Ausgabe 
19.7.1873
 
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dete und Damm-Baukosten, einschließlich einer für Erhöhung des Griesheimer Rheindammes auf Antrag des Abg. Goldmann von der Regterung gemachten Nachforderung, mit 118,333 fl. be willigt, ebenso der Posten für Unterhaltung der Brücken zu Mainz c., undMünzwesen, ferner der PostenReisekosten, Diäten und Renumkra⸗ tionen, Die gesorderten 40,000 fl. fürLandes Vermessung wurden verwilligt. Der PostenKosten wegen Auffindung nützlicher Fossilien von 500 fl. veranlaßte eine längere Debatte, da Oechsner wünschte, daß die Regierung mehr verwende, die aber mit einfacher Bewilligung endete. Nachdem die beiden letzten Happt⸗Abtheilungen genehmigt waren und Ellenberger sich über die verzögerte Rückerstattung des von den Geistlichen vorgelegten Portos beschwert hatte, von dem Finanzminister aber diesfalls an das Ministerirm des Janern verwiesen worden war, wurde auf die früher aus⸗ gesetzten PostenOber ⸗Forst) und Domänen⸗ Direction,Ober⸗Bau⸗ Direction,Rentämter, Technische Forstverwaltung und Foestschutz zurück gegriffen und gelangte der bei den einzelnen Posten gestellte Antrag, die Regierungs- Forderung zwar in das Budget, jedoch unter der Beschränkung einzu⸗ stellen, daß die Verwendung nicht stattfinden kann, bevor eine Verständigung mit den Ständen über

die neuen Etats getroffen ist, zur Annahme. Ein

gleicher Beschluß wurde bezüglich des Administrativ Justiz⸗ und Lehn⸗Hess, der Ober-Medicinaldirection, des Ober ⸗Consistoriums und der Ober ⸗Studien⸗ Direction gefaßt. Bei demSchullehrer⸗Seminar in Bensheim wurden nunmehr, mit Rücksicht auf die von der Regierung neuerlich gemachte Vor- lage, in welcher die Beseitigung des geisllichen Directors und geiftlichen ersten Lehrers zugesagt ist, die Mittel genehmigt. Bei demFriedberger Seminar stellte Scriba unter thatsächlicher Be⸗ gründung einen Ankrag wegen einer Mehrforderung von 1500 fl. in Aussicht. Die für eine Präpa⸗ randen⸗Anstalt in Friedberg geforderten 5000 fl. wurden, ebenso wie ein Antrag des Abg. Gold⸗ mann, welcher diese Summe überhaupt für Präparanden⸗Zwecke und vorbehaltlich der Verein barung zwischen Regierung und Ständen bewilligt wissen will, abgelehnt, unbeschadet- der Ecledigung der Prineipienfrage bei dem Schulgesetz.

Berlin. DieProvinzial-Correspondenz bestätigt, daß der Aufenthalt des Kaisers in Ems bis zum 25. d. M. dauern wird. Dann folgen kurze Besuche in Coblenz, Wiesbaden und Hom⸗ burg. Anfangs August wird die Reise nach Gastein angetreten und in der letzten Woche des August ein Besuch des kaiserlichen Hofes und der Weltausstellung erfolgen. 5

DieSpen. Zeitung erfährt ans guter Quelle, daß für das Präsidium des Reichseisen⸗ bahnam tes der frühere vortragende Rath im Finanz; ministerium Scheele, später Mitglied der Direction der Berlin Anhalter Eisenbahn, in Aussicht ge⸗ nommen ist.

Wiesbaden. Das Kloster, zugleich Wall⸗ fahrts⸗Ort, Bornhofen wurde Seitens der Regie- rung geschiossen und die dortige Niederlassung der Redemptoristen aufgelöst..

Straßburg. Der Lehrermangel im Elsaß scheint zunehmen zu wollen. Wenn früher manche Stellen in Folge der Opkion von den Lehrern aufgegeben wurden, so kann man heute den Lehrer⸗ mangel den politischen Verhältnissen nicht mehr zuschreiben. Lehrer, welche optirt haben, verhältnißuäßig ge⸗ ring; die evangelischen Lehrer namentsich sind fast alle geblieben. In, Betreff des Grundes, der die Lehrer zum Austritt veranlaß', schreibt dieKrz. Ztg., derselbe rühre aus der Mißachtung her, welcher die Lehrer Seitens der Bevölkernng aus gesetzt sind, Letztere hat fast überall die Gehalts- aufbesserung ungern gesehen und nun geschieht es

in gar manchen Gemeinden, daß man den Lehrern,

an ihren Nebenbesoldungen abzumäkeln sucht, was nur, möglich ist.

Ausland. 10 Oesterreich⸗lüngarn. Wien. DiePresse

meldet: Die österreichische Waffenfabriksgesellschaft lischen Behoͤrden angerufen, f

Uebrigens ist die Zahl derjenigen

hat, wie verwaltun Hinterladern abgeschlossen. Die Gewehre sind Park

ir erfahren, mit der deutschen Kriegs⸗ Ula Lieftrung von 468006 Stück

nach dem Systeme Mauser und müssen bis zum Jahre 1875 complet geliefert sein.

Schweiz. Bern. Der Nationglrath hat nach langer Debafte sämmtliche, namenflich unter klerikaler Beeinflussung im October und De⸗ zember v. J. im Canton Tessin fiattgehabten Nationalrathswahlen cassirt. Der Ständerath hat mit 26 gegen 14 Stimmen den Recurs der Solothurner Pastoral-Conferenz gegen das Gesetz über die Wiederwahl der Geistlichen abgewiesen. Laut officie ler Anzeige an den Bundes rath wird der Schah von Persien am 19. d. in Genf eintreffen, von wo er nach zwei⸗ bis drei⸗ tägigem Aufenthalt nach Turin gehen wird. Der Bundespräsident Ceresole und der Bundesrath Borel sind zu seinem Empfange abgeordnet.

Offieiellen Mittheilungen zufolge entspricht die in London von dem persischen Groß oezier unterzeichnete Beitritts Erklärung Persiens zur Genfer Convention weder formell noch materiell den üblichen Anforderungen, daher diefelbe nicht als verbindlich gültiger Act, sondern nur als Ausdruck der Geneigtieit Perstens zu einem solchen vom Bundesrathe den Conventionsstaaten mitge⸗ theilt werden kann.. 0

Arenenberg. Die Kaiserin Eugenie und Prinz Louis haben am Sonntag Morgen mit dem abwärts gehenden Schweizer⸗Schiff den Arenenberg verlassen. Sind wir recht unterrichtet, so hat Erstere sich nicht, wie es hieß, nach Baden-Baden begeben, sondern nach Baden im Canton Aargau, wo sie eine mehrwöchentliche Badekur zu gebrauchen gedenkt. Am gleichen Tage noch wurde der junge Prinz von seiner Mutter bis Waldshut begleitet, von wo er seine Reise abwärts fortsetzie, um sich nach England zu begeben.

Zürich. Am letzten Sonntag feierte die Freimaurer⸗Loge dahier zugleich mit dem Jabres⸗ fest das Jubiläum ihres 100jährigen Sestihens und das 50jährige Jubiläum eines ihrer hervor ragendsten Mitglieder. Sämmtliche Logen der deutschen und einige der französischen Schweiz hatten zahlreiche Deputationen geschickt, so daß gegen 300. Maurer versammelt waren. Die üb- liche Sammlung für wohlthätige Zwecke ergab 3000 Fr., die dem Kinderspital zugewiesen wurden.

Frankreich. Paris. Wie es heißt, hat der General Pajol(Orleanist) den Botschaster am Petersburger Hof, General Leflö, ersetzt. An dem Jahrestage der Einnahme der Ba qille wird Gambetta einem Privatbanket in Batignolles präsidiren.

Einer Meldung derAgence Havas zu⸗ solge bedarf der Staatsschatz nur noch 60 Mil⸗ lionen Wechsel, um die rückständigen Zahlungen der fünften Milliarde vollständig leisten zu können.

Holland. Rotterdam. Die Consecration des altkatholischen Bischofs Reinkens durch den Bischof Heykamp von Deventer wird in der zweiten Hälfte dieses Monats stattfinden. 0

Spanien. Perpignan. Die Carlisten haben Berga eingenommen; die Besatzung ven 500 Mann wurde kriegsgefangen. f b

Aus carlistischer Quelle wird gemeldet, daß Prinz Alphonso und Saballs Puyeerda einge nommen haben. Der Carlistenführer Tristanh hat mit sämmtlichen Truppen den Ebro überschritten und ist in Aragonien eingedrungen.

Bayonne. Don Carlos begab sich am 15. Juli nach Spanien und erließ eine Proc⸗ lamation an die carlistischen Freiwilligen, worin er sagt, daß er dem Rufe des sterbenden Spaniens folge, um unter Gottes Beistane für das Vater⸗ land und Gott zu kämpfen. In Zugarramurdi, wo Don Carlos mit Valdespina und Lizzarraga sich aufhält, herrscht große Zuversscht' f

Amerika. Newyork. Ein spanisches Kriegs⸗ schiff ankert vor Kingston auf Jamaica in der Absich:, sich des cubanischen FahrzeugsVirginis zu bemächtigen. Letzteres hat den Schutz der eng

Aus Stadt und Land. 3

Bad⸗ Nauheim. Die Bettelei in dem Nauhe nimmt di ahr in erschreckender Weise zu daß ein polizeiliches Einschreiten dringend geboten scheint Die Fremden werden nicht nur allein von einer Maf⸗ Kinder förmlich angehalten und Strecken Wegs verfol ja sogar die auf dem Heimweg nach ihren in der Naß liegenden Oeischaften begriffenen erwachsenen Persos lassen die Gelegenheit beim Passiren des Parks nich unbenutzt vorübergehen und belästigen die Fremden mi den abenkeuerlichsten Lamentationen. Könnte hier nich die Polizeibehörde in geeigneter Weise einschreiten, ehl dieser Unfug noch größere Dimensionen annimmt?

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Gießen. An Stelle des verstorbenen Professors de.

Philesophie, Dr. Schilling, ist der bisherige Privaldocen . in Berlin, Dr. 1 berufen werden 1 erxselbe befindet sich berel's an Ort und Stelle und wit im nächsten Semester seine Thätigkeit beginnen. Alsfeld. In dem benachbarten Ermenrod brach am 13 d. M. Nachmittags in der Scheuer eines braven, i Essen beschäftigten Arbeiters, der zur Zeit auf Besuch bei tref einer Famslie mit seiner Frau und den beiden ältesien* Kindern hierber gegangen war, Feuer aus, das an denn kürzlich ein geernteten Heu keiche Nahrung fand, so daß die Scheuer und das mit derselben verbundene Wohnhaus sabbrannten. Den schnell herbeigeeilten Nachbarn gelang es, wenigstens einen Theil des Mobiliars zu relen. Wi egen f das Feuer entstand, ist bis jetzt noch nicht constatirt. Offenbach. In voriger Woche wurde in Bürgel Gemarkung, unmittelbar an der Offenbacher Grenze, von ruchloser Hand eine Singnalstange über die Eisendahn⸗ schienen gelegt. Die dort zum Zweck des Materialtrans⸗ ports im Gang befindliche Maschine schnitt dieselbe glüc liche weise entzwei, so daß eine Enigleisung derselben, diz leicht weitere Unfälle hätte zur Folge haben können, nicht vorkam 0 1 Dettio Offenbach. Am 16. Juli explodirte in der chemischen warten Fabrik von Oehler dahier ein Siedkessel, in Folge dessen 1 der Bau, in welchem derselbe stano, nicht unbedeutend keimeide beschädigt, auch mehrere Arbeiter theils erheblich verletzt

wurden. da Kön

Allerlei.

A Der Cxkönig von Neapel verweille am 16. d. hier. Derselbe fuhr Nachmittags nach Homburg und wollie sich heute nach Bad Soden begeben. Os Exkönigin Isabella von Spanien ic am 15. in Malz angekommen und imEnglischen Hof? abgestiegen. Sie gedenkt einige Tage dort zu verweilen. Frankfurt. Den Theilnehmern an dem Bier⸗Crawall vom 21 Avtil, die jtzt vor den Assisen erscheinen, schein der Gedanke auch wührend der Uniersuchungshaft noch bofme nicht gekommen zu sein, daß es sich, falls sie der ihnen zur Last gelegten Verbrechen, schwerer Landfriedensbruch, Aufruhr ꝛc., schuldig befunden werden, um sehr schwele Zuchthausstrafen handeln könnte; denn sie sind meist ganz guter Dinge, und ein Theil von ihnen ließ sich, als sie zuden am 14. d. in einem Wagen nach dem Schwurgerichtssagle be, is söcdert würden, in den ausgelassensten Liedern vernehmen, in Ben Es sind zwar nur 196 Zeugen geladen, da aber mehren wiederholt auszusagen haben, so steigt die Zahl auf etwa 200 einzelne Vernehmungen. Interessant ist die Anklage: liste. Danach hat man es mit 8 Rädelsführern, 30 Per sonen, welche Gewaltshätigkeiten verübt, bezw. geplünden und zeistört haben, und dreien, welche sich der bewaffneten Macht widersetzten, zu thun. Unter den Zeugen befinden sich der Polizet⸗Präsident, 6 Polizel⸗Commissäre, 17 Bien Daz brauer bezw. Brauburschen, 13 Wirthe bezw. Wirthinnel, zun 22 Schutzleute und 37 Mililärs, vom Tambour bis zum tritt Hauptmann aufwärts; der Rest sind theils Kausteuls 0 Handwelker, Dienstbosen. Auch 3 Untersuchungs⸗ bez, iͤget

Strafgefangene kommen zut Vernehmung. Von den 4) Biege

Angeklagten sind nach ithtem Betuf 1 Tapezirer, 10 fahnen Schreiner, 1 Dachdecker, 11 Taglöhner, 1 Spengler, 4. age a Schlesser, 2 Schneider, 2 Schriftgießer, 1 Buchbindet,

4 Bäcker, 1 Wagner, 2 Kutscher, 1 Sattler, 2 Küfer, 2 tanze Maurer, 1 Schubmacher und 1 Eisendreher. c au Morgenroth,(Oberschlesten). Am 12. Juli brannten(be. die beiden Schächte der gräfl. Schaff golsch'schen Paulus, Steinkoylengrube nieder. Das Feuer entstand, wie all gen mein angenommen wird, in der zwischen dem Godula⸗ uugen schicht und Schaffgolschichacht befindlichen, in, den obern 0 Verl Räumen der Verbindungsgebäude kiablüten Glubenlischlexel liehens Mit rapider Schnelligkeit erfoßte das verheerende Element ui die beiden Schächte und zerrte die darin befindliche' Wasserbaltungs⸗ und Förderungsmaschine vollständig; die uudin Eisemhelle der Maschine teten, in b ee schu geschmolzen, in die Schächte hinab. Der ar gestreugten erung Tvänigtelt der zur Sielle erschienenen eigenen und stemden e ali Beamten und Arbeiter, unterstützt durch Spritzen und 0 10 Hülssmannschaften, gelaug es, die Gasanstalt zu echallen, beil Em Verlust von Menscheuleben it bei dem furchtbaren dude Brande glücklicherweise nicht zu beklagen. Der materielle dei He Schaden für die Gewerkschaft wird unter Antechnung des 3555 durch die längere Unterbrechung der För berungs⸗ArbeisenT. entstehenden Verlustes auf circa 1 Million Thlt. veran- aun ff schlagt. 6700 Bergarbeiter, welche die Belegschaft der lorge Paulusgrube ausmachen, sind durch die Feuersbrunst brob Ste

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los geworden. a 5 0

N 900 e di, D. Frankfurt a. M., 17. Juli. Die heulige 10 di Börse war überaus geschäftslos. Vie todte Saison be-

bauptel ihre Rechte und dürfte, votläufig, so lange außer reg, ordenilsche Momente nicht anregend wirken, auf keine belebten*

specu aulve Bewegung zu rechnen sein. Gegen die Nacht 430 richten von Außen verhielt sich die Börse sehr apathisch 1 1 At