Ausgabe 
16.11.1872
 
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ranz 1872.

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Saumstag den 16. Uovember. N 135,

herhessischer Anzeiger.

Friedberger Intelligenzblatt.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag,

Amtlicher Theil.

Betreffend: Den im Monat October d. J. vorzunehmenden Wiesengang. Friedberg den 14. November 1872.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Ein großer Theil von Ihnen ist mit Einsendung der nach unserm Ausschreiben vom 14. September l. J., in Nr. 110 des Ober⸗ hessischen Anzeigers, aufzunehmenden Wiesengangs-Protokolle noch im Rückstande, wir erwarten solche daher in der Kürze. Ter a p p.

Friedberg am 13. November 1872.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien, Großh. Polizeiverwaltung Bad-Nauheim und den Großh. Polizeicommissär zu Wickstadt.

Durch die Zutheilung der Gemeinden der früheren kurhessischen bezw. hessen-nassauischen Aemter Nauheim und Reichelsheim, sowie durch andere Umstände, insbesondere Erbauung neuer Vicinalstraßen, ist die Erwägung angeregt, ob und welche Abänderungen in den seit⸗ herigen Einrichtungen über das Feueransagen und die Hülfeleistung bei auswärtigen Bränden, wie solche durch unser Amtsblatt Nr. 6 vom 5. Juli 1860 bestimmt wurden, insbesondere welche andere Eintheilungen der einzelnen Bezirke angezeigt sind. Indem wir Ihren gutacht⸗ lichen Berichten hierüber entgegensehen wollen, bemerken wir für die Gemeinden Bad- Nauheim, Dorheim, Dorn-Assenheim, Reichelsheim,

Betreffend: Löschordnungen.

Rödgen und Schwalheim, daß bezüglich derselben ganz neue Vorschläge über Bildung von Hülfeleistungbezirken zu machen sind.

Tir a ip p.

Betreffend: Das Landgestüt, nunmehr die Untersuchung der als Beschäler zu benutzenden Hengste

von Privatpersonen für 1873.

Friedberg am 14. November 1872.

Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien und den Gr. Polizei-Commissär zu Wickstadt.

Sie werden bis zum 5. k. Mis. berichten, ob und welche Privatpersonen Hengste zum Bedecken von Stuten für 1873 verwenden

und der angeordnet werdenden Untersuchung solche nicht vorhanden sind.

unterwerfen wollen.

Bei Denjenigen, die bis dahin nicht berichten, nehmen wir an, daß

K ka p.

f Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Wilhelm Leo Vogt von Reichelsheim wurde als Feldgeschworener für dasige Gemeinde bestellt und verpflichtet.

Deutsches Reich. Darmstadt. DemFr. J. wird von hier gemeldet: Der Befehl zur Verlegung der hessischen

Artillerie nach Babenhausen, sowie der gesammten

Cavalerie nach Darmstadt wird von wohlunterrichteter Seite als in aller Kürze bevorstehend bezeichnet. Die von einigen Blättern gemeldete Umwandlung

des hiesigen Garnisons⸗Lazareths in eine Infanterie,

Kaserne ist unrichtig, vielllehr wird eine Kaserne in der Nähe des Exereierplatzes zwischen Artillerie- und Cavalerie-Kaserne gebaut werden. Wie man hört, liegt es in der Absicht des Ministeriums, die Obermedieinal-Direetion aufzuheben und etwa vorkommende Medicinal- Angelegenheiten im Mini- sterium selbst zu verhandeln. Es sollen deshalb ein Medieiner, ein Vetetinär-Mediciner und ein Pharmaceut als außerordentliche Mitglieder im Ministerium des Innern Aufnahme finden. Ein

großer Schritt zur Aufhebung jener Behörde ist

setzt schon dapurch geschehen, daß das Ministerium

bverselben die Befugniß zur Strafverhängung über

Kreismedicinal⸗Aemter, Kreisveterinär-Aemter und Apotheker entzogen und für sich selbst reservirt hat. Die fragliche Behörde dürfte daher in den neuen don der Regierung versprochenen und in Kürze den Ständen vorzulegenden Personal- und Be oldungs⸗Etats nicht mehr vorgesehen sein.

Der Aussichtsrath der Bank für Handel und Industrie beschloß mit Rücksicht auf die Aus⸗ v»ehnung der Geschäfte der Abtheilung Berlin und »ie bevorstehende Errichtung mehrerer neuen Com- manditen weitere 10,000,000 Gulden Actien mit Dividende von 1873 zu emittiren und solche den erzeitigen Actionären und zwar 2 neue auf 5 alte um Cours von 150 pt, zur Verfügung zu stellen.

Der Landgerichts⸗Assessor August Klingel- höffer in Nidda wurde zum Stadtherichts-Assessor sei dem Stadtgericht Darmstadt ernannt.

Das Ministerium hat die Wahlcommissäre für die einzelnen Wahlbezirke bereits ernannt.

Bon dem Bezirkestrafgericht wurde Urtheil,

tesp. Vergleich in dem bekannten Prozeß Ohly gegen Pfarrer Baist von Ulfa wegen durch die Presse begangener Beleidigung verkündigt. Der Ankläger zieht seinen Strafantrag zurück und der Beklagte zahlt die erwachsenen Kosten.

§ Aus Oberhessen. Die am 10. d. M. in Gießen abgehaltene Wahlversammlung war fast von allen Wahlbezirken aus besucht. Nachdem auf Vorschlag des Hofgerichtsraths Buff Advokat Dr. Eckstein den Vorsitz übernommen, erörterte Professor Oncken in gediegener Rede die Zwecke der Versammlung, indem er insbesondere das Recht Oberhessens sich seine Abgeordneten aus den eignen Einwohnern zu er wählen betonte, ein Recht, das auch seit Jahren von den andern Provinzen des Großherzogthums unbestritten geübt werde und jetzt, wo alle 25 Jahre alten Steuerzahler wählbar seien, ohne Schwierigkeit ausgeübt werden könne. Der Redner wies hiebei treffend nach, wie unberechtigt der Vorwurf eines engherzigen Partieularismus diesem natürlichen Rechte gegenüber sei. Pfarrer Ellenberger hob hierauf in scharfen Zügen die gegenwärtigen Be ziehungen zwischen Kirche und Staat hervor, welche auf dem bevorstehenden Landtage eine gesetzliche Regelung erfahren sollen und wahrte der evangel. Geistlichkeit das Recht bei dieser sie so tief be rührenden Angelegenheit ein Wort mit zu reden. Die Versammlung constituirte hierauf ein Central comité und nahm Wahlvorschläge aus allen Be- zirken Oberhessens entgegen, wobei sie von dem richtigen Satze ausging, Vorschläge aus dem Volke zu erwarten und nicht die Candidaten demselben zu octropiren. Wir hoffen, daß das oberhessische Volk in Erkenntniß des Satzes handeln werde, daß es am besten durch Männer aus seiner Mitte vertreten ist.

Berlin. DemFr. J. geht folgendes Telegramm zu: Die Regierung beabsichtigt die alsbaldige Erwerbung der Main⸗Weserbahn zum ausschließlichen Eigenthum Preußens.

R DerReichsanzeiger meldet die Ernennung des Professor Hermann zum Präsidenten des Kirchenraths.

Die Reichssteuer-Commission hat sich für die von dem preußischen Finanzminister beantragte gleichmäßige Erhöhung der Tabakssteuer und des Eingangszolles auf Rohtabake entschteden. Der Schutzzoll zu Gunsten des einheimischen Tabaks baues ist demnach beibehalten.

Eine Meldung, die mit Vorsicht aufge⸗ nommen werden muß, besagt, daß ein Consortium von drei Personen von der Militärverwaltung für 180,000 Thaler erbeutete französische Militär- Effecten, Kleidungsstücke und Lederzeug, gekauft und wieder Alles der französischen Regierung für 1,200,000 Fres, verkauft habe.

13. Nov. Abgeordnetenhaus. v. Forcken⸗ beck wurde mit 247 von 268 Stimmen zum Präsidenten gewählt. Zum ersten Vicepräsidenten wurde Köller mit 236 von 266 Stimmen ge⸗ wählt, zum zweiten v. Bennigsen. Die Wahl der Schriftführer wird in der nachsten Sitzung be⸗ kannt gemacht.

Die Blätter bringen die Nachricht von der Erkrankung des Fürsten Bismarck. Derselbe soll an sehr heftigen rheumatischen Schmerzen leiden. Sein Hausarzt wurde nach Varzin berufen.

Dresden. Die Festlichkeiten der königlichen Jubelfeier sind zu Ende und die fürstlichen Gäste haben Dresden bereits wieder verlassen. Nach demDresdener Journal sprach das deutsche Kaiserpaar vor seiner Abreise seine Freude und Anerkennung über die Liebe und Treue des säch⸗ sischen Volkes zu seinem Königshause und über den Ordnungssinn der Bewohnerschaft Dresdens aus. Ein imposanter Fackelzug, welcher von der Stadt, unter Theilnahme der Künstlerschaft, der Vereine, Gewerkschaften, Gymnasien und Schulen dargebracht wurde, sowie eine glänzende Illumi⸗ nation der Stadt beschlossen würdig die Ver mählunge- Feierlichkeiten. Der König und die