waldbahn in nördlicher Richtung bis Hanau, in südlicher bis Eberbach weiter zu bauen. Unter welchen Bedingungen, Das festzusetzen und reiflich zu prüfen wird Aufgabe der Regierung und Stände sein.
„Friedberg. Zu Landtagsabgeord-⸗
neten wurden ferner gewählt: in Schotten Pfarrer
Schaub zu Ulrichstein; in Neustadt Kreisrath Küchler zu Dieburg; in Zwingenberg Landgerichts— Assessor Heinzerling zu Zwingenberg; in Ingelheim Ph. A. Gebhard, Weinhändler zu Ober-⸗Ingelbeim; in Wöllstein Hofg.-Adv. A. Metz zu Darmstadt; in Wald-Michelbach Bürgermeister Heidenreich zu Affolterbach; in Osthofen Hofg.⸗ Adv. Dernburg zu Darmstadt; in Bessungen Kreisrath Küchler zu Dieburg; in Oppenheim Dr. Schröder zu Worms. Doppelwahlen fielen auf Küchler, Metz, Franck. Von den bis jetzt als gewählt bekannt gewordenen 33 Abgeordneten werden 19 als National-Liberale, 8 als Conservativ-Liberale, 3 als Ultramontane und 3 als Demokraten be— zeichnet.
Berlin. Die„Spener'sche Zeitung“, das Gerücht besprechend, daß Fürst Bismarck aus dem preußischen Staatsdienst ausscheiden und blos der höchste Beamte des deutschen Reiches bleiben wolle, sagt: Eine solche Veränderung ist, wie wir ver— nehmen, keineswegs im Werk. Der Reichskanzler soll allerdings die Niederlegung des Vorsitzes im preußischen Ministerium beabsichtigen, niemals aber geäußert haben, daß er nicht mehr preußischer Minister sein wolle. Nach unseren Ermittelungen verbleibt der Fürst preußischer Minister des Aus- wärtigen und gibt seinen Platz im preußischen Ministerium nicht auf. Der Zusammenhang des preußischen Ministeriums mit den Behörden des deutschen Reiches bleibt durch des Reichskanzlers Person aufrechterhalten.
— Die Spezial-Commission des Abgeordneten⸗ hauses für Berathung des Provinzialfonds⸗Gesetzes hat die Ausscheidung besonderer Kreisfonds be— schlossen, welche den Kreisen vorweg zur Durch- führung der Kreisordnung zufließen sollen. Die Regierungs- Commissäre haben diesem Beschlusse im Princip zugestimmt und die Entscheidung der Regierung darüber, ob der Beschluß innerhalb der jetzigen Vorlage oder durch ein besonderes Gesetz auszuführen sei, sewie die Beschaffung des be— treffenden Materials für die erste Sitzung nach Neujahr zugesagt.
— Der Kaiser empfing den Reichskanzler Fürsten Bismarck zu längerer Conferenz.
— Wie die„Germania“ in Erfahrung ge— bracht baben will, hätte der Disciplinargerichtshof in der Untersuchungssache gegen den Armee-Bischof Namczanoweki bei der Verhandlung seine In— competenz ausgesprochen.
— Das Haus der Abgeordneten nahm in dritter Lesung den Gesetzentwurf über die Auf— hebung des Jagbrechts in den Provinzen Hessen und Schleswig ⸗Holstein unverändert in der Fassung der Regierungsvorlage an. In erster und zweiter Berathung wurde ferner der Gesetzentwurf bezüg⸗ lich der Reallasten-Ablösung in Schleswig ⸗Holstein unverändert angenommen und endlich im dritten Wablgange zum Mitgliede der Staatsschulden- Commission der Abgeordnete v. Bonin gewählt.
— Die„Times“ enthält eine Depesche aus
Berlin, welche meldet, Herr v. Bismarck würde vielleicht geneigt sein preußischer Premier-Minister zu bleiben, wenn die einer Reform des Herren- hausee im Wege stehenden Minister v. Selchow und Itzenplitz aus dem Kabinet ausscheiden würden. Hr. v. Bismarck empfehle die Reform des Herren— hauses, um dort eine prompte Annahme der für Deulschlands Consolidaton so nothwendigen anti— päpstlichen Gesetze zu sichern. Nach einem Bericht des Provinzial-Schul— collegiums in Posen soll der katholische Religions— Unterricht an sämmtlichen Gymnasten, Realschulen und Schullehrer-Seminarien der Provinz Posen in den böheren Classen von Ostern k. J. ab aus— schließlich in deutscher Sprache ertheilt werden. Die Directoren und katholischen Religionslehrer der genannten Unterrichtsanstalten sind bereits mit den bezüglichen Weisungen versehen.
— Der gesammte Salzwerksbetrieb in Preußen ergab während des Jahres 1871 eine Production von 8 Mill. Ctr. im Werthe von 2,187,000 Thlr. oder eine Zunahme gegen das Vorjahr von 650,000 Ctr. und 227,000 Thlr. An dieser Production waren die Steinsalz- u. Calisalzwerke mit 4½ Mill. Ctr. und die Salinen mit 3½ Mill. Cir. betheiligt. Für die Gewinnung von Stein— salz waren 3 Werke in Thätigkeit, zur Herstellung von Siedesalz 31 Werke. Es wurden auf ihnen 2399 Arbeiter beschäftigt.
— Die„freuzzeitung“ erfährt, daß sämmt— liche Landräthe, welche gegen die Kreisordnung gestimmt haben, vor die Alternative gestellt worden sind, entweder ihr Mandat niederzulegen oder Zurdispositionsstellung zu gewärtigen.
Wiesbaden. Der Kronprinz des deutschen Reiches ist mit Gemahlin und Kindern hier ein— getroffen und im Schlosse abgestiegen.
München. Die Enthüllungen in Bezug auf den Spitzeder- Schwindel nehmen immer größere Dimensionen an; so hat sich jetzt herausgestellt, daß auch viele Beamte sowohl mit ihrer dienstlichen Stellung als auch mit ihren persönlichen An— schauungen von Ehrgefühl es zu vereinbaren wußten, dieses Bankgeschäft für ihre eigenen Taschen nutzbar zu machen. Es sind gegen mehrere Gemeinde— und Staatsbeamte Disciplinar-Untersuchungen eingeleitet, welche voraussichtlich damit enden, daß diese Leute eben sammt und sonders ihre Ent— lassung nehmen müssen, bevor sie ihres Dienstes enthoben werden,
Karlsruhe. Der Kronprinz und die Kron— prinzessin des deutschen Reiches sind am 16. d. nach Wiesbaden abgercist.
Ausland.
Schweiz. Die altkatbolische Bewegung ge— winnt in der Schweiz, wo sie überall in organisa- torischer Weise in die Hand genommen wird, eine hervorragende Bedeutung.
Bern. Der Nationalrath hat die Berathung des Gesetz- Entwurfes über die Erhöhung der Be— soldung der eidgenössischen Beamten auf die Juli— Sesston vertagt.
Frankreich. Die„Agence Havas“ meldet: Das Ergebniß der Samstagssitzung hat eine große Beruhigung der Gemüther hervorgerufen und in der Geschäftswelt große Hoffnungen rege gemacht. Alle Gerüchte von Ministerveränderungen sind falsch.
— Ueber die Ueberschwemmungen, namentlich im Flußgebiete der Loire, sind sehr betrübende Berichte eingegangen. Die Eisenbahnverbindung mit Nantes ist unterbrochen. Die Banque de France macht bekannt, daß sie nicht im Stande sei, die in überschwemmten Orten zahlbaren Wechsel zur Verfallzeit zu präsentiren und fordert die Inte ressenten auf, dieselben am Verfalltage einzulösen.
— Aus Nantee wird telegraphirt: Die Quais von la Fasse und alle niedrigen Quartiere der Stadt stehen unter Wasser. Es ist ein surcht— bares Schauspiel. Alle Häuser der überschwemmten Quartiere sind geschlossen. Die Posten von Paris und der Bretagne sind ausgeblieben. Der Wasser— stand der Loire erreicht die Höhe von 6 M. 35 C. Die Büreaus der Douane sind geschlossen und alle Arbeit ist in denselben eingestellt. Man fürchtet einen Sturm.
— Am 16. d. war Thiers in der Sitzung der Dreißiger⸗Commission zugegen. Derselbe er⸗ klärte: Er habe in der Botschaft nicht die Frage ob Republik oder Monarchie entscheiden, sondern nur die Nothwendigkeit, sich mit der Gestaltung der Zukunft zu beschäftigen, betonen wollen. Er bestehe auf der Errichtung einer zweiten Kemmer. Die Republik existire thatsächlich; man müsse die- selbe entweder beseitigen oder eine Grundlage schaffen, worauf man fortschreiten könne. Er habe beantragt, eine derartige Lage der Dinge herbei— zuführen, wie Audiffret-Pasquier am Sonnabend empfohlen babe. Er begehre nichts sehnlicher, als eine Verständigung und wünsche, daß die Com- mission sich nicht darauf beschränke, seine Meinung zu hören, sondern gemeinschaftlich mit ihm berathe. Larcy dankte dem Präsidenten. Die Commission nahm dessen Vorschlag an und bestimmte den Mitt— woch für den Beginn der Diecussion.
Rede Thiers' in der Dreißiger-Commission einen außerordentlich günstigen Eindruck. Die Com- missions⸗Mitglieder scheinen gleichfalls einem Ent⸗ gegenkommen geneigter zu sein. Die Zahl der an Thiers gerichteten Zustimmun steigt 3000.
— Der Minister des Aeußern, Hr. v. Remu⸗ sat, ließ der deutschen Regierung die gegenseitige Aufhebung des Paßzwanges an der deutsch⸗fran—
zösischen Grenze vorschlagen und dürfte, wie in
gutunterrichteten Kreisen verlautet, die Aufhebung des Paßzwanges schon Anfang nächsten Jahres bevorstehen. i
Großbritannien. London. Eine Depu⸗ tation der geographischen und anderer Gesellschaften begab sich zu dem Marinemixnister Goeschen und dem Kanzler der Schatzkammer Lowe, um die Regierung zu veranlassen, die im Mai beabsichtigte neue Nordpolexpedition zu unterstützen. Lowe versprach, seine Ansicht mitzutheilen, sobald er den Plan geprüft hätte. 1
Homburg. Nach Weihnachten wird der Besuch der hiesigen Spielsäle nur noch gegen Karten gestattet sein.
In Lich brach am Sonntag Nacht Feuer aus. Der Eigenthümer des Hauses konnte sich nicht rriten und kam in den Flammen um.
Gießen. Wir hatten kürzlich Abends den Anblick eines pompösen Leichenzuges. Stud, pharm. Münch aus Ober⸗ Ingelheim, der am Samstag früh gestorben, wurde mit allen studentischen Ehren unter Fackelbegleitung zu Grabe geleitet. Der 6spännige Trauerwagen war von Kränzen fast erdrückt. Auf dem Friedhofe hielt Herr Pfarrer Weber von Allendorf a. d. L. eine ergreifende Rede und schilderte den Schmerz der Eltern ob des Verlustes, den sie erlitten und geißelte andererseits die Duelle und Mensuren, die neuerdings in so großem Flor stehen.
Frankfurt. Die Palmengarten-⸗Gesellschaft hat den Großherzogl. Hess. Hofgartendirector Geyger zu Darm⸗ stadt wegen seiner wissenschaftlichen Kenntnisse in der Horlikultur und seiner auf immer weitere Vervollkommnung der Gartenkunst gerichteten Bestrebungen zum technischen Ehrenmitgliede ernannt.
Worms. hiesigen Geschästs eine Geldsendung zur Post tragen. Auf dem Wege dahin wurde der junge Mann von einem Strolche angepackt, der demselben das Paket abnehmen wollte. Als er ibm solches nicht entreißen konnte, warf er den jungen Menschen zu Voden, entfernte sich jedoch rasch, als mebrere Personen auf den Hülferuf des An⸗ gegriffenen herbeieilten. Leider konnte der Tbäter nicht eikannt werden, weil die Straßen zu schwach beluchtet waren. Die Verantwortung darüber hat jedoch der Kalender zu tragen, indem Beleuchtung durch den Mond angekün⸗ digt war, die aber eingetretener Hindernisse halber gusblieb.
Berlin. Das humoristisch⸗salyrische Witzblatt der „Ulk“ enthält in feiner letzten Nummer folgenden sehr lreffenden Vers:
An den Abgeordneten Lasker. Vergebens suchst in scharsen Reden Das Gründerthum Du zu befehden; Denn das steht unumstößlich fest: Die Gründer- wie die Rinderpest, Sie werden nimmermehr verschwinden, So lange sich noch Ochsen finden.
Straßburg. Wie die„Straßb. Ztg.“ mittheilt, wird die deulsche Freimaurerloge„zum treuen Herzen“ definino am künftigen 5. Januar 1873 durch den Lo en⸗ Großmeister von Bayreuth Hrn. Dr. Bluntschli feierlichst in ibrem Lekale, Judengasse 12, installirt werden.
Mülhausen. Ein, wie es scheint, bedeutendes Elsenbahnunglück hat auf der Linie Paris-Belfort naltgesunden. Der am 14 d. fahrplan mäßig um 6 Uhr 1 Min. hier eintreffende Zug ist bei der Station Lure enigleißt und den Eisenbahndamm hinuniergestürz', wobei es nach Aussage mehrerer Reisenden, die von Belfort kamen, viele Todte und Verwundete gegeben haben soll. Indeß ist zur Stunde weder über die Ul sache noch über den Umfang des Unglücks Verläßtiches bekannt. 1
Paris. Es wurde seiner Zit von einem Expressungs⸗ brief gemeldet, den ein Apothekergehilfe, Namens Jour⸗ dan, an den Reichskanzler Bismarck gerichtet hatte, und in dem er diesen zum Loskaufe von einem Attentate um den Preis von 40,090 Francs zwingen wollte. Bis⸗ marck hatte bekanutlich dieses Schreiben an den fran zösischen General-Procuretor geleitet, welcher deshalb eine Untersuchung veranlaßte und die Sache einer Prozeßver⸗ handlung zuführen ließ. Diese fand in den letzten Tagen statt. Man suchte für den Angeklagten, der sich damit verantwortete, er hätte den Brief aus Haß gegen den Mann, der so viel Unheil über Frankreich gebracht, ab— gesendet, ein geringes Strafausmaß zu erwüken, indem man ihn als geistesgestört erk äfte und das Parere von sachverständigen Itrenärzten einholte. Diese aber, Dr. Blanche obenan, eiknunten nicht auf diesen Milderungs⸗ grund und so wurde Jourdan zu zweijätzriger Kerker⸗ haft verurtheilt.
1
D. Frankfurt a. M., 17. Dec. Die beute ge. meldeten zuͤmlich sesten Berliner Cousse blieben ohne Ein—
flaß auf die Gestallung von Tendenz und Verkehr, welche
— Der„Agence Havas“ zufolge machte die
ge-Adressen über
Kürzlich Abends sollte der Lehrling eines
ff b. faut, comble Nlates leibel, momen der hel neestet g 8 handlu poll, b wieisen, gegen wülrben 1 um Paß 359 ½6, und 35 blieben mänden büßten Sande und O 8%, aclien herrsch. Deulschä Oeslerr. malter, Nachso Renten von welc Crebitac —
4
3448( siellung
auf Ste
Halien i Die
Ausschri
bis zun Vormitt Inspect. auch die elugtseh genomm
Fre
347 lichen haufe scheben.
fferten dlnzureie
— S= —
— — S 2


