Ausgabe 
26.10.1872
 
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Samstag den 26. October.

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berhessischer

nzeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Für die Monate November und Dezember kann auf denObethessischen Anzeiger bei der Verlags⸗Expedition mit 20 kr., bei den Poststellen mit 32 kr. abonnitt werden.

Amtliche

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Betreffend: Die Wahl des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde zu Friedberg.

Die Abstimmung zur Wahl eines Mitgliedes des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde in Friedberg an Stelle des wegen ubgelaufener Dienstzeit austretenden Ludwig Fürth soll nach Maßgabe der neuen Wahlordnung vom 14. Juni d. J.

Mittwoch den 6. November d. J., Vorm, von 912 Uhr und Nachm. von 2-4 Uhr,

in dem Rathhause zu Friedberg stattfinden.

Indem dies zur öffentlichen Kenntniß gebracht und die Stimm⸗ berechtigten eingeladen werden, bemerkt man, daß nach§. 2 der an⸗ geführten Wahlordnung als stimmberechtigt diejenigen Js raeliten männlichen Geschlechts erscheinen, welche das 25. Lebensjahr zurück⸗ gelegt haben, Mitglieder der israelitischen Religionsgemeinde in Fried⸗ erg sind, als solche ihr Einzugsgeld bezahlt, auch seit Anfang dieses Jahres zu den Cultusumlagen beizutragen haben. Stimmberechtigt

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find solche nicht, welche bei der Wahl der Gemeinderaths mitglieder von der Stimmberechtigung ausgeschlossen sind.

Wählbar zum Mitglied des Vorstandes ist nach 5. 3 gedachter Wahlordnung jeder Stimmberechtigte, welcher nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht von der Wählbarkeit zum Amte eines Gemeinde⸗ rathsmitgliedes ausgeschlossen ist. Ausgenommen von der Wählbarkeit sind Religionsgemeindebeamten, wie Vorbeter, Auch bleiben die Bestimmungen der Verordnung vom 2. Nov. 1841 in Kraft, wonach die Mitglieder des Vorstandes nicht unter sich in aufsteigender Linie verwandt sein dürfen und ein Bruder durch den andern ausgeschlossen ist.

Friedberg den 23. October 1872.

Der Regierungs-Commissair Haas, Kreis ⸗Assessor.

Religionslehrer 1c.

110. 00 1!

der Beschluß dahin: daß die Miethentschädigung

Deutsches Reich.

Darmstadt. Der Hofmaler August Noack ist unter Verleihung des Characters alsPro- sessor zum ordentlichen Lehrer für das Lehrfach

des Freihandzeichnens und Aquarellirens an der spolytechnischen Schule ernannt worden.

23. Oct. II. Kammer. Auf der heutigen Tagesordnung steht die Berathung über die Vor⸗ lage der Regierung wegen Aufbesserung der Ge halte der Volksschullehrer. Minister von Starck erklärte, daß die gegenwärtige Regierung mit Rück⸗ sicht auf das offenbare Bedürfniß an der Vorlage des früheren Ministeriums nicht festhalte, sondern im Wesentlichen den Anträgen der Mebrheit(in Nr. 124 d. Bl. bereits mitgetheilt) beistimme. Es entspann sich eine längere, lebhafte Debatte, woran sich etwa 20 Abgeordnete betheiligten, die Nothwendigkeit einer Aufbesserung indeß allseitig anerkannt wurde, aber eine Menge in Bezug auf das Maß der Aufbesserung weit auseinandergehende Anträge hervorgerufen wurde. Ein von K. J. Hoffmann und Genossen eingebrachter Antrag, daß iin Gemeinden bis zu 2000 Seelen der Minimal- gehalt 400 500 fl. betragen solle, fand die Zustimmung der Regierung und einstimmige An- nahme durch die Kammer. Sonst gelangte der Mehrheitsantrag zur Annahme, desgleichen zwei (Ersuchen K. J. Hoffmann's dahin gerichtet: 1) den Anstellungs ⸗Dekreten der Lehrer die Bedingung beizufügen, daß dieselben bezüglich der Ertheilung des Untertichts in allen Beziehungen, ins besondere lauch an etwa errichtet werdenden Fortbildungs ischulen den Anordnungen der vorgesetzten Behörde nachzukommen haben, unbeschadet eines Anspruchs auf enisprechende Vergütung; 2) Gemeinden, welche nur einen Lehrer haben, womöglich mit einem ssolchen von gesetztem Alter zu versehen, nachdem ssich die Regierung biermit einverstanden erkärt hatte. Bezüglich der Wohnungevergütungen ging

für die 1. Klasse auf 50 75 fl., für die 2. Klasse auf 100 fl., für die 3. Klasse auf 100 fl. für unverheirathete und 200 fl. für verheirathete Lehrer fixirt werde. 8 0 Wie verlautet, sollen die beiden, am hiesigen Hofgericht erledigten Rathsstellen durch die hiesigen Anwälte Buchner und Köhler II. besetzt werden.

Bei der in Berlin zusammentretenden Com- misstion des Reichs in Betreff der Wiener Welt- ausstellung ist unser Land durch Commerzienrath Fink vertreten.

Bezüglich des Antrags des Abg. Dumont und Oechsner wegen Errichtung einer höheren Handels- schule zu Mainz hat Großh. Ministerium des Innern ein Gutachten der Handelskammern eingefordert. Die Handelskammer zu Mainz hat sich für Errichtung der Handelsschule zu Mainz, diejenigen zu Ossen⸗ bach und Darmstadt haben sich indessen für Er⸗ richtung einer solchen, jedoch in Verbindung mit dem Polytechnikum, in Darmstadt ausgesprochen und sind dieselben von der Ansicht ausgegangen, daß die an letzterer Anstalt wirkenden Lehrkräfte alsdann auch an der Handelsschule wirken, be deutende Geldmittel also erspart werden könnten und eine practische Ausbildung der Besucher der Anstalt in Darmstadt ebensogut als in Mainz be⸗ wirkt werden könne.

Wie es heißt, wird das Ministerium dem gegenwärtigen Landtag noch eine Gesetztsvorlage machen, wonach der bei Gewährung der Besol⸗ dungserhöbungen in die Decrete der Staatsdiener aufgenommene Vorbehalt, daß sie sich jeder Ver⸗ änderung der Dienstpragmatik unterwerfen müssen und daß bei Berechnung der etwaigen Pension nur der alte Gehalt in Betracht zu ziehen ist, be⸗ seitigt werden soll.

Die Vorlage der Regierung wegen Neu- baues eines Universitätsgebäudes zu Gießen wird vom Finanzausschuß zur Annahme empfohlen, da die Baukosten 176,000 fl. aus den Ueberschüssen der Staatskassen pro 1872 vollsländig gedeckt werden können.

Berlin. Dem Herrenhause liegt zunächst die Kreisordnung zur Berathung vor, wie solche

hervorgegangen ist. Die Stellung des Herren- Prov. Corresp. u. A.:

die Frucht eines ernsten und gewissenhaften promisses aller

gung. Die Regierung hält den Zeitpunkt für

kommen, welcher die Fruchtreife ankündigt.

aus den Verhandlungen des Abgeordnetenhauses hört,

Parteien, einer tiefgehenden, in sions verfahrens. solchem Maße noch niemals erreichten Verständi⸗ definitive Zuschlag vorbehalten.

ge⸗ Die folgten Tod des deutschen Gesandten bei dem Könige

Regierung ist in vollster Einmüthigkeit überzeugt, daß das Mißlingen einer Vereinbarung jetzt, wo Alles für das Gelingen vorbereitet ist, ein nie wieder gut zu machender Schaden gerade für die stetige conservative Entwickelung der inneren Ver⸗ hältnisse und zugleich der schwerste Schlag für die conservative Partei Preußens sein würde. Die Regierung legt nicht blos den allergrößten Werth auf den Abschluß dieser Gesetzgebung, sondern hofft auch zuversichtlich, daß der von dem Herren hause in den Augenblicken wichtiger Entscheidungen noch niemals verleugnete besonnene practische Geist auch jetzt sich bewähren werde.

Im Frübjahr tagte hier eine Commission von höheren Cavalerie-Ossizieren, welche die Ver änderungen berieth, denen in Folge der letzten Kriegs- erfahrungen die Organisation, Bewaffnung u. s. w. der Cavalerie zu unterwerfen sein möchte. Nach derA. Mil. Ztg. sind tiefgreifende Verände⸗ rungen, wie z. B. Abschaffung der Kürassiere, Abschaffung der Lanze u. s. w., vorläufig nicht beabsichtigt, sondern es wird vielmehr zunächst Alles so ziemlich beim Alten bleiben. Inzwischen hat man jedoch mehrere leichte Cadbalerieregimenter probeweise mit Chassepotgewehren bewaffnet.

DerKöln. Zig. wird berichtet, daß die Festungen Glatz und Kosel alsbald eingehen, dagegen Thorn zu einem Platze ersten Ranges erhoben werden solle. Auch bezüglich der Festung Glogau spricht man von einer Erweiterung, insbesondere von einer beabsichtigten Anlage von Außenwerken auf den südlich, südwestlich und westlich der Stadt belegenen Höhen.

DieKreuz⸗Zeitung glaubt das Gerücht von der Reise des Fürsten Bismarck nach Dresden als irrthümlich bezeichnen zu dürfen.

Dem Landtage wird, wie dasselbe Blatt ein schon früher angekündigter Gesetzentwurf amtlichen Behörden

über die Geschäftssprache der

hauses zu dieser Vorlage besprechend, sagt die vorgelegt werden. Der Kreisordnungs⸗

Entwurf ist im Großen und Ganzen unverkennbar zu ö Cem Tabakssabrik im Wege des schristlichen Submis⸗

Dem Bundesrathe ging ein Gesetzentwurf betreffs der Veräußerung der Straßburger Dem Reichekanzler wird der

Der Telegraph meldet den in Florenz er-

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