Ausgabe 
20.7.1872
 
Einzelbild herunterladen

11 ln a t un pertttazu u

den Etgun der de

Teretertesetn

L

* Nu. det M n Aünmid bsteine Nit Sonst⸗Tunn

. 0 fene 11 Lager.

Nelchior Bol,

Steumtf.

r ber facht vam but gtbültttt De

un dirt an u K l 4 Sin!

ei in Giesg A in Urlaub c

1872.

Samstag den 20. Juli.

N 84.

Oberhessischer Anzeiger

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Zntelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

8

Amtlicher Theil.

Belteffend: Die Schulversäumnisse im 2. Quartal 1872.

Die Großherzogliche Kreisschulcommission an die Ortsschulvorstände des Kreises.

Wir erinnern hiermit Diejenigen von Ihnen, welche mit Einsendung der rubr. Verzeichnisse noch im Rückstande sind, an die baldige

A

Friedberg am 17. Juli 1872.

Erledigung. Tur a p p. Deutsches Reich. Bensheim. DemFr. J schreibt man Kaiserslautern. Der Erzbischof von Uirecht Darmstadt Das Großherzogliche Regie- von hier: Unter den Geistlichen des hiesigen katho-ist in Begleitung des Utrechter Canonicus Bloodten

rungsblatt Nr. 32 enthält:

1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern, das Reglement über die Erhebung des städtischen Octrose zu Gießen, insbesondere die Rückvergütung des Ochol's don ausgeführtem Bier und von wieder ausgeführtem Dafer betreffend.

II. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am N. März d. J. hat der Hülfsbahnwärter bei der Hessi⸗ chen Ludwigseisenbahn⸗Gesellschaft Peter Snack aue Ramsen, im Königteich Bayern, an dem Planübergang Nr. 6 bei Gonsenheim einem Kinde des Johannes Geb vard zu Gonsendeim, welches ungeachtet des abgeschloss nen Aebergangs, unmittelbar vor dem Herannahen emes Zuges, über die Schienen ging, hängen blieb und umfiel, dadurch gas Leben gerettet, daß er über die Schienen eilte, das kind ergriff und von dem Geleise in dem Moment eni⸗ ernte, als gerade der Zug ansuhr. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Peter Strack aus Ramsen für diese menschenfreundliche, mit eigener Lebens zefahr ausgeführte That das allgemeine Ehrenzeichen mit er Inschrist:Für Rettung von Menschenleben Aller- nädigst zu verleihen geruht. In Gemäßheit Allerhöchster Entschließung wird dieses hiermit zur öffentlichen Kennt⸗ gebracht. i

III. Uebersicht der für das Jahr 1872 genehmigten Imlagen zur Bestreitung der Conimunalbedürfnisse der Sraelitischen Religionsgemeinden des Kreises Büdingen.

IV. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Zroßherzog haben allgnädigst geruht: am 30. Juni den Schullehrer an der evangelischen Schule zu Maibach% im Ftreise Friedberg, Friedrich Fley, zum Lebrer an der Real⸗ yule zu Alsfeld, unter Vorbehalt seiner Eigenschaft als Kolksschullehrer zu ernennen und an demselben Tage dem Schulamtsaspiranten Heinrich Lindner aus Sandlofs, im breise Lauterbach, die evangelische Schulstelle zu Gunzenau, im Kreise Laulerbach, zu übertragen; am 2. Juli den Orts⸗ ennehmer Karl Fliedrich Dieffendach zu Osthofen zum Steuetaussehet zu ernennen.

V. Characterertheilung. Eu f 8

VI. Concurrenzeröffnungen. Erledigt ist: die 2. evang. Cichulstelle zu Rimbach, im Kreise Lindenfels, mit einem jhrlichen Gehalte von 316 fl.; dem Herrn Grafen zu (rbach⸗Schönberg steht das Präsentationsrecht vezüglich deser Stelle zu; die evang. Schulstelle zu Zeilharo. im treise Dieburg, mit welcher ein Gehalt von 300 fl. 26 kr. (usschließlich des May'schen Legats) verbunden ist.

VII. Sterbefälle. Gestorben sind: am 15. Mai der Fensionirte Forstmeister Urich zu Büdingen; am 18. Mat o Schullehrer Philipp Eidmann zu Lützel⸗Wiebelsbach; am 28. Mai der pens. Schullehrer Heinrich Friedrich Roth zu mebtsheim; am 2. Inni der Schullehrer Plößer zu Pfifflig⸗ hüm; am 3. Juni der Schullehrer Leonhard Schwarz zu lüntersfürst; am 6. Juni der evang. Pfarrer Willen⸗ tücher zu Pfeddersheim; am 7. Juni der pens. Schloß⸗ unwalter Wildmeister Albert zu Kranichstein; an demselben Inge der Schullehter Johann Karl Steinhäuser zu Wachel⸗ sudtz am 14. Juni der evangelische Pfarrer Heinrich Nutzel zu Nieder-Flörsheim; an demselben Tage der pmsionirte Distriktseinnehmer Rendant Theodor Schar⸗ nunn zu Bensheim; am 17. Juni der pen. Schullehrer undreas Kleinhaus zu Pfedbersheim; am 28. Juni der Lendgerichtsdiener Johann Heinrich Eisenhuth zu Groß, Gerau; an bemselben Tage der Oberrechnungsrevisor Fäurich Berz zu Darmstadt.

Darmstadt. Wie demFr. J. gemeldet nürd, sind in Ausführung des kürzlich publicirten Jesuitengesetzes die einzelnen Kreisämter dur ein egangenes Ministerial- Ausschreiben zum Bericht tarüber aufgefordert worden, ob und welche esuiten sich in den betreffenden Kreisen aufhalten. Nachdem die Zahl der in Hessen vorhandenen Iusuiter auf diese Weise constatirt worden, würden

zeitere Ausführungsmaßregeln bevorstehen.

lischen Decanats ist seit der jüngsten Firmungsreise des Bischofs von Mainz eine Agitation gegen die Darmstädter Zeitung eingeleitet. Die Geist lichen knündigen wegen der angeblich antikatholischen Richtung der Offiziösen das Zwangsabonnement. Ebenso sucht man katholische Privatleute zur Ab bestellung des Blattes zu veranlassen. Aehnliches soll in anderen Decanaten, z. B. Dieburg, zufolge aus Mainz ergangener Weisung, geschehen sein, oder in Auesicht stehen, so daß wir demnächst eine allgemeine klericale Agitation gegen das Regicrungs organ zu erwarten hätten.

Berlin. DieProvinzial-Correspondenz, eine Polemik zwischen derSchlesischen Volksztg. und derGermania über die neuliche Rede des Papstes besprechend, sagt, anknüpfend an das Zu⸗ geständniß der Ersteren, daß Seitens der Regie rung noch bei weitem nicht bitterer Ernst gemacht sei, Folgendes: Was geschehen kann und muß, wenn es bitterer Ernst wird, darüber wird die Staatsregierung im Großen und Ganzen schon jetzt nicht mehr im Ungewissen sein. Die nächsten Sessionen des Landtages und Reichstages werden darüber voraussichtlich einige Klarheit bringen. Die Regierung wünscht gewiß, treu den preu ßischen Ueberlieferungen, in vollster Aufrichtigkeit noch heute, daß es zum bitteren Ernst nicht kommen möge, aber immer geringer wird leider die Hoff nung, daß die Stimmen, welche zur Mäßigung mahnen, selbst die Stimmen ernster, erprobter deutscher Katholiken, bis nach Rom dringen oder dort Gehör finden.

Bezüglich der vom Handelsministerium neuer- dings angeregten Frage, inwieweit die Beschäfti gung von Frauen im Eisenbahndienste zulässig erscheine, sind die meisten Bahn verwaltungen der Ansicht, daß Frauen wohl zum Telegraphiren und Billet verkauf, keineswegs aber zum Bedienen von Barrièren und Weichen, sowie zur Vertretung patrouillixender Wärter verwendet werden können. In diesem Sinne soll denn demnächst eine allge⸗ meine Verordnung erscheinen..

Der Handelsminister hat wiederholt auf die Nutzbarmachung der Böschungen an den Eisen⸗ bahnen durch Anpflanzung von Obstbäumen, Akazien, Korbweiden und anderen den klimatischen und Boden verhältnissen entsprechenden Baum- und Strauch- arten hingewiesen, und ist auch von einzelnen Eisenbahnverwaltungen diesem Gegenstande eine erfreuliche Aufmerksamkeit zugewandt worden.

München. Der Kronprinz des deutschen Reiches hatte eine längere Unterredung mit dem Kriegeminister Frhrn. v. Prankh und dem General v. d. Tann. Wie es heißt, würde die Inspicirung der bayerischen Armee durch den Kronprinzen nicht in diesem, sondern erst im nächsten Jahre stattfinden.

Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Preußen, von der Königin Mutter nach dem Bahnhofe begleitet, sind von hier nach Berchtes- gaden abgereist. Der Kronprinz wurde von der zahlreich versammelten Menge sehr lebhaft begrüßt.

und des Meringer Hülfspriesters Siemes am 16. d. dohier eingetroffen. Die Einfahrt in die festlich beflaggte Stadt nach der altkatholischen Kirche er⸗ folgte unter Böllerschüssen und Glockengeläute, Beim Eintritt des Erzbischofs in die Kirche stimuite die versammelte Gemeinde ein Tedeum an. Pfarrer Kühn erbat den erzbischöslichen Segen, den der Erzbischof ertheilte. Am 17. fand allkatholischet Gottesdienst und Firmung slatt. Es wurden 35 Kinder gefirmt und eine Trauung vollzogen. Von hier begibt sich der Erzbischof nach Zwei⸗ brücken, wo ebenfalls altkatholischer Gottesdienst und Firmung stantfindet.

Mülbausen. Die Zahl der täglich für Frankreich Optitenden nimmt nach ossiciösem Ein⸗ geständniß hier nicht nur zu, im Gegensatz zu anderen Orten, sondern der Zuwachs zeigt auch bezüglich der Qualität der betreffenden Personen eine größere Betheiligung aus verschiedenen Ständen und Altersklassen. Statt wie früher nur Leute in Bleusen und Mützen, sieht man jetzt mitunter auch soiche in Röcken und Hüten vor der Kreisdirketton stehen, um ihre französische Nalionelität festzu⸗ stellen. Auch Hr. Köchlin hat für Frankreich optirt.

Ausland.

Schweiz. Bern. Der Nationalrath be⸗ willigte gleich dem Bundesrath 400,000 Frs. für. die Organisation der Betheiligung an der Wiener Weltausstellung, erhöhte aber die von dem letzteren gewährten 30,000 Frs. für die Unterstützung von Arbeitern bebufs des Besuches der Ausstellung auf 60,000 Frs. N

Frankreich. Paris. Vor einem von dem Marschall Baraguay d'Hilliers präsidirten Kriegs⸗ gerichte(worin auch Mac⸗Mahon und Canu robert sitzen) begann in Lyon der Prozeß gegen den Ex General Cremer und Hrn. Wieczffenski, genannt de Serres, wegen willkürlicher Tödtung des Krämers Arbinet in Dijon.

Versailles, 16. Juli. Nationalversamm⸗ lung. Ein Antrag Feray's, die Debatte über die Patentsteuer wieder aufzunehmen und letztere zu verdoppeln, wird, nachdem sich Thiers dagegen ausgesprochen, mit 387 gegen 218 Stimmen ver- worfen. Louis Blanc verlangt, daß betreffs der Discussion über die Amnestiefrage die Dringlichkeit erklärt werde. Auf eine diesbezügliche Frage des Berichterstatters der Commission sagt Thiers, daß die Milde erst dann kommen solle, wann das Werk der Gerechtigkeit beendigt sei. Der Dring- lichkeitsantrag wurde hierauf abgelehnt.

17. Juli. Nationalversammlung. Bouillerie, Berichterstatter der Budgetcommission, hält 135 Mil- lionen neue Steuern für ausreichend, und nicht 200 Millionen, wie Thiers verlangt. Er empfiehlt Ersparnisse. Thiers hält die Forderung von 200 Millionen aufrecht und sucht die Nothwendig keit der Erhöhung des dem Kriegsminister einge⸗ räumten Credits um 65 Millionen zu beweisen.

3

2 5 5

9 . 0