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Samstag den 24. Februar.
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1872.
herhessischer A
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nzeiger.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblalt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samsteg
Für den
Monat März kann
auf den
„Oberhessischen Anzeiger“ Verlags-Expedition mit 10 kr., bei den Poststellen mit 16 kr. abonnirt werden.
bei der
—
Amtlicher Theil.
Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte ist zu publieiren:
Nr. 8. sub. 1. Nr. 9. Nichts. Friedberg den 21. Februar 1872.
Verordnung, Kriegsleistungen, insbesondere die Vergütung für geleistete Kriegsfuhren und die dabet entstandenen Verluste betreffend.
Kreisamt Friedberg.
Großberzogliches NN
Betressend: Das Landgeftüt, bier den Abgang der Landgeffütsbeschäler auf die Landgeflütsstationen.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. . Lassen Sie alsbald in Ihren Bürgermeistereien bekannt machen, daß die Landgestütsbeschäler für die Landgestütsstationen Berstadt, Dudels heim, Grünberg und Nieder⸗Wöllstadt bereite abgegangen sind.
Berichtigung. N In der Bezirkseintheilung, die dem Ausschreiben Großherzoglichen Kteisamts Friedberg vom 15. Februar d. J. die Anstellung der Bezirksbau aufseher betreffend beigegeben, ist Nieder- Wöllstadt im J. Bezirk irrthümlich aufgenommen, was berichtigend bemerkt wird.
Friedberg am 21. Februar 1872.
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Orrettesen.
Deutsches Reich. D arm stadt, 20. Febr. 2. Kammer. Nach kurzer Begrüßung Seitens des Präsidenten verliest derselbe die Beantwortung einer Interpellation des Abg.
Fink wegen Erhöhung der Gehalte der Volks- schullebrer durch die Regierung, woraus hervor-
geht, daß dieselbe beabsichtige, ein neues Gesetz über die Regulirung der Verhältvisse der Volks ⸗ chullehrer vorzulegen. Abg. Fink erklärt dazu, daß die Regelung dieser Angelegenheit um so dringender sei, als sich jetzt schon nicht mehr so Viele dem Schulfach zuwenden, daß bei weitem nicht mehr die vacanten Stellen besetzt werden nnen und man mit Schrecken der Zukunft ent- gegen sehen müsse, wenn dem Uebelstande nicht alsbald gründlich abgeholfen werden könne. Er volle hoffen, daß die Regierung dem Bedürfniß n den neuen Gesetzesvorlagen Rechnung trage. Er halte ditsen Gegenstand für höchst wichtig und mpfehle denselben zu sofortiger Berathung und Seschlußfassung. Der 1. Gegenstand der Berathung ettrifft den Bericht des ersten Ausschusses über die Borlage des Gr. Ministeriums der Finanzen, die Oerstellung der Burtaulocalitäten in dem Stations- Bebaude der Main- Neckar-Bahn zu Darmstadt, für die Erbauung eines Gebäudes zu Beamten- vohnungen betr. Die Kammer tritt einstimmig nem Antrage des Ausschusses bei, welcher die eantragte Summe von 21,800 fl. zu dem ange- (ebenen Zweck bewilligt. Hierauf erfolgten Be— nichterstattungen. Sodann trat das Haus in die für dringlich erklärte Berathung der Frage ein, ib der Abgeordnete Heß, nachdem mer sein Mandat is Abgeordneter niedergelegt, inzwischen dieses eber nach dem Wunsche seiner Wähler behalten 4 wollen erklärte, noch als Abgeordneter anzu- hen sei oder nicht? In Bezug darauf wurde die Berathung des Gesetz- Entwurfs der Regie- ung wegen Abänderung des Art. 6 des Gesetzes tom 6. Sep. 1856 wegen Zusammensetzung der beiden Kammern der Stände vertagt, dagegen der Wiedereintrüt des Abg. Heß in die Kammer bis ur Erledigung der Frage unbeanstandet. Die Kammer genehmigte ferner die Vorlage Gr. Mini— sserlums des Innern, die definitiven Nachweisungen über die Einnahmen und Ausgaben der Staats- Gulden- Tilgungskasse für die Provinzialstraßen⸗ Neubauten der Provinzen Oberhessen, Starkenburg
und Rheinhessen, in den Finanzperioden 1857%/59,
1860/52 und 1863/65 betr., unter specieller Be- Recht der nationalen Bewegung achten; sie zeigen
willigung der in den genannten Perioden statt— gehabten Ausgaben.— Ein Antrag der Abgg. Goldmann und Fink, die Rückerstattung der von den Kreiskassen in Südbessen den Familien der zum Dienst einbeorderten Reserve⸗ und Landwehr⸗ mannschaften gereichten Unterstützungen betr. wurde nach einigen Erläuterungen des Regierungscom- missärs Ministertalraths v. Lehmann dahin erledigt, daß das Haus eine betr. Regierungsvorlage ab- warten will. Zwei Beschwerden, die eine des Ge⸗ meinderaths der Stadt Bad-⸗Nauheim, die Ausfüh-
rung des Friedensvertrags vom 3.— 12. Sept. 1866, insbesondere die fernere Verpflegung der Geistes⸗
kranken aus den abgetrennten Gebietstheilen betr., sowie eine solche der Gemeinde Trais a. d. Lumda, die Aufnahme des Joh. Opper und der Christiane Grau von Trais in das Landeshospital Hofheim betr., veranlassen den Abgeordneten Kraft, den Antrag zu stellen, den Gemeinden die Beiträge für ihre Irren nicht höher anzurechnen, als sie zur Zeit der Uebernahme der Gebietstheile an Hessen an diese Anstalten zu entrichten gehabt hatten, welcher Antrag auch angenommen wird. Worms. Hier circulirt eine Adresse an Biemarck, welche den Dank ausspricht für„das entschiedene patriotische Auftreten des Fürsten durch seine klare, überzeugende, von tiefster Wahrheit und ächt staatsmännischer Einsicht getragene Be— redtsamkeit“ gegenüber den ultramontanen Bestre— bungen im Reichstage und preußischen Abgeord— netenhause. Die„Wormser Zeitung“ veröffentlicht den Wortlaut der Adresse, worin es am Schlusse heißt:„Von der Ueberzeugung durchdrungen, daß der Kampf, welcher eben von der preußischen Laudesverttetung gegen die maßlosen Uebergriffe des Ultramontanismus geführt wird, von den wohlthaͤtigsten Folgen auch für uns in Süd- deutschland werde, können wir nicht widerstehen, Ew. Durchlaucht für die muthige und entschtedene Abwehr der unserem gemeinsamen Vaterlande drohen den Gefahr unsern wärmsten Dank aussprechen. Berlin. Die„Prov.⸗Corxesp.“ schließt einen Artikel über den Sieg des nationalen Rechts in Süddeutschland: Die süddeutschen Staatsmänner halten sich ducch ihre loyale Erklärung in vollem Einklange mit dem Geist der abgeschlossenen Ber⸗ träge, wie mit den Vorschristen der Reichsver⸗ fassung, und beweisen, daß sie die Kraft und das
ein richtiges Verständniß dafür, daß die Einzel⸗ staaten für ihre berechtigten Ansprüche und ge⸗ sunde Entwicklung keine bessere Bürgschaft finden, als die innige Lebensgemeinschaft mit dem deutschen Volke.— Bezüglich des Schulaussichts⸗Gesetzes schreibt dasselbe Blatt: Das Herrenhaus wird sich der Erwägung nicht entzieben können, daß es sich um ein Gesetz handle, welches die verfassungs⸗ mäßigen Beziebungen des Schulwesens zur Kirche ausdrücklich bestätigt und welches von der Regie⸗ rung für unerkäßlich erachtet wird, um durch eine nachdrückliche Handhabung der ihr zustehenden Befugnisse staatsgefährliche und deutschfeindliche Bestrebungen niederzuhalten.
— Die„Nordd. Allg. 31g.“ sagt über die Concordatsfrage im Elsaß: Die Hauptsache ist, daß das Concordat nicht mehr gilt. Hierin sind alle Theile einig. Dies ist Alles, was wir wünschen können. Wir verlangen und sordern nichts.— Die„Kreuz- Ztg.“ bestätigt die Be⸗ rufung von Moltke's und von Roon's in das Herrenhaus. Die Berufung sei schon älteren Datums. Die Zeitungsnachrichten von einem be⸗ vorstehenden Pairsschub hält das Blatt für durch- aus voreilig und übertrieben.
— Der ersten Sitzung des Congresses deutscher Landwirthe wohnte der Kronprinz bei. Der Con- greß beschäftigte sich mit der Wegebaufrage.
— Die„Corr. St.“ will wissen, daß das Leben des Fürsten Bismarck durch fanatische Per- sonen bedroht sei. Der Reichskanzler babe indeß kotz dieser Gefahr keinerlei Aenderung in seiner Lebensweise getroffen. Es wird wohl überbaupt nicht viel Grund an diesem Gerüchte sein.
— Die von Dr. Stroußberg übernommenen vier Millionen Thaler sind jetzt an die rumänische Eisenbahn-Gesellschaft gezahlt worden und dürfte nunmehr die Publication wegen der Coupons⸗ Einlösung unmittelbar erfolgen.
— Der vor einigen Jahren aus Berlin ent⸗ flobene fromme evangelische Lieentiat Dr. Preuß ist, wie man jetzt aus Nordamerika meldet, dort vor einiger Zeit zur römisch⸗katholischen Kirche übergetreten. Wie exinnerlich, sah sich Herr Preuß zum schleunigen Verlassen Europa's seiuer Zeit durch den Umstand bewogen, daß ihm ein Straf- prozeß wegen allerlei Vergeben gegen die Sitt⸗ lichkeit drohte.


