Die Constituirung erfolgte unter einem begeisterten Hochrufe auf den Kaiser und das kaiserliche Haus. Bei dem späteren geselligen Verkehre wurde von dem Delegirten Friedemann dem Kronprinzen von Sachsen ein Hoch gebracht.
Erlangen. Die Mitglieder der hiesigen theologischen Facultät sind aus dem Comite der allgemeinen lutherischen Conferenz(Kirchentag der nicht zur evangelischen Landeskirche Preußens ge⸗ hörenden Lutheraner) ausgetreten. Wie die„N. Ev. K.⸗Ztg.“ berichtet, ist der Anlaß des Zer- würfnisses die Unzufriedenheit der Erlanger mit dem Auftreten der Luthardt'schen Kirchenzeitung bei der jetzigen kirchlichen Krisis in Preußen gewesen.
Mannheim. 16. April Abends 10 Uhr. Eben findet ein großer Bierkrawall wegen eines Bieraufschlages statt, mehrere Brauereien wurden zerstört, das Militär ist eingeschritten und nahm Verhaftungen vor. Die Zerstörer waren nach Tausenden zu zählen.
— 17. April. Bei dem gestern stattgehabten Bierkrawall wurden drei große Bierbrauereien zer⸗ stört. Die Polizeimannschaften blieben den Ruhe störern gegenüber machtlos. Als die Letzteren mit der Zerslörung der vierten Brauerei begannen, schritt das Militär erfolgreich ein. Dasselbe hatte vor Mitternacht die Straßen geräumt. Man befürchtet die Fortsetzung der Unruhen, weßhalb Vorsichts⸗ maßregeln getroffen sind. Eine auf heute anbe⸗ raumte Volksversammlung wurde polizeilich untersagt.
Stuttgart. Zwei Individuen, welche sich an den neulichen Straßen⸗Excessen betheiligt hatten, wurden am 16. d. M. vom Kreisgerichte zu je 4 Monaten Gefängniß verurtheilt.
Ulm. Am 15. April ist dahier der Ober⸗ studienrath Haßler, k. württembergischer Landes; conservator und bekannt als Alterthumsforscher, sowie als Mitglied des Frankfurter Parlaments vom Jahre 1848, gestorben.
Straßburg. Von Elsaß⸗Lothringen sind nach amtlichen Erhebungen bis jetzt in die deutsche Armee eingetreten: Einjährig⸗ Freiwillige 57, Dreijährig⸗ Freiwillige 306 und Vierjährig⸗Frei⸗ willige 144, zusammen 507 Mann. Von den⸗ selben dienen bei der Infanterie 294, bei der Cavalerie 153, bei der Artillerie 51, bei den Pionieren 7, beim Train 2.
— Aus Fützelstein meldet man, daß mit dem Abbruch der Festungswerke begonnen worden ist. Die Gräben um die Wälle werden mit Schutt ausgefüllt und sollen als Gärten benutzt werden. — Bei Hüningen ist jetzt etwa 400 Schritt unter⸗ halb der Schiffbrücke auf einigen Pontons eine Bohrmaschine errichtet, durch welche die geeignetste Stelle zur Erbauung einer festen Eisenbahnbrücke der Linie S. Louis Leopoldshöhe Lörrach er⸗ mittelt wird.
— In Belsort treffen die Franzosen bereits Vorkehrungen für den Wiedereinzug der franzö⸗ sischen Garnison; Behörden und Private sind äußerst thätig, bei der Festlichkeit sollen 300 Jung- frauen siguriren u. s. w. Die deutschen Besatzungs⸗ truppen haben übrigens den Franzosen in der Renovirung der Festungswerke tüchtig vorgearbeitet, so daß, wurden die nämlichen französischen Regi⸗ wenter, welche zum Friedensschluß Belfort räumten, daselbst wieder einrücken, dieselben über die vor⸗ theilhafte Veränderung, welche mittlerweile zu Stande gekommen, mit Recht erstaunt sein könnten.
Ausland.
HOesterreich. Wien. Die Festlichkeiten zur Vermählungs⸗ Feier der Erzherzogin Gisela mit dem bayerischen Prinzen Levpold sind durch ein am 16. d. M. abgehaltenes Hoftoncert sehr glanzvoll eröffnet worden.
— Aus Anlaß der Vermählung der Tochter des Kaisers, Erzherzogin Gisela, sieht, wie man der„Karlsr. Ztg.“ berichtet, ein Gnadenakt in Aus sicht, welcher den wegen Preß- und politischen Verbrechen bereits Verurtheilten die Strafe erläßt und die noch anhängigen Prozesse niederschlägt.
— Aus Pest schreibt man der„Presse“, daß in ungarischen Regierungskteisen die Einführung der Civilehe ernstlich in Erwägung gezogen wird. Auch soll ein Gesetzentwurf über die Religions-
freiheit, in welchem namentlich der Bekenntnißzwang aufgehoben wird, dem Reichstag vorgelegt werden.
Schweiz. Solothurn. Hr. Lachat bat der Aufforderung des von der Regierung hinbe⸗ orderten Polizeichefs Folge gebend, die bischöfliche Amtswohnung verlassen und sich zu Fuß, begleitet vom Senate, in die Privatwohnung des Herrn Haller begeben.
Frankreich. Paris. Die Permanenz⸗ Commission wird am Sonnabend die Regierung wegen gewisser im Circular Remusat's enthaltener Ausdrücke interpelliren. Man glaubt, daß Thiers selbst die Rechtfertigung liefern wird.
— Ein von Arago, Langlois und anderen hervorragenden Deputirten der Linken, sowie von mehreren Maires und Municipalräthen von Paris unterzeichnetes Circular unterstützt die Wahl Remu⸗ sat's, deren Erfolg die Sicherung des allgemeinen Stimmrechts und die Stärkung der Regierung auf republikanischem Wege sein würde.
— Einer Meldung der„Agence Havas“ aus Nancy zufolge, hat General v. Manteuffel am Geburtstage Thiers, am 15. d. M., ein Diner gegeben, welchem der Präfect, der Maire und andere Notabilitäten beiwohnten. General v. Man⸗ teuffel brachte einen Toast auf Thiers aus.
Belgien. Brüssel. Die belgische Zproc. Anleihe von 230 Mill. Frs. ist am 16. d. M. mit 10 Contrahenten abgeschlossen worden. Die belgische Nationalbank, Soeiété générale, belgische Bank und Rothschild haben je 25 Millionen, die Brüsseler Bank, Handelsbank, Comptoir d'Es⸗ compte, Union Credit, Berliner Handelsbank und Bleichröder je 12½ Millionen übernommen. Der Rest gelangt, zum Emissionscourse von 81, zur öffentlichen Subscription.
Großbritannien. London. Ein City⸗ artikel vom 17. d. Mts. sagt, daß den Nach- richten aus Madrid zufolge die Lage der spanischen Finanzen sehr bedenklich scheine. Ein Theil der aufgenommenen Silberanleihe sei schon ver⸗ ausgabt, während die Zahlung der Coupons der inneren Schuld suspendirt sei. Anscheinend seien einige Accepte des spauischen Schatzes, die in London am 10. d. Mts. fällig waren, unbezahlt geblieben, einige seien zwar am 12. d. bezahlt worden, andere indessen unbezahlt geblieben.
Schweden. Stockholm. In gemtinschaft licher Abstimmung haben beide Häuser des schwe⸗ dischen Reichstags mit 167 gegen 148 Stimmen beschlossen, die Civilliste unverändert zu lassen; die zweite Kammer hatte dieselbe um 100,000 Rol. herabsetzen wollen.
Spanien. Madrid. Die Verstänvigungs⸗ versuche der Regierung in der Frage der Artillerie- offiziere sind vollständig gescheitert.— Der Car⸗ listerführer Lizarraga ist von den Regierungstruppen geschlagen. Durch die Niederlage ist die beabsich · tigte Verbindung mit der Abtheilung Doregarap's verhindert. a
Perpignan. Die Nachricht, daß Menotti Garibaldi nach Spanien gekommen sei, um gegen die Carlisten zu kämpfen, wird durch ein hiesiges Telegramm der Londoner„Times“ als unbegründet bezeichnet. b
Italien. Rom. Die Besserung im Be⸗ fin en des Papstes nimmt der„Agenzia Stefani“ zufolge stetig zu. Der Papst verweilte am 15. d. einige Stunden außer dem Bett und speiste mit Appetit, wird indessen auf Anrathen der Aerzte einstweilen das Zimmer hüten.
— Ueber das Befinden des Papstes enthalten die Journale die widersprechendsten Mittheilungen. Die„Voce della verita“ meldet, der Papst sei vollkommen gesund und hergestellt. Der„Osser⸗ vatore“ constatirt nur fortschreitende Besstrung. Die „Opintone“ sagt, der Papst habe Nachts ein leich⸗ tes Fieber gehabt, welches auch Morgens nicht ganz aufhörte.
Rußland. Petersburg. Der St. Peters ⸗ burger„Golos“ drückt die Hoffnung aus, daß eine nach Rußland gekemmene Japanesische Ge⸗ sandtschaft bevollmächtigt sei, über das Abtreten des bisher japanesischen Theiles der Insel Sachalle zu unterhandeln. Als Ersatz dafür würde als
Theil der Kurileninseln an Japan abzutreten. Amerika. Newyork.
Streit in der Kirche. Die Neger vertheidigten Neger und 1 Weißer getödtet. (Indiania) strikten die Bergleute. übernahmen deren Arbeit, was einen Kampf zwischen den Strikenden und den Negern zur Folge hatte,
von Mexiko den Congreß eröffnete, spricht Sym⸗ pathie für Spanien aus, stellt den Beschluß eines Handelsvertrages mit Italien in Aussicht und schlägt die Modificirung der Eingangszölle vor. — Den herbeigerufenen Truppen ist es ge⸗ lungen in Knighstown(Indiania) die Ordnung wieder herzustellen. Ein Verlust an Todten ist nicht vorgekommen. haftet.
den Behörden Louisianas zusammen. sind bei der Vertheidigung des brennenden Rath⸗ hauses umgekommen.
Friedberg. Am 17. d. M. Nachts ¼ 11 Uhr passirte der große Gußstahlblock aus der Krupp'schen Fabrik den hiesigen Bahnhof. Derselbe war 15 Fuß lang, 5 Fuß dick und von achteckiger Form. Die den kleinen
Koloß in Bewegung zu bringen.
ab, die sehr zahlreich besucht war. Zur Verbandlung kamen: die Vorlage der Jihresrechnung pro 1872, welche ergab, daß von den um Geldvorschuß nachsuchenden Personen 230 ihr Wunsch erfüllt werden konnte, womit gewiß gar
Durch den sehr bedeutenden Umsatz war ein hübscher Rein⸗
die bis jetzt übliche Provision um 1 Procent zu ermäßigen. Sodann wurde beschlossen, den Erben der durch Tod ab⸗ gehenden Mitglieder den entsprechenden Antheil am Reserve⸗ jond zu erstatten. Ein weiterer, von einigen Mitgliedern gestellter Antrag, den Verein zu schließen, d. h. für die Folge keine neuen Mitglieder mehr aufzunehmen, wurde von der Versammlung zurückgewiesen, da es keineswegs im Interesse des Vereins liege, eine abgeschlossene Gesell⸗ schaft zu bilden, sondern einem jeden unbescholtenen Manne die Gelegenheit zu bieten, nach§. 1 der Statuten„durch den gemeinschaftlichen Credit die zu seinem Gewerbe- oder Geschäftsbetrieb nörbigen Geldmittel sich zu beschaffen.“ Der Beitritt zum Verein muß deßhalb fortwährend ge⸗ stattet sein. Da die Creditvereine nicht auf Actien, sondern auf solidarische Haftbarkeit gegründet sind, so müßte bei Annahme dieses Antrags der Fall eintteten, daß der ganze Verein nach längeren Jahren nur noch aus den zuletzt lebenden Mitgliedern bestände. Der letzte Beschluß der Versammlung war, das Eintrittsgeld der neuen Mit⸗ glieder auf 10 fl. zu erhöben.
Frankfurt. Am 16. April ereignete sich in der Nähe der Eisenbahn⸗Brücke ein bedauernswerthes Unglück. Ein etwa mit 200 Cir. Steinen befcachteter Wagen riß einen Arbeiter zu Boden und zerquetschie ihm unter den Rädern beide Beine. Der Verunglückte ist Familienvater.
Frankfurt. In der Nacht vom 15. zum 16. d. M. lagerte im Stadiwalde bei dem Forsthause eine Zigeuner⸗ truppe, aus 42 Personen bestehend, mit 8 Wagen und 16 Pferden. Dieselbe war mit gültigen Pässen versehen und erhielt nach Aufbruch, gestein Morgen nach 5 Uhr, von einem Polizeiwachtmeister und drei Schußzleuten das Geleite bis an die Gränze bei Neu⸗DYsenburg. f
Mainz. Die Ausführung der neuen Festungowälle, welche eine sehr bedeutende Hohe erhalten, geht sehr rüstig
der bedeutend geförderten Arbeiten legen bereils interessaute Anhaltepunkte für die alte Geschichte der Stadt offen. Auf dem Glacis dieser Baslion fließ man etwa 4 Meter unter der Oberfläche auf ein kleines Tonnengewölde von 1½ Meter lichter Höhe und nicht ganz 1 Meier Weite.
mit großen römischen Ziegeln belegt Der über ihm la gerude Banschutt enthält viele Reste des hier gestandenen, um 1657 vei dem Bau der alten Festung abgebrochenen Klosters Alteumünster und der kleinen Paulskirche, aus deren Grüsten auch die sporadisch iu dem Erdreich vor⸗ kommenden Menschenreste herrühren. Auch aus den spälern Perioden finden sich schon mauche interesseinte Ueberbleibsel: jo neben cinem stack verzweigten Minensystem auch die gebelmen Galerien, welche schon die Erbauer der Festung im 17. Jahrhundert anlegten, Schweden und Franzosen vervollkommueten. In jener süelichen Erweiterungofront ist ein gemauerter Gang geöffnet, der wohl eine Viertel⸗ stunde lang unier den Wällen und einem tiefen, das
Fluigraben hindurchgehend, die zweite Linie deu Haupk⸗
dann Raßland, entsprechend dem im Vertrag von
stein, mit der ianeten verbindet.
1867 gegebenen Versprechen, bereit sein, einen
sich in dem Rathhause, es wurden angeblich 100 In Knighstown Die Neger
der die Herbeirufung von Truppen nothwendig machte.— Die Botschaft, womit der Präsident
Zehn Personen wurden ver⸗
Manchem aus der dringenden Noth geholfen worden ist.
Wasser auf eine Meile welt her in den Roein ableitenden
873
In Grant(Loul- siana) entstand zwischen Negern und Weißen ein
wir
— Der Conflict zwischen den Weißen und den Negern zu Grant hängt mit Differenzen unter 200 Neger
Zug besördernde Locomotive hatte ihre schwere Last, den da
Hungen. Der Vorschuß⸗ und Creditverein 1 zu Hungen, gegenwärtig 96 Mitglieder zählend, hielt am 30. März laufenden Jahres seine Generalversammlung
gewinn erzielt worden. Die Versammlung beschloß daher,
vorwäris und die am Haupfstein und der Baston Alexaus
Es ist zweifellos römischen Ursprungs und seine Sohle


