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und Mittnacht folgendermaßen:„So ist denn das Recht des Reiches aus den Kämpfen, welche die reichsseindlichen Parteien Süddeutschlands eröffnet baben, unversehrt, ja neugestärkt hervorgegangen. Der warme Dank der Nation gebührt den leiten den Staatsmännern. Die Reden der Minister in München und Stuttgart bleiben in dem guten Andenken Derer, welche die Früchte der gesunden organischen Entwickelung Deutschlands ernten. Sie gehören der Geschichte an.“
— Die„Provinzial-Correspondenz“ enthält einen längeren Artikel, welcher die Ausführungen der„Kreuz-Zeitung“ in Betreff der Rede des Fürsten Bismarck vom 30. Januar im Einzelnen widerlegt. Der Artikel schließt: Der plötzlich mit so großer Entschiedenheit hervorgetretene Wider spruch der„Kreuzzeitung“ ist in hohem Grade überraschend. Die Regierung wird aus demselben nur entnehmen können, daß derjenige Theil der conservativen Partei, welchem diese Zeitung als Organ dient, den Augenblick für geeignet hält, um der Politik des Fürsten Bismarck offen ent- gegenzutreten.
— In Folge Verfügung des Kriegsministe- riums sollen zum Dienstantritt der sechswöchent— lichen Militärdienstpflicht der Schulamtscandidaten von jetzt ab nur zwei Termine, nämlich der 1. April und der 1. October jeden Jahres in Gültigkeit bleiben und der 1. Juni als Antritts- termin in Wegfall kommen.
— Die„Nordd. Allgem. Ztg.“ setzt der Be⸗ hauptung der Bonner ultramontanen„Deutschen Reichszeitung“, daß die Kalserin gegenüber auf dem Hofball am 8. Februar vorgestellten Abge— ordneten sich mißbilligend über das Schulaufsichts⸗ gesetz ausgesprochen habe, ein entschiedenes Dementi entgegen. Vorstellungen von Deputirten bätten außer der Cour nach dem Ordensfeste überbaupt nicht stattgefunden. Die Kaiserin babe nicht die Gewohnheit, mit Fremden von politischen Dingen zu reden.
— Einer Mittheilung der„Voss. Ztg.“ zu- folge haben die geschichtlichen Erhebungen über den deutsch⸗französischen Krieg ergeben, daß der- selbe deutscherseits mit einer Feldarmee von 550,000 Mann eröffnet worden, hinter welcher sich in Deutschland noch 400,000 Mann, theils Landwehr⸗, theils Ersatztruppen vorhanden befunden haben. Deutschland ist zu diesem Zeitpunkt also hinter dem Effectivstande seiner Armee, welcher zu 1,174,000, oder nach anderen Berechnungen nur zu 1,126,000 Mann argenommen wird, um 150,000 bis 200,000 Mann zurückgeblieben. Ab⸗ geschlossen ist hingegen der Krieg deutschersests mit rund 720,000 Mann auf französischem Boden, wohinter sich in Deutschland an Besatzungs⸗ und Ersatztruppen noch etwa 250,000 Mann befunden haben. Die Verluste durch Tod, Verwundung, Krankheit und Invalidität können bis dahin auf etwa 180,000 bis 200,000 Maan veranschlagt werden, und war deren Deckung durch erböhte Rekruteneinstellung erfolgt, wobei sich jedoch ein Heranziehen der ersten Classe der Ersatzreserve mit 56,000, und selbst ein Zurückgretfen auf die schon ausgedienten Mannschaften durch die Errichtung der Besatzungsbataillone mit etwa 40,000 Mann mit inbegriffen befand. Mit äußerster Anstrengung sind demnach von Deutschland im Verlauf des Krieges rund 1,200,000 Mann aufgeboten worden. Diesen gegenüber muß das französische Gesammt— aufgebot hingegen auf mindestens 1,600,000 Mann veranschlagt werden. 0
— Aus zuverlässiger Quelle erfährt das„Echo der Gegenwart“, daß der Herr Bischof von Mainz sein Mandat für den Deutschen Reichstag nieder— zulegen beabsichtige und diesen Schritt in einer ausführlichen Denkschrift gleichzeitig motiviren wird.
Kassel. Am 11. und 12. d. M. sind über 100 Offiziere des veutschen Reichs beeres dahier eingetroffen, welche ihre Charge im Krieg empfangen, jetzt abee auf der hiesigen Kriegsschule nachträglich noch einen Offizierscursus durchzumachen haben.
Stuttgart. Der soeben erschienene Bericht der Finanz Commission der Abgeordnetenkammer enthalt außer den bekannten Anträgen hinsichtlich der Gesandtschaftsposten den in Einstimmigkeit be⸗
schlossenen Antrag, die Regierung zu ersuchen, daß sie baldmözlichst Reductionen im Personal des auswärtigen Ministeriums vornehmen und die Frage der Vereinigung desselben mit einem an- dern Ressort in Erwägung ziehen möge. Straßburg. Das eingenössische stattstische Burktau hat der Verwaltung der hiesigen Biblio- thek Namens des schweizerischen Bundesraths mit- getheilt, daß derselbe, die Bemühungen der Cantone zu Gunsten der Wiederherstellung der Straßburger Bibliothek unterstützend, ihr je ein Exemplar der Bundespublicationen zuweise.
Ausland.
Schweiz. Bern. Der große Rath des Cantons Neuenburg faßte mit 47 gegen 34 Stimmen den Beschluß, die geistlichen Orden vom Unter— richt in den Volksschulen auszuschließen.
Frankreich. Paris. Die Regierung zu Versailles studirt ernstlich das Project, die Kriegs entschädigung mittels Eisenbahn-Obligationen zu bezahlen.
— Der Postvertrag mit Deutschland soll, dem „Temps“ zufolge, am 1. Mai in Kraft treten. — Die Corporation der Pariser Wechselmakler
bat 600,000 Frs, für die Befreiung des franzö-
sischen Gebietes gezeichnet.
— Die von verschiedenen Journalen gebrachte Nachricht über Verhandlungen, welche in Betreff der Bezahlung der Kriegscontribntion zwischen Frankreich und Deutschland eingeleitet worden seien, wird von unterrichteter Seite als gänzlich unbegründet bezeichnet.
— Der deutsch französische Postvertrag ist am 14. d. ist im Hotel der deutschen Botschaft, fran⸗ zösischerseis von dem Minister des Auswärtigen Rémusat und Herrn v. Rampont, deutscherseits von dem deutschen Botschafter Grafen v. Arnim und Hrn. Stephan, unterzeichnet worden.
Großbritannien. London. Es heißt, daß der Unionsgesandte Schenk die Antwort seiner Regierung auf die Note Lord Granville's erhalten habe.„Morning-Post“ sagt, die Note des Washingtoner Cabinets beharre in festen, aber freundlichen Ausdrücken bei den von Amerika ge- stellten Forderungen. Die„Times“ constatirt de— züglich der Alabamafrage, daß sich eine heilsame Wendung in der öffentlichen Meinung Amtrika's bemerkbar mache. Das Blatt drückt die Ueber— zeugung aus, daß England jede Gelegenheit freudig begrüßen werde, welche eine Versöhnung der An- sichten deider Theile herbeizuführen im Stande wäre.
— Die„Daily News“ enthält ein Tele- gramm aus Newyork, das den Inhalt der Ant- wort betrifft, welche die Regierung der Union auf die Rote Lord Granvillt's ertheilt haben soll. Das Telegramm, welches seine Mittheilungen auf angebliche Auslassungen eines Mitgliedes des Washingtoner Cabinets stützt, meldet: Die Ant- wort der Unionsregierung geht von der Voraus- setzung aus, daß das Schiedsgericht alle ein⸗ schlägigen Fragen regeln soll, andernfalls eine Fortsetzung der Unter handlungen abgelehnt wäre Im Falle die Forderungen gemäß dem Artikel 10 des Washingtoner Vertrags einem besonderen Schätzungsrath überwiesen würden, werde Amerika seine indiretten Schaden- Ansprüche fallen lassen. Die Nachricht von dem Eingange der Antwort der Unionsregierung in Londen ist noch nicht offi⸗ ciell bestätigt.
Amerika Newyork. Von den leitenden Organen beschäftigt sich nur„World“ mit der Alabamafrage und spricht sich dieses Journal dahin aus, daß England und Amerika lediglich dem Schiedsgerichte die Entscheidung der Frage überlassen möchten, ob der Anspruch arf Ersatz der indirecten Schäden zulässig fei.
Washington. Im Senat brachte Senator Sumner den Antrag ein, neuerdings eine Unter— suchungscommission behufs Ermittlung der Frage niederzusetzen, ob der angebliche Verkauf von der Regierung gehörigen Waffen und Kriegsmunition an Frankreich während des letzten Krieges eine Neutralitätsverletzung war.
» Friedberg. Schon manchmal konnte man sich amusiren über die geographischen Kennmisse französischer Journalisten, welche namentlich in Bezug auf Deuischland die köstlichsten Schnitzer en gros produciren. Die„Frkft. Pr.“ macht in diesem Artikel, was die Kenntniß der Main c. Gegend anbelangt, hier und da en detail Ge⸗ schäfte und erregt damit in den betreffenden Orten nicht wenige Heiterkeit. So meldet dieselbe dieser Tage: Oberst v. Cohausen hat bei dem Dorfe Nieder⸗Ockstadt (Provinz Hessen⸗Nassau) Spuren eines Römischen Castell's gefunden. Die„Nieder-Ockstädter“ wären also ohne weitere Schmerzen glücklich annectirt!
R. Södel. Am 20. vorigen Monals wurde die zweite Versammlung des landwirthschaftlichen Kränzchens der Orte Södel, Melbach und Wölfersbeim zu Melbach abgehalten. Auf der Tagesordnung standen 3 Fragen: Die erste, Gründung eines Consum-Vereins, wurde von Herrn Lehrer Hahn durch einen ausführlichen Vortrag eingeleitet. Von dem Referenten wurde besonders die Nothweudigkeit der Genossenschaften hervorgehoben, sodann über das Wesen und die Errichtung eines Consum-Ver⸗ eins die näheren Mittheilungen gemacht und schließlich von demselben die Bildung eines solchen Vereins in unserem landwirthschaftlichen Kränzchen empfohlen. Die Diskussion war eine recht lebhafte und kam man dahin überein, vor allen Dingen auch einen Vorschuß⸗ und Credit⸗ verein zu errichten, wodurch dann erst recht vortheilhaft der Bezug von Saatfrüchten, künstlichen Düngern u. s. w. bewirkt werden könne. Die zweite Frage, Anbau der Winterwicke, wurde abermals von Herrn Lehrer Hahn eingeleitet. Herr Hahn machte besonders darauf auf— merksam, daß von einem rationellen Betriebe der Vieh zucht die Rentabilität des gesammten Wirtbschaftsbetriebes abhänge. Wolle der Landwirth aber mehr Gewicht auf die Viehzucht legen, so müsse er auch hinlänglich für
Futter, besonders für Anbau solcher Futterpflanzen sorgen,
welche vor Futternotb während der ersten Zeit des Früh⸗ jahrs schützten und dahin gehöre besonders die Winter- wicke. Referent theilte sodann das Nöthige mit über den
Anbau dieser wichtigen Futterpflanze und machte da be⸗
sonders auf 3 Punkte aufmerksam: Frühe Saat im Herbste, kräftigen Acker und frische Düngung. Mehrere Mitglieder enischlossen sich, Versuche anzustellen. Der dritte Gegenstand, über Fuitermais, wurde von Herrn Georg Geck in Melbach eingeleitet und von demselben besonders darauf hingewiesen, daß diese Futterpflanze vor Futternoth im Herbste schütze, ein recht gutes Milch er⸗ zeugendes Futter sei und deßhalb ihr Anbau sehr zu empfehlen wäre. Im Allgemeinen war man mit dem Resultat der Versammlung sehr zufrieden. Die nächste Ver⸗ sammlung findet zu Södel statt.
Darmstadt. Dem Vernehmen nach hat ein bei der Artillerie stehender heisischer Portepeefähnrich bei der dies- jährigen Offiziersprüfung in Kassel die erste Note erhalten und ist deßbalb vom Kaiser speciell belobt worden.
Darmstadt. Ein Theil der hinteren Mauer der Theaterrume stürzte in der Nacht zum 15. zusammen. Es ist als ein Gluck anzusehen, daß der Einsturz während der Nacht erfolgte, da während des Tags eine große An⸗ zahl Arbeiter mit Ausräumen des Schutts im Innern des Hauses beschäftigt ißt, so daß dann höhst wahrschein⸗ lich ein Unglücksfall zu beklagen gewesen wäre.
Berlin. Am Dienstag, Mitwoch und Donnerstag der letzten Woche hat hier der„Congreß deutscher Mode? geiagt. Die sehr zahlreich besuchte Versammlung bestand nicht nur aus Berliner Fabrikanten, Kaufleuten ꝛc., sondern auch viele andere, namentlich sächsische, ryeinische und füd⸗ deuische Städte waren vertreten. Die Berathungen, resp. Beschlüsse, erstreckten sich auf die Festsetzung der Moden für die nächste Sommer- und Herbstsaison in Betreff der Stoffe, des Schnittes ꝛc. und bezogen sich sowohl auf die Anzüge, wie auf Kopfbekleidung. Als neuestes Pro⸗ duct ist, wie die„Voss. Z.“ berichtet, aus den Berathungen ein„Reichstags ⸗Ueberrock“ und ein„deutscher Frack“ hervorgegangen; letzterer ist darauf berechnet, die Gegner des französischen Fracks zu versöhnen, indem sich dieser deutsche der Jaquetfagon nähert.
4 Zur Verständigung. Yeot fo: Es ist leicht zu verachten, Sohn, und verstehen ist viel besser.
Der„Wetterauer Bote“ enthält in seiner 19ten Nummer nachfolgende Correspondenz:
8 Friedberg, 11. Febr. Der„Oberhess. Anzeiger“ brachte vor einigen Tagen über die biesige Garnisonsfrage einen Artikel, der alle möglichen Projecte auflischt und fast sämmtliche Anstalten zu Gunsten einer Garnison verlegt baben wollte. Wenn diese Vorschläge, in denen die Redaktion des O. A.„kerngesunde“ Gedanken fand, auch nur ironisch gemeint sein mögen, so wurden sie doch bier vielsach als baare Münze aufgenommen und auswärts sicher vollständig mißverstanden. Wir balten wichtige Intexessen einer Stadt überhaupt nicht für einen passenden Stoff schaaler Spaß— macherei und können so che unnütze Veröffentlichungen 0 weder dem Vortheil noch dem Rufe förder— ich sein.
Ich constatire zunächst, daß ich mich mit dem Verfasser der vorstehenden Correspondenz in Bezug auf einen Punct in vollkommener Uebereinstimmung
Asien. Der Mörder des Vicekönigs von Indien ist zum Tode durch Hängen verurtheilt.
befinde. Ich bin mit ihm der Meinung, daß die Interessen einer ganzen Stadt nicht zum Gegen- stand leichtfertiger Behendlung gemacht werden
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