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Betreffend: Die Matblidenstistung im Kreise Friedberg.
An sämmtliche Großherzogliche Bürgermeistereien des Kreises.
Friedberg am 19. Juni 1872. 9
Wir ersuchen Sie, diejenigen Ihrer Orts angehörigen, welchen Pfleglinge unserer Stiftung anvertraut sind, zu benachrichtigen, daß
euser Rechner, Herr Beigeordneter Steinhäuser dahier, die Pfleggelder für das 1. Semester 1872 nach Beibringung der vorschrifts⸗
näßigen Bescheinigungen zuszahlen wird.
Nesserschmied Schäfer, Ludwigsstraße Nr. 26, wohnt.
Mittwoch den 26. und Donnerstag den 27. d. Mts. Zugleich machen wir darauf aufmerksam, daß Herr Steinhäuser nicht mehr in seinem früberen Logis, sondern bei
Für den Vorstand: Siet eien bie ge
Deutsches Reich.
Berlin, 19. Juni. Der Reichstag genehmigte n dritter Lesung die Seemanns⸗Ordnung in der Fassung der zweiten Lesung, ferner das Gesetz iber die Mitnahme von Seeleuten sowie den euxemburger Eisenbahnbertrag. Schließlich wurden n Schlußabstimmung der Etat pro 1873 und er Nachtrag pro 1872 genehmigt. Der Reichs⸗ ag trat hierauf in die dritte Lesung des Jesuiten⸗ esetzes ein. Lasker und Reichensperger sprachen sagegen, Dove und Gneist dafür. Staatsminister „ Delbrück hob Ersterem gegenüber hervor, es ei eine willkürliche Verrückung der Thatsachen, denn Katholicismus und Jesuitismus identificirt vürden. Ez sei eine Illusion, wenn man mit er neuen Verfassung Deutschlands Alles in Ord⸗ ung glaube. Es gäbe nicht nut äußere, sondern tuch innere Feinde. Er betonte schließlich: Wenn zie Volksvertretung die Ueberzeugung gewinne, aß ein Orden mit so großen Mitteln und so vor⸗ üglicher Organisation, ein festes Ziel verfolgend, F aatsgefährlich sei, so sei dieselbe berechtigt, den · elben zu unterdrücken. Nach Schluß der General- iscussion wurden in der Specialberathung die 58. 1, 2 und 3 nach den Beschlüssen der zweiten besung und das ganze Gesetz in namentlicher Ab ⸗ immung mit 181 gegen 93 Simmen angenommen. Die Resolution Völk's, betreffend die obligatorische Zivilehe und die Civilstandsregister, wurde nach urzer Discussion in namentlicher Abstimmung mit 50 gegen 100 Stimmen genehmigt, worauf Staats minister von Delbrück den bevorstehenden Schluß des Reichstags nach Erledigung der üb⸗ ichen Arbeiten desselben ankündigte. Der Reichs ag erledigte hierauf die Petitionen, welche auf der Tagesordnung standen, und nachdem v. Franken · erg im Namen des Hauses dem Präfidenten Simson gedankt hatte, verlas Staatsminister on Delbrück die kaiserliche Ordre, welche den Keichstag schließt und im Namen des Kaisers und er Bundesregierungen für die Erledigung der nühevollen Arbeit dankte. Das Haus schloß mit einem dreimaligen Hoch Simson's auf den Kaiser.
— Nach den neuesten Bestimmungen wird die Abreise des Kaisers nach Ems Sonntag Abend trfolgen. In dem Gefolge desselben werden sich ver Hofmarschall Graf Perponcher, die Adjutanten Oberst Lehndorff, Major Alten und Hauptmann Winterfeldt, sowie die Chefs des Militär- und Sivilkabinets befinden. 8 ö a
— Einer amtlichen telegraphischen Nachricht sufolge haben die königlichen Schraubentorvetten „Vineta“ und„Gazelle“ unter dem Befehl des Stecapitäns Batsch am 11. d. die Regierung der Republik Haiti, welche zu wiederholten Malen ine vergeblich geltend gemachte, berechtigte Ent⸗ chädigungsforderung eines deutschen Kaufmanns zu bewilligen sich weigerte, durch Wegnahme zweier vaitischer Corvetten zum Nachgeben gezwungen. Bei dieser Wegnahme wurde Niemand verwundet.
Essen. Der Strike der Bergarbeiter ist nun nehr in 42 benachbarten Kohlengruben thatsächlich ausgebrochen; in den Bockumer und Dortmunder Belegschaften werden Vorbereitungen dazu getroffen. Axcesse sind bisher nicht vorgekommen.
Ausland. f
Frankreich. Paris. Die vorläufigen Be⸗ sprechungen zwischen dem deuischen Botschafter Grafen von Arnim und Thiers über die frühere Räumung des französischen Gebietes unter theil⸗ weiser früherer Zahlung des Resles der Kriegs Contribution sind am 19. d. M. beendet worden. Thiers überreichte dem Grafen v. Arnim bestimmte Vorschläge zur Ausführung der Verhandlungen, welche nach Berlin abgehen, Graf v. Arnim lehrte hierauf nach Paris zurück.
— Marschall Forey ist am 20. d. Morgens 8 Uhr gestorben.
— Der Bataillonschef Carlier von der Com- mune, welcher von Auteuil bis zu den Buttes de Chaumont, d. i. von dem Augenblicke des Ein⸗ dringens der regulären Truppen in die Hauptstadt bis zur definitiven Bewältigung der Insurrection kämpfte und auch der Theilnahme an der Brand- legung der Docks von La Villette überführt ist, wurde am 19. d. von dem 6. Kriegsgericht von Versailles zum Tode verurtheilt.
— In der bei Thiers stattgehabten Besprechung der bedeutendsten Banquiers war die fast ein- stimmige Ansicht, daß die Contrahirung einer An- leihe im Gesammtbetrage von 3 Milliarden der Contrahirung über einzelne Theile dieser Summe vorzuziehen sei.
Großbritannien. London. Die zwischen den Bau- Unternehmern und den Bau- Arbeitern versuchte Vermittelung ist erfolglos geblieben. Die Bau- Unternehmer haben am 19. d. die Arbeiten eingestellt..
Italien. Rom. Der„Osservatore“ ver⸗ öffentlicht ein Schreiben des Papstes an den Cardinal Antonelli, in welchem der Papst die be⸗ vorstehende Einbringung eines Gesetzentwurfs in der italienischen Kammer in Betreff der Aufhebung der religiösen Körperschaften in Rom beklagt, Diese Aufhebung schädige die Interessen der Kirche und sei ein Attentat gegen das internationale Recht der gesammten katholischen Welt. Der Papst spricht von den fortwährenden Usurpationen gegen die päpstliche Autorität, die Moralität und Justiz, indem er hinzufügt:„Wir konnten uns ersparen, diesem Schauspiele anzuwohnen, wenn wir ein Asyl in einem fremden Lande gesucht hätten. Wenn Gründe von hohem xeligiösem Interesse uns riethen, für den Augenblick auf unserem Sitze zu ver- harren, so geschah dies, um die Welt von dem Loose zu überzeugen, das der Kirche und dem Papste vorbehalten ist.“ Er sei frei, doch nicht unabhängig. Conflicte zwischen beiden Gewalten seien unvermeidlich. Im Interesse des katholischen Gewissens sei es nothwendig, daß seine Entschei⸗ dungen frei seien. Er begreife nicht, wie man ernstlich von Versöhnung mit der italienischen Re- gierung sprechen könne. Das Papstthum könne sich nicht vor Usurpationen seiner Rechte beugen. Die Garantien seien illusorisch. Der Papst be⸗ auftragt Antonelli, dies den Vertretern der fremden Mächte bei dem päpstlichen Stuhle mitzutheilen und gegen die das Papstthum und den Katholi⸗ cismus bedrohenden Attentate zu protestiren. Die Regierungen könnten nicht vergessen, daß das Papstthum weit entfernt davon sei, ein Hinderniß für den europäischen Frieden oder die Größe und Unabhängigkeit Italiens zu sein. Es sei stets ein Band zwischen Völkern und Fürsten, der Mittel- punkt der Eintracht und des Friedens und be züglich Italiens eine wahre Größe, der Schutz seiner Unabhängigkeit und der Wall seiner Frei- heit gewesen. g
Rußland. Petersburg. Der Kaiser und der Großfürst Wladimir sind am 18. d. zum Be⸗ suche der Ausstellung nach Moskau gereist.
Friedberg. Die Berathungen des Comits's für Begehung des am 21. Juli zu Friedberg statfindenden Sängerfestes des Mainthalsängerbundes sind nun so weit gediehen, daß die Hauptpunkte der Feslfeierlichkeiten fest⸗ flehen⸗ Um 8 Uhr Moecgens Empfang mit Musik der mit einem Extrazuge ankommenden Sänger, deren Zahl wohl gegen 400 betragen wird. Durch diese Sängerzahl sind circa 20 Vereine vertreten. Begrüßung und Bewill⸗ kommnung am Rathhause durch den Fesipräsidenten Herrn Seminarlehrer Wahl. Nach eingenommenem gemeinschaft⸗ lichen Frühstück im Festzelte Generalmusikprobe unter
Leitung des Fesidirigensen Herrn Universitätsmusikdirector!
Mickler aus Gießen. Hierauf gemeinsames Mittagessen im Festzelte. Dann gegen 3 Uhr Ausstellung des Fest⸗ zuges an der Taubstummen-Anstalt. Der Festzug bewegt sich unter den Klängen eines doppelten Musikcorps, wobei auch die Capelle Schellhaas mitwirkt, über die Lubwigg⸗ straße in die Burg zum Concertplatze im Casernenhef. Das Programm des Concerts wird etwa 12 Nummern enthalten, wovon 5 Chöre von allen Sängern gesungen werden, nämlich:„Das deutsche Schwert“, comp, von Schuppert,„Weibegesang“, comp. von Abt,„Altdeulsches Minnelied“(ein Volkslied),„Ehre sei Gott in der Hohe“, comp. von Hauptmann und die„Friedenshymne“, comp. von Kücken. Die übrigen Chöre werden jedesmal von den Vereinen je einer Stadt vorgetragen. Abends wird man sich im Festzelte in der großen Allee vor dem Landgerichts⸗ gebäude zu einem Banquet vereinigen, wobei neben ge⸗ selliger Unterhaltung, Reden, Gesang⸗ und Instrumental⸗ Vorträge mit einander abwechseln werden. Am Tage nach dem eigentlichen Festtage wird ein gemülhliches Zusammen⸗ sein im Festzelte, wozu namentlich noch musfikalische Vor⸗ träge der hiesigen Dilettantenkapelle beitragen sollen und ein gemeinschaftlicher Gang nach Bad⸗Nauheim die Festseicr schließen. Durch die Anwesenheit unseres Landesfürsten Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs in unserer Stad: wird unser Fest gehoben und verherrlicht.— Der durch die großen Weltereignisse neubelebte und gehobene vater⸗ ländische Sinn wird dem Concert, dem Banguet, wie dem ganzen Feste, den Character eines patriotischen Gesangfesies geben, an dem die Freude über die nationalen Erfolge, der Dank gegen Gott, den Lenker der Geschicke der Men⸗ schen und Völker und die Begtisterung für Förderung von Kunst, Wissenschaft und alle Werke eines nun hoffentlich dauernden Weltfriedens Ausdruck finden.
Frankfurt. Die Kronprinzessin Margarethe von Italien ist am 18. d. M. von Dresden bier mit Gefolge eingetroffen und iu Russischen Hofe abgestiegen. Die Prinzessin besuchte die größeren Magazine auf der Zell und machte verschiedene Einkäufe. Auch der König Ferdi⸗ nand, Vater des regierenden Königs von Portugal, weilte seit Sonntag hier im Russischen Hof und setzte am 19. d. seine Reise weiter fort.
Frankfurt. Aus der hirsigen Filiale der prtußischen Bank wurden nicht weniger als 28 Wagen Silbergeld unter gehöriger Bedeckung am 18. d. M. auf den Neckar⸗ bahnhof gefahren, um in die neuen Reichslande verbracht zu werden.*
Darmstadt. Wie wir erfahren, fand am 17. d. in der Nähe pon Auerbach ein Handgemenge zwischen Räubern und Gendarmen statt, welches mit der Gefangennehmung zweier Räuber endigte. Einer derselben konnte sich durch die Flucht retten. g
Berlin. Mehrere Familien des ehrsamen Hand⸗ werkerstandes, erzählt das Tageblatt, waren Mitte voriger Woche übereingekommen, mit Weib und Kind einen Aus⸗ flug zu unternehmen und dabei Kaffee zu kochen. Der nöthige Kuchen— es ist staunenswerth, welche Quani⸗ täten davon eine berliner Familie verzehren kann— wurde besorgt, der Omnibus zur rechten Zeit erwarte, um gleich vollständig von der Gesellschaft occupirt zu werden. Der Zudrang zum Kaffeeherde im Gesundbrunnen war enorm, die Milch nicht zu blau, das Wetter so prächtig, kurz, die Gesellschaft befand sich in bester Stimmung. Der Abend kam heran und mit ihm die Tanzmusik. Wer könnte einer jungen, stets geplagten berliner Mutter ver⸗ denken, wenn sie sich auch einmal nach einem Tanze sehnte? Und es waren vier solcher Mütter in der Gesell⸗ schaft vorhanden, welche durch das Gewicht ihrer betreffenden Wickelkinder— zwei Jungen und zwei Mädchen— schon im Genusse ihres Kaffees beeinträchtigt waren.„Wir wollen tanzen!“ riefen sie ihren Männern zu,„aber— wet„vate wartet“ uns die Kinder?“„Ach wart!“ meinte einer der Ehegatten leise zu seiner Frau,„der Klempnergeselle, dek mit uns gefahren, kann aufpassen; er duht es ooch, des is Polsdamer genug dazu!“ Dem jungen Klempner waren diese Worte nicht entgangen; trotzdem verstand er sich zur Baby⸗Conservirung mit fröhlichem Gesichl. Alle tanzten, Alle waren vergnügt, nur der Klempner saß in philo⸗ sophischer Ruhe, mang die Göhren? und drückte, stau einer Tänzerin, die Cigarre, oder besser gesagt, um auch die Qualität anzugeben,„den Ziebjarren? an den Mund. Endlich war der Tanz vorbei, die Uhr schlug zehn, man beeilte sich, den Omnibus zu erreichen, und wirklich, Alle hatten, wie der eine Meister sagte,„den Turkel“, glück⸗ lichst den heimalhlichen Heerd zu erreichen. Man legt die Garderobe ab, zieht die Kinder aus, da— oh Entsetzen! — hält die. Mädchenmutter einen Jungen, die Jungen⸗ mutter ein Mädchen in ihren Armen! Der„Potsdamer“ batte sich gerächt und jedes Kind in ein falsches Siech⸗ kissen, in ein falsches Mützchen geschoben. Die geängstigten Mütter mußten Nachldroschken requiriren, deren Schnecken⸗ natur ihre Geduld auf eine harte Probe setzte. Die eine verfehlte die andere und erst als der Morgen graute, war der Würmeraustausch beendet. Rache aber war anderen Tages Seitens der Väter nicht möglich,— der Potsdamer war auf die Wanderschaft gegangen.


