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über fragliche Eingabe verhandelt.
1874.
Samstag den 1. August.
M 89& 90.
Oberhessischer Anzeiger.
Die Petitzeile ö wird mit 4 Kreuzern berechnet.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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Fur die Monate August und September tann auf den„Obethessischen Anzeiger“ bei der Verlags-Expedition mit 20 kr., bei den Poststellen mit 32 kr. abonnitt werden.
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Nr. 37 sub 2. Bekanntmachung, Landes⸗Waisenanstalt zu Darmstadt für 1873. Friedberg am 30. Juli 1874.
Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatt ist zu publieiren:
die Organisation der Ersatzbehörden betreffend.— sub 3. Summarische Uebersicht der Rechnungen der Großherzoglichen
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. 8
r Haas, Kreis⸗Assessor.
Betreffend: Die Vorschriften zur Vollziehung des Reglements vom 5. Oetober 1854 über
Verpflegung der Rekruten, Reservisten ꝛc. bei Einziehungen resp. Entlassungen. Friedberg den 31. Juli 1874. 7 re 2—* 7 n„.— 5 Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. . Es steden noch Viele mit Erledigung unscrer Verfügung in obigem Betreffe, Amtsblatt Nr. 4 von diesem Jahre, zurück, wesbalb wir dieselbe hiermit in Erinnerung bringen. n da as, Kreis- Assessor.
Deutsches Reich.
bp. Friedberg. Die Versammlung, welche am 25. d. Mis. auf Einladung des hiermit beauf— tragten Comites im Simon'schen Saale stattfand, trat der Frage„ob Einführung der Städte⸗ Ordnung und Befürwortung derselben bei dem hiesigen Stadtvorstande“ näher. Die Verschiedenheit der Ansichten führte zu leb⸗ baften, längeren Debatten; die Vorzüge der Städte Ordnung gegenüber der Landgemtinde- Ordnung wurden besonders von den Herren L. Seid, Mayer Hirsch, Ruths, Schnitzel, C. Trapp hervorgehoben, während als Sprecher für die Landgemeinde Ordnung die Herren G. Falck, Trapp II. und Landau auftraten. Die Haupt- Debatte drehte sich um den„Kostenpunkt“; die Begner der Einführung der Städte-Ordnung in Jriedberg behaupieten, unsere Stadt resp. ihre Cinwohner würden hierdurch zu sehr belastet, während die andere Seite diesen Grund als nicht stichhaltig anerkannte und darzulegen suchte, daß auch nach der Landgemeinde Ordnung ein Zuürgermeister, so billig wie bisher, nicht mehr beschafft werden könne. Es sei ferner von größter Wichtigkeit für das Gedeihen unserer Stadt, einen Mann als Bürgermeister zu haben, der seine ganze Thätigkeit, seine ganze Kraft den In- eressen der Stadt widme. Zu dieser letzten An- icht bekannte sich die Mehrzahl der Versammlung. Die von Herrn C. Trapp beantragte Eingabe an den Stadtvorstand, wonach derselbe, gestützt tuf Art. 1 der Städte-Ordnung, an geeigneter Stelle beantragen möge, daß Friedberg sich unter tie Städte-Ordnung stelle, fand daber viele Unter— schriften, deren Zahl sich durch weiteres Colpor— ren der Listen am Montag Nachmittag auf 284 belief. Die Vetsammlung, welcher Herr C. Scriba sräsidirte, ging gegen 11 Ubr auseinander. In ler Gemeinderathssitzung vom 27. d. M. wurde f Mit 10 gegen 2 Stimmen beschloß der Gemeinderath, die Ent— beidung der Frage„ob Einfübrung der Städte⸗ Orduung oder nicht“ seinem Nachfolger zu über- * Hiermit ist zunächst festgestellt, woran wir d. Landgemeinde oder Städte-Ordnung wird % zur definitiven Eutscheidung der Frage das LTagesgespräch derjenigen Einwohner bilden, welchen hese Sache am Herzen liegt. Hoffen wir, daß het den unvermeidlichen Agitationen in der einen und andern Richtung der Kampf sich nur um die Sache, nicht um einzelne Personen drehen röge. Den Anhängern der Landgemeinde-Ord—
nung möchten wir in bester Absicht empfehlen,
— Die„Provinz.-Corr.“ meldet, der Kaiser
den„metallischen Nachgeschmack“ der Städte- werde am 7. August von Gastein abreisen und
Ordnung nicht, wie es bereits gescheben, zu über- treiben. Muß als Abschreckungsmittel die so beliebte„Steuerschraube“ herhalten, so ge—
schehe es in der richtigen sachlichen Weise; wir
haben in dieser Hinsicht zu dem gesunden Sinn der Mehrheit der Einwohner Friedberg's das beste Vertrauen.
Darmstadt. Das Großherzogliche Regier- ungsblatt Nr. 38 enthält:
1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, betreffend die Außercourssetzung der Zweigulden⸗ stücke süddeutscher Währung.
II. Verzeichniß der Vorlesungen, welche auf der Groß— herzoglich Hessischen Ludewigs-Universität zu Gießen im Winterhalbjahre 1874/75 gehalten und am 2. November ihren Anfang nehmen werden.
III. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die 5. evang. Schulstelle zu Mainz mit einem Anfangsgehalt von 750 fl. jährlich; die evang. Schulstelle zu Allerts⸗ hausen, im Kreise Gießen, mit einem jährlichen Gehalt von 400 fl.
Erbach, 29. Juli. Der Streit über die Kirchen-Verfassung nimmt dermalen auch in hie— siger Gegend größere Dimensionen an. In Gütters- bach erschien der Dekan Netz von Beerfelden, um die neue Kirchenverfassung der Gemeinde zu publi— ciren; der dortige Pfarrer verweigerte aber als Gegner der Verfassung die Herausgabe der Schlüssel zur Kirche und wurde deshalb suspendirt. Gestern verfügte sich in Folge einer beim Bezirks- Strafgerichte Michelstadt gepflogenen Verhandlung wegen Beleidigung, bezw. Ehren-Kränkung des Kirchenvorstandes in Schöllenbach auf Antrag des Staatsanwaltes das großb. Landgericht da— selbst mit Zuziehung zweier Urkunds⸗Personen in die Wohnung des dortigen Oberpfarrers und nahm eine Partie Broschüren in Beschlag, in welchen dargelegt ist, weßhalb die evangelischen Pfarrer die neue Kirchenverfassung nicht anneh— men wollen. Es soll eine Beleidigung des Staats- Oberhauptes darin enthalten sein.
Berlin. Officiös wird bestätigt, daß der Kaiser auf der Rückkehr von Gastein noch einen Besuch bei König Ludwig von Bayern in Aus- sicht genommen hat. Doch wird derselbe, wie jetzt verlautet, nicht in Hohenschwangau, sondern auf Schloß Berg am Starnberger-See stattfinden.
— Die„Nordd. Allgem. Ztg.“ bestätigt, daß ein anderweites Geschwader zur Kreuzung an der spanischen Nordküste bereitgestellt wird, welches in den ersten Tagen des August nach der spanischen Küste abgehen soll.
über Salzburg und Regensburg nach Berlin zurückkehren, wo er am 9. Abends eintrifft.
— Die„Provinzial Correspondenz“ bespricht die Gräuel des spanischen Bürgerkrieges, constatirt die allgemeine Befriedigung, welche die Nachricht von der Bestimmung des deutschen Geschwaders bei Wight zum Kreuzen an der spanischen Nord- küste hervorgerufen hat und fügt hinzu, das Ge— schwader sei von den bezüglichen Weisungen der Admiralität nicht mehr erreicht worden, daher stehe in Aussicht, daß ein anderes Geschwader diese Bestimmung erhalte. Man dürfe hoffen, daß die Schritte der Reichsregierung zu einer glücklichen Wendung der spanischen Zustände An- stoß geben. Voölkerrechtswidrige Begünstigungen carlistischer Räubereien würden nicht ohne scharfe Aufsicht, Leben und Eigenthum deutscher Reichs- Angehöriger in Spanien nicht schutzlos bleiben.
Posen, 27. Juli. Zur Verbüßung der gegen ihn erkannten fünsvierteljährigen Gefängniß⸗ strase ist Weihbischof Janisczewski heute Vor— mittag 10 Uhr verbaftet und abgeföbrt worden. Der Bestimmungsort ist noch unbekannt. N
Bonn. Die in Brühl, Bergheim, Düren und anderen Orten bestehenden Zweig-Vereine des Mainzer Katholiken- Vereins sind in diesen Tagen von den zuständigen Behörden geschlossen worden.
München. Der Bischof Dr. Reinkens ist am 25. d. M. in München angekommen und firmte in der Gasteigkirche. Er wird in der nächsten Woche die Kirche in Simbach a. J. ein- weihen, am 2. August die heil. Firmung in Kempten spenden und sich hierauf nach Franken begeben, für welches ein mehrtägiger Aufentdalt in Aussicht genommen ist.
— Die Adresse an den Fürsten Bismarck wurde von 7232 Personen aller Stände unter- zeichnet und durch die preußische Gesandtschaft demselben übermittelt. Die Adresse selbst ist in Form eines kalligraphischen Tableaus ausgeführt; eine sehr elegante Mappe aus rothem Sassian mit schwarzen und weißen Verzierungen umschließt dieselbe mit den zahlreichen Unterschriftsbogen.
Nürnberg. Der„Nürnb. Corr.“ meldet, Bismarck's Sohn habe in seines Vaters Namen dem Kissinger Landrichter wegen der Führung der Voruntersuchung gegen Kullmann seine Hoch- achtung ausgesprochen und ihn aufgefordert, Klage gegen die„Spener'sche Zeitung“ wegen Beamten- Beleidigung zu stellen.


