— 10 Sgr. Gänse 1 St. 25—50 Sgr. Hasen 1 St. 20 Sgr. bis 1 Thr. 7½ Sgr.
Ein herrliches Werk der Schiffsbaukunst liegt im Hamburger Hafen und verdient allseitigste Be— achtung, nämlich der fünfte Seedampfer der Adler-Linie (Transatlantischen Dampfschifffahris⸗Gesellschaft)„Klop⸗ stock“. Um 300 Tons größer als die meisten Dampfer der concurrireuden Linien hat der„Klopstock“ bei 375 Fuß engl. Länge, 40 do. Breite, 32 do. Raum Tiefe, 7 Fuß 4 Zoll do. Sparrdecks⸗ und 7 Fuß 7 Zoll do. Zwischendecks-Höhe, 3600 Tons wirklichen Gehalt und 3000 effective Pferdek aft. Die Einrichtungen der Kajüten sind in jeder Weise ausgezeichnet und das Zwischendeck
trägt nicht minder allen berechtichten Anforderungen Rech—
nung; ja, wir dürfen noch mehr sagen, nämlich verrathen, daß der„Klopstock“ noch bequemere Verbindungen zwischen dem Schiffsinnern und dem Verdeck, wie auch durch erhöhte Placirung der Schiffsböte ein freieres und geräumigeres Deck aufzuseisen hat, als selbst die eleganten Geschwisterschiffe, welche bereits allgemeinste Bewunderung ertegten.
Das der Deutschen Transatlantischen Dampsschifffahrts⸗ Gesellschaft(Adler⸗Linie) in Hamburg gehörende Poßt⸗ dampfschiff„Schiller“, Capftän Thomas, welches am
15. October von hier abgegangen, ist nach einer Neise von 12 Tagen 14 Stunden(von der Elbe abgerechnet) am Mitiwoch den 28. October, 7 Uhr Morgens, wohl⸗ behalten in New⸗York angekommen.
Das ber Deutschen Transatlantischen Dampfschifffahrts⸗ Gesellschaft(Abler⸗Linie) in Hamburg gehörende Pest⸗ dampfschiff„Goethe“, Capitän Wilson, trat am 29. Octo⸗ ber seine achte Reise mit 420 Passagieren— worunter 46 Cajüls⸗Passagiere— sowie Post und volle Labung von Bert a direct ohne Zwischenhäsen anzulaufen nach New⸗
ork an.
Musik.
Wir haben eine der schönsten und nützlichsten Gaben für unsere Kinderwelt kennen gelernt,,— ein Buch, welches in reizender Form der lieben Jugend am Clavier die eigene liebliche Kinderlust und Freude in Ton, Wor: und Bild vor die Seele fübrt.
Für's Herzblättchen am Clavier.
Kleine Kindergeschichten und Scenen von Louis Köhler(Op. 248).(Henry Litolff's Verlag in Braun⸗ schweig.— Preis elegant cartonnirt: 1 Thlr.) so beißt das hürsche Werk, welches uns zwölf der ausptechendsten Episoden aus dem Kinderleben, Kinderscenen und Familien⸗ ereignisse vorsührt, die im Gedächinisse eines Jeden un⸗ auelöschlich bleiben und an deren unschuldige Freuden wir noch im spälern Alter mit stiller Setzusucht zurückdenken. — Zu diesen poetischen Gebilden aber, welche eurch eben⸗ soviel naive, im rechten Kindestone gehaltene Erzählungen und enisprechende künstlerisch aus geführte Bilder ergänzt werden, gesellt sich nun noch ein drittes wichtiges Element: Herzblättchen sitzt am Clavier und macht unter der Auf⸗ sicht seiner lieben Mama den ersten Versuch des Clavier⸗ spiels. Von den anziehenden Stoffen in hohem Grade in teressirt, schreitet es von Scene zu Scene fort und dürfte, auf der letzten Seite angelangt, schon ganz leidlich spielen können.— Ein in seiner Art unübertreffliches Werk, das, wie kein Anderes dieser Gallung, das Schöne und Nütz⸗ liche in seiner eigenartigen dreisachen Form als Bilder⸗ buch, Erzählungsbuch und Clavierwerk vereint und das eine Zierde des Weihnachtslisches, ein Hochgenuß für unser Herzblällchen sein wird.
Geld ⸗Cours.
Frankfurt am 7. November 1874. Visiclenten nde e fl. 9 40—42 Holländische fl. 10-Stücke.„ 9 49—51 Duchten. ö 5 5 34-36 Ducaten al mareo a5, 49 20 ⸗Frankenstücke b, 9 30½—31½ Englische Sovereigns i se Russische Imperiale es.„ 9 47-49 Dollars in Gold 220 27
Accht külnisches Wasser
von Johann Maria Farina.
Meine Niederlage davon im Comptoir des Ober— hessischen Anzeigers in Friedberg empfeble ich zu 8 fl. per Dutzend, 4 fl. per halbes Dutzend und 45 kr. per Glas gehorsamst.
Johann Maria Farina in Cöln.
Oeffentliche Aufforderung. 3270 Nachdew die gerichtsbekannten Gläubiger des Christian Schmiegel von Nieder⸗Florstadt ein Arran⸗ gement, dessen Einsicht in der Gerichtsretzistratur zu nehmen freisteht, abgeschlossen haben, werden etwaige unbekannte Gläubiger des Schmiegel aufgefordert, ihre Einwendungen gegen dasselbe so gewiß binnen 3 Wochen geltend zu machen, widrigenfalls das Arrangement ohne Rücksicht auf sie bestätigt und zum Vollzug gebracht werden wird.
Friedberg den 27. Oktober 1874. Großherzogliches Landgericht Friedberg. Bramm, Landrichter-Vear.
Bekannimachun⸗g.- 3306 Am Mittwoch den 18. November er., Vormittags 11 Uhr, wird hier ein ausrangirter 6sitziger Personen⸗ Postwagen in öffentlicher Auction zum Verkauf gestellt. Die Verkaufs bedingungen werden bei der Versteigerung
bekannt gemacht. Der. welcher zum Privatgebrauch noch sehr gut verwendbar ist, kann täglich eingesehen werden. Friedberg den 3. November 1874. Kaiserliches Postamt. e,
Hennemann.
Immobiliar-Versteigerung. 3332 Freitag den 13. November d. J., Vormittags 10 fr abe in hiesigem Rathhause auf freiwilligen Antrag des hiesigen Bürgers Georg Sellin dessen . Güterstücken nochmals und zwar zum Leßtenmale öffentlich an den Meistbietenden versteigert.
Friedberg den 4. November 1874. f
Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Fou ear.
Abonnement auf Zeitschriften.
er Unter zeichnete emptiehlt sich zur Besorgung aller
Jouinate und Aeitschrislen
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wissenschaftlichen und rasch und regelmässig erfolgt.
Inhaltes, deren isendung möglichst
die Wochenummern Gartenlaube und Daheim werden jedesmal Sonntags Vormittags ausgegeben. Alle neuen Erscheinungen der Literatur stehen auf Wunsch zur Ansicht zu
Diensten.
Zu ges. Aufträgen halte ich mich auch ferner bestens empfohlen.
Carl Bindernagel.
Arbeits- Vergebung. 3318 In Folge der Erbauung eines zweiten evan— gelischen Pfarrhauses zu Friedberg soll die an dem Bauplatze in der Burg Friedberg sich befindliche alte Burgmauer abgebrochen und die Steine aufgesetzt werden. Lusttragende wollen ihre Offerten versiegelt und in Preis— einheiten pro Cubikmeter Mauer abzubrechen bis Mittwoch am 11. November l. J., Morgens 10 Uhr, auf unterzeichnetem Büreau abgeben, woselbst auch Vor— anschlag und Bedingungen eingesehen werden können. Friedberg am 5. November 1874. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. e eie
S chen 1 Fel, Bauaccessist.
In Knöpfen und Besatzartikeln
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M. Volk.
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Wilh. Fertsch. 3 Zimmer nebst Küche ꝛc. ꝛc.
2203 zu vermiethen. Jos. Hoffmann.


