Ausgabe 
16.1.1872
 
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erwallung

Landwirthschaftliche

Creditbank zu Frankfurt a. M.

Die am 4. December in Frankfurt gegründete Landw. Creditbank entspringt offenbar einem wahren Bedürfniß und wird eine längst gefüblte große Lücke in dem geschäftlichen Leben der Land bevölkerung ausfüllen. Während der Kaufmann und Industrielle in der Regel seine geschäftliche Verbindung mit einem bestimmten größeren Bank- hause in einer. Stadt bat, während er bei einem Vermögen von Hundert oder Tausend Gulden mit dem doppelten oder mehrfachen Betrage ar beitet, wie man zu sagen pflegt, steht dagegen der Landwirth schon wegen der mehr zerstreut liegenden Wohnplätze und wegen der Besonderbeit seines Geschäftebetrsebes in der Regel ziemlich vereinsamt in dem bei allen Geschäftszweigen so außerordentlich rege gewordenen Verkehr. Der Gutsbesitzer arbeitet nicht allein nicht mit einem größeren Capital als sein Vermögen werth ist, sondern mit einem geringeren. Wer ein Ver-

mögen in Grundbesitz von 10,000 fl. hat, kann nicht mit 10,000 fl. oder gar wie der Kaufmann mit 20,000 fl. arbeiten, sondern er erhält, wenn er eine Hypothek aufnimmt, wobel in der Regel doppelter Werth verlangt wird, nur 5000 fl.

Dazu kommt noch, daß der Landwirth nicht blos steben bleiben, sondern auch fortschreiten will und daher bei den veränderten Cultur- und Ar beiterverhältnissen ein größeres Beteiebs-Capital offenbar nöthig hat. Außerdem hat der Land- wirth weit mehr als jeder Andere mit Hinder nissen und Zufälligkeiten aller Art zu kämpfen, und wie Mancher ist schon dadurch auch bei großem Immobiliarbesitz in Verlegenheit geratben, daß ibn irgend ein, an sich nicht bedeutender Unglücksfall an der Erndte, an Haus oder Hof betroffen hat; denn die Steuern und die vielen nothwendigen Ausgaben bleiben dieselben und müssen bezahlt werden. Es ist daber entsch'eden sebr vernünftig von den Landwirthen, sowohl mit kleineren wie mit größerem Brundbesitz, ein

Assenbeim

Institut in's Leben zu rufen, welches, unter ihrer eigenen Leitung und Controle stehend, ihre Geld angelegenbeiten an einem Platze wie Frankfurt besorgt, die Anlage von Geldern übernimmt und ebenso bei Bedürfniß Geld beschafft, überhaupt die Vermittlung zwischen Stadt und Land in jeder geschäftlichen Beziehung bildet.) g.

*) Der bei der Constimirung vom 4. Dezember ge⸗ wählte Aussichterath der Bank besteht aus 36 Personen, an dessen Spitze Se. Erlaucht Graf Otto zu Solmso⸗ Lauvach als Ehren Präsitent, Justizratb Dr. Geyger in als Präsident und S. A. Scheidel in Frank⸗ furt a. M. als Biccprästdent. Zu Directotren wurden ge⸗ wäblt: Dr. Fr. Borgnis⸗Betbmann und W. Güntßher in Frankfurt a. M., zu stellveriretenden Directoten L. W. Baist, Fabrik- Director in Griesheim und P. Behrends, Kaufmann in Frarkfurt a. M., zu Ausschußmitgliedern: Dr. Geyer in Assenbelm, S. A. Scheidel, Dr. Bender, Gutepäch ter Angelbeim und Dr. Habn in Frankfurt a. M., L. Diefenbach auf Mönchbof, K. Kaibel in Oberingelheim, Gentral⸗Sectetär v. Langodorff in Darmsladt und Domänenpächter Oiterborg auf Klein⸗Schwalbacher Hof in Nassiu. Am 1. Januar 1872 hat die Bank ihre Geschäfte bereits cröffpet.

Oeffentliche Aufforderung.

3231 Die in Nr. 149 von 1871 dieses Blattes unter Inserat 3128 aufgefübrten Personen oder ihre Erden wollen die dei ibren Namen angegebenen und auf solche in den Flur⸗ oder Grundbüchern oder Steuerkatastern eingetragenen Immobilten veräußern, obne ihr Eigen⸗ thum daran urkondlich nachweisen zu könnten.

Auf Anstehen derselden werden Alle, welche aus irgend einem Grunde Eigenthums⸗ oder sonstige An sprüche an diese Immobtlien dulden zu können glauben, andurch aufgefordert, diese sogewiß in sechs Wochen, von beute an, bei unterzeichneter Gerichtsstelle geltend zu machen, als sonst ohne Rücksicht darauf den Ver⸗ dußerungs⸗Urkunden die gerichtliche Bestätigung ertbeilt und der Eintrag der Erwerbtitel in das Mutattons⸗ verzeichniß verfügt werden wird.

Bad- Nauheim am 13. Dezember 1871.

Groß berzogliches Landgericht Bad Naußbeim. 3 Mrs.

Bekanntmachung. 110 Mittwoch den 17. Januar d. J., Vormittage 11 Ubr, soll in hiesigem Ratbbause auf freiwilligen Antrag die dem aufgelösten Schützenverein dabter zu stebende neuerbaute Schießballe nochmals öffentlich meist bietend versteigert werden unter dem desonderen An fügen, daß dem Letztdietenden nunmehr der Zuschlag sofort ertheilt werden soll.

Friedberg den 12. Januar 1872. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg.

Long a r.

Hol z⸗Versteig erung. 105 Nächsten Donnerstag den 18. d. M., Morgens 9 Ubr, werden in biesigem Stadtwalde, Distrikt Bauwald:

39½ Raummcter Eichen⸗Scheitholz,

6 Prügel holz,

*. 5 Stodbolz, 736 Wellen Reisoholz und 32 Eichen Stämme von 38-62 Centimeter Durch⸗

messer und 5 14 Meter Länge, öffentlich an den Melfbietenden verstelgert. Das Stammbholz kommt um 11 Uhr zum Ausgebot. Bad Nauheim am 11. Januar 1872. Großherzogliche Bürgermeistere! Bad-Nauheim. Schutt

106 aus dem Jabre 1871 zur unterzeichneten Rent amtskasse müssen bei Vermeidung gerichtlicher Beitrel bung bis zum 22. d. M. abgeführt werden. Hungen am 11. Januar 1872. Fürstliches Renamt daselbst. Dem me.

Holz-Versteigerung. 123 Freitag den 19. d. M. kommen im biesigen Ge meindewald, Olstrikt Auwald, nach verzeichnete Holz sortimente zur Verftelgerung:

23 Raummeter Eichen-Scheitholz

22 Prügelholz,

52½* Stochholz, ö

4 5 Wellen. ö

51 Eichen⸗Stämme.

Die Zusammenkunft ist am Auwald Morgens 10 Ubr.

Assenbelm am 13. Januar 1872.

Großherzogliche ae Assenhelm. er.

Versteigerungs- Anzeige. 134 Mitwoch den 17. Januar d. J., Nachmittags 2 Uhr, wirr in biesigem Rathbause eine Nähmaschine öffentlich meistbtetend gegen Baarzablung versteigert. Friedberg den 15. Januar 1872. Groß herzogliches Ortsgericht Friedberg. Nan a r.

Freßlust, bei blauer und dünnet Milch, sowie besonders

Jagd Verpachtung

hne nns. 116 Freitag den 26. d. M., Vormittags 10 Ubr,

sollen in dem Gasthause zur Ttaube in Nidda die nach verzeichneten, mit dem 7. Februar 1872 leib lälligen Jagden auf eine Bestantzeit von 12 Jahren verpachtet werden. 1. In der Oberförsterei Ortenderg: 1 Die Jagd in dem Domantalwald-Distrikt Pain, circa 340 Morgen groß.

II. In der Oberförsteret Nidda: Die Jage in der Gemarkung Nidda, enthaltend circa 3800 Morgen Feld und Wiesen und circa 200 Morgen Wald.

III. In der Oberförsterei Bingenbelm:

1) Ote siscalische Jagd in der Gemarkung Oder Widders beim, circa 1300 Morgen Feld und Wald ent haltend; 2) die Jagd in der Gemarkung Grund Schwalbeem, circa 750 Morgen geld und Wald ent baltend; 3] die Jagd in dem am Bingenbeimer Forsbaufe gelegenen siscalischen Wald und Feld, cirta 177 Mor⸗ gen groß.

Nur sosche können zum Mitbieten zugelassen werden, von welchen eine vorschristsmätzige Behandlung der Jagd zu erwarten steht. Jagd-, Fischerei- oder Forft frepler, Leute obne Vermögen oder Personen, welche durch die Ausüdung der Jagd in ibten Vermögens verhältinsssen voraussichtlich zurüdkemmen würden, bleiden ausgeschlossen.

Pachtlustige, deren Besähtgung biernach nicht oll⸗ gemein bekannt ist, haben dieselde spatestens 8 Tage vor dem Verpachtungstermin dei unterzeichneter Stelle nachzuweisen.

Salzbausen am 7. Januar 1872.

Großberzogliches Forstamt Nidda. ern

Faselochs Versteigerung. 122 ODtenstag den 23. d. M., Vormittags um 11 Udr soll ein der hiesigen Gemeinde gebörender, zum Schlachten geeigneter Fastlochse um Ralhdause dabiec meistbietend versteigert werden.

RNeichelebelm den 13. Januar 1872.

Großherzogliche Bürgermeisterei Reichelsheim. Schmid.

Jagd- Verpachtung.

25 Dienstag den 8. Februar 1872, Morgens um 10 Ubr, soll die Jagd in der Gemarkung Münster auf 6 Jahre im Gemeindehaus dabter durch den Unter⸗ zeichneten verpachtet werden, wozu die Pächter einladet Münfter am 12. Januar 1872. Großherzoglich: Bürgermetsterct Münster. Rein eck

Nindviehpulver.

115 Bet Verftopfung, Abmagerung und Mangel an

zur Verhütung des Milchstebers wird dieses pulver mit

sehr gutem Erfolge angewendet. Das Vieb bekommt dadurch ein besseres Ausseben und die Mulch wird reicher an Butter.

Ein Pfundpacket mit Gebrauchs- anweisung 30 kr.

Butterpulver verkürzt die Zeit des Busterns von Stunden auf Minuten, macht die Butter sester und schmackhafter und verbindert das rasche Ranzigwerden, deiselben. Ein Pfundpacket, aus kteichend für reichlich 1000 Maaß Milch 30 r., balde Packete 10 kr. vorrätbig bet J. A. Windecker in Kriedberg.

Hofapolheke zum Engel

136 empfeblt Frostspiritus. Oerselbe besettlgt in kurzer Zett seden noch nicht aufgebrochenen Frostballen.

Stets Kuhfleisch, gem.,

In der Gemeindekasse zu Steinfurtbd find gegen gerich iich desellte Pppothek auszulethen.

176 fl. 30 kr.

124

Brodpreise vom 16. bis 31. Januar. Nach eigener Angabe der Bäcker.

Für Friedberg: ½ Waizen, ½ Korn. ½ Korn, ½ Waizen. Erste Sorte 48 20 kr. Zweite Sorte 48 18 tr. ** 2 10 77. 2 9* 1 5 2

7 Lolh Milchwaaren kr. 3 Loth Wasserwaaren 1 kr.

Für Bad- Nauheim:

Kasseler Brod 4 8 21 kr. . 2 10½ 8 5 1 Erste Sorte 48 20 kr. Zweite Sorte 48 18 kr. 8 9 1

5. 5 1 5 5 1 Ausnahmspreise: Bei Bäcker Meier 1. Sorte 19 kr. 2. Sorte 17 kr. Für Butzbach: 19 kr. Zweite Sorte 4 17 957** 2 1 8 45 412

Erste Sorte 4 8 5. 5 5 63

kr.,

194 7* 0 1 1

Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg: Ochsenfleisch pr. 8 22 kr. Schweinefleisch pr. Z 19 Kuhfleisch, gem. 6 Kammstüch 20

Rindfleisch, gem. 18 Leber- u. Blutwurst 24 Ham melfleisch 18 Bratwurst 1 Keil und Carre Schwartenmagen 28 1 Kalbfleisch 15 JGeräucherter Speck 32 Keil und Carre Scale 28 8 Niereusett 24 Schinken 9 Hammelofett 18 Schmalz, ausgel. 32 Schmalz, unausgl. 28

Ausnahmspreise: Bei N. Engel. A. Vogt's Erden,

Py. Windecker Schweinefleisch 20 kr. Bei N. Engel, A. Vogts Erben, Py. Windecker Kam mstück 21 kr. Bei A. Vogr's Erben Schinken 26 kr. Bei W. Heß Kammstück 19 kr., Liber und Blutwurst 20 kr., Bralwurst und Schwactenmagen 24 kr.

Fur Bad⸗- Nauheim:

Och seufleisch pr. 2 22 kr. Schweinefleisch pr. g 19 kr. Kuhfleisch, gem. 19Leber- u. Blutwurst 24 ungem. Bratwurst 8 amm elfleisch 18 Schwartenmagen 30 Keil und Carre Cervelatwurst 88 Kalbfleisch 10 Fleischwurst 3 Keil und Carre Geräucherter Speck 32 Rierensett 21 Dörrfleisch 8 Hammelssett 16Schinken 1 Schaaffleisch Solpeifleisch Schmalz, ausgelassen 36 kr., unausgelassen 32 kr. Ausnahmspreise: Bei D. Fritz Schwartenmagen

28 ke., Schmalz, ungusg. 30 kr. Bet W. Krauch Wilrwe Döreflisch 26 kr., Schinken 26 ke., Leber⸗ und Biutwurst 24 kr., Schwartenmagen 24 kr. Fleischwurst 26 kr., Bratwurst 28 kr., Schmalz, ausgel. 30 kr., ungusgel. 28 kr.

Butzbach: kr. Schweinefleisch pr. g 20 kr.

Für Ochsenfleisch pr. N 22

18Leber- u. Blutwurst 22 8 Nindfleisch, gem, 18 Bratwurst 26 1 Hammeefleisch 10 Schwartenmagen 28 Keil und Karre 17Geräucherter Speck 32 0 Kal bfleisch 13 ODörrsleisch 28 Schaaffleisch* chinken 8 Mierensett 20Schmalz, ausgel. 30 Damme 18Schmalz, unausgel. 28