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wo wir Euch wieder durch das Schwert den Händen der Preußen entreißen werden; unser einziger Gedanke ist nur der der Rache an den
Barbaren. Und sie wird kommen, verlaßt Euch darauf!“ Was dieser Zuave da phantasirt, das ist und bleibt bis auf Weiteres die Meinung der Mehrzahl der Franzosen. — Die„Kreuz ⸗Zeitung“ erklärt, daß die Mitebeilungen der hiesigen Presse über den an⸗ geblich schon erfolgten Rücktritt des Cultusministers von Mübler wesentlich Vermuthungen seien; die Angelegenbeit befinde sich noch in einem Stadium, daß sich die Details der öffentlichen Kenntniß und Besprechung entzögen. München. Die Prägung der erssen Abthei- lung der auf den Friedeneschluß vom 10. Mai 1871 bezüglichen bayerischen Friedensthaler ist beendet; es wurden gegen 17,500 Stück geschlagen. Sollte diese Anzahl nicht dem Bedarf entsprechen, dann wird eine weitere Prägung vorgenommen. Konstanz. Ein gewisser Charles Dupont, der im Frühjahr 1870 dahier ein„Journal des Familles“ berausgab, redigirt jetzt in Paris eine neue„Französische Correspondenz“. Darin wird u. A. versichert, daß in Paris die Stimmung gegen die Deutschen eine viel mildere geworden sei. Nicht weniger als 20,000 deutsche Familien seien nach Paris zurückgekehrt und könnten ohne Unannehmlichkeiten ihren Geschäften nachgehen.
Ausland.
Oesterreich. Wien. Im Verlaufe der Generaldebatte über den Adreßentwurf erklärten die Polen, daß sie gegen die Regieruag kein Miß trauen hegten, aber das in dem Entwurfe aus gedrückte Vertrauens votum für verfrüht erachteten. Dieselben kündigten ein Amendement betreffs der Trennung der galizischen Frage von der Wahl— reform an. Nach Schluß der Generaldebatte gab der Ministerpräsident folgende Erklärung ab: Die Regierung wird an dem in der Thronrede aus— gesprocheren Programm unerschütterlich festhalten; dieselbe erblickt in dem Adreßentwurf ein Ver— trauenes votum des Abgeordnetenbauses. Die Re— gierung wünscht aber auch über Vergangenes einen Schleier geworfen zu sehen und bofft, daß die vollständige Uebereinstimmung mit dem Reichs- rathe gesichert ist.
— Anläßlich der 70jährigen Geburtatagsfeier des Dichters Bauernfeld hat der Kaiser demselben das Comthurkreuz des Franz⸗Joseph-Ordens ver- liehen und seine Yension auf 1000 fl erhöht.
Schweiz Bern. Dem Wunsche der deutschen Regierung entsprechend, hat der Bundesrath die Anordnung getroffen, daß der schweizerisch⸗deutsche Handels- und Zollvertrag, sowie der Vertrag zum Schutze des geisligen Eigenthums von 1869 auch auf Elsaß Lotbringen Anwendung finden sollen.
Frankrei b. Paris. Wie ein Correspon- dent der„Indépendance belge“ entgegen anders lautenden Gerüchten versichern zu können glaubt, hat die Regierung nicht nur die am 15. Januar fällig werdende erste Zahlung auf die vierte halbe Milliarde der deutschen Ktiegscontribution schon bertit liegen, sondern der Finanzminister würd⸗ sogar, sollte es im Intercsse des Landes liegen, in der Lage sein, die ganzen 500 Millioren nebst den Zinsen auf die noch restirenden 3 Milliarden, sofort zun zahlen.
— Die„C. H.“ versichert, daß die Enquete— Commission der Kapitulationen dahin erkannt habe, daß den General Wimpffen wegen des Unglücks von Sedan kein Tadel treffe. Dieselbe Commission hat Sonnabend den Marschall Bazaine vernommen, dessen Auesagen zu ziemlich lebhaften Entgeg— nungen geführt haben sollen.
— Wie man erfährt, sind bereits verschieden Städte dem Beispiel des Municipalraths von Aix gefolgt, welcher die Wiederherstellung der Spiel- banken reclamirt. Die städtischen Behörden von Pierresonds, St. Cloud, Vichy, Bagndres»de— Bigorre haben bereits Petitionen in diesem Sinne an die Nationalversammlung votirt.
hör noch fortgesetzt wird, sind Hure, der Greffier von La Roquette, Poidevin, Hérault, Larmeroux, Lesénéchal, die dem Executionspeloton des Haupt- mann Véry angehört oder zur Zeit der Hinrich— tung in La Roquette auf Posten gewesen sein sollen, Péchin, der Koch, und Vattier, der Lampen anzünder des Gefängnisses unter der Commune, nur untergeordnete Mitwirkende des Trauerspiels. Dagegen lastet auf Pigerre die Anklage mit aller Schwere: schon wegen Theilnahme an dem Auf—
verurtheilt, wird er von den Angeklagten Ramain, Picou, Vattier und Latour mit Bestimmtheit als der Offizier erkannt, der das Executionspeloton befehligte. Pigerre leugnet hartnäckig und erklärt, er kann nicht begreifen, warum die Genannten, die ihm ganz fremd seien, sich zu seinem Ver— derben verschworen hätten.
— Im„Grand Hotel“ versammelten sich 7—800 Pariser Kaufleute und Fabrikanten, um sich wegen der Finanzprojecte der Regierung und wegen Kündigung des Handelsvertrags zu be— rathen. Nach den dort gemachten Mittheilungen haben sich 25 Handelskammern einfach für Han— delsfreiheit ausgesprochen; 17 beantragen die Aufrechthaltung des Handelsvertrags unter gleich- zeitiger Herabsetzung des Eisenbahntarifs,— nur 7 Kammern sind für die Kündigung des Ver— trages. Nach einer Rede des Herrn Wolowsky für die Einkommensteuer wurde eine Tagesordnung votirt, in welcher die Versammlung energisch gegen die Besteuerung der Rohstoffe protestirt.
— Der deutsche Botschafter, Graf v. Arnim und der französische Minister des Auswärtigen, Rémusat, haben die Ratificationen der Zusatzcon— vention zum Friedensvertrage ausgetauscht.
— Wie verlautet, ist die Zahlung der fälligen Rate von 80 Millionen Francs auf die vierte balbe Milliarde für den nächsten Montag voll— ständig angewiesen.
— Trotz neuer Freilassungen gibt es immer noch 12,554 Gefangene auf den Pontons und in den Gefängnissen, die noch nicht vor Gericht standen. — Vor der Untersuchungscommission machte Leboeuf bei dem Verhöre Gramonts folgende Aussage. Im Ministerrathe sei die von Gramont seiner Zeit verlesene Erklärung, welcher zufolge die Regierung, gedrängt von Kammer und Land, den Fehdehandschuh Preußens aufnehmen müsse, zwar verlesen, aber jene Stellen gestrichen worden, welche von der Kriegsbegeisterung des ganzen Volkes sprechen. Der Herzog v. Gramont gab zu, diese Stellen ohne Wissen des Ministerrathes verlesen und damit sein Mandat allerdings über- schritten zu haben, all in er habe dies nur auf das Drängen der bonapartistischen Abgeordneten, vor Allem Cassagnacs gethan. Also seine eigenen Collegen hat der Exminister hintergangen.— In der Nationalversammlung brachte der Abge— ordnete Brunet solgenden Antrag ein:„Art. 1. Frankreich, das sich regeneriren will, weiht sich Gott und seinem Christus. Art. 2. Frankreich wird in Paris einen Tempel an der Stelle er— richten, welche zweimal den Namen Platz des Königs von Rom getragen. Art. 3. Dieser Tempel wird folgende Devise tragen: Gott schützt Frankreich, Christus ist Sieger, beherrscht und leitet uns.“ Brunet erregte mit diesem Antrage in der Nationalversammlung große Sensation, besonders als er die Dringlichkeit für denselben beantragte. Der Antrag wurde der Initiativ⸗ commission überwiesen.
Großbritannien. London. Die Prin- zessin Ludwig von Hessen ist mit ihren Kindern nach Deutschland zurückgereist. Vor ihrer Rück— kehr nach Darmstadt wird sie in Brüssel auf einige Tage beim König von Belgien zu Gaste bleiben.
Italien. Rom. Die radikalen Blätter, voran die durchaus nicht deutsch gesinnte„Capi— lale“, mißbilligen auf's Entschiedenste die Haltung Frankreichs in der Frage der Militärorganisation. Das genannte Blatt schreibt:„Es scheint also,
— Unter den Angeklagten in dem Prozesse
der Mörder der Geißeln von Roquette, deren Ver-
stande zur Deportation nach einem befestigten Platze],
Zaun brechen will, um sich an Preußen zu rächen. Frankreich ist gegenwärtig von keiner Seite her bedroht. Zu welchem Zwecke verdoppelt es also sein Heer, da doch seine Finanzen so von Grund aus ruinirt sind 2“
Amerika. Newyork. Dem Vernehmen nach wird die Legislatur des Staates Newpork ein Comite ernennen, welches die Angelegenheit der Eriebahn prüfen und die jetzige Verwaltung ihres Amtes entheben soll.
Frankfurt. Die hiesige Strafkammer erkannte im Jahre 1871 gegen 407 Spitzbuben, welche sie aburtheilen mußte, nicht weniger als 3014 Wochen Freiheitsstrafen.
Darmstadt. In der jüngnen Nummer des„Südd. Polizei-Telegraph“ macht der Gr. Polizeicommissär im Auftrag Großh. Kreisamts Darmstadt bekannt, daß bei der am 28. Nov. dahier stattgehabten Großh. Hoftafel wiederum eine silberne vergoldete Desertgabel, auf der Rückseite des Stieles ein doppeltes L. mit Krone gravirt, mit dem Zeichen J. W. und 13 gestohlen worden sei und wird um Nachforschung der Behörden gebeten.
Dresden. Täglich kommen neue Thatsachen an's Licht, welche die so ft in fremden Zeitungen und leider auch in gewissen deutschen Blättern ausposaunten angeb⸗ lichen Räubereien der deuischen Truppen in Frankreich kräftigst widerlegen. So hieß es in verschiedenen Zei— tungen, daß insbesondere in der Nähe von Poctot und Dieppe von den einrückenden Truppen viel geplündert worden sei. Nachträglich aber hat sich herausgestellt, daß ein Franzose, Namens Cousin, und zwei seiner Söhne, mit denen er sich jetzt vor den Assisen de la Seine in⸗ serieure deshalb zu verantworten hat, von der Infasions— panique der dortigen Einwohnerschaft in der Weise Nutzen gezogen haben, daß sie als preußische und sächsische Sol⸗ daten verkleidet in die Häuser eindrangen und unter Be— drohung mit Mord und Todtschlag, Geld, Uhren und sonstige Werthgegenstände raubten. Namentlich be⸗ nutzten sie zu ihren Raubzügen die Nacht, sie feuerten blindlings in die Häuser, bis sie endlich einmal auch in das Haus eines beherzten Bauecs einfielen, der ihnen mit Pulver und Blei antwortete und dadurch den einen der Gebrüder Cousin verwundete. Durch des letzteren Gefangennahme wurde die Sache entdeckt. Daß die fran⸗ zösischen Blätter so viel Ehrenhaftigtkeit nicht besitzen, um dieser Entdeckung so eine große Publicität zu geben, als der angeblichen Räuberlust unserer tapferen deutschen Truppen, ließ sich voraussehen; darum aver— schreiben die„Dresd. Nachr.“— ist es doppelte Pflicht der deutschen Blätter, das uns aus glaubwürdigster Quelle mitgeiheilte Thun und Treiben der Familie Cousin mög⸗ lichst zu verbreiten.
Petersburg. Der wegen Diebstahls an Büchern zur Deportation nach Sibirien verurtheilte Professor Pichler ist dieser Tage mit einem Transport anderer Ge— fangenen nach Sibirien abgegangen. Man hatte erwartet, daß er ein Gnadengesuch einreichen, und daß es dann mit einer Beförderung über die Grenze sein Bewenden baben werde. Er hat indeß den Weg der Gnade ver⸗ schmäht und sich dem Strafurtheil gefügt.
Verloos ungen.
Köln, 11. Jan. Bei der heute eröffneten Ziehung der siebenten Dombau-Lolterie wurden solgende Geldge— winne gezogen: 5000 Thlr. auf Nr. 31947, 1000 Thlr. auf Nr. 190162, 500 Thlr. auf Nr. 47750 und 255467; 200 Thlr. auf Nr. 74512 98043 184578 349172 342685 508 19651 227093 55915 79471 95602 255778 51748 277301 326512 und 140962; 100 Tulr. auf Nr. 53746 213515 320876 55086 15503 138401 67806 89285 173763 183716 164374 89756 43501 303855 101342 152370 136849 283112 337756 327420 210511 31834 300487 117643 167941 208604 306999 8990 und 295254.
Zur Linderung der Hungersnoth der Ssoraeliten in Persien
sind bei dem Unterzeichneten die nachfolgenden Gaben eingegangen von: J. L. Rappolt 2 fl., A. Strauß 1 fl. Gesammelt durch die Herren L. Oppenheimer und Elias Mayer von: L. Oppenheimer 5 fl., Elias Mayer 5 fl., Löb Herz 5 fl., W. Bendheim 1 fl. 10 kr., K. Bendheim 1 fl., Liebmann Stern 1 fl. 45 kr., R. Reifenberg 1 fl., L. H. Strauß 1 fl. 45 kr., David Mayer 3 fl. 30 kr., Mayer Mayer 1 fl. 45 kr., Witiwe Grödel 2 fl. 30 ke., Aron Löser 2 fl. 30 kr., Frau Elise Hanau 1 fl. 30 kr., S. A. Nauheimer 3 fl. 30 kr., L. Fürth 2 fl. 30 ke., Eduard Oppenheim 1 fl. 10 k., Gebrüder Grödel 5 fl., Becker& Engel 5 fl., Frau Katzenstein 2 fl., A. Maaß 1 fl., R. Hirschhorn 30 kr., Georg Hanau 3 fl., G. Schulhof 5 fl., J. Mannheimer 1 fl., L. Leopold 1 fl., C. Neuhof 1 fl., Mayer Hirsch 2 fl., Eduard Hirsch 1 fl. 10 kr., L. Goldmann 2 fl. 30 ke., Gebrüder Arnstein 3 fl. 30 ke., S. Schloß 36 kr., Eduard Grödel 3 fl. 30 ke., Simon Strauß 1 fl., M. Bing 1 fl., Moses Stern 1 fl., L. Stern aus Flor⸗ stadt 30 kr., Herz Aron 30 ke., B. K. Stern 3 fl., Gebrüder Löb 3 fl. 30 kr., Moriz Löser 5 fl., Hirsch Grödel 3 fl., Ungenannt 8 kr. Im Ganzen 100 fl.
Um weitere Gaben bittet dringend
daß Frankreich absolut einen zweiten Krieg vom
Mayer Hirsch.
liegenden seints vereinsa außetor Outsbes
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Zuserat wollen die in den l elngetrage thum dar Auf 2 stgend el sprüche a andurch von beutt zu mache außtrunge und det verztichni Bad.
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