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begegnen, nicht in Varzin, sondern in Berlin sein, und es ist keinen Augenblick auch nur daran ge- dacht worden, daß er sich werde fernhalten wollen oder müssen. Man weiß das hier mit der vollsten Bestimmtheit.
Breslau. In der Sitzung des Genossen— schaftstages vom 20. d. kamen München, Wies⸗ baden und Constanz für die nächste Versammlung in Vorschlag; die definitive Wahl des Versamm⸗ lungsortes wurde dem engeren Ausschusse über⸗ lassen. Nachdem sodann die Frage bezüglich der Consumvereine theilweise erledigt worden war, wurden die Anwaltschaft und der engere Ausschuß mit der Berathung derjenigen Maßregeln, durch welche die Interessen der Genossenschaften bei der Wiener Weltausstellung gewahrt werden könnten, beauftragt. In der am 21. d. stattgefundenen Sitzung gelangte folgender Antrag zur Annahme: Der Vereinstag erkannte an, daß die durch die Aufnahme stiller Gesellschaften vermittelte Heran⸗ ziehung großer auf lange Zeit unkündbarer Kapi— talien eine der Formen ist, in welchen das Kapital den Baugenossenschaften dauernd dienstbar gemacht werden kann, und wodurch dieselben in den Stand gesetzt werden, das Wohnungsbedürfniß auch unter den bemittelteren Klassen leichter zu befriedigen.
Ehrenbreitstein. Die bei Orleans auf der Loire erbeuteten Kanonenboote werden in dem hiesigen Hafen placirt; derselbe wird zu diesem Zwecke ausgebaggert und der Hafendamm zum besseren Schutz für dieselben mit einer 20 Fuß hohen crenelirten Mauer umgeben werden.
Metz. Prinz Friedrich Karl ist hier einge— troffen. Demselben wurde ein Fackelzug mit Zapfenstreich gebracht. Der Prinz hat mit der Inspection der hiesigen Truppen begonnen.
Ausland. Großbritannien. Die englischen Blätter melden von Unruhen in Belfast in Irland, welche nun schon mehrere Tage dauern und das ernsteste Ein— schreiten der bewaffneten Macht hervorgerufen haben.
Von den herangezogenen Truppen wurde auf die.
Tumultuanten gefeuert, so daß fünf der letzteren auf dem Platze blieben. Es wurden außerdem Specialconstabler eingeschworen, und die Verhängung des Kriegszustandes in Aussicht gestellt. Mehrere Häuser wurden von den Tumultuanten geplündert und demolirt, dabei gab es zahlreiche Verwun— Neue
dungen. Truppenverstärkungen sind im Anmarsch. Italien. Rom. Die Regierung besetzte
am 19. d. einen Theil des Jesuitenklosters, um daselbst Militär ⸗Geniebureaux einzurichten.— General Petitti geht nach Preußen, um den großen Truppenmanövern beizuwohnen.— Die„Nuova Roma“ will wissen, daß in letzter Stunde eine Verständigung der Jesuiten mit der Regierung über die Expropriation des Jesuitenklosters zu Stande gekommen und die Expropriation bereits anstandslos erfolgt sei.
Frankfurt. Am Mittwoch Mittag, als der Taunus⸗ bahnzug von Mainz kommend im Bahnhof einfuhr, wurde ein Bahnarbeiter von ber Maschine erfaßt, etwa 60 Schritte mitgeschleift und vollständig zermalmt. Der Verunglückte ist aus Bischofsheim. g
Bockenbeim. In einem Hause unserer Stadt ist eine burch Wasservergiftung herbeigeführte typhus⸗ artige Krankheit ausgebrochen, an welcher augenblicklich 21 Personen schwer darniederliegen und der bereits ein junges Mädchen erlegen ist.
Offenbach. Am verflossenen Sonntag hat dahier Schau⸗ und Preis⸗Turnen des Maingau Verbandes statt⸗ gefunden. Es betheiligten sich daran 24 Vereine mit ca. 800 Mitgliedern. Nach Aufstellung des Zuges auf dem
Umherwandern
Paradeplatz erfolgte gegen 2 Uhr der Abmarsch nach dem Festplatze(Bieberer Berg). Daselbst angelangt, folgten nun unter Turnwart Bode's vortrefflicher Leitung eine An⸗ zahl Ordnungsübungen. Ein Gesang sämmtlicher Turner leitete hierauf das eigentliche Preis-Turnen ein, woran sich 72 Mitglieder betheiligten. Die Leistungen waren ausgezeichnet, indem das höchste Ziel, das nach der Preis- turnordnung verlangt wurde, an fast allen Geräthen mehr⸗ fach erreicht wurde. 32 Preise kamen zur Vertheilung. Abends fand noch gesellige Unterhaltung im„Schwan“ statt.
Hanau. In Bergen ist am Sonntag zu Nacht ein Mann erschlagen worden, der in einer Wirthshaus— Rauferei zwischen jungen Leuten vermittelnd eingreifen wollte. In ganz gleicher Veranlassung wurde vor einigen Tagen auch ein Bauer in Uexzell bei Salmünster von einem Burschen derart mit einem Holzscheit auf den Kopf geschlagen, daß er bald darauf starb.— Ein schweres Brandunglück hat am letzten Samstag das Dorf Ostheim dei Windecken betroffen, indem 10 Wohnhäuser mit den fruchtgefüllsen Scheunen und Stallungen, im Ganzen 33 Gebäulichkeiten eingeäschert sind. Wie man hört, wurde ermittelt, daß, wie schon so oft, ein mit Zündhölzchen spielendes Kind die Ursache des Feuers, das bei dem herr— schenden Wind schnell um sich griff, gewesen ist. Es wird aber auch weiter mitgetheilt, es sei herausgekommen, daß in einem der abgebrannten Häuser dem Feuer etwas nach— geholfen worden, was insofern nichts Unwahrscheinliches hat, als zu den mehrfach schon dort vorgekommenen Brand— fällen eigenthümlicher Art es niemals gelungen ist, den Grund festzustellen.
Groß-Gerau. Das in mehreren Blättern der jüngsten Tage verbreitete Gerücht, wegen des Kirchenein— vruchs in Nauheim sei Peter Keller von Büttelborn verhaftet, entbehrt aller Begründung. Derselbe be— findet sich deßhalb gar nicht einmal in Untersuchung.
Fulda. Dieser Tage wurde beim Scheibenschießen ein zehnjähriger Knabe, welcher sich in der Nähe des Kugelfangs bewegte, von seinem Vater aus Bersehen er— schossen.
Mülhausen. Generalfeldmacschall Graf Moltke und die gegenwärtig hier befindlichen Officiere vom General— stab erwiesen am letzten Samstag Abend dem„Club“ die Ehre, einem von der Gesellschaft veranstalteten Gartenfest« beizuwohnen. Begünstigt vom herrlichsten Wetter und durch patriotische Anregungen und Erinnerungen geweiht gestallete sich das Fest zu einer vaterländischen Feier. Der allgemeinen Stimmung entsprechend wechselte die Musik mit heitern Weisen und den Melodien patriotischer Lieder
Die Fruchtbörse in Friedberg. Ein wohlgemeintes Wort an die Fruchthändler von einem Fruchthändler.
Wie bekannt wird in hiesiger Stadt am 29. August eine Fruchtbörse eröffnet. Der Zweck und die Bedeutung dieses Instituts ist schon
früher in diesem Blatte erörtert worden. Allein die Vorurtheile gegen dasselbe sind noch nicht verschwunden. Besonders ist es ein Theil des Handelsstandes selbst, der sich ängstlich darüber ausspricht. Die unbegründeten Besorgnisse dieser Richtung zu widerlegen, sei der Zweck dieser Zeilen. Es dürfte nicht zu verkennen sein, daß ein Institut, wie das hier zu errichtende, mehr durch den Handelsmann, als durch Consumen- ten und Producenten gehoben, gefördert und dauernd erhalten werden kann. Diese Förderung, liegt sie im Interesse der Handelsleute? das ist unsere Frage. Wenn sich allwöchentlich in Fried⸗ berg die Handelsleute, Müller und Oekonomen regelmäßig zusammenfinden, gegenseitig ihre Mei⸗ nung bezüglich des Geschäfts austauschen und Geschäfte abschließen, so kann dies dem größeren Handelsmann unmöglich Schaden bringen. Ab— geber und Abnehmer an einem Ort in größerer Anzahl beisammen zu finden, ist nur vortheilhaft. Der Handelsmann spart Zeit, und Zeit ist, wie bekannt, Geld. An einem Börsenplatz, wie der hiesige zu werden verspricht, vermag der Handels- mann ganz besonders leicht sich neue Kunden zu erwerben, sowohl zum Verkauf als zum Ankauf. Dann aber auch ist ein coulantes, auf offenem Markte abgeschlossenes Geschäft dem ruhelosen und Geschäftesuchen entschieden
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vorzuziehen. Denke doch der Handelsmann dar
des wandernden Handelsmannes sind zahllos; aber nur dann vermag sich das Fruchtgeschäft zum Wohle aller Betheiligten auf die kaufmännische Höhe zu schwingen, wenn der Handelsmann selbst⸗ bewußt ohne Kriecherei seinen Kunden entgegen treten kann. Darum fort mit der alten handels⸗ männischen Unterwürfigkeit. Der kleine Handels⸗
mühseligsten Theil des Fruchtgeschäfts zu besorgen hatte, wird in der Börse ohne Verschwendung von Zeit und Reisekosten auch mit seither unbe⸗ kannten Käufern und Verkäufern Verbindungen anknüpfen, die ihm sonst hätten fremd bleiben müssen; also ist die Fruchtbörse gerade für ihn, für den kleinen Geschäftsmann, ein segensreiches Institut.
Nur nicht all zu ängstlich! Der kleine Ge⸗ schäftsmann fürchtet auf die Seite geschoben zu werden. Das ist eine ganz unnöthige Sorge. Die alte Theorie, von einzelnen Volkswirthen aufs Neue aufgestellt, daß der Consument mit dem Producenten in directen Verkehr treten möge, wird sich in der alten Weise nie wieder bewahrheiten; denn je großartiger die Verkehrsmittel, desto noth⸗ wendiger und desto blühender der Handel. Darum wird auch künftig wie seither der Handelsmann, der große wie der kleine, die Vermittlung zwischen Producent und Consument ausführen. Die Pro- dukte der Landwirthschaft sind zu einem nicht ge⸗ ringen Theil durch den Handel auf die dermalige Höhe der Preise gekommen; denn der vermittelnde Handelsmann kauft solche von verschiedenen Seiten ein, sammelt dieselben und schickt größere Quanti⸗ täten in andere Gegenden, dahin, wo sie gesuchter sind; umgekehrt werden dem Landwirth durch den
Handel vermehrt also die Nachfrage und das Angebot, er ist im wirthschaftlichen Leben dasselbe, was im thierischen das Blut ist. Jeder lüchtige, fleißige Handelsmann, möge er in einem Dorfe oder in einer Stadt wohnen, ist darum heut zu Tag im Stande, sein Geschäft zu erweitern, sich eine geachtete Stellung zu erwerben. Hierbei aber ist die Produktenbörse in Friedberg nicht hinder⸗ lich, sondern sehr förderlich; sie vervielfältigt, wie gesagt, Angebot und Nachfrage, sie erleichtert und concentrirt den Handel, das Geschäft und liegt darum sehr im Interesse aller Handelsleute, groß wie klein, in Stadt und Land.
Wie vorstehend ausgeführt und jedem denken ⸗ den Menschen bekannt, ist ein schwunghafter Handel auch für die Landwirthe, welche nur verkaufen wollen, sehr nützlich. Darum wird es in unserer neuen Börse nicht an Verkäufern fehlen, wenn, wie zu hoffen, viele Käufer kommen.
Also noch einmal: nur keine ängstliche Be⸗ urtheilung der vorliegenden, hochwichtigen Sache.
Eingesandt.
Wie wir hören, wurbe Herrn Köckert, welcher außer seiner längst anerkannten schauspielerischen Thätigkeit— besonders in der letzten Zeit— so oft den nothgedrungenen Musikdlrector spielen mußte, ein Gratiftcations⸗ Benefiz zugesprochen. Trotz der großen Anzahl von Benefizen dürfte dies wohlverdiente noch ganz besonders die Theilnahme unseres Publikums erwecken, indem Herr Köckert bereitwilligst in den Zwischenacten durch manches Stückchen am Clavier erfreute, und das serste Benefiz des so beliebten Mitgliedes offenbar durch Sa inträchtigt war. 1 35 Sängerfest beeinträchtigt Er
F eue holl. Vollhäringe!
2098 bei Wilh. Fertsch.
2 bis 3 Realschüler
1979 ginn des Wintersemesters in Kost und Logis werden. Näheres bet der Exped. d. Bl.
Einmachgläser
in jeder Größe bei Georg Groß.
genotumen
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können bet etner hiestgen Lehrersfamilie mit Be-
Limburger Käͤse,
Pariser Pendules
2311 noch zum alten Preis ohne Aufschlag. Friedberg. L. Hauau, Hofuhrmacher und Gol darbeiter.
2233 welcher von der Hitze etwas gelttten, in mehreren Pfunden zu 10 kr. das Pfund, in Kistel billtger.
Friedberg. A. Stahl Wittwe.
1 Empfehlung. 2296 Ich sebe mich veranlaßt, den Cement des benen Kaufmann Huber in Friedberg wegen der ausgezeichne 5 Qualttät, welche die Waare besitzt, Jedermann besten zu Wasserarbetten zu empfehlen. Ilbenstadt im August 1872.. J. Wehner, Hof⸗Maurermeister. 1 sowohl männliche als weibliche, Dienstboten, den jederzeit gute 0 mit hohem Lohn in Frankfurt a. M. durch das 15 110 gesuchsbüreau der Frau L. Weismantel, 105 gasse 13 in Frankfurt a. M.
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welchen Unbilden er ausgesetzt ist, wenn 1 115
Haus zu Haus, von Dorf zu Dorf wandert. Wie sehr oft kommt er ungelegen, muß zum zweiten und dritten Mal kommen. Die Unannehmlichkeiten
mann, der, von eigzelnen Müllern abhängig, den
Handelsmann andere Stoffe billig zugeführt. Der
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