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formation über die dort eingeführten Einrichtungen.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Nach dem Reichsanzeiger wurden v. Strantz, Major, beauftragt mit der Führung des 2. Großh. Hess. Drag.⸗Regts.(Leib⸗Drag.“ Regts. Nr. 24), zum Commandeur dieses Regi- ments ernannt. v. Lepel, Major vom Rhein. Kür. Regt. Nr. 8 und commandirt als Adj. beim Gen.⸗Commando XIV. Armee⸗Corps, unter Ent⸗ bindung von diesem Commando, zum etatsmäß. Stabsoffizier im Regiment ernaunt.
Berlin. Der„Reichsanz.“ veröffentlicht die Verordnung, betreffend die Einführung der Militär⸗ Ersatz ⸗Instruction in Elsaß Lothringen, vom 26. März 1872.
— Um die Schnellzüge auf einen möglichst hohen Grad von Vollkommenheit zu bringen, be⸗ reisen gegenwärtig technische Oberbeamten der Staate⸗Eisenbabnen ausländische Routen zur In-
— Laut Verfügung vom 5. d. M. sind Post⸗ karten mit angefügten Waarenproben fortan unbe— dingt von der Beförderung auszuschließen.
— Seit 1859 sind acht feste Brücken über den Rhein erbaut worden und dem Verkehr über⸗ geben, bei Straßburg, Mannheim, Mainz, Coblenz, Köln, Hamm, Kuilenburg und Rommel; zwei stehende Brücken sind im Bau begriffen: bei Duis- burg und bei Wesel; projectirt sind weitere feste Rbeinbrücken bei Breisach, Worms, Mainz, Köln, (zwei neue) und Ruhrort. Zur Erleichterung des Verkehrs zwischen dem elsässischen und badischen Ufer werden auf Rechnung der beiden Regierungen acht Schiffbrücken hergestellt
— Der„A. Allg. Ztg.“ wird telegraphirt: „Wie verlautet hat der Kaiser von Oesterreich die Einladung des Kaisers Alexander zu einem baldigen Besuch in St. Petersburg angenommen. — Gegenüber von verschiedenen Deutungen des vom Kaiser Alexander von Rußland beim Gala⸗ Diner am 7. d. M. im königlichen Schlosse aus- gebrachten Toastes, wird hiesigen Blättern durch Ohrenzeugen versichert, daß derselbe nicht auf die „tapfere preußische Armee“ gelautet, sondern daß Kaiser Alexander sich an den Deutschen Kaiser wendend die Worte gebraucht habe:„Auf das Wohl Ihrer braven Armee!“— Die„Spen. Ztg.“ enthält das Dankschreiben, welches Fürst Bismarck an den Mr. Kinnaird für Ueberreichung der Adresse englischer Notabeln gerichtet hat. Das⸗ selbe lautet:„Berlin den 10. Sept. 1872. An den ehrenwerthen Herrn Arthur Kinnaird, Mitglied des Parlaments von Großbritannien und Irland. Ich sage Ihnen und den Herren Mitunterzeichnern der Adresse, welche Sie mir zu überbringen die Güte gehabt haben, für diesen ermuthigenden Zu⸗ spruch meinen verbindlichsten Dank. Ihre Kund⸗ gebung hat einen um so höheren Werth, als sie
aus dem Lande kommt, welches Europa in den letzten Jahrhunderten als Bollwerk der politischen und religibsen Freiheit schätzen gelernt hat. Sehr richtig würdigt die Adresse die Schwierigkeiten des Kampfes, welcher uns gegen den Willen und gegen die Erwartung der deutschen Regierungen aufge⸗ nöthigt worden ist. Die staatliche Aufgabe, den confessionellen Frieden und die Gewissensfreiheit Aller gleichmäßig zu schützen, würde auch dann keine leichte sein, wenn sie den Regierungen nicht durch den Mißbrauch berechtigter Einflüsse und und durch künstliche Beunruhigung gläubiger Ge— müther erschwert würde. Ich freue mich, mit Ihnen in dem Grundsatze einverstanden zu sein,
Herren Mitunterzeichneter bringen zu wollen und die Versicherung meiner vorzüglichen Hochachtung zu genehwigen.
gez. v. Bismarck.“
das Gerücht von einem Ausfall in den Steuer⸗ Erträgnissen im Betrage von 90 Millionen. D Minister des Innern erklärte, daß die angegebenen Ziffern unrichtig seien. Aboville verlangte Auf⸗
daß in einem geordneten Gemeinwesen jede Person und jedes Bekenntniß das Maß von Freiheit ge nießen soll, welches mit der Freiheit der übrigen
und der Sicherheit und Unabhängigkeit des Landes vereinbar ist. In dem Kampfe für diesen Grund⸗ satz wird Gott das deutsche Reich auch gegen solche Gegner schützen, welche Seinem heiligen
Namen den Vorwand für ihre Feindschaft gegen unsern innern Frieden entnehmen; aber jedem meiner Landsleute wird es gleich mir zur be: sonderen Genugthuung gereichen, daß Deutschland in diesem Kampfe die Zustimmung der zahlreichen und gewichtigen englischen Stimmen gefunden hat, Ich bitte
Sie, meinen aufrichtigen Dank zur Kenntniß Ihrer
deren Ausdruck ihre Adresse enthält.
spruch der anderen Schiedsrichter bezüglich der durch die„Alabama“ verursachten Schäden, nicht aber bezüglich der anderen Kaperschiffe beistimmt. Zu Ehren des glücklichen Ausganges der Conferenz wurden 22 Kanonenschüsse gelöst. Sclopis hielt eine Schlußrede, welche mit Befriedigung aufge- nommen wurde.
Frankreich. Paris. In der Permanenz⸗ Commission verlangte Renneville Aufschlüsse über
erhalten für die 6 wöchentl. Dauer des Cursus ein Stipen dium von je 40 Thlr. Die Unterrichts⸗Gegenstände um!
fassen Geometrie, Chemie,
Leben der Pflanzen und Thiere mit Demonstrationes Obstbau, landw. Betriebslehre und Exkursionen. 10 Lehrer fungiren die Herren v. Langsdorff, Generalsecrelst der Centralstelle für Landwirthschaft, Dr. Metzler, Dr. K Dr. Hallwachs, Prof. Kumpa und Hofgärtner Noack.
Barmstadt. Ein Herr v. Schlagintweit, welcht
Physik, Zeichnen, Uebungen in Ansiellen chemischer und physikalischer Versuche, Bau und
sich seit längerer Zeit hier aufhält, wurde am 11.. 1
— In diesen Tagen, so heißt es, gehen von 2 hier Cireularschreiben an die deutschen Gesandten schlüsse über die Einstellung der Minir- Arbeiten 4775 bei den auswärtigen Höfen ab, worin dargethan am Eingange des Mont Cenis Tunnels. Der 1 05 10 ist, was die Kaiser-Entrevue gewollt und was Minister erwiederte, daß die Regierung keinem J 4 sie zu Stande gebracht hat. Oesterreich und fremden Einflusse oder Druck gehorcht habe. Auf ume! Rußland werden ihre Gesandten in gleicher Weise eine Anfrage Pagés-⸗Duport's erklärte der Minister, 10 informiren. daß die Unterhandlungen wegen Erneuerung der J 115
— Der Kaiser, der Kronprinz und Prinz Handelsverträge mit guter Hoffnung auf eine Dutch Karl sind von Marienburg wieder zurückgekehrt. Verständigung betrieben würden. a sopie
Danzig. Der„Danziger Zeitung“ wird— Bezüglich der Antwort des Ministers des ae aus Marienburg gemeldet, Bischof Krementz habe Innern auf die Anfrage Renneville's, den Ausfall! Cg dorthin die Anzeige gelangen lassen, daß er zur in den Steuer- Erträgnissen betreffend, ist nachzu⸗ empfe Säcularfeier nicht kommen werde. tragen, daß der Minister des Innern hinzufügte, Besuch
Marienburg. Am 12. Sept. traf Se. daß die Einnahmen des zweiten Halbjahres die gore Majestät der Kaiser mit dem Kronprinzen und Verminderung des ersten ausgleichen würden. 1 f dem Prinzen Friedrich Karl hier ein und hielt— Eine Note im„Journal officiel“ gibt ein Cee unter Glockengeläute und Kanonendonner, sowie Exposé über den Frankfurter Friedensvertrag, Erk unter dem enthusiastischen Jubel einer zahllosen welcher in Frankreich und Deutschland hinsichtltih— Menschenmenge seinen Einzug in die festlich Nie Hauptpunkte verschieden ausgelegt werde, schmückte Stadt. nämlich 1) betreffs der französchen Untherthanen, 365
— Bei der Huldigung der Vertreter der Kreise welche in den abgetretenen Gebieten geboren und 19 Westpreußens, Ermelands und des Neerinele gegenwärng daselbst domicilirt seien, und 2) be⸗ undi hielt der Oberpräsident der Provinz Preußen eine treffs der Nationalität der Minderjährigen. Die fo d Ansprache an den Kaiser, worin er nach einem Note schließt:„Die Regierung bält es für ihre 0 Hinweise auf die Huldigung von 1772 und die Pflicht, den Betheiligten diese Verschiedenheiten der an Geschichte Westpreußens seit diesen Jahren der Auslegung, welche sie soviel als möglich be- tiefgefühlten Dankbarkeit der vertretenen Landes- kämpfte, ohne daß es ihr sie zu beseitigen ge: theile Ausdruck gab, das Gelübde unverbrüchlicher lungen wäre, bekannt zu geben.“ 1 Treue und unbegrenzter Hingebung in deren Namen— Das amtliche Blatt veröffentlicht ferner 3 erneuerte und die Bitte aussprach, der Kaiser eine Aufstellung, betreffend die Einnahme des J möge diese abermalige Huldigung Westpreußens, ersten Semesters von 1872. Danach ergaben dien Ermelands und des Netzdistriets gnädigst entgegen- directen Steuern 22 Millionen mehr als die voran: zur nehmen und diesen Landen sein Vertrauen und gegangenen Monate im Durchschnitt ergeben batten. 8 seine Huld bewahren. Der Oberpräsident schloß Die indirecten Steuern ergaben 88 Millionen l mit den Worten:„Gottes Schutz und Segen sei weniger als man veranschlagt hatte. Diese Min⸗ immerdar Ew. Majestät.“ Der Kaiser antwortete: dereinnahme sei das vorhergesehene Resultat von 22 „Der Frühjahrsdeputation habe ich mein Er- voraus bewirkten Anschaffungen und Schmuggel. scheinen versprochen, wenn Zeit und Gesundheit Die Einnahmen stiegen indeß schon wieder rapid 201 es gestatten. Beides ist zu meiner Freude einge⸗Tund würden die Voranschläge Ende 1872 erreichen. 0! treten. Deshalb bin ich hier zu Ehren des Tages.— Thiers ist am 14. in Havre angekommen“ eite Große Ereignisse sind über das Vaterland ge⸗ und wurde ihm ein enthusiastischer Empfang zu kommen, die größten in den letzten Jahren, die Theil. Der Maire hielt eine Ansprache an den Preußen an die Spitze Deutschlands gestellt. Die Präsidenten der Republik, worin er Namens der— Gefühle, die Sie darbringen, nehme ich mit voller Bevölkerung der Stadt Havre den Gefühlen der Ueberzeugung, mit Dankbarkeit und in der Hoff- Dankbarkeit, von welchen die letztere gegen den 10 nung an, daß auch Die, welche ein volles Ver- Präsidenten beseelt sei, Ausdruck gab und den 15 ständniß für das Geschehene noch nicht haben, Präsidenten ermutbigte, die Republik zu begründen. 10 dasselbe bald erlangen werden. Gebe der Himmel, Thiers dankte und sprach sein Vertrauen in die daß solche Erwartungen sich erfüllen.“ Größe Frankreichs aus. Gegen die Mitglieder
Coblenz. Die hiesige königl. Regierung hat(des Municipalraths äußerte Thiers:„Die neuen. eine Verfügung an die Landcäthe und Schul: Steuern werden ermöglichen, das Gleichgewicht“ Inspectoren ihres Bezirks gerichtet, worin sie vor des Buogets zu erreichen. Wir haben sehr gute“ 2 der Theilnahme der Beamten an dem in Mainz Nachrichten aus England; wir wollen nicht den[ 100 ins Leben gerufenen und auch hier im Entstehen Freihandel vernichten und wir werden wohl dahin“ 2. begriffenen„Verein der Katholiken Deutschlands“ gelangen uns zu verständigen. In einem Jahre 5 warnt, und zwar wegen der„reichsfeindlichen werden wir Ueberschüsse haben. Man muß 1 Tendenzen“ des genannten Vereins. Frankreich und Europa für das Vertrauen, welches“
Nürnberg. Ludwig Feuerbach ist am 13. d., sie bei der letzten Anleihe bewiesen haben, dankbar 68 Jahre alt, verschieden. sein. Die Departements Marne und Haut- Marne 4
sind im Begriff geräumt zu werden. Sie würden Ausland es schon sein, wenn die in den anstoßenden De“
Schweiz. Bern. Das Diner zu Ehren partements für die deutschen Truppen zu errichten 1 des Alabama⸗ Schiedsgerichts nahm einen glänzen. den Barackenlager fertig gestellt wären. In deen f
den Verlauf. Bundes präsident Wilti toastirte auf Wochen wird dies der Fall sein. Der äuß e. das glückliche Resultat des Schiedsgerichtes, Graf Frieden ist gesichert. Ich werde es mit angelegen 1 Sclopis auf die gastliche Schweiz. sein lassen, den innern Frieden herzustellen un: 1 40 Genf. In der Sitzung des Schiedsgerichts werde fortfahren in dem bisherigen Geiste 6 vom 14. d. verlas Präsident Sclopis das Er- regieren.“ 2 K
kenntniß, demzufolge England zur Zahlung von eder Reihe von Ja 15,500,000 Dollars in Gold verurtheilt wird. dad dene redn lrende s Uene lee 9 Das Urtheil ist von vier Schiedsrichtern unter- 1 e e Ae Ms zeichnet, während der fünfte Schiedsrichter, Cock⸗ Nersede ist von ehrern esucht, von denen 1 5 %%% ̃ abgegeben hat, in welchem er nur dem Urtheils⸗ Letztere sind von der preußischen Regierung gesandt und f


