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solchen Sammlung betbeiligt hätten. Die ge⸗ nannten social-demokratischen Agitatoren genössen

übrigens im Reichstage so wenig Popularität,

daß eine Sammlung bei allen politischen Parteien wenig Unterstützung finden würde.

Wie dieKrzztg. vernimmt, ist es der Central⸗Commission des deutschen Reiches für die Wiener Ausstellung möglich geworden, eine kurze Verlängerung der für die Anmeldung der Bethei⸗ ligung gesetzten Frist eintreten zu lassen. Die Landes⸗Commissionen sind demgemäß mit Bestim⸗ mung versehen. Für Preußen soll die Verlängerung der Frist bis zum Ende des Monats laufen.

Leipzig. Im Laufe des Sommers wird eine Reihe großer und wichtiger Versammlungen hier tagen. Den Reigen eröffnet der deutsche

Handelstag, welcher am 15. bis 17. Mai zu⸗

sammentritt. Ihm folgt die Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner, welche am 22. bie 27. Mai stattfindet. Vom 12. bis 15. August versammelt sich der deutsche Protestantentag, der auf seine Tagesordnung die sociale Frage und die Bekenntnißfrage gesetzt hat. Der 13. August wird der Haupttag sein, an welchem die sociale Frage behandelt werden soll, mit Professor v. Holtzen⸗ dorff als Referenten und Professor Böhmert aus Zürich als Coreferent. Am andern Tage wird Professor Lipsius aus Jena eine Verhandlung über die Bekenntnißfrage einleiten. Ende August kommt dann der deutsche Juristentag ebenfalls hier zusammen, und im September endlich der Congreß deutscher Naturforscher und Aerzte.

München. In der Abgeordnetenkammer be⸗ antragte Freytag die Einziehung aller außerdeutschen Gesandtschaften, außer Wien. Herz beantragte, auch Wien aufzuheben. Der Minister-Präsident erklärte, er habe im Ausschuß nicht gesagt, daß die bayerische Diplomatie jetzt bedeutungslos sei, sondern nur gesagt, daß in Folge der Neuge⸗ staltung der deutschen Verhältnisse die europäischen Fragen kein Gegenstand der Behandlung für die bayerische Diplomatie mehr seien. Der Antrag Freytag's wolle die Reservatrechte im Interesse einer Partei preisgeben, wogegen schon die Rück sicht auf die Ehre und die Würde Bayerns spreche. Beide Anträge werden hierauf abgelehnt, der An: trag von Herz mit großer, der Antrag von Freytag mit kleiner Majorität. Vorher wurde der Antrag des Ausschusses auf Neubildung des Staatsrathes trotz des Widerspruches des Ministers des Innern und der Erklärung, daß die Regierung nicht darauf eingehen könne, angenommen.

Neunburg v. W.(Bayern). Da die Ge meindevertretung den Altkatholiken die Spital⸗ kirche zur Benutzung einräumte, haben 400 an- sässige Männer gegen dieses Vorgehen Protest und Beschwerde bei der Kreisregierung erhoben.

Bayreuth. Von einer am 6. d. hier ab-

Dieselben wurden dem Secretär des Schieds⸗ gerichts, Hrn. Favrot, offiziell übergeben zur Ueber⸗ mittlung an die Mitglieder des Schiedsgerichts.

Frankreich. Paris. DasJournal offi⸗ ziel meldet, daß der Paßzwang seit dem 20. d. in den Häfen des Canals und an der belgischen Grenze aufgehoben ist. 1

Der Generalbericht über die Capitulation von Metz ist lautAvenir militaire endlich be endigt. Er füllt nicht weniger als 50 Seiten, welche den Erfolg der Prüfung aller Acten geben. Die Vorlesung dieser großen Arbeit soll zum ersten Male vor der Commisston stattfinden, diese wird alsdann eine genaue Prüfung derselben vornehmen, was noch mehrere Sitzungen kostet, um dann erst die Entscheidung zu fällen. s

Wenn wir recht berichtet sind, sagt der offiziöseBien public, so soll das Studium der lebenden Sprachen, namentlich des Englischen und Deutschen, demnächst eine hervorragende Stelle in dem Studienplan unserer Gymnasien einnehmen.

Es ist davon die Rede, für das Baccalaureats⸗

Examen die Keuntniß eines dieser Sprachen in einer ernstlichen, schriftlichen und mündlichen Prü- fung zu verlangen. Auch sollen besondere Preise für lebende Sprachen in dem großen Concurs zur Vertheilung gelangen.

Der Redacteur des in Vitry le Frangais erscheinenden, republikanischen Blattes:Le Messager de la Marne, Herr Pessez, ist am letzten Mitt woch von einer preußischen Abtheilung, bestehend aus einem Offizier, einem Unteroffizier und einem Soldaten, verhaftet und sogleich, mittels Eisen⸗ bahn, nach Reims gebracht worden. Anlaß zu dieser Maßregel gab ein Artikel, welchen der Messager ohne weitere Prüfung einem Blatte des Jura-Departemerts entlehnt hatte, und dem- zufolge in Belfor: alle Augenblicke Soldaten der preußischen Garnison nach der Schweiz oder gar zu der französischen Fremdenlegion desertiren sollten.

DasJournal offiztel veröffentlicht fol⸗ gende Note:Vom 20. April ab wird die Förm⸗ lichkeit der Vorweisung eines Passes an der fran⸗ zösisch⸗belgischen Grenze und in den Häfen des Canal la Mancht nicht mehr erfordert werden. Den Reisenden wird dort der Eintritt in das Landesgebiet auf die bloße Abgabe ihres Namens und nachdem sie in dem Grenz Polizeicommissariat bei ihrer Ankunft oder Abfahrt ihre Unterschrift

auf ein dort aufliegendes Blatt gesetzt haben, ver⸗

stattet sein. Wie wir hören, ist der Schweizer Gesandte, Herr Kern, in diesem Augenblicke be⸗ müht, dasselbe Zugeständniß für die französtsch⸗ schweizerische Grenze zu erwirken. Die Aufhebung der Paßcontrole dürfte wohl bald eine für alle Landesgrenzen gemeingültige Maßregel werden. In der Sitzung der Permanenz⸗Commission richtete der Abg. Mornay an den Minister des

gehaltenen zahlreich besuchten Altkatholiken⸗ Innern, Lefranc, eine Anfrage wegen der Option

Versammlung wurde das Comite ermächtigt, einen glaubenstreuen Priester zur Abhaltung eines

der Nationalität der Elsaß⸗Lothringer und betreffs der durch eine verschiedene Auslegung des Frank⸗

Gottesdienstes zu berufen, ferner Schritte zu thun, furter Friedensvertrages diesbezüglich entstandenen eine regelmäßige Pastorirung durch Aufstellung eines Schwierigkelten. Der Minister erwiderte, daß die

altkathol. Wanderpredigers für Franken anzubahnen.

Stuttgart. Der Landtag wurde am 15. d. durch königl. Rescript vertagt.

Karlsruhe. Eine am Sonntag in Offenburg abgehaltene Altkatholikenversammlung war von über 2000 Theilnehmern besucht und mußte wegen der Unzulänglichkeit der gemietheten Lokalität im Freien abgehalten werden. Von Windscheid(Heidel- berg) und Intlekofer(Offenburg) eingeführt, hielten Reinkens und Knoodt Vorträge von zündender Wirkung. Spezielle Anträge waren nicht gestellt. Mit einem von Intlekofer ausgebrachten Hoch auf die Geistesfreiheit und in gehobenster Stimmung ging die Versammlung auseinander. Keinerlei störender Zwischenfall fand statt.

f Ausland.

Schweiz. Bern. Laut offzieller Mit- thtilung der würtembergischen Regierung an den Bundes rath hat dieselbe das würtembergische Con- sulat in Genf aufgehoben,

Genf. Die amerikanischen und englischen Agenten sind hier eingetroffen, um die auf die Alabama⸗ Angelegenheit bezüglichen Acten auszutauschen.

deutsche Regierung in ihrem Rechte geblieben sei, die juridischen Rechte würden in allen Fällen ge⸗ wahrt werden; es sei zu hoffen, daß die diploma tischen Verhandlungen die Migßverständnisse besei⸗ tigen und die Schwierigkeiten der Lage ebnen werden. Großbritannien. London. Die Corre⸗ spondenz der Regierung mit Spanien, betreffend dieInternationale, ist nunmehr veröffentlicht. Der Minister Deblar forderte am 9. Februar Lord Granville auf, an einer Convention gegen die Internatlonale, an welcher sich alle Staaten betheiligen sollten, mitzuwirken. Granville lehnte dies unterm 8. März ab, indem er hervorhob, daß dieInternationale die Gesetze Englands nicht verletzt habe. 2 Spanien Madrid. In den verschiedensten Provinzen tauchen Karlistenbanden auf. In den baskischen Landestheilen finden, offiziellen Mel⸗ dungen zufolge, überall Zusammenrottungen statt und fürchtet man einen sofortigen Losbruch. Die Regierung hat in Folge dessen die Besatzung jener Gegend um ein Jägerbataillon zu vermehren be⸗ schlossen. Auch der Gouverntur von Gerona be

richtet, daß dort die karlistische Insurrection sort⸗ dauert. In Bisbal ist eine über 100 Mann starke Bande aufgekaucht und sind Truppen gegen dieselbe aufgeboten. Gerüchtweise meldet man auch das Erscheinen eines bewaffneten Republikaner haufens in der Gegend von Vendrel(Provinz Tarragonien). In Catalonien machen die Radi⸗ kalen gemeinschaftliche Sache mit den Karlisten. Truppenabtheilungen durchziehen die Provinzen Navarra und Granada. Nach den neuesten Nachrichten hat eine Schaar von 600 Karlisten den Versuch gemacht, in Barcelona einzudringen, aber nicht reussirt. Truppen sind in genannter Stadt concentritt. Der Kriegsminister ruft alle beur- laubten Unteroffiziere und Soldaten zu den Waffen.

Amerika. Newyork. DerHerald sagt, im Falle es erwiesen werde, daß die Klageschrift der Unionsregierung ungerechte Forderungen auf; stelle, müsse dieselbe ungeachtet des Opfers, welches dadurch dem Nationalstolz zugemuthet werde, zurückgezogen werden. Sobald aber Grant die Klageschrift zurückziehe, sei die Demission des Staatssecretärs Fish eine Nothwendigkeit.

Der DampferOceanus ist auf dem

Mississippi durch eine Explosion zerstört und

verbrannt; von 100 Menschen, welche sich auf dem Dampfer befanden, sind 60 umgekommen. Washington. In dem von der Unter- suchungs-Commission des Repräsentantenhauses er- statteten Bericht wird erklärt, daß kein Waffen- verkauf an notorisch deutsche und französische Agenten stattgefunden habe. Die Unions beamten

machten keinen Gewinn bei den Waffenverkäufen.

Frankfurt. Der diesjährige Früh jahrspferde⸗ Markt, welcher eigentlich am 15. erst begann, nahm tvatsächlich schon am 11. April seinen Anfaug, denn die Käufe, welche seit jenem Tage in Luxuspferden gemacht wurden, waren sehr bedeutend. Auch ganz schwere Ar⸗

beitspferde(Normänner) welche die Firma Gebr. Löbstein

aus Cannstadt zu Matkt brachte, wurden von Seiten unserer Bierbrauercibesitzer viel gekauft. Obschon der Markt erst um 12 Uhr beginnen sollte, so standen doch schon um 7 Uhr Morgens die öffentlichen Plätze voll Pferde, und immer neue Züge kamen zu den Thoren herein, so daß um 12 Ubr ca. 1200 Pferde daselbst landen, wozu noch die 600 in den verschiedensten Stallungen untergebrachten Luxuspferde kamen. Sofort enwickelte sich das Geschäft und gestaltete sich im Laufe des Tages auch in Arbeitepferden zu einem höchst lohnens⸗ werthen. Käufer waren sehr zahlreich am Platze. Was die zu Maikt gebrachten Pferderacen anlangt, so war die mecklen⸗ burgische Race am meisten, namentlich mit den Wagen⸗

pferden vertreten. Dann solgten was die Zahl anbetrifft,

die englische, ungarische und ostpreußische Racen; auch einige Litauer waren am Platze. An sie schlossen sich als Arbeilspferde Belgier und Normänner. Fortuna batte bei der Ziehung des großen Looses der Franksurter Stadilotterie ihre eigenthümliche Laune, denn sie goß ihr Füllhorn auf lauter kleine Frankfurter Leute, Commis kleine Handwerker ꝛc. mit 200,000 fl. aus.

D. Frankfurt a. M., 16. April 1872. Es ist in gegenwärtiger Zeit eine undankbare Aufgabe Börsenreporter zu sein, da man eben bei bestem Willen läglich nichts anderes referiren kann, als die immer noch andauernde Flauheit. Zwar nahm die hiesige Börse heute im Ein⸗ zelnen eine festere Haltung an, im Ganzen aber unter⸗ schied sie sich von jener der vorhergehenden Tage weder durch Umfang der Geschäfte noch durch Besserung der Preise. Die Zustäude in Wien und Prag, wo die Specu⸗ lation ihre wildesten Orgien gefeiert und jetzt moralischer Katzenjamwer sich eingestellt hat, üben eben auch auf bier ihten Einfluß, dem sich die hiesige Börse um so weniger entziehen kann, als gerade von Wien starke Verkaufsordres einliefen und noch einlaufen. Am besten halten sich von Speculalionseffecten heute Creditactien, welche bei ziem⸗ lich animiriem Geschäft bis 352 bezahlt wurden und somit über fl. 2. gegen den gestrigen Schlußkurs ge⸗ wannen, allerdings auch nach mehrfachen Schwankungen. Flau dagegen verkebrien Staatsbahn, die mit 393½ er⸗ öffneten und mit 392½ schließen. Lombarden fest bei 210 ½ 211. Nationalbank 870 71. Im Uebrigen waren Bayken matt und trotz mehrfach versucht wurde einiges Leben in diese Branche zu bringen, mußten die Kurse doch nachgeben. Das Gleiche gilt von den Bahn⸗ werlhen, welche unter den über die Getreideconjunctur Oesterreich-Ungarns verbreileten ungünstigen Gerüchten leiden. Elisaveih notirte heute 260 ½. Von deulschen Bahnen Bexbacher und Oberhessen billiger 84¾, neue volle bayr. Ost sowie auch alte dagegen anziehend. In Priori⸗ täten wenig Umsatz, alte Lombarden offerirt. Für beide österreich. Renten zeigten sich mehrfach Käufer, die indeß keine Kurszugeständnisse machen wollten. Loose flau. 5% Bayern und% Württemberger am Markt.

Spanier enischieden flauer, angesichts der dortigen desolaten

Zustände, die offenbar einer neuen Revolution entgegen reiben. Amerikanssche Werthe heute wieder fester, nach⸗ dem sich die lotale Grundlosigkeit der über das Genser Schiedsgericht verbreitet gewesenen Nachrichten berausgestellt.

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