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Amann 1874.
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Samstag den 7. Uovember.
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Die Petitzeile wird mit 4 Kreuzern berechnet.
Erscheint jeden
Dienstag, Donnerstag und Samstag
Areisblatt für den Kreis Kriedberg.
Deutsches Reich. Darmstadt. Mit dem Referat über die Vorlage wegen Bewilligung der Mittel zum Wiederaufbausdes hiesigen Hoftheaters ist in der ersten Kammer der Geh. Commerzten-Ralh Heil von Worms betraut. Mainz. Auch die Prosessoren und Lehrer des hiesigen bischöflichen Seminars haben an die erste Kammer eine Vorstellung gegen die Kirchen-
gesetze, specieJ gegen den Gesetzentwurf über die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen ge-
richtet, welche in dem Wunsche gipfelt, die Kammer wolle den Bestimmungen des Gesetzentwurfee, durch
welche die fernere Wirksamke tt unserer philosophisch-
ideologischen Lehranstalt unmöglich gemacht und
eine den kirchlichen Vorschrifsen und religiösen Jateressen wiedersprechende Vorbildung unserer! künftigen Geistlichen angeordnet wird, die Zu-
stimmung versagen. Die Adresse zeichret sich vor ähnlichen durch eine ruhige und leidenschaftslose, ja höfliche Sprache aus. 5
Berlia, 4. Nos. Sitzung des Reichstages. Nr. 1 der Tagesoconung: Dritte Berathung des Postverttags zwischen Deulschland und Chili wird ohne Debatte exledigez
ebenso Nr. 2: drute Berathung des Postverttags zwischen! Es so gen ferner: 3) die dritte
Deuischland und Peru. Beraibung des Gesetzenwurfes deir. die Abänderung des Gesetzes über das Postlaxwesen auf Grund der in zweiter Berathung unverändert ange ommenen Vorlage. 4) Die
drie Berathung des Gesetz-En wurfe, betreffend die Dio-
ciplinarkammetr für die Veanien der Reichs ⸗Eisenvahn— Verwaltung, welche im Auslande ihren dienfilichen Wohn— sitz haben, auf Grund der in zweiter Beraibung unver— ändert angenommenen Vorlage. 5) Die dritte Berathung des Gesetzenwurfss beieffeno die Aufhebung der Art. 11 und 12 Buch III Tiiel 12 des tevidirten Lübischen Rechts, sowie der Art. 14 und 16 Toeil III Titel 12 des Rostocket Rochto, auf Grund der u zweiter Beratbhung unverändert angenommenen Vorlage. Die Nen. 3, 4 und 5 der Tages⸗ orduung werden ahne Debate angenommen. Nr. 7 der Tagesordnung: Erste Berathung der allgemeinen Rech— nungen über den Hausbalt des norddeutschen Bundes für das zweite Semester 1867 und die Jahre 1868, 1869 und 1870, sowie der allgemeinen Rechnung über den Haus— halt des deutschen Reichs für das Jabr 1871, wird an eine Commission verwiesen. Ebenso wird Nr. 8 an eine Commusion verwiesen. Erste Beralbung: A. der Ueber— sicht der ordentlichen Ausgaben und Einnahmen des deut— schen Reiches für das Jahr 1873; B. der Uebersicht der außeteiatsmäßigen außerordentuchen Ausgaben, welche durch den Krieg gegen Frankreich veranlaßt sind oder mu demselben im Zusammenhang stehen, für das Jahr 1873. Bei Nr. 6 der Tagesordnung: die erste und zweite Be— rathung des Gesetz⸗Entwurfs wegen Einfübrung der Reichs— münz⸗Gesetze in Elsaß⸗Lotlhringen, entspinnt sich eine leb⸗ hafte Debatte. Bundes Commissär Miwgelis weist nach, daß die vom Abgeordneten v. Minigersde aufgenellte Be hauplung eines großen Mangels an Goldmünzen unbe— gründei sei. Die Gesammt- Ausfuhr nach England habe einschließlich des russischen und hoelländischen Goldes in den ersten 8 Monaten ecs Jahres 55,000 Lft. beitragen. In den Reichslanden sei das französische Gold verschwunden und durch Silber erstzt worden., ohne daß deutsches Gold nachgeflossen sei. Daher sei dort ein Goldmangel ent— nauden, welcher jetzt aber beseitigt ses. Finanzministen Camphausen erklärt, die Reichs⸗Regierung habe in richtiger Munzpoliik wenig Gold ausgegeben. Das Gleichgewich. zwischen Golcausgabe und Sufbereinziehung müsse erhalten werden. Der Zeitpunkt der vollständigen Regulirung des Reichs⸗Münzwesens sei noch nicht gekommen. An Silber, nicht an Gold sei Mangel. Das circulirende Silbergele velrage kaum 300 Millionen, eine weitere Einziehung des Silbers sei daher unbunlich. Der Minister bezeichnet die Meldung englischer Bläuser von einem geoßen Geschäft der
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die bei der Beratbung des letzteren verbeißen sei. Die Aussicht genommen war, um 20 pCt. berabgesetzt. Regierung hoffe, daß der Reichstag dem Entwurfe zu— Im Ganzen haben die Löhne seit dem Mai eine
stimmen werde. Die Auffassung der ausländischen Presse, 1 N f 22 welche in dem Gesetze Erobetungs⸗Gerüsse gefunden habe, Reduction von 28 fCt. erfahren. In Lincolnsbite
sei vollständig grundlos. Der Landsturm bilde kein Ele—
ment zur Eroberung, sondern lediglich zur Vertheidigung.
steht die Entlassung ländlicher Arbeiter bevor. Die Pächter bestehen auf einer Lohnherabsetzung
Nach kurzer Debatte, woren Graf Kallestrem gegen, Koch, don 3 Schill. pro Woche.
Dunker und Bethusy Hue für die Vorlage sprechen, wird der Entwurf einer Commission von 14 Miigliedern über— wiesen. Es folgt die erste Lesung des Gesetz-Eutwurfs, betreffend die militärischen Controlen der Personen des Beurlaubtenstandes, der an dieselbe Commission geht. Berlin, 3. Nov. Die Rückkebr des Grafen Hermann Arnim aus Lissabon dürfte frühestens morgen oder übermorgen erfolgen. Seiner An— kunft wird mit großer Spannung entgegengesehen,
da man von seinen Aussagen eine vollständige Wendung des Prozesses Arnim erwartet. Es sei bemerkt, daß Graf Hermann Arnim früher Attaché
bei der deutschen Gesandtschaft in Washington war. Das Thatsächliche an der Newporker Meldung, daß ein früberer Secretär des Grafen Arnim von dort auf telegraphische Requisition Bismarck's nach Europa abgereist(nach anderer Version„verbastet“ worden) sei, muß sich erst
Graf Hermann Arnim, der bisherige Gesandt— schafts Vertreter in Lissabon, mit dem Progzesse seines Verwandten steht.
Hanau. Am vorigen Donnerstag wurde eine social-demokratische Volksversammlung aufgelöst, und zwar in demselben Momente, als einem fremden Agitator, Stuhr, das Wort ertheilt wurde. Dieser Siuhr wurde in der Wohnung seines Genossen Daßbach, auf Requisition der Frankfurter Staats- Anwaltschaft verhaftet. Straßburg. Die Berliner„National- Zeitung“ schreibt: Die Frage betreffs Einführung einer Landesvertretung in Elsaß Lothringen werde theilweise schon in nächster Zeit der Lösung näher gefuhrt werden. Der Kaiser beabsichtige eine Notabeln-Versammlung in den Reichslanden ein— zuberufen und deren berathende, resp. begutachtende Stimme über jedes auf elsaß lothringische In- teressen bezügliche Gesetz zu hören.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Linz. Auf Requi⸗ silion des Berliner Stadtgerichts ist der bekannte Literat Julius Lang behufs Vernehmung als Zeuge in der Arnim- Affaire vor das hiesige Landesgericht vorgeladen.
Großbritannien. London, 4. Nov. Der deulsche Botschafter Graf Münster ist gestern hier eingetroffen.— Die Journale veröffentlichen eine Corrtspondenz zwischen Lord Derby und Visconti⸗Venosta betreffs der von England er— hobenen Klagen über die Unsicherheit und das Räuberwesen in Italien. Visconti-Venosta ver— spricht unter dem 20. Oct. Abhülse und energische Maßregeln zur Unterdrückung des Räuberwesens.
— Dem Cabinet liegt eine Frage wegen des Tunnelbaues durch den Canal nach Frankreich vor. Der Plan wird wahrscheinlich in einer der ersten Cabinetssitzungen berathen werden. Die Admirali-
Reiche regierung durch eine Neujahr ftatifindende zwangs⸗ weise Einführung des Goldes füt gegenstandsles, bestreitet daß das Münzgesetz auf die allgemeine Preissteigerung, influnme und suimmt dem Vorschlage Bamberger's zu— die Frage wegen Ausfuhr des Goldes bei der Berathung des Bankgesetzes zum Austrage zu bringen. Das Gesetz wird bictauf nach längerer Debatte angenommen und zur dritten Beralhung im Plenum gastellt.
— 5. Nov. Reichstag. Erste Beralbung des Land— Rut, Gesetzes. Kriegsminister v. Kameke bezeichnet eie Vorlage als eine Ergänzung des Reichs⸗Militär⸗Gesetzes,
tät hat ihrerseits die Absendung einer Polar-Ex- pedition auf Staatskosten zugesagt. Die Kostey- frage liegt dem Schatzamte vor, welches sich darüber noch nicht äußerte. Payer's Vortrag in der Geographischen Gesellschaft werden der Czarewitsch, der Herzeg von Edinburtzh und wahrscheinlich auch der Prinz von Wales beiwohnen.
Die Arbeitslöhne von 60,000 Kohlen—
noch klären; ebenso der Zusammenhang, in welchen
— 5. Nov. Bazaine ist heute mit Frau und Kindern auf einem englischen Dampfer nach Lissa— bon abgereist, von wo er nach Madrid, woselbst er bereits eine Wohnung gemiethet, gehen wird. Die Nachricht, daß Bazaine der spanischen Re⸗ gierung seine Dienste angeboten habe, entbehrt, dem Vernebmen nach, der Begründung. Spanien. Madrid. Ceutreadmirol Bar- caiztegui, Commandeur der cantabrischen Küsften- flotte, hat in den letzten Tagen die Küste von San Sebastian bis Bilbao befahren, um die kleinen Fahrzeuge in den carlistuchen Landungs- häfen zu zerstören und die Ausschiffung von Waffen und Kriegsmaterial unmöglich zu machen. Die Bewohner der Ortschaften bei den Häfen dementiren die Nachrichten französischer Zeitungen uber die Landung von Kriegs matertal für die Carlisten.
eL 3. Nov. Die Besatzung von Irun soll nach einem heutigen Befehl durch 10 Bataillone Infanterie und 3 Baiterien verstärkt werden, die, vereint mit der bisherigen Garnison, den Grenz- verkehr zu überwachen und den Import von Kriegs Contrebande zu verhindern baden.
Santander, 4. Nod. Die Carlisten haben heute früh das Bombardement auf Irun eröffnet. Ju Fuenterrabia sind gestern 1000 Mann Regter- ungs⸗Truppen gelandet.
Türkei. Konstantinopel. Die Vertreter der drei Mächte: Oesterreich, Deutschland und Rußland, haben der Pforte in vertraulicher Weise mitgetheilt, daß ihren Informationen zufolge die Schuld an dem Blutbade in Podgoricza die türk— ischen Behörden treffe; es drohe deshalb ein Con- flikt auszubrechen, dem nur durch energischts Ein- schreiten der Pforte, Bestrafung der Schuldigen und Schadlos haltung der Montenegriner vorge- beugt werden könne.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Unser Bildungsverein gedeict rubig weiter. Die Lesestube, welche allgemein zugänglich ist, wird fortwäbrend von Leuten aus allen Ständen gut be— sucht. Geöffnet ist sie jeden Tag von Morgens 11 dis Abends 10 Uhr. Verschiedene Zeitungen und Zeiischristen liegen darin offen. Demnächsi tritt eine Lesebivlisthek hinzu, der Ansaug dazu ist bereits gemacht und aller nächst werden Bücher ausgegeden werden können. Ein Lehrer gibt im Auftrage unseres Vereins Unterricht in der Ge- schichte an der hiesigen Handwerkerschule. Am 21. und 28. d. M. und am 5. naͤchsten Menals finden auf Ver⸗ anlassung des Vorstandes Vorträge des Herten Schulz don Mainz, der uns aus früheren Vornägen rühmsich dekannt ist, statt und zwar über folgende Themasa: 1) das niedere Gewerbewesen und seine Bedeutung für unsere wirtdschast⸗ liche Lage; 2) der moderne Staat in seinem Berhäliniß zum Gewerbewesen und zum wirtbschaftlichen Leben über⸗ haupt; 3) die modernen Theorien über Gewerbepoliük und gewerbliche Entwickelung und deten Verhältniß zu den berrschenden Zuständen. Im neuen Jahr werden dann wieder die Diskutit oder Besprechungsabende deginnen.— Hiernach wird es nicht nöthig sein, noch durch viele Worte so wohl zur Benutzung des durch den Verein für Wetter— bildung Gebotenen, als zum Beitritt zum Verein zu er mahnen.„Alles Irdische ist vergänglich; das, was man im Herzen und Geisse gebaut, reißt keine Ewigkeit ein!“
Offenbach. Unsere altkatholische Gemeinde rüstet sich zum Empfange des Bischofs Reinkens, der künftigen Samsiag bier ankommen und Sonntag Vormittag 9½ Ubr in der Schloßkirche Gettesdienst und Firmung abhalten wird. Samslag Abend 8 Uhr findet in der Schlosser'schen Liegenschast gesellige Vereinigung und Begrüßung des Gastee,
grubenarbeiter sind um 10, flatt, wie zuerst in
Sonntag Nachmittag 1 Uhr ebenda ein solennes Femahl


