Ausgabe 
26.10.1872
 
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einigen Minuten an. Zu löschen batte dieselbde allerdings nichts, dagegen um so mehr zu rellen, und zwar Men. ie fäuberte in Gemeinschaft mit der in⸗ zwischen angerückten Militärfeuerwache den vor der Synagoge befindlichen Garten von den vielen Hunderten schretender

. inder heraus, Bis jetzt sind über 20 Leichen con⸗ ae aus 5 6 Familien je 2 Personen. Das Jammergeschrei der Verwundeten und deren Angehsrigen Wat schtecktich; noch schreckicher saben aber die Todten aus, Don denen einzelne bis zur Unkenntlichkeit zertreten waren. Aus welcher Ursache die Gaoflammen erloschen sind, ist noch nicht fesigestelt, doch nimmt man an, daß ber Gasometer zu wenig Wasser enthieit, um genügenden underte von Flammen ausüben zu können. Brüssel. Der angebliche Spieß geselle Tropmann's⸗ welcher sich bei der Polizei in Brüssel freiwillig gestellt batte, ist jetzt als Betrüger entlarvt. Der Mensch halte nichts zu leben, und so fiel er auf die Idee, sich durch diese Mystification vorläufig Obdach und Kost zu ver⸗ schaffen. Das Gleiche halte er übrigens schon in Valen⸗ Ciennes versucht. Verrückt ist er nicht. Sein richliger Name ist Augustin Jardin, seine Heimath der französische Ort Mortan. Paris. Das Café du grand Balcon an dem Boule⸗ vard des Italiens dabier ist jedem Deuischen, der einmal die Seinehauptstadt besucht bat, wegen seines guten Bieres wohlbekinnt; Besitzer desselben war, nebendet bemerkt, lange Jabre hinducch Herr Binding, ein geborner Frank, kurie. Der gegenwärtige Eigenthümer des Cafs's ist aber ein Franzose und läßt sich in den Zeitungen die be⸗ zahlteReclame machen: er habe(lsäßische Kellner engagirt, welche einen Schweizer oder Oesterrescher von einem Deutischen zu unterscheiden wissen und Letzteren, um sie aus seinem Local zu vertreiben, ungenießbares Bier einschenken.

Wie steht's mit der Friedberger Productenbörse?

Es behalten die Geschäfte ihren ungestörlen Fortgang. Wo und welche? Nun die Geschäfie daheim unter vier Augen. Antibörsenmänner gibt s nämlich aller Orten und sind dteselden sehr

fHührig und beharrlich in Aus- und Benutzung

hrer vielverzweigten Verbindungen. Auf der anderen Seitebleiben die Landwirthe gerne bei bren Gewohnheiten. Ja, ob aber hier ein Jonservatismus, welchen man ihnen gerne nach-

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zbwalten. In der Umgegend von Grünberg und under wärts wird wenigstens hinsichtlich des Frucht- 2c. Zerkaufs in anderer Weise conservirt. Grünbergs Fruchtmärkte erlangen eine immer größere Bedeu- ang. Natürlich! Je mehr Kaufliebhaber, esto besser der Verkauf. Dies ist eine so unfache, bestimmte Regel, daß man sie eine Bauern⸗ egel nennen kann. Und dennoch scheinen die Grün.; erger von deren Wahrheit mehr überzeugt zu sein ils die Wetterauer, trotzdem letztere viel mehr zu erkaufen haben als erstere. Oder hätte die Fried erger Productenbörse jenen Satz Lügen gestraft? Es ist uns nicht ein einziges so geartetes Geschäft sekannt geworden. Im Gegentheil! Nicht nur kleine, sondern auchgroße Oekonomen, dle zuf der Friedberger Productenbörse verkauften, wlösten immer mehr, als zu Hause geboten worden Dar, obgleich dort die Käufer, wie bekannt, aus sarter Rücksicht auf unsere Börse, ein llebriges hun. Man munkelt zwar geheimnißvoll von allerlei intimen Beziehungen und Verhältnissen, ie mehr als blos hier und da beeinflussend be⸗ siehen sollen; allein das ist üble Nachrede, an die bir nicht glauben können. Leibeigenschafst und Hörigkeit sind abgeschafft, Zehnten und Zinsen äbgelöst und, damit Einsicht und Handeln besser

werden, ist schließlich noch das landwirthschaftliche Casino da. Also sind unsere Landwirthe freie selbständige Männer. Diese bessere Meinung halten wir zur Zeit noch so sehr feff, daß wir recht ärgerlich wurden, als uns jüngst ein Friedberger Kaufmann die Bemerkung entgegenhielt:Mit den Wetterauern ist nichts anzufangen. Falsch, grund- falsch, entgegnete einer von uns; es ist ein leichtes, zu beweisen, daß sehr viel mit ihnen anzufangen. Uebrigens, so wurde weiter entgegnet, wer viel mit grobem Holze umgeht, der soll nicht Splitter⸗ richter sein wollen. Und wo sind denn die Fried- berger, wo die Friedberger Kaufherren? Könnten dieselben nicht auch einiges zur Belebung der Börse beitragen, indem sie dort ebenso beharrlich wie draußen die Antibörsenmänner Geschäfte zu machen suchten? Futter- und Dungstoffe(künst⸗ liche), Samen und Steinöl, Branntwein ꝛc., um im Besonderen von den Kaufleuten zu reden, sind das nicht Gegenstände, welche die Landwirthe kaufen und verkaufen? Gewiß würde dieses zur Hebung der Börse und des Geschäftslebens in Friedberg beitragen. In dieser Weise stellten wir der spöttischen Bemerkung: wo sind die Wetterauer Landwirthe? die ganz ernst gemeinte Frage gegen über: wo sind die Friedberger Bauern und Kauf und sonstigen Geschäftsleute? Doch alles in Fried und Freundschaft,sonst werden die Kartoffeln theuer. Unsere junge Börse muß sich ihr Dasein erkämpfen und dazu braucht sie Freunde und Verbündete. Wer wäre dazu geeigneter und verpflichteter als die, welche sie ins Leben ge rufen haben? Das sind die Landwirthe, die Mitglieder des land wirthschaftlichen Casinos. Nicht leichtsinnig und leichtfertig, sondern gar bedächtig, in 4 Versammlungen, geschah die Gründung der Friedberger Productenbörse. oder Ende wäre daher wirklich unehrenhaft für alle, welche mitJa gestimmt und nun mit ihrem Thun oder eigentlich NichtsthunNein sagen. Namentlich wäre dieses ein sehr unmännliches Benehmen denjenigen Männern gegenüber, die hierbei Aufträge erhalten haben und diese Auf träge nun mit Geduld, Eifer und Vertrauen zur guten Sache auch ausführen. Wenn diese Männer auch, so lange noch nicht ganz ausgedroschen ist, gerade nicht vonleer Stroh dreschen reden wollen, wie es ein Freund der Börse in diesen Blättern bereits gethan, so dürften dieselben doch sehr berechtigt erscheinen, dem demnächstigen land wirthschaftlichen Casino zuzurufen: Thut alles, was ihr könnt, dürft und wollt, nur faßt keine Be- schlüsse mehr, wobei eine gewisse Gesammtheit mit zuwirken hat. Wie gesagt, vorerst und noch für einige Wochen, werden gedachte Männer Geduld üben; denn gut Ding well Weile haben. Die Börse hatte mit mancherlei Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Ausnahmebörsentage wirkten auch sehr ungünstig. Warum aber, möchten wir fragen, wurde nicht auf die israelitischen Feiertage auf, merksam gemacht und ein anderer Tag gewählt? Es ist nicht geschehen. Hoffentlich obne Absicht, sonst. müßten wir auch darüber verstimmt sein. Trotz vielem Schreiben und Reden ist die Pro- ductenbörse mit ihren Einrichtungen noch zu wenig

bekannt. Man hört noch die widersprechendsten Unterstellungen. Der eine Landwirth meint: ja,

wenn die Frucht aufgefahren werden soll, dann

Deren Siechthum

laß' ich mir die Sache gefallen; der andere sagt: vor was soll ich meine Frucht nach Friedberg fahren? In F. 1 der Börsenstatuten heißt es: In der Regel soll in und bei der Börse nur gebandelt(nach Proben), nicht zugleich auch ge⸗ liefert werden. Es soll jedoch auch das An- und Auffahren von Früchten gestattet sein ꝛt.

So kann die Börse für jede Verkaufsart dienen. Darum gibt es gar keine Ausrede. Es wird, wir glauben es ganz bestimmt, schließlich den Wetterauer n ebeasowenig an der rechten Einsicht fehlen, wie den Grünbergern und anderen Landwirthen, die sich in neuerer Zeit Fruchtmärkte geschaffen haben. Vonleer Stroh dreschen sollte darum hierbei keinerlei Rede sein; dieses, dasleer Stroh dreschen darf überhaupt gar nicht mehr vorkommen, seitdem es Maschinen und auch Dreschmaschinen gibt, und seitdem alles so theuer, Schiff und Geschirr und die Arbeit und die Steuern so viel kosten, daß die Landwirthe nichts leicht nehmen dürfen, sondern alles genau berechnen müßen. Viele ein⸗ sichtvolle Männer meinen aber, daß gerade bei den Handelsgeschäften noch einigeszu machen d. h. Ausgaben ꝛc. zu sparen oder die Einnahmen zu erhöhen seien. Das ist doppelter Gewinn. Die Productenbörse soll ihn gewähren, und sie gewährt ihn, so lange sie besteht.

BVerloosungen. Neapeler Loose. Ziehung am 20. October. Zur Rückzablung wurde die Setie 3489 gezogen. Der Haupt⸗ preis fiel auf Serie 4113 Nr. 30 mit 50,000 Frs.

Pariser Stadt⸗Anleihe von 1839. Ziebung am 15. October. Nr. 7929 200,000 Fr., Nr. 319725 610104 629844 und 707174 je 10,000 Fr., Nr. 94316 306624 388546 430062 430468 425870 541861 643306 696229 und 742466 je 1000 Fr.

D Frankfurt a. M., 24. Oct. Der israelltischen Schlußfeiertage halber war die heutige Börse nur schwach besucht und verkehrte bei ziemlich luslloser Hallung. Die wenig animirenden Nachrichten aus Berlin, wo man sich mit den Vorbereitungen zum Ultimo beschäftigt, und aus Wien, wo die Geldknappbeit mit starrer Consequenz anhält, sowie die Ungewißheit ob der Londoner Diskont erhoht wird oder nicht all das war natürlich nicht geeignet Leben in das Geschäft zu bringen. Auf rein speculativem Gebiet kommt noch dazu, daß man doch zu bereitwillig war in der Aufnahme des von fremden Börsen bierhergeworsenen Materials, dessen man sich nun angesichts des nahenden Ultimos so viel wie möglich zu entledigen juckt, sowie die den Erwartungen der Liebhaber nichmentsprechende Minder⸗ einnahme der Staatsbahn, auf deren kleineren Umfang hin man gestern stark gesündigt batte. Die Course schlugen 5 bei überwiegendem Angebot entschieden weichende Richtung ein, so daß Staatsbahn 2. Cceditactien und Lombarden je 1 fl. verloren. Am besten vielten sich österr. Nationalbankzctien, für welche heute wieder mehr Käufer auftraten, so daß sich der gestrige Mittagscours behauptete. Von andern Banken hielten sich nur Bankverein und Deutsche Effectenbank auf gestriger Notiz, während sast alle andern billiger zu haben waren. In Bahnaclien war das Geschäft auf ein Minimum beschränkt. Nordwest weichend. Bayerische Ostbahn beliebt. Die Subsersption auf die Berlin⸗Dresdner E.⸗B. hat eine namhafte Ueber zeichnung ergeben. In Priorttäten wurden einige Ab⸗ schlüsse in Ungar. ⸗Galizischen bei sesten Coursen gemacht, während lombardische offerirt blieben. Oesterr. Renten schwächer, ebenso Loose. Amerikanische Werthe ohne Umsatz.

Versammlung des Lokal-Gewerbvereins

Samstag den 26. October, Abends 8 Uhr,

Zur Besprechung kommt die Erweiterung der Gewerb⸗ schule durch einige Unterrichtsstunden, welche der Bildungs⸗ verein hinzuzufügen gedenkt.

Friedberg den 23. October 1872.

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