n m
* Gerbälmiß mit iht lösen wollte, in einem Hause auf der „Neuen Ache mit einem sech siäuftgen Revolver einen Schuß abgefeuert und darauf sich selost mit zwei Schüssen zu erschießen versucht. Der Unteroffizier, von hier gebürtig, ist leicht am Hals verwundet, sie selbst blieb unverletzt.
Offenbach. Ein hiesiger“ Mann fand vor einiger Zeit im Feld eine Stechapfelpflanze, die er, weil sie ihm gefiel, mit nach Hause nahm und in seinen Garten setzte. In den letzten Tagen wurde nun das Kind desselben un⸗ wohl, betam Fieber, Zuckungen ꝛc., und der herbeigerusene Arzt erklärte dasselbe für vergiftet. Mit was, wie, wo oder wann, darüber war man nicht im Klarenz ein Absühr⸗ mittel verhalf endlich auf die Spur. Nachdem dieses nämlich gewirkt, fand man in den Exctementen des Kindes etwa 100 schwarze Körnchen, die ein Sachverständiger für iden Samen eines Stechapfels erklärte, der bekanntlich ein ziemlich starkwirkendes Gift enthält. Nur dem Umstand, daß das Kind denselben ganz verschluckt und nicht verkaut chalte, soll es zuzuschreiben sein, daß dasselbe am Leben erhalten werden wird.
Darmstadt. Das Schwurgericht hat in der Anklage⸗ ssache gegen die Ehefrau des 8. Reininger von Schweppen⸗ shausen wegen Mords, verübt an ihrem neugeborenen ehelichen Kinde, die kürzlich wegen eines Formfeblers mntetbrochene Verhandlungen am 17. d. zu Ende geführt. Der Vertbeidiger Hofg.⸗Advocat Dernburg bestritt, daß die [Beschuldigte die gräßliche That mit Ueberlegung verübt, loder wenigstens im zurechnungsfähigen Zustand gehandelt, allein die Geschworenen sprachen nach kurzer Berathung das„Schuldig“ aus, worauf die Staatsbehörde nach Maß gabe des 8. 211 des Strafgesetzes die Erkennung der Todesstrase beantragte. Demgemäß verurtheilte der Gerichts lhof die Angeklagte zum Tod. 5
Mainz. Auf dem Taunnsbahnhofe zu Castel streiste ein die Billete coupirender Conducteur im Vorbeifabren zan der offenen Thüte eines auf einem anderen Geleise fliehenden Wagens und fiel dabei so unglücklich, daß er zan beiden Händen und am Kopfe verletzt wurde. Die rechte Hand wurde ihm bereits amputirt, ebenso 3 Finger ider linken. Der Verunglückte ist Vater von 3 Kindern zund bat erst vor einigen Tagen in der Frankfurtet Lotterie 11.000 fl. gewonnen.
Meisenheim. Das heutzutage seltene Alter von 120 Jahren erreichte beteits Bernhard Mzyer von hier und dgleich derselbe nie auf Rosen gebettet war, so freut er sich dennoch zur Stunde eines rüstigen Körpers und einer seltenen Geistesfcische. Fußtoufen von 3—4 Meilen per Tag werden von ihm obne Anstrengung zurückgelegt zund stundenlang beim Solospiel den vierten Mann abzu⸗ geben, gebört noch heute zu seinen Haup wergnügen.
Marburg. In dem benachbarten Schweinsberg brännten am 16. d. 18 Gebäulichkeiten, darunter 4 Wohn⸗ häuser und die Synagoge nieder. Nur 2 der Beschädigten haben ihre Mobilien und ibre in den Scheunen aufge⸗ speicherten Erntevorräthe versichert.— Am 2. October flarb zu Buchenau der älteste Mann des Amtsgerichts Eiterfeld und wahrscheintich auch von ganz Kurhessen, der Jsraelit Wolf Goldberg, im seltenen Alter von 106 Jahren an Altersschwäche bei völlig klarem Bewußtsein.
Fuß. Er war seil 15 Jahren
— Almosen sammelnd— zu dermalen 70 Jahre alt,
Wittwer. Sein einziger Sohn, lebt in London. Limburg Vorige Woche wurde Abends an einem
Fensterladen eines Hauses am Diezer Thor ein Zettel be⸗ welcher folgenden Text führte:„Wer Arbeit scheuf,
merkt,
das Zuchthaus liebt, der komme zu mir in meine Bande die Fuchsehöhle. Ihr Leuichen nehmt der Schinderbannes ist wieder erwacht.
nach Holzheim in euch wohl in Acht,
J. Koch.“ eines bei den Acsen soll einige Aehnli
unwahrscheinlich erscheint, daß der so sehr gefürchtete Raub⸗ mörder unsere Stadt mit seinem Besuche bedacht hat.
Derselbe durchreiste noch bis vor wenigen Jahren ganz Deutschland
Ein Vergleich der Schrift dieses Zettels und 7 Briefes des Ia Koch eit ergeben haben, so daß es nicht
Durch diese Vorkommnisse und durch verschiedene Einbrüche
und Diebstähle wird das Publikum sehr geängstigt.
Von der Lahn. Die ganze Umgegend von Diez ist unsicher geworden und in Schrecken versetzt durch das Herumziehen einer Spitzbubenbande, welche an verschiedenen Orten nächtliche Raukzüge mittels Einbruch vornimm!. So hatte sie vor einigen Tagen bei einem Bewohner in Diez des Nachts demselben 300 fl. geßsohlen und auf dem betreffenden Geloschranke einen angehefteten Zettel hinterlassen, dessen Juhalt lautet: Unserer sind es dreißig, Bei Nacht sind wir fleißig, Bei Tage gucken wir zu dem Fenster hinzus Und lachen die Gendarmen aus.
Der zweite Schinderhannes.
Von Seiten der Polizei werden die eifrigsten Nach⸗ forschungen angestelll, aber bis jetzt wollte es trotz der nächtlichen Streifzüge des dort garnisonirenden Militärs nicht gelingen, genannter Räuber habhaft zu werden und läglich bört man noch von einzelnen Raubanfällen. Kaiserslautern. Kürzlich spielte sich ein Stück miltelalterlichen Rechisverfahrens auf dem hiesigen Marki⸗ platze ab, indem daselbst der Schandpfahl aufgerichtet und an demselben das Urtheil gegen Peter Spielmann, wegen beirügerischen Banketoits angeklagt, in efligie voll⸗ zogen wurde.
Karlsruhe. Von der Strafkammer wurde die Anklage gegen Apotheker Ludwig Döll von hier und Conrad Rink, Magazinter bei Bassermann und Herschel in Mannheim, wegen fayrlässiger Tödrung verhandelt. Der Vorfall selbst wurde früher gemeldet; der einzige Sohn der Willwe Seyfried von hier wurde im Juni d. J. in Folge einer Vetwecbslung durch Morphium muratieum vergiftet. Der Gerichtsbof sprach den Apotheker, welchem Morphlum stait Chinin aus der Fabrik geschickt worden war, frei, verurtheilte bingegen den Magazmier, welcher in der Fabrik die Verwechslung vorgenommen und die unrichtige Aufschrist dec Flasche geschrieben halte, zu zwei Monaten Gefängniß.
Berlin. Wie viel Evangelisten gibt ses? Vier, wird der bibelfeste Leser antworten; indeß zu Unrecht, denn nach folgendem Inseratl in der„D. Stb. ⸗ Z.“ gibt es deren mindestens fünf:„Biblische Vorträge über die nahe Wieder⸗ kunft Jesu Christi werden an jedem Montag und Donnerstag, Abends 8 Uhr, in der Elisabethensiraße 3, Hof part., gehalten werden. Der Zutritt frei. Mäller, Evangelist.“
Brüssel. Am vorigen Sonntage erschien auf dem Polizriamte von Brüssel ein Mann von etwa 30 Jahren und verlangte verhaftet zu werden, weil er ein Miischul⸗ diger des Mörders Troppmann sei. Er gab an, ohne Domicil zu sein und vor seinem Gewissen keine Ruhe mehr zu haben. Man glaubte Anfangs mit einem Irr⸗ sinnigen zu schaffen zu haben, aber die Redeweise des Mannes bewies das Gegentheil. Er gab eine Menge von Einzelheiten über die Mordthaten an, welche er mit Troppmann begangen und bei welchen noch zwei andere Personen betheiligt gewesen wären. Die letzteren hätten jedoch nut das Verscharren der Ermordeten und die dazu nöthigen Werkzeuge beschafft. Er sei auch bei der Ver⸗ haftung des Troppmann in Havre zugegen gewesen, er babe auch unter der Commune in Paris als Offiziet ge⸗
und den Präsibenten Bonjean erschoß. Befragt, von weschen Mitteln er in Brüssel gelebt habe, gab er an, von der Internationale unterstützt worden zu sein. Obgleich die
Aussagen des Unbekannken ganz vernünftig klingen, glaubt man doch, daß er entweder verrückt oder ein Schwindler ist. Man hat ihn vorläufig gefangen gehalten.
b. Frankfurt a. M., 19. October.(Börsenwoche vom 14-19. Ociober) Während der ablaufenden Woche konnte man so recht sehen, wie die Neigung der biesigen Börse füt Hausse ist. Die Speculation bietet nicht nur alles auf um ein weiteres Weichen der Course binzuhalten, sondern geht mit großer Bereitwilligkeit auf jede An⸗ regung ein, welche ein Steigen der Course zum Zweck hat. Man sieht dabei wie bei der ganzen Speculation eine einheitliche Parole herrscht und diesem Umstande haben diesmal in erster Linie Staatsbahnactien eine Avance von 8 fl. zu verdanken, während Creditactien sich nur um 2 fl. zu bessern vermochten, Lombarden aber vollends um 2 fl. zurückblieben. Auf dem Gebiet der Banken ist für österreich. Nationalbank eine abermalige Erhöhung um 50 fl. zu constatiren und andererseits ge⸗ wannen die Actien biesisser Institute um Procente. Ebenso apancirten Provinzial-Discont, württemb. Vereinsbank, Brüsseler und Franco-Italienische. Letztere hält man für noch weiter steigerungsfähig. Von Bahnactien erzielten alte Elisabeth eine Coursaufbesserung von 11, junge von 8½ fl. bei großartigen Umsätzen. Auch Nordwest, Elbthal, Galizier, Franz Joseph und Raab Grazer stiegen. Bayer. Ostbahn erholten sich etwas von der Anfangs erlittenen Einbuße. Prioritäten beliebt, aber ohne größeres Geschäft und ohne wesentliche Veränderungen. Oesterreich. Renten anscheinend steigend. Süddeutsche Fonds beliebt. Amexi⸗ kiner größtentheils besser- Russen und Spanier schwächer. Amerikanische Prioriläten nicht besonders lebhaft, für bessere Sorten aber gute Frage bei höheren Coursen. St. Louis z. B. stieg um 30%. Von Loosen war das meiste Geschäst in österreich. 1839ern und 1830 ern, welche beide ca. 4% stiegen und sind besonders letztere seht be⸗ liebt. Pfandbriefe gingen außer Finnländer und Nassauern bei festen Preisen gut ab. Reichscontinentalactien waren sehr gesucht und stiegen 4%, ebenso italienische Tabaks⸗ actien um 3%. Wechsel größtentheils fest. Paris theil⸗ weise besser. Langes London selien und höher. Napoleons, namentlich ganze Stücke besser bezahlt.
Marktberichte.
Grünberg, 12. Oct. Die Preise auf unserem beutigen Fruchimarkte betragen: Waizen(100 Kilo) 14 fl. 54 kt.; Korn(90 K.) 8 fl. 36 ke.; Gerste(80 K.) 7 fl.
36 kr.; Hafer(60 K.) 4 fl. 21 kr.; Molter(90 K.) 8 fl.— ke.; Erbsen(110 K.) 9 fl. 34 k.; Linsen (400 K) 12 fl.— kr.; Wicken(110 K.)— fl.— kr.;
Saamen(90 K.) 14 fl. 30 ke.; 2 fl.— kr.
Mainz, 18. Oct. Am heutigen Markte war es bei mäßigem Umsatze ziemlich fest. Zu noliren ist: Waizen effectiv 1515 ½ fl. per Nov. 15½ fl., per März 15 fl., per Mai 15 ½ fl., Korn effectiv 10 fl., per Nov. 10 fl., pet März 10/ fl., per Mai 10½ fl. Gerste, Pfätzer, 11— 1½ fl., Franken 11/11 ¼ fl., Hafer 4 45% fl. In Rüböl wenig Geschäft, effectiv 23½ fl. obne Faß, per Mal 23½ fl. mii Faß. Leinöl 24½—24/ fl., Mohnöl 35 fl., Koblsamen 19¾ↄ—20 fl., Hülsenfrüchte wenig verändert. Bohnen 13- 13½ fl., Erdsen 10— 13 fl., Linsen 10½—14 fl., deutscher Kleesamen 27— 27 ½½ fl.,
Kartoffeln(100 K.)
dient und das Peloton commanditt, welches den Erzbischof
Repokuchen 82—88 fl.
Aufforderung.
Betreffend: Das Schuldenwesen des Heinrich S
imon II. von Meder Rosbach.
ie bekannten Gläubiger des Rubrscaten haben 1 515 0 dessen Einsicht in kann, am 4. Sep⸗ Es werden daher die unbekannten Gläubiger desselben aufgefordert, dinnen Eischeinens in der Oeffent⸗
ickeit an gerechnet, Einwendungen gegen das Arran: 2 0 als dasselbe
mit dissen Ehefrau ein Arrangemenk. blesiger Negistratur genommen werden tember dieses Jahres abgeschlossen.
3 Wochen, vom Tage des
gement so gewiß dahier vorzubringen,
onft beftätigt werden wird. a
f Friedberg ren 18. Oktober 1872.
Großberzogliches Landgericht Friedberg. Reiß, Allwohn, Landrichter.
Kiefernsamenerndte⸗Versteigerung.
1 selährige Klefernsamenerndte in den Wal⸗ ee Lanpenbain und
No vember in der Bierbrauerei„Zum oͤffentlich versteigert werden.
den Gemeinden Hoch⸗Weisel,
dungen H. soll Freitag den 1.
Zauerbach v. d. d. J., Nachmittags 2 Ubr, Gambrinus“ zu Butzbach 0
Buß bach den 19. Oktober 1872.
J. A.;: Oberförfterei Hoch⸗Welsel.
Großherzogliche Ditim a k.
ensgerteie: Af. Jer.—
er 2
Bei Bindernagel& Schimpff sind
alle in den hiesigen Schul
in neuester Auflage und guten Einbänden stels vorräthig.
ücher
Lehranstalten eingeführten
Versteigerungs Anzeige. 2943 Nächsten Mittwoch den 23. d. M., von Morgens 9 Uhr ab, werden nachstehende, zum Nachlaß des Gast⸗ wirths Jacob Schimpf II. dabier gebörige Gegen⸗ flände, als: 1 tannener Tisch, 19 Roulegux, 8 Vorbänge, 1 Kassaschrank. 2 Ohm Nierfleiner⸗,/ Obm Hatters⸗ heimer⸗„ ½ Obm Bodenheimer und 1 Ohm Lauben⸗ beimer Wein, ctrea 6 Obm Branntwein, 46 Maas Magenbitter, 30 Maas Nordhäuser, eine Partie Flaschen mit Spirituosen, 6 Fäßchen Wagenschmiere, 3 Stück Sped, 1 Faß Essig, 2 Faß Sielnöl und 1 Kasten Talglichter öffentlich an den Meistbietenden gegen Baar, zahlung versteigert.
Bad Nauheim am 19, Oktpbef 1872. Gfesheezoztiche S egen Bad Nauheim.
5 ch u t t.
7* Mühlen⸗ Verkauf. 2949 Donnkrstag den 21. Nodember d. J., Nachmiltags 1 Übr, soll die Mühle des Johannes Schmidt IX. von Fauerbach v. d. P., früher Kaepar Windecker gepörend, nebst dem dazu gebörigen Gelände, iu der Gemarkung Rödgen, Kreis Friedberg, gelegen, unter
öffentlich an den Meistbietenden auf dem Rathhause zu
Rödgen persieigert werden. Rödgen am 19. Oktober 1872.
Großherzogliches Ortsgericht Rödgen. Wolf.
vortheilbaftn Bedingungen, einzesn orer em Ganzen,
Güter ⸗Versteigerung. 2956 Freitag den 25. Otiober d. J.) Vormittags 11 Ubr, sollen in biefigem Rathbause auf freiwilligen Antrag der Christian Setbels Witwe, geb. Reuß, dabler die derselden zustebenden nachbeschriedenen Güterstücke:
een eden g. Flur. Nr. Klstr. 4. 153. 53. Grabgarten im Obrloch, 4. 116. 78. Acker im Ellern, 4. 198. 113. Grad garten in der Kehl. Gemar tung O cke steand t. Flur. Nr. Klftr. 10. 89. 120. im Ried, 10. 90. 88. daselbst, 28. 84. 13. daselbst,
öffentlich meistbietend derstegert werden.
Friedberg den 19. Oktober 1872. Groß berzogliches Ortagericht Irledberg.
Fou car.
Arbeits-Versteigerung. 2950 Mutwoch den 23. d. M. Vormettags 10 Uor, soll auf dem Bürgermeisteret Bütteau dahter das Zer- schlagen von 30 Cubikmeter Steinen zur Unterhaltung der Strahen im Ort an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden.
Wisselsbeim den 19. Oktober 1872. OGreßberzogliche 333 Wisselsdeim.
u ber.


