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schaftsrecht der Einzelstaaten aus. Prälat Mehring meinte, daß die Sparsamkeit unbedingt die Strei⸗ chung überflüssiger und gefährlicher Ausgaben er— fordere; die Selbstständigkeit sei ein dehnbarer Begriff, zu den Zeiten des Rheinbundes wurde am meisten von Souveränität geredet. Der Mi- nister des Aecußern, Frhr. v. Wächter, erklärte, die Regierung habe selbst die Anzahl der Ge— sandtschaften reducirt; der Rest sei unentbehrlich zur Besorgung der spetiell würtembergischen Inte— ressen, die Bundestreue der Regierung sei un— zweifelhaft. Nachdem noch mehrere gesprochen, darunter Vollmeer(Volkspartei) und der ehe— malige Minister v. Varnbüler gegen die Vorlage der Regierung, welche von dem Justizminister v. Mittnacht vertheidigt wird, erfolgte die Ab— stimmung. Die Gefandtschaftsposten in Berlin und Petersburg werden genebmigt. Der Ge— sandtschaftsposten in Wien wird mit 44 gegen 43 Stimmen, derjenige in München mit 54 gegen 33 Stimmen bewilligt. Für Paris, Bern und Karlsruhe sind von der Regierung keine Ge— sandischaftsposten verlangt worden.
Ausland.
Oesterteich. Wien. Im Abgeordneten— haus theilte der Präsident mit, daß die Abge— ordneten aus Böhmen, Mähren. Steiermark und Krain, welche ihre Sitze im Hause nicht einge— nommen batten, ungeachtet der an sie ergangenen Aufforderung nicht erschienen seien. Diese Abge⸗ ordneten seien demnach als ausgetreten zu betrachten.
Frankreich Paris. Die„Gazette de France“ veröffentlicht eine Erklärung der Ver— fasser des Programms der Rechten, worin die— selben die Absicht, die monarchischen Parteien zu vereinigen, um im Falle eines Krieges bereit zu sein, eingesteben, aber die gegenwärtige Regierung zu unterstützen sich anheischig machen. Das Pro— gramm wurde nicht veröffentlicht, um jedwede Agitation zu vermeiden.— Der„Temps“ sagt, die Regierung sei entschlossen, aus der Annahme des Gesetzentwurfes Lefranc's über die Maßregeln zum Schutze der Regierung und der National- versammlung eine Cabinetsfrage zu machen.
— Der Justizminister hat in einem vertrau— lichen Circular den Generalprocuratoren scharfe Ueberwachung der bonapartistischen Agenten und der von dieser Seite verbreiteten Schriften empfohlen.
— General Bourbaki, der aus Lyon nach Versailles kam und der Präfect von Lyon ver— langen die Auflösung des radicalen Lponer Muni— cipalraths. Herr Thiers weigert sich indeß.— Wie man sagt, wird Herr Rouher in der Kammer mit einer Interpellation über die„Bonapartisten— Verfolgung“ debutiren. Einstweilen haben es mehrere napolconische Notabilitäten, u. A. General Fleury, den man vechaftet sagte, für gerathen gefunden, Paris zu verlassen.
— Verdaguer, Herpin und Lagrange, welche wegen Theilnahme an der Ermordung der Generale Letomte und Thomas zum Tode verurtheilt waren, sind hingerichtet worden. Die über Aldenoff und Meyer ausgesprochene Todesstrafe wurde in lebens- längliche Zwangsarbeit umgewandelt. Der Kriegs- minister ist erkrankt. Man betrachtet seinen Rück- tritt als wahrscheinlich.
Versailles, 28. Febr. Die Vereinigung der Rechten hat den förmlichen Beschluß gefaßt, keine monarchischen Manifeste zu veröffentlichen. — Die Discussion über die katholischen Petitionen in der Nationalversammlung ist um acht Tage hinausgeschoben.
der Antwort verlautet, nach dem officiösen„Re-
Belgien. Brüssel. In der Kammer kündigt Defre von der Linken an, daß er die Regierung über die Anwesenheit fremder Ver— schwörer auf belgischem Boden zur Rede stellen werde.
— Das hier verbreitete, zuerst von dem „Précurseur“ gemeldele Gerücht, daß der Ex— könig von Hannover mit Windthorst und anderen ultramontanen deutschen Deputirten in Antwerpen angekommen sei, wird von dem ehemaligen han— nover'schen Consul aufs Bestimmteste dementirt.
— Nach einer Meldung aus Antwerpen ver— sammelten sich dort am 23. d. Abends zahlreiche Volksmassen vor dem Hotel des Grafen v. Cham bord, welche bald„Hoch Chambord“, bald„Nieder mit dem Verschwörer“ riefen. Die Herzöge v. Tremouille und v. Rr han sind angekommen. Bischef Dupanloup wird erwartet. i
Antwerpen. Auch im Laufe des 24. d. fanden Ansammlungen zahlreicher Volksmassen vor dem Hetel Saint-⸗Antonie(wo der Graf v. Cham bord logirt) statt. Die Menge demonstrirte wieder- holt durch Pfeifen und Zischen. An den Straßen- Ecken sind Plakate angeschlagen, durch welche auf beute Abend ein Mecting zusammenberufen wird, um gegen den Mißbrauch der Gastfreundschaft, welchen der Grof v. Chambord begehe, zu protestiren.
Großbritannien. London. Im Unter- hause brachte Kriegeminister Cardwell das Armee— budget ein. Derselbe entwickelte in ausführlicher Rede einen Plan zur Amalgamirung der ver— schiedenen Armeetbeile. Armee, Miliz und Frei- willige sollen in Militärkreise, von denen jeder unter einem Obercommandanten stehen würde, vertheilt werden.
— Unterhaussitzung. Ensield erklärt in Be— antwortung der Interpellation Goldsmith's, die Regierung habe den britischen Consul anläßlich der jüngsten Judenverfolgungen beauftragt, bei der rumänischen Regierung möglichst zur Her— stellung der Ordnung hinzuwirken.
Italien. Rom. Das Pariser Blatt „l'Univers“ läßt sich unterm 20. d. aus Rom tele— graphiren: Der Prinz Friedrich Karl von Preußen hat am Montag dem Quirinal einen Besuch ab— gestattet. Heute erhielt er vom Papste eine Audienz, die nicht weniger als eine halbe Stunde dauerte. Der Papst entwickelte eine wahrhaft königliche Majestät und als der Prinz sich zurückzog, schien er tief ergriffen.
Spanien. Madrid. Ein effiziellee Tele- gramm aus Habana meldet, daß die diplomatischen Beziebungen zwischen Italien und der Republik Urugvay abgebrochen seien.
Donaufürstenthümer. Bukarest. Der Vertreter Englands erklärte dem Ministerium, er sei von seiner Regierung bearftragt, Garantien dafür zu verlangen, daß geeignete legislative Maßregeln zur Verhinderung weiterer Ausschrei— tungen gegen Juden in Rumänien getroffen werden.
Amerika. Washington. Wie man ver⸗ nimmt, hat der Ministerrath am 23. d. den Be— schluß gefaßt, die Antwort auf die englische Note um einige Tage zu verzögern. Ueber den Inbalt
publikan“, daß die Regierung auf ihrem bis— herigen Standpunkt verharre.
Gießen. Der Nr. 46 des„Deulschen Reichsanzeigers“ vom 22. Februar entnehmen wir, daß in der Sitzung des ersten Congresses deutscher Landwirthe der von den ernannten Preisrichtern einstimmig gefaßte Beschluß, wornach der ausgesetzte Preis für eine Preisschrift über die Steuerfrage dem Professor Dr. Leisewitz zu Darmstadt(fstüher
Wanderlehrer des lanbwirtschaftlichen Vereins ber Provinz Oberhessen) zuerkannt sei, von der Versammlung ange⸗ nommen worden ist.
Frankfurt. Zu einem der Chefs einer unserer renommirtesten Colonialwaaren⸗ Handlungen, der von allen Seiten beständig bestürmt wird, einen Sohn, Neffen oder wie die Verwandischaftsgrade heißen mögen, in die Lehre zu nehmen und der in Folge dessen auf Jabre hinaus„engagirt“ ist, kam dieser Tage einer seiner besten Agenten mit der Bitte, einen jungen Mann zu dem Zwecke vormerken zu wollen.„Aber lieber Freund“, er— wiederte er ihm,„das nüßt ja gar nichts, der junge Mann würde zu lange warlen müssen.“„Entschuldigen Sie gütigst, er kann warten. Auf die Frage, wer denn eigentlich der junge Mann wäre, erfolgte die Antwort: „Mein eigener vor einigen Tagen auf die Welt gekom⸗ 8 Sohn.“ Der sorgsame Vater ethielt die feierliche Zusage.
Mainz. Der om 23. d. früb vor 6 Uhr von Zingen anlaufende Güterzug verunglückte dicht vor der Stadt auf dem längs dem Hafen laufenden Verbindungs⸗ geleise. Als Ursache wird die Enigleisung eines belgischen Güterwagens bezeichnet. Obschon die Züge hier mit halber Kraft fahren, war die Gewalt des Stoßes doch so bedeutend, daß die Wagen des Zuges fast auf den vierten Theil seiner Länge zusammengeschoben wurden. Sämmt⸗ liche Wagen sind mehr oder weniger, viele ganz zer⸗ tcümmert. Auch die Maschine(Rochusberg') ist völlig dienstuntauglich; bie stärkten Theile sind verbogen. Die Ladung bestand meistens aus Roh⸗ und Walz⸗Eisen. Menschenleben sind keine zu beklagen; das Zugpersonal vermochte sich zu retten. Beim Abfahren der Lecomotive des verunglückten Güterzuges entgleiste dieselbe abermals; es scheint demnach ein Feblet an der Achse die Schuld an dem ganzen Vorfall zu tragen. Der Schaden der Eisenbahn-Verwaltung wird auf beinahe 100,000 fl. ge⸗ schätzt.— Das Eisenbahnunglück hat schließtich doch noch ein Menschenleben gekostet. Beim Wegräumen der Trümmer sollie ein aufrecht stehender Wagen durch eine Locomotive forigeschafft werden; die Verbindungskette riß, schlug einem in der Nähe stehenden Eisenbabnarbeiter mit solcher Ge⸗ walt wider den Leib, daß derselbe auf dem Wege nach dem Hospital starb.
In Berlin sind gesälschte Scheine der Frankfurter Bank angehalten worden, die durch Federzeichnung und Colortrung hergestellt worden sind.
In Rom ist vor Kurzem der General Cugla, Adju⸗ tant und Mentor des italienischen Prinzen Humbert, eines plötzliten Todes verstorben. Nach der in Rom erscheinen⸗ den„Capitale“ wäre der Tod des Generals, der erste im Quirmal“, wie ihn die clericale„Voce della Verita“ nannte, ein für die Jesuiten nicht nur sebr erfreuliches, sondern von denselben sogar herbeigeführtes Ereigniß ge⸗ wesen. Ein Correspondent der„Capitale“, welcher über eine beträchtliche Reibe von Zeugen zu verfügen behauptet, spricht— verblümt, aber doch deutlich genug— die Ueber⸗ zeugung aus, der General sei von den Jesuiten vergiftet worden und zwar irrthümlich an Stelle des Prinzen Hum⸗ bert.„Am letzten Tage des Carnevals— so schreibt der Briessteller— gegen halb 5 Uhr, bemerkte ich, daß über dem Balcon, auf welchem der Krenprinz mit seinen Be⸗ gleitern stand, ein Bouquet mit einem beschriebenen Zettel berabgelassen wurde. Aus der Kichtung, welche die Schnur nahm, erhellte, daß der Strauß für den Prinzen bestimmt war;—— der General Cugia griff zu und löste das Bouquet von der Schnur. Dann las er den Zettel und befestigte, als Gegengabe, ein Bonbonidte an die Leine, die dann alsbald heraufgezegen wurde. Ich ward alsbald durch den Anblick eines Priesters frappirt, der von einem benachbarten Fenster die Scene beobachtet batte und sicht⸗ lich verwirrt und beiroffen war. Wenige Stunden spätee war der General Cugia eine Leiche.
Dank.
Oer Unterzeichneten wurde unter dem Heutigen durch Herrn Lehrer Weine l ein Einlageduch des hlesigen VBorschuß⸗ und Credit⸗Vereins, auf ihren Namen lautend, über die Summe von 263 fl. eingehändigt und waren hiervon durch die Redaction des Oberhessischen Anzeigers gesammelt n durch Herrn Lehrer Weinel W„
Zusammen: N. in Worten Zweihundert drei und sechzig Gulden. Indem ich den richtigen Empfang bescheinige, danke ich allen menschenfreundlichen Gebern, sowie den genannten Herten für die veranstalteten Sammlungen auf's Herzlichste.
Friedberg den 23. Februar 1872.
Lehrer Co st Witltwe.
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Bekanntmachung.
561 Alle Diejenigen, welche noch Forderungen aus
tem Rechnungs fahr 1871 an die Stadt Friedberg zu
machen baben, werden hiermit aufgefordert, ihre Rech
zungen innerhalb 8 Tagen einzureichen.
Friedberg den 23. Februar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Frledberg.
er.
Bekanntmachung. 560 Mittwoch den 28. Februar d. J., Vormittags 11 Uhr, wird in biesigem Ratbhause 1 Klelderschrank und 1 Commode öffentlich meisidtesend gegen Baar— zahlung verstelgert. f Frledberg den 24. Februar 1872. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Foucar.
Brodmehl
407 in einzelnen Maltern zu den billigsten Prelsen. ALiedst kann bis zum 1. October gestattet werden.
L. H. Strauß.
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Gasthaus⸗Verkauf.
552 Das an der Hauptstraße in Dieburg gelegene Gastbaus„Zum goldenen Engel“, wo dis setze Wirtb⸗ schaft mit gutem Ersolg betrieben, ist Jamilienverbältnisse balber unter guten Bedingungen mit geringer Anzablung auf Termine zu verkaufen. Obiges Haus elgnet sich auch sür Bierbrauerel, Baͤckerel und Meßgeret. Näßberes bei der Expedition d. Bl.
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