fich ein Kränzchen für Nieder-Weisel und Ostbeim. Auf Einlodung mebrerer Herren von Nieder- Weisel und Ost— beim batten sich bierzu Hert Kreisassessor Haas und der Lehrer an der Acker bauschule. Rückert, eingefunden und wurden die von denselben gemachten Vorschläge bezüglich der Err schtung des Kränzchens einstimmig acceptirt. Die Versammlungen sollen abwechselnd in beiden Gemeinden stat finden und soll der betreffende Bürgermeister den Vorsitz fübren, während Herr Lehrer Frees zum ständigen Secrelär erwählt wurde. Um schon in ber ersten Ver⸗ sammlung etwas Praktisches zu bieten, verbreitete sich Lehrer Rückert auf deßsallsigen Wunsch in einem Vortrag über die Cultur des Maises und der Luzerne und war derselbe insosern fruchtbringend, als eine Anzahl Land— wirtbe beschloß, in nächstem Frübjahr mit der Cultur des Maises Versuche zu machen. Die Versammlung, die sehr zahlreich besucht war, verlief in der gemütblichsten Weise und batte das freundliche Enigegenkommen des Herrn Kreisassessor Haas den besten Eindruck bervor— gebracht. Mit dem Wunsche, daß das Kränzchen blühen und recht segensreich für beide Gemeinden wüken möchte, schieden die beiden Herren, worauf sich die übrigen Theit⸗ nehmer in die verschiedenen Wirthslocale zerstreuten, um über dae Gebörte die Discussion noch weiter fortzusetzen.
In Cleeberg(Amt Usingen) bat udie schon mehr
erwäbnte Lea Heymann kürzlich ihr hundert und siebentes Lebensjabr erreicht. Frankfurt. Wohl in wenigen Städten Deuisch—
lands mag das Vereinsleben so tiefe Wurzeln geschlagen baben, als in Frankfurt. Religiöse Vereine gibt u es 9; Wohltbärigkeiisvereine 25; die meisten befinden sich inner⸗ balb der israelitischen Gemeinde; Vereine zur Wahrung öffenilicher Interessn 4; wissenschaftliche Vereine 15; politische Vereine 2; Vereine zu finanziellen Zwecken 15; Kunsi⸗ und Gesangvereine 31 und gesellige Vereine 27. Hanau. Am 25. d. wurde dabier im Gerichisge Läude selbst ein Raubmörder festgenommen. Derselbe isit veschuldigt und, wie versichert wird, geständig, beziehungs⸗ weise durch blutige Bekleidung und Geldvesitz überführt, tit einem Anderen, den man bereits auch verfolgt, vor— gestern in einer Mühle der Umgegend von Salmünster tine alse Frau ihres Geldes wegen ermordet zu haben. Der Mensch, ein Bursche von 16 Jahren aus jener Gegend, war vor die Strafkammer des Keeiegetichis ge— laden, um mit einem Genossen von noch jüngerem Alter wegen eines Diebstahls, den sie im Herdst v. J. an der
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itzt Ermordeten begangen, abgeurtbeilt zu werden, und
zu derselben Verbandlung sollte die Frau selbst erscheinen. — Aus Salmünster selbst wird über diesen Vorfall Fol— gendes geschrieben: Ein schweres Verbrechen ist gestern
n dem kleinen Weiler Schmidtmühle, der zu dem Dorfe Lerzell gehört, verübt worden. Man fand nämlich die Deiche einer 70 Jahre alten Wittwe mit eurchschnntener Teble im Keller des von iht allein bewohnten Häuschens. Daß ein Raubmord vorliegt, wird nicht zu bezweiseln sein. Zerdacht soll ruben auf einem Burschen, der im Ort dient ind bereits im Herbst die Frau, während sie zur Kirche war, bestoblen bat.
Darmstadt. Dem„Frankf. Journ“ wird gemeldet: Nan erzählt von bier einen eigenthümlichen Rechtsfall, er zwar gegenwärtig nur die Ciwilgerichte beschäftigt, Aber wobl demnächst auch zu einer Criminal-Untersuchung Zeranlassung geben wird. Ein israelitischer Handels mann
batte an einen Landmann, der in einem Ort des Riebs wohnt, 1500 fl. in Wechseln zu forbern, die er am Ver⸗ falltage präsentirte. Der Landmann bezahlte angeblich und sein Gläubiger händigte ihm die Wechsel ein. Als derselbe das Haus seines Schuldners verlassen hatte, er— bob er plötzlich auf der Straße ein Zetergeschrei, welches andere Istacliten, die sich in einem dem Hause seines Schuldners vis- Avis gelegenen Hause aufhielten, veran⸗ laßte, herbei zu eilen. Er bebauptete vor diesen, es fehlten tom 1200 fl., wäbrend sein Schuldner angibt, ihn richtig bezahlt zu haben. Letzterer erklärt, das ganze Benehmen seines Gläubigers sei eine mit dessen Genessen verabredele Comödie gewesen, wähtend diese letzteren wieder haar— nräubende Dinge erzäblen und behaupteten, der Land— mann habe dem Ifraeliten ein langes Metzgermesser auf die Brust zesetzt und ihn durch Todesdrohungen zur Herausgabe der Wechsel veranlaßt.
Birkenfeld. In der Weihnachtswoche starb in dem Orte Neukuchen ein Katholik, dessen Begräbniß auf dem Kirchbof der dortige Geistliche, Hr. Wallrig, verweigerte, angebend, daß der Verstorbene einen nicht kirchlichen
die lihn um 2 fl. und Lombarden, die ihn sogar um 6 fl. überschritten. Oestr. Nationalbank verzeichnen eine Einbuße von fl. 25., sie verweilen bei 875.— So alterirt sich nun auch die Speculation im instinktiven Bewußtsein ihrer keineswegs auf Felsen gebauten Posinon zeigte, so zu versichtlich und fest zeigte sich das Capital. Die An⸗ lagepapiere wurden kaum von der Flauheit der Speculatiens⸗ effecten berührt und die Emmissionen nahmen ihren un⸗ gestörten Fortgang. Den glänzendsten Erfolg trug die Gotthard⸗Subscription bei M. A. von Rothschils und Söhne ein. Anstarl Fr. 34 Millionen wurden nicht wentger als 180 Millionen unterschrieben! Eines ebenfalls bervottagenden Erfolges halte sich die neue 60% New⸗ Herker Geldanleibe zu erfreuen, welche von dem englischen Hause N. M. Roihschild contrahirt wurdc.— Von östr. Babnen verkebrien nur Galizier und böhmische Westbahn in steigender Tendenz, die übrigen schlossen sich bei stillem Geschäfte den Schwankungen der Spielpapiete in abge⸗
schwächtem Maßstabe an. Buschlerader Lit. B. waren vorübergehend durch sorcirte Verkäufe gedrückt. Von deutschen Bahnen waren Bexbacher, Maxbahn, Ostbahn
Lebenswandel geführt habe. Die Leiche wurde daher außerhalb der Kirchbofsmauer begraben.(I!) Auf eine von dem Bürgermeister Fillmann zu Sötern gemachte Anzeige versügte die Regierung die Ausgrabung der Leiche und Beisetzung derselben auf den Kirchhof und diese Ver— fügung ist jetz in Ausführung gebracht worden. Berlin. Bei dem viesigen Stadtgericht schwebt gegenwärtig ein Prozeß, dessen Ursachen wohl obne
Gleichen sein dürften. Ein Neapolitaner, der nach Berlin gekommen war, um sich hier mit 12 abgerichteten Floͤhen zu producitren, hielt mit seinen Künstlern vor einem ge⸗ ladenen Publkam Generalprobe ab. Nach Beendigung derselben merkte er, zu seinem nicht geringen Schreck, daß vier Exemplare seiner Truppe fehlten. Nachforschungen ergaben, daß sie sich in den Unterrock einer Dame ge⸗ flüchtet hatten, von wo sie nur als Leichen herbeigeschafft: wurden, da der Unterrock mit Insektenpulver bestreut war. Der Neapolitaner zeigte sich ob dieses Verlustes ganz untröülich, tobte und lärmte so sehr, daß der Ge⸗ mahl der Dame 40 Tölr. Belohnung demjenigen ver⸗ prach, der einen Vergleich und die Beruhigung des Neapolitancte erzielen würde. Dies kam zu Stande.— Doch weigert sich jetzt der Gemabl dem Vermittler die 40 Tolr. zu zahlen, dieser hat geklagt und nun schwebt die Sache vor der ersten Instanz zur Enischeidung.(2) In Metz wurde am 23. Jan, das neue Theater eröffnet. Seu dem Jahre 1848, wo eine deutsche Gesell⸗ schaft bier Opernvorstellungen gab, ist das Spiel wieder das erste deulsche in der wiedergewennenen alten Reichsstadt. Florenz. Bei dem neulichen Brande sind nicht 200 bis 300 Häuser niedergebrannt, sondern nur 20 bis 30. Der Telegraph hatte die Zahl der abgebrannten, wie der vom Feuer verbeerten Wohnstälten um eine Null vergrößert.
Frankfurt a. M., 22.— 28. Januar. Wochen- bericht. Das Thema aller Börsenberichte über die eben abgelaufene Woche ist sießmal ein und dasselde: der kühne Handstreich der Wiener Contremine am Dünstag. Der Coup wiekle die ganze Woche über nach, wenigstens bin⸗ sichtlich der Spielpapiere, welche sich erst gestern wieder in die Höhe schwangen, wie Creditactien, die den Stand am Schluß der Vorwoche wieder erreichten, Staatsbahnen,
und hess. Ludwigsbahn gesucht. In Banken enzwickelte sich diese Woche ein ziemlich lebhaftes Geschäft. Außer Darmstäetern und Memingern, die abermals Cursavan— zen verzeichnen, traten die jüngeren Gattungen in regeren Verkehr. So waren Provinzial-Disconto bei 141— 43 gesucht. Bankocrein gewannen einige Procente in Folge der gelungenen Einführung der englischen Wechslerbank. Brüsseler gingen in die Höhe. Auch in den Actien der Süddeutschen Bodencreditbank ist eine lebhaftere Bewegung enistanden. Auf dem täglich sich erweiternden Gebiete der Anlagepapiete baben sich im Laufe dieser Woche keine
namhaften Veränderungen ergeben. Deuische Staats⸗ papicre stagniren die Kündigungen derselben nehmen ibren Forigang.— Von fremden Fonds sind 187er Russen anhaltend für Kapitalistenbedarf gesucht. Auch
russische Pfandbriese werden wie briefe, täglich in Posten eingethan. Prioritäten bleibend preishaltend, namentlich Elbthal, Edensec⸗Ischl und Saalbahn. Amerikanische Slaatsfonds sind, seit die neueren Conversions-Gerüchte verstummt sind, beliebter geworden und werden höher bezahlt, ameri⸗ kanische Bahnen treten iäglich in großen Verkehr und baben in der zweiten Hälfte der Woche wieder im Preise angezogen. Oregon erholten sich trotz des vielen neuen Maierials, das die jüngste Emmission gebracht, sehr fest
preußische Centtalpfand⸗ Oesterr. und deuische
bei 75. Auch Buffalo Donds finden jetzt coulanteren Abzug. Montclait erhalten sich ebenfalls deliebt, bei 84½— /. Der Geldstand ist günstig, der Disconto 3-3 ¼%. Fremde Wechsel halten sich fest.
* 5 5 sch** Empfangs ⸗Bescheinigung.
Für die Familie des verstorbenen ters Kost in Frechenhausen gingen uns bis heute noch zu von: Decan Cellarius in Griedel 1 fl., Ungenannt 48 kr.
Da wir mit dem 1. Februar unsere Sammlungen für bie Familie Kost zu schließen beabsichtigen, sprechen wir die freundiiche Bitte aus, daß für dieselbe etwa noch bestimmte Gaben längßens bis zum genannten Tage uns zugestellt werden möchten.
Weinel, Lehrer. Die Exp. des Oberh. Anzeigers.
Leb
Leg
Verkauf einer Mühle.
259 Donnerstag den 8. Februar l. J., Mittags 1 Uhr, all die Mühle der Johannes Walter Wittwe zu polzbausen mit 2 Maßhlaäͤängen und gebörtger Wasser— kraft, sowie circa 10 Morgen Wlesen und Ackerland auf hiesigem Rattbaus verfleigert werden. Die Müble hegt in der Nähe des Orts und ist von den Eisenbahn⸗ tationen Homburg, Nieder⸗Wöllstadt und Kloppenheim 1 1½ Stunde entfernt. Holzhausen v. d. HD. am 26. Januar 1872. Großherzogliches Ortsgerickt Poszbausen v. d. H. Kütz, Vorsteher.
Faselochs Versteigerung.
34 Donnerftag den 1. Februar d. J., Vormittags 11 Uhr, soll ein der Gemeinde gehörender, zum Schlachten eigneter Faselochs im Rathbaus dahter meistbietend berfteigert werden. Ober⸗Wöllstadt den 27. Januar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Wöllstadt. Feuerbach.
Jagd Verpachtung.
27 Freitag den 16. Februar l. J., Vormittags 10 Uhr,
fell auf dem Gemeindehaus daher die hiesige Gemeinde—
jagd, bestehend in circa 2110 Morgen, 15 Minuten von
r Eisenbahnffation Nieter-Wöllstadt entfernt, auf
Jahre verpachtet werden.
Ober⸗Wöllftadt den 27. Januar 1872 Großherzogliche Bürgermelsteret Ober Wöllssadt. euer b ach
Jagd- Verpachtung.
6 Donnerstag ven 8. Februar d. J., Vormittage Ul, son auf dem Bärgermeisterei-Bürcau die der hie⸗ hen Gemeinde zußebende Jagd, ungefähr 2200 Morgen chend, auf weitere 6 Jahre verpachtet werden.
Fauerbach b. g. den 29. Januar 1872. Htoßberzogliche Bürgermelslerei Fauerbach b. f. 0 if.
Jagd- Verpachtung. 268 Mittwoch den 7. Februat d. J., Nachmit⸗ tags 2 Ubr, wird die dem Freiherrn v. We bel zustedende Feldfagd der Gemarkung Nieder-Mörlen, 2267 Nor⸗ malmorgen betragend, in der Behausung des Groß⸗ herzoglichen Bürgermelsfers zu Ober-Mörlen auf 9 Jahre verpachtet.
Bemerkt wird, daß die Grenze der Gemarkung Nieder— Mörlen 10 Minuten von der Etsenbahnstatton Bad— Nauheim beginnt.
Ober⸗ Mörlen den 28. Jangar 1872.
Die Frelberrlich v. Wetzel'sche Rentelverwaltung. d nig.
Rindviehpulver
0
115 Bet Verflopfung, Abmagerung und Mangel an Freßlust, bei blauer und dünner Milch, sowie besonders zur Verhütung des Milchsiebers wird dieses pulver mit sehr gutem Erfolge angewendet. Das Vieb bekommt dadurch ein besseres Ausseben und die Milch wird reicher an Butter. Ein Pfundpacket mit Gebrauchs— anweisung 30 kr.
Butterpulver verkürzt die Zeit dees Bufterns von Stunden auf Minuten, macht die Butter feflet und! schmackhafter und verbladert das rasche Ranzigwerden derselben. Ein Pfundpacket, ausreichend für reichlich 1000 Maaß Milch 30 r., balde Packete 10 kr. Stets volrätbig bet J. A. Windecker in Friedberg.
Hofapolheke zum Engel
136 empfehlt Frostspiritus. Oerselbe beseltigt in kurzer Zelt jeden noch nicht aufgebrochenen Frostballen.
Zu vermiethen. 220 Das Rübsam'sche Haug ist zu vermtetben und
kann bis zum 1. Aprell bezogen werdeu. Nähere Aus- kunft u erthetlen G. Schmidt's Erben.
Die Gartenlaube. Nr. 4.
Inbalt: Am Altar. Erzählung von E. Werner, Verfasser des„Helden der Feder“.(Fortsetzung.)— Wilde, Wald und Weidmannsbilder. Nr. 33. Vor⸗ frühling im Walde. Mit Abbildung: Ueberraschte
Reiber. Von Gutdo Hammer.— Mein Leden. Ge— dicht von Flor. Sigismund.— Schöpfunge Glaube
und Wissenschaft. II. Darwinismus. Von Bock.— In der Gletscherspalte. Von Dr. L. Siegfried.— Mepbisso vor und binter den Coulissen.
Originalzeichnung von Ed. Grützner.— Der penslonirte Schullehrer in Willims. Von Fr. Dim.— Blätter und Blüthen: Die Tractätchen-Journale und ihr neues Jeru- salem.— Bitte für einen Unglücklichen. Von Konst. Daeßlin, königl. griech. Richter.— Ein Nachtrag.— Für Ludwig Feuerbach.
Bindernagel& Schimpff in Friedberg empfehlen sich zu geneigten Aufträgen.
— N Ausverkauf. 127 Wegen Aufgabe meines Waarengeschafte verkaufe ich weine sämmtlichen Elen- und Eisenwagren, um schnell damit zu raͤumen, zu ganz berabgesetzten Preisen. Bellerobeim. Stern Sohn.
1200 Gulden
werden im Ganzen oder getbeilt auf erste Hppotdek zu leihen gesucht. Näberes bet der Expeditton d. Bl.
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Zwei Drechslergesellen
auch ist eine Lehrlings- 219
können dei mir eintreten; stelle offen
Nied. F. Rappolt.


