rium mit 523,100 fl. nicht inbegriffen ist. Die Staats Einnahmen wurden mit 372,531,409 fl. präliminirt und soll das ungedeckte Deficit von 8,342,473 fl. durch Veräußerung von im Besitze des Finanzministers befindlichen Renten von 12 Millionen nominal Bedeckung finden.
Schweiz. St. Gallen. Der biesige große Rath genehmigte bei Berathung der Ver⸗ fassungs-Revision die von der Mehrheit der Com- mission gestellten Anträge, betreffend die Glaubens und Gewissens- Freiheit, die freie Ausübung des Gottesdienstes, die Oberaufsicht des Staates über die Religions ⸗Genossenschaften, über Kirchengüter und confessionelle Centralfonds und über die Wahl der Geistlichen.
Frankreich. Paris. Dem Handels- und Marine ⸗Ministerium liegt augenblicklich das Project eines Tunnels unter dem Canal hindurch zur Begutachtung vor. Man erwartet, daß bereits zu Anfang nächsten Jahres ein diesbezüglicher Gesetzentwurf der Nationalversammlung zugeben wird, wie auch dem englischen Parlament eine darauf sich beziehende Bill zugehen soll.
— Der Municipalrath hat den Entwurf für die städtische Anleihe von 220 Millionen, einge- theilt in Obligationen zu 500 Frs. und verzinslich mit 20 Frs. per Obligation, angenommen. Die Rückzablung geschiebt innerhalb 75 Jahren al pari mit Prämien von 900,000 Frs. jährlich.
— 17. Nov. Der deutsche Botschafter Fürst Hohenlohe ist nach zweimonatlicher Abwesen⸗ heit gestern Abend von München kommend hier wieder eingetroffen und hat sofort die Leitung der Botschaft wieder übernommen. Der erste Botsch ofts⸗ ratz Graf Wesdehlen, welcher während der Ab- wesenheit des Botschafters als Geschäftsträger fungirt hatte, ist heute nach Neufchatel abgereist. Graf Wesdehlen, der nebst drei Beamten der Botschaftskanzlei in dem Processe Arnim als Zeuge vorgeladen ist, wird sich von der Schweiz nach Berlin begeben.
Großbritannien. London. Die auf die bezügliche Verfügung des Kriegsministers einge⸗ gangenen Berichte constatiren, daß die Zahl der Deser⸗ tionen im Juni, Juli und August eine sehr große sei; zuweilen seien sechs Desertionen an einem Tage vorgekommen. Das betrügerische Wiederanwerben⸗ lassen Seitens Desertirter habe nicht abgenommen; fast täglich ständen einer oder mehrere unter dieser Anklage vor dem Corrections-Tribunal.
— In Berliner diplomatischen Kreisen glaubt man, daß Graf Schuwaloff binnen Kurzem von seinem Bolschafterposten in London werde abbe— rufen werden. Ueber seinen eventuellen Nachfolger ist jedoch noch nichts bestimmt.
Spanien. Madrid. Nach der Regierung zugegangenen Meldungen herrscht unter den Carlisten⸗ führern im Norden vollständige Uneinigkeit. Dorre⸗ garay soll die Wieder Uebernahme eines Com⸗ mandos abgelehnt haben, Santa Cruz mit der Führung zweier Bataillone betraut sein.
Santander, 28. Nov. Die ungünstige Witterung verhindert die Fortsetzung der Ope⸗ rationen. Die Brigade Blanco ist in San Sebastian zurückgeblieben.
Donaufürstenthümer. Bukarest, 27. Nov. Heute hat die Eröffnung der rumänischen Kammern stattgefunden. Die von dem Fürsten verlesene Thronrede spricht dessen Befriedigung über das mehrjährige gute Einvernehmen zwischen Regierung und Volksvertretung, sowie über die guten Be⸗ ziehungen zu den auswärtigen Mächten, welche Folge der auf den Verträgen und der Achtung des Rechtes basirenden Politik seien, aus und kündigt zahlreiche Gesetzes⸗Vorlagen an, darunter ein Rekrutirungs⸗, ein Montan, ein Forst⸗ und ein Unterrichts⸗Gesetz.
Rußland. Odessa, 26. Novbr. Aus Tiflis meldet man eine Bazar⸗Nachricht, wonach in der Mandschurei ein allgemeiner Aufstand aus⸗ gebrochen sei. Die Insurgenten bedrohen Girin und Ninguta, die Hauptstädte zweier Provinzen. Die mongolische Bevölkerung flüchtet sich haufen
Amerika. Buenos Ayres, 27. Noo. Mitre ist in die Pampas geflohen. Die Indianer haben sich der Regierung unterworfen.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Oer hiesige Musik- Verein veranstaltet Sonntag den 6. Dezember im Saale des Hotel Trapp ein Concert, in welchem vorzugsweise Chöre und Arien aus dem„Messtas“ zur Auffübrung kommen werden. Anerkannte tüchtige auswärtize musikalische Kräfte haben bereits ihre Mitwirkung zugesagt, darunter auch Herr Concertmeister Rosenbecker von Steinfurth. Das Nähere wird uns das demnächst erscheinende Programm bringen.
Darmstadt. Dieser Tage wurde einem kleinen Mäd⸗ chen von acht Jahren von einem bösen Buben ein Schnee⸗ bal mit Kraft an den Kopf geworfen, wodurch das Kind eine Gehirnerschülterung erlitt und nach dreitägigem Leiden verschied.
Allerlei.
Frankfurt, 28. Nos. Gestern Abend wurde hinter der Gassabrik ein Floßknecht von 3 Strolchen angepackt. Auf seinen Hülferuf kamen zwei Flößer hinzu, worauf zwei der Burschen die Flucht ergriffen, der dritte wurde sestgehalten, abgeprügelt und dann laufen gelassen. Godesberg, 25. Nov. Heute Mittag ließ sich eine neunzehnjährige Pensionärin einer hiesigen Lehranstalt von einem Eisenbahn⸗Zuge überfahren. Der Unglücklichen wurde der Kopf vollsländig abgeschnitten. Motive des Selbstmords bisher unbekannt.
Bromberg. Eine Baptistentaufe fand dieser Tage in einem Teiche an 8 Judividuen, 5 weiblichen und 3 männ⸗ lichen, statt. Die Täuflinge waren wie die„Bromb. Zig.“ meldet, nur mit einem weißen, von einem breiten Gürtel um den Leib festgehaltenen Hemde bekleidet. An diesem Gürtel ergriff sie der Baptisten Täufer und tauchte sie nach einem Segensspruch in das eisig⸗kalte Wasser. Vor Be⸗ ginn der Taufhandlung sang die Gemeinde ein geistliches Lied, ebenss am Schluß derselben und nach jedem ein ⸗ zelnen Tauf⸗Acte einen Vers. Um das Taufen zu ermög⸗ lichen, mußte an der betreffenden Stelle erst das Eis, womit der Teich bedeckt war, entfernt werden.
Unna, 25 Nov. Auf dem Bahnhofe in Holzwikede stießen gestern Vormittag zwei Züge zusammen wodurch ein mit 30 Personen besetzer Waggon dritter Classe voll⸗ fändig zertrümmert wurde: 3 Passagiere erhielten schwere Berletzungen, viele wurden leichter verletzt. Die eigentliche Ursache des Unfalls ist noch nicht ermittelt.
Berlin, 28. Nov. Der Schlosserlehrling Schneider ist wegen des bekannten Raubmordversuches an Schüne⸗ mann vom Schwurgerichtshose zu lebenslänglichem Zucht⸗ bause verurtheilt worden.
Ein Wort über Consum Vereine.
(Gilt insbesondere dem Friedberger Verein.)
Freier Verkehr und freie Concurrenz sind nach und nach den alten Bann- und Zwangverhältnissen abgerungen worden in der allerfriedlichsten Weise, nämlich durch die neuen und besseren Verkebrs⸗ mittel und Wege. Letztere ermöglichten und ver— anlaßten zugleich aber auch einen größeren Güter- verbrauch. Selbst die ärmsten und abgeschiedensten Menschen der Gegenwart leben besser als ihre Vorfahren. Die Arbeiter konnten und wollten darin nicht zurückbleiben: sie forderten höheren Lohn und vertheuerten, da die Gewährung wie— derholt eintreten mußte, die Produktion. Dieses, die Lohnerhöhungen und der Mehrverbrauch, sind die allgemeinen Ursachen der Preissteigerung. So störende Uebergänge dieselbe auch brachte, verdanken wir ihr doch auch erfreuliche Resultate und zwar hauptsächlich: 1) Viele Güter, die ihres früheren geringen Werthes wegen unbenutzt und unbeachtet blieben, belfen jetzt den Nationalreichthum ver mehren; 2) der Fleiß ist lohnender und damit aufmunternder geworden und die Arbeit wird, zu Folge ihres höheren Preises, mehr geehrt; 3) unser schärferes Rechnen und Abrechnen hat Institute ins Leben gerufen, die für das politische, sociale und sittliche, also für das ganze Menschen⸗ leben von dem größten Einflusse sind. Wir rech- nen hierher insbesondere die Genossenschaften. In ihnen lernen wir die nächstliegende Selbsthilfe und Selbstverwaltung üben und die Kraft der Vereinigung kennen, welche nicht nur dieser selbst, sondern auch ihren einzelnen Gliedern zu Gute kommt. Im wirthschaftlichen Leben sind die Ver⸗ einigungen geradezu unentbehrlich, weil im freien Verkehr die persönlichen Interessen, früher in wenigen Händen begünstigt und privilegirt, jetzt die allgemeinen Triebfedern bilden für die Speeu⸗
weise auf russisches Gebiet. Die russischen Be— hörden sahen sich veranlaßt, militärische Maßregeln zu ergreifen.
lation und das Sammeln von Reichthümern, dieses
die gleichen Interessen rasch vereinigten, den Ver⸗ kaufspreis zu sichern und zu erhöhen. dieses aber nur auf der einen Seite statthaft sein!
als Thatsache eine Thorheit; denn was dem Einen recht, ist dem Andern billig. Also von Rechtswegen vereinigen sich auch die Käufer, Con⸗ sumvereine, hier und da sogar genossenschaftliche Bäckereien und Schlächtereien errichtend. Erstere gewähren die bekannten geschäftsmäßigen Vortheile größerer Bezüge: bessere Qualität, Billigkeit und den Gewinn der Baarzahlung. Eine Aufgabe der Consumvereine liegt offenbar auch darin, daß
und Verborgen im Detailgeschäft des deutschen Handels ist für diesen und für das ganze wirth⸗ schaftliche Leben bekanntlich ein wahrer Krebs⸗ schaden, welcher einer gründlichen Operation dringend bedürftig ist.
Auch in Friedberg besteht ein Consumverein für die Wetterau, ursprünglich und vorzugsweise für die Landwirthe errichtet, später jedoch auf alle Consumenten und Producenten ausgedehnt. Der Wetterauer Consumverein ist einem Verbande gleicher Vereine beigetreten, um die oben ange⸗ führten Vortheile zu verstärken. Es ist einleuchtend, daß wenn 100 Vereine das 100fache beziehen, alsdann billigere Preise und bessere Qualitäten zu erlangen sind, als wenn etwa nur ¼100 davon durch einen Verein, oder der tausendste Theil durch eine Person bezogen wird. Diese Verbindung der Landwirthe und Familienväter zu dem Zwecke, die hohen Preise und die schweren Sorgen um den Lebensunterhalt zu mildern, ist eine so sehr ernstt Pflicht, daß ihre Unterlassung ein großes Unrecht wäre. Dennoch haben die Consumvereine ihre Gegner. Wer sind dieselben? Nun, es mögen wohl meist Ehren- und auch Fortschrittsmänner sein, die allen Errungenschaften unserer Zeit, auch der Gewerbefreiheit, der Freizügigkeit, der freien Concurrenz, gerne das Wort reden; aber es sind zugleich auch Geschäftsmänner und als solche, zu⸗ nächst an sich denkend, halten sie es nicht für recht, wenn Andere bei aller sonstigen Kundschaft und Freundschaft es gerade so halten, nämlich, auch an sich zu denken um der schwerer gewordenen Pflicht, Haus zu halten, gewissenhafter zu ent⸗ sprechen, in einer Weise, die gesetzlich erlaubt und sittlich hoch zu schätzen ist. Jene Gegnerschaften erinnern sofort an den bekannten Ausspruch, welcher das Recht nur zum eigenen, nicht zu an⸗ derer Vortheil wollte gelten lassen.(Ja, das ist etwas Anderes, Bauer!)
Man macht den Consumvereinen den Vorwurf, ibre Concurrenz sei, ihrer Steuerfreiheit wegen, unbillig. Es ist wohl möglich, daß man später die Erwerbsgenossenschaften(Creditvereine, Con- sumvereine 1c.) bei der Steuerumlage heranzieht. Soll man aber bis dieses geschieht auf den Vor⸗ theil der genannten Genossenschaften verzichten? Wir thun dieses nicht hinsichtlich der Vorschuß⸗ und Creditvereine, und die Consumvereine bürgern sich ebenfalls ein nach Bedarf und Gelegenheit. Ueberdies zahlt jeder Genossenschafter bereits von allen seinen Einkommen und von den meisten Ber- brauchsgegenständen Steuer an Staat und Ge⸗ meinden. Die Gesetze gestatten indessen nicht nut die Erwerbsgenossenschaften, sondern regeln dieselbe auch und was ein civilisirter Staat in dieser Weise in die Hand nimmt, das muß gut, zweckmäßig und nothwendig sein.
Fassen wir die Aufgaben der Consumvereine zusammen, so finden wir dieselben in der Ver⸗ einigung zu dem Zwecke, das wirthschaftliche Leben zu erleichtern, sowie um gewissermaßen Wache zu halten, darüber, daß die normal Preishöhe für die Bedürfnißgegenstände nicht überschritten werde.
So lange die freie Concurrenz diese Grenzen innehält wird jeder Consumverein allen Kleinge⸗ schäften für Lebensmittel, Kolonialwaaren ze. fern bleiben und sich lediglich darauf beschränken, die jenigen anderen Waaren zu beziehen, die durch den
Trachten nach Uebervortheilen. Die freie Con- currenz könnte hier wohl mildern, wenn sich nicht
Verein und Vereinsverband im Großen billiger und besser bezogen werden können als dieses im Ein⸗
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