Ausgabe 
6.6.1874
 
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Frankreich. Paris, 5. Juni. Gestern fand in der Präsidentschast ein großes Diner zu Ehren des deutschen Botschafters Fürsten Hohen lohe statt.

Einer Meldung derAgence Havas aus Rom zufolge überreichte der franzöfische Botschafter bei der Kurie im Vatican die Arbeit der fran- zösisch- deutschen Commission zur Regelung der Diöcesan- Grenzen. Es ist zu erwarten, daß die Angelegenheit obne Schwierigkeit erledigt wird.

Versailles, 2. Juni. Die Nationalver- sammlung berietb heute den Gesetzentwurf über die polinischen Wahlen in erster Lesung. Ein Antrag der äußersten Linken, den Gesetzentwurf durch die Vorfrage zu beseitigen, wurde mit 503 gegen 189 Stimmen verworfen und darauf wurde der Antrag Lacaze von der Linken, das Wahl- gesetz erst nach den constitutionellen Gesetzen zu discutiren, ebenfalls und zwar mit 394 gegen 317 Stimmen abgelehnt.

Großbritannien. London, 2. Juni. Auf den Prinzen Eduard von Sachsen Weimar wurde beim Verlassen seiner Wohnung ein Pistolen schuß von einem bisher noch unbekannten Indivi duum abgefeuert.

Glasgow, 3. Juni. Eine Versammlung von Besitzern scholtischer Eisenhütten beschloß, die Hochöfen nicht früher wieder in Betrieb zu setzen, als bis die Arbeiter die Herabsetzung der Löhne acceptiren. In zwei großen Eisenwerken haben die Arbeiter die Lohnherabsetzung angenommen und die Arbeit wieder begonnen.

Spanien. Madrid, 3. Juni. Noch in Paris eingegangenen Nachrichten ist San Se- bastian heftigen Angriffen Seitens der Carlisten ausgesetzt und seine Lage in Folge dessen eine sehr gefahrvolle. Die spanische Regierung hat Ver- stärkungen abgesandt; zum Schutze der Ange- hörigen fremder Nationalitäten werden in San Sebastian Kriegsschiffe erwartet. verweilt noch in Vittoria.

Barcelona, 3. Juni. Der Brigadier Sala

manca hat eine 3000 Mann starke Carlistenab-

theilung bei San Vincente in der Provinz Logrono

geschlagen und San Vincente besetzt.

Dahier sind 6 126 160 1045 1112

San Sebastian, 3. Juni. 3000 Mann Regierungstruppen aus Bilbao zur

Verstärkung eingetroffen. Auf die Nachricht hiervon gaben die Carlisten die Belagerung Hernani's auf 4351 4354 und gingen nach Oriamendi zurück, wo sie sich

befestigen und den Angriff der Regierungstruppen erwarten. los, hat den Ebro überschritten.

Santander, 4. Juni. Die Calrlisten sind

Schlacht erwartet.

Italien. Rom, 4. Juni. DieAgencia Stefani meldet: Der Paps litt gestern an großer Appetitlosigkeit. Heute Nacht hatte derselbe wieder holt starke Fieberanfälle. Die Aerzte sind beunruhigt.

Allerlei.

London. Ueber das oben gemeldete Attentat auf den Prinzen von Sachsen⸗Weimar erfährt man nun solgen des Nähere: Ein als Ausländer bezeichneter, in Hoftracht gekledeter und höchst ungestüm sich benehmender Mann mit selisamer Kopfbedeckung kam in einer Droschke nach der Wohnung des Prinzen, drückte dort ein Pistol auf ihn ab und entfloh wieder in der wartenden Droschke. Der Prinz bliev unverletzt und man weiß nicht einmal, ob die Pistele überhaupt eine Kugel enthielt. Der Fremde, der bisher noch nicht hal ausfindig gemacht werden können, wird für verrückt gehallien. Der junge Prinz hat einen Drohbrief vorher erhalten, in welchem auch dem Herzog von Cambridge und dem Premier gedroht worden war.

Handel und Verkehr.

Mainz, 3. Juni. Productenmarkt. Waizen per fre. per Juli 15 fl. 42 kr. per Nov. 14 fl. 15 kr. Korn per Juni 11 fl. kr., per Juli 10 fl. 50 kr., per Nov. 10 fl. 20 kr. Hafer per Juni fl. kr., per Juli 11 fl. 45 kr. Rüböl per Juni 5 kr., per Oci. 19 fl. 48 kr.

an warnt vor der Annahme von polnischen ½ und ½ Thale rstücken. Mainzer Bankiers sollen, 15 15 aus Mannheim meldet, diese Münzen, welche 20, ja 25 pCt. unterwerthig sind, massenhaft auf den Mark! werfen.

In Mannheim kam es in Folge dessen zu Auftritten auf

dem Maki und an der Börse. Das der Deutschen Transatlantischen Dampsschifffahrts

Gesellschaft(Adler⸗Linie) in Hamburg gehötende Post⸗ trat am

DampfschffLessing, Capitain Toos buy,

5 a Russische Imperi ales General Concha Dollars n Golß 5

Don Alphons, Bruder des Don Car ziehung der badischen 10 Tolr.-Loose von 1867 fielen:

bei Estella zahlreich concentrirt und wird dort eine auf r

28. Mai seine erste Reise mit 15 Cajütss und 228 Zwischendecks-Passagieren, sowie Post und Ladung von Hamburg direct ohne Zwischenhäsen anzulaufen nach New⸗Hork an.

Das der Deutschen Trausatlantischen Dampfschifffahrts- Gesellschaft(Adler-Linic) in Hamburg gehörende Post. DampfschiffGoethe, Capitain Wilsen, am 14. Mai von bier abgegangen, ist nach einer außerordentlich schnellen Reise von 11 Tagen 4 Stunden von Cuxbaven und 9 Tagen 9 Stunden von Lizard am 25. Mai 4 Uhr Nach⸗ miltags wohlbehalten in New Vork angekommen.

D. Frankfurt a. M., 4. Juni. Die Börse verkehrte heute in etwas matterer Tendenz als gestern, hauptsächlich unter dem Einfluß niedrigerer Berliner Course und vor zugsweise eines neuerlichen Rückgangs des dortigen Bahnen markes. Auch sollte ein polilisches Motiv, die Antwort des Fürsten von Serbien an die Landesdeputation zur Verstimmung der Börse beigetragen haben. Nach einer weiteren Ermattung im Laufe des sehr stillen Geschästs griff gegen Schluß der Börse wieder eine festere Tendenz Platz. Creditactien anfangs 228½½, gingen auf 227½ berab, erreichten indeß schließlich wiederum ibren Er öffnungscours. Staalsbahnactien bewegten sich zwischen 332½ö31⅝ und 332, Lombarden zwischen 148 und 148¼. Oesterr. Bahnen zeigten sich fast durchgehends gut behauptet. Elisabelh sind 2 fl. böher. Buschibierader sest. Galizier und Ungarisch Galtzische matter. Elbihal offerirt. Peioritäten beliebt. Staatsbahn-Ergänzungsnetz höher. Banken waren theilweise gefragt. Handelsgesell schaft, Deutsche Effectenbank, Vereinsbank, Oesterr.-Deutsche und Oesterr. Nationalbank böber. Probinzial Dieconto matter. Oester. Renien und Spanier eiwas matter. Von Loosen Ungarische flo, 1860er /% höher. Venetianer in gutem Begehr. Von amerikanischen Priori läten Ceniral-Pac sic ¼/% matter. Von Wechseln Wien tbeuter, Amsterdam schwächer.

Geld⸗Cours. Frankfurt am 4. Juni 1874.

Pistol en fl. 9 3941 Holländische fl. 10-Stücke. 9 4547 Ducaten. V Ducaten al ma reo 5 3436 20-Frankenstücke e Englische Sovereiggg gs 11 51-53

9 41-43

225½ 26 ½

Verloosungen.

Kassel, 1. Juni. Bei der heute statigefundenen 58. Serien-Zehung des Staats- Lolierie-Anlehens vom Jahre 1845 sind folgende 60 Serien-Nummern gezogen worden: 163 202 240 404 460 465 655 762 814 1318 1464 1504 1624 1686 1787 1805 1958 1961 2020 2102 2212 2438 2543 3252 3323 3391 3527 3732 3837 4191 4398 4413 4838 4856 4890 5092 5216 5561 5592 5778 6064 6290 6345 6513 6711.

1852 1915 2910 3047

5308 5345 6582 6589

Karlsruhe, 1. Juni. Bei der beutigen Gewinn der Haupitreffer von 175,000 fl. auf Nr 79795, 28 000 fl. auf Nr. 107854, 10,500 fl. auf Nr. 63369, 2800 fl.

700 fl. auf Nr. 6902 6938 58763 79177 101896 118410.

Oesterreichische 1864er Loose. Wien, 1. Juni. Gezogene Serien Nr. 21 178, 1300 1302, 1395, 1518. 1791, 1982, 1988, 2014, 2126, 2226, 2245, 3002 und 3343. Gewinne: 200,000 fl. Serie 1518 Nr. 94. 20,000 fl. Serie 2226 Nr. 47, 15 000 fl. Serie 2226 Nr. 16, 10,000 fl. Serie 1362 Nr. 12.; je 5000 fl. S. 1300 Nr. 23 und S. 1518 Nr. 15; je 2000 fl. S. 21 Nr. 25, S. 178 Nr. 23 und S. 1300 Nr. 43; je 1000 fl. S. 21 Nr. 84, S. 1300 Nr. 32, S. 2014 Nr. 33 und Nr. 67, S. 2126 Nr. 45 und S. 2245 Nr. 33; je 500 fl. S. 21 Nr. 20 31 77 und Nr. 92 S. 178 Nr. 39 und 80, S. 1300 Nr. 27 68 und Nr. 78, S. 1518 Nr. 71 und Nr. 84, S. 1791 Nr. 52, S. 2126 Nr. 94 und S. 2226 Nr. 61 und Nr. 93; je 400 fl. S. 21 Nr. 12, S. 1395 Nr. 24 34 und 78, S. 1791 Nr. 32, S 1982 Nr. 35, S, 1988 Nr. 86, S. 2014 Nr. 12, S. 2226 Nr. 2 8 und 35, S. 1245 Nr. 40 69 72 und Nr. 88, S. 3002 Nr. 18 44 und Nr. 68 und S. 3343 Nr. 71 und Nr. 89. Auf alle

übrigen, in den oben angeführten Serien enthaltenen Nummern fällt der geringste Gewinn von je 185 fl.

österr. Whg.

Landwirthschaftliches.

Veriilgung der Kleeserde. Wenn als das beste Miuel gegen Flachsseide die sorgfältige Reinigung des Kleesamens empfohlen wird, so kann es doch immerhin vorkommen, daß einzelne der seinen Körner eniwischen oder daß ältere inficicte Kleefelder vorhanden sind, bei denen dann zu andern Mitteln Zuflucht genommen werden muß. Bei der hohen Wichtigkeit, welche gerade der Klee bau für die deussche Landwirthschaft besitzt, ist es jeden⸗ jalls ganz am Patze, hier auf diejenigen Mittel hinzu⸗ weisen, die sich in letzter Zeit am besten bewährt haben. Zu diesen gehören: Das Abmähen vor der Samenreife und das Verbrennen einer größeren Quanität Suoh auf

seide getödiet wird; die Beschädigung, welche die Klee⸗ pflanzen dadurch erleiden, gleichen sich bald durch üppiges Wachsihum wieder aus. Sehr gut bewährt hat es sich auch, die betreffenden Stellen mit einem 1 breiten Graben zu umziehen, die ausgehobene Erde alle nach der Mitte zu auszubreiten und so die Kleeselde mit einer dicken Eroschichte zu bedecken, die man nachher so dicht als möglich mit Gerste oder mit Haser einsäct. Sehr gut bewährt hat es sich auch, diejenigen Plätze, wo die

oder lockerer Erde oder auch mit kurzem Stalldünger (nur etwas dünnerer Schicht) zu bedecken. lästige Unkraut verschwindet, wächst die Kleepflanze in Folge der erhaltenen Düngung nachher um so üppiger. Selbstverständlich hat die Anwendung zu geschehen, bevor die Seide reif geworden ist. Das Ausstreuen von Steinsalz soll ebenfalls gute Wirkung gezeigz haben; nur wurden damit in einigen Fällen die Kleepflanzen zerstört, so daß ein nochmaliches Einsäen von Futterpflanzen statlfinden mußte. Von mehreren Seiten wird besonders die An⸗ wendung von Asche aus Holz und Mohnstengeln empfohlen, deren Anwendung in der Weise erfolgt, daß man per Quadratruthe ungefähr 1 Berliner Scheffel ausstreut, wobei man Sorge trägt, daß die Asche immer einige Schritte weiter reicht, als der Klee noibgelitten hat, dieselbe wird dann mit eisernen Rechen eingeharkt. Auf so behandelten Sullen soll die Flachsseide vollständig verschwunden und sogar Luzerne, die zum Theil schon unterdrückt war, wieder zum Vorschein gekommen sein.

Verwendung von Abfällen als Dünge mittel. Je mehr Dünger ein Landwirth seinen Feldern geben kann, um so größer werden unter sonst gleichen Verhälmissen auch seine Ernten sein. Nun reicht aber wohl der von den Thieren gelieferte Dung in keiner Wirth schaft bin, um die höchste Produktion zu erzielen. Wenn sich der Landwirth da zunächst in seiner eigenen, sodann auch in fremden Wirthschaften umsehen will, so wird er in vielen Fällen Materialien finden, die sich bei geeigneler Verwendung oft vortheilhaft verwerthen ließen, wie z. B. Ueberbleibsel und Abfälle von Pflanzen und Thieren und andere unbenutzte Substanzen, die die wichtigsten Pflinzen⸗ ährstoffe in oft sehr großer Menge enthalten und die felben nach ihrer Verwesung natürlich den damit gedüngten Pflanzen zur Verfügung stellen. Zu diesen Stoffen ge⸗ hören besonders die ihierischen Abfälle, Fleisch, Häute, Ein⸗ geweide, Blut u. s. w., sowie Hoenspäne, Haare, Wolle ꝛc., die aber alle in dem Zustande, wie sie sind, nicht un⸗ miltelbar verwendet werden können, sondern vorerst durch geeignete Behandlung assimilirvar gemacht werden müssen. Am zweckmäßigsten läßt sich dieß durch Compostirung er⸗ reichen. Schichtet man die sonst so schwer zersetzbaren Horntheile oder Haare mit gelöschtem Kalke, Erde u. s. w. auf, sticht sie öster um und begießt sie von Zeit zu Zeit mit Jauche, so hat man in verhälinißmäßig kurzer Zeit eine gleichartige Masse, die an fertigen Pflanzennährstoffen außerordentlich reich it und manche künstliche Dünger, die vielleicht das 34 fache kosten, an Wirksamkeit über⸗ irifft. Der Geldwerth der ursprünglichen Materialien ist natürlich je nach dem Gehalt an nutzbareu Substanzen verschieden. Im Allgemeinen darf man annehmen, daß 1 Ctt. Fleisch, Häute, Eingeweide, Blut und dgl. einen Düngerwerth von 2025 Sgr. besitzt. 1 Cir. Horn⸗ späne, Haare, Wolle, Federn ꝛc. in rohem Zustande einen solchen von2 Thlr. und aufgeschlossen 3 Thlr., 1 Cir. Maikäfer 20 Sgr., 1 Ctr. gewöhnlicher Pilze aus dem Walde 56 Sgr., 1 Ctr. trockener Schaumabfälle der Nübenzuckerfabeiken 1220 Sgr., 1 Cir. Ruß von Steinkohlen und andern Heizmaterialien 1215 Sgra 1 Cir. Sägespäne und andere Holzabfälle 56 Sgr., 1

Eine Menge anderer sich in Feld und Hof ergebender Materialien ließen sich noch anführen. Doch muß da oft der genaue Geldwerth, wenn dessen Ermittlung noth⸗ wendig ist, meist durch chemische Analyse in jedem spes ciellen Falle sestgestellt werden, da die Zusammensetzung häufig eine äußerst verschiedene ist.

von Johann Maria Farina. Meine Niederlage davon im Comptoir des Ober⸗ hessischen Anzeigers in Friedberg empfehle ich zu 8 fl. per Dutzend, 4 fl. per halbes Dutzend und 45 kr. per Glas gehorsamst. f i g Johann Maria Farina in Cöln.

Bei Carl Bindernagel in Friedberg und Baß Nauheim ist vorräthig: Neuster

Caschen- Fahrplan.

für die

Nittel Rhein gegend,

92.

den angegriffenen Stellen. Ferner slarkes Ueberstreuen mit Kalisalzen, Asche oder dergleichen, wodurch die Flachs⸗

Hessen, Nassau, Frankfurt, Rhein⸗Preußen. Preis 6 kr. f

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Schmarotzerpflanze anspinnt, 34 Zoll hoch mit Kompost Wäbrend das

Cir. Holzasche, besonders von Laubpölzern, 10 16 Sgr.

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